Ex libris
Wolfgang Mecklenburg, Hans Brendicke, Walter von 1871
Zur Wester, Julius Nathansohn, Deutscher Verein für ...
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EITSCHRIFT
FÜR
BUCHERZEICHEN - BIBLIOTHEKENKUNDE
UND GELEHRTENGESCHICHTE.
Organ n>s Ex-libris-Vereins zu Berlin.
Jahrgang V.
JCo f\ Mit»«*
GÖRLITZ,
1805.
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Auftr ag» we h er Verlag von O. A. Starke, Königl. Hon".
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Inhalts- Verzeichniss zum V. Jahrgang.
Brendtcke, Dr. H., Das Bücherzeic her» des Herrn Franz Freiherrn v. Lipperhcidc 58.
F.x-libris Alfred Hahn 87.
Das Bücherzeichen der BerlinU hen Gesellschaft naturforschender
Frcumlc 118.
Bucherzeichen des Königl. Huf- und Univcrsitats-Buchdruckers Friedrich
Wolf zu München 11.
BUcherzeichen Hermann Sudennann's ... 12.
4 BUcherzeichen von Gustav Hogetop iö.
Diesbach-Fretburg, Max, Graf vi>n, Nochmals Philipp von Stälris ... o.
Doepler, F., d. J., Ein neuentdecktes BUcherzeichen des Johannes Stabius 8.
Buchinschrifnn 9.
Die Bücherzcii hen H. Lux und F. Zellner 120.
Die F.x-libris des Johannes Stahius 33.
Ex-libris der Familie Steiger- Bern 44.
Ex-libris Ilse Warnccke 45.
In wie weit haben gedanklich inhaltreiche Ex-libris Berechtigung? . 82-
Ex-libris der Luther-Bibliothek der Wartburg in Eisenach ... ti8.
Ex-libris Schwindrazheim 121.
Eisenhart, A von, Die Büeherzeichen des Herzogs Friedrii Ii August von Braun-
schweig-Lilncburg-Üels o.
Der Todtcnkopf auf Bücherzeichen 41.
Nachtrag zu Veit Tuchsenhauser 1 nicht Tuthscnhauscr) .... 42.
Das Bücherzeichen des Bischofs Urbanns v. Gurk in Kämthen 68.
,, Ein Bücherzeichen von Raphael Morghen 78.
Das Bücherzeichen Heinrich Tulpen's 104.
Ein typographisches Ex-libris 107.
Forrer, R., Joseph Sattlers erstes Ex-libris 14.
Gerster, L., Pfarrer, Zwei Konstanzer Ex-libris von Melchior Vatli
Zwei Ex-libris des Konstanter Bischofs Hugo von Hohenlandcnberg 96
Heinemann, Dr. O. von, Das Bücherzeic hen des Georg Podiebrad von Böhmen
Haseloff, Arthur, Ein Buchdeckel aus Niedcr-Altaich 5.
Drei neue Bücherzeichen im Rokokostile 17.
Handtmann, ü., Nachtrag zu „Aufschrilten und Eigenthumsbezeichnungen
auf Ex-libris"
Lehmann, Dr. Hans, Das neue Ex-libris der mittelschweizerischen geographisch-
kommerziellen Gesellschaft in Aarau 14.
Leiningen- Westerburg, Karl Emtch Graf zu,
Streifzüge durch frühere Nummern der Ex-libris-
Zeitschrilt 34.
Ex-libris des Nürnberger Dichters Sigmund von
Birken (Floridanl 69.
Ex-libris „R. Muntzinger", nicht „Steiger-Beru" 79.
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«••Ii*
Leiningen-Westerburg, Münehener Kx-hbris- Ausstellung . . 85.
Nachtrag zur Ex-libris-ZcitM lirift |v. Hulthcml . 91.
Kloster-F.x-Iibris (Nachtrag! . 08.
a Apian . 107.
., Gr.'illich Ncs'M'IrcKlc'sflic Bibliodiekzeiehen . . 113.
Verschiedenes 12 1.
Odinga, Theodor, R. Münger . . , , 81.
Pallmann, Dr. H., Zum Buo.herzeichen J. W. A. Jueger'x 10.
Das Pirkheimcr'sehe Ex-lihris vom Meister J. 15. 43.
Schrnid, P. Hup», Drei Ex-libris Johann Bapttsta Zcvll . 75.
Stiepel, II. Kd,, Bü» In r/.< i» den des Dr. med, f < ■ 1 1 . H. Ken t mann . q.
Büchcry.cichcn „Printer's Mark Stvl- 1 y
Rokoko-BiKhcrzci' licri von lull, Heinrich .Meil . . ig.
Die Büchcrzcichen der Augsburger Stadt-Bibliothek ±2^
., Das Bücherzeichen des Christophoius Zobel . 77.
Das Biu herzeichen der Benediciiiu-r-Abtei Ochsen hausen . 105.
Das Bücher/eichen des Hieronymus von Glauburg . . 1 uo.
Das Bücher/eichen Biblioihc« ae Seilcri 1 1 y
Litteratur Bücher/eichen des XV. und XVI. Jahrhunderts von Dürer.
Burgniair u. A. von Fr. Waniecke . i_rj.
u Papiciinühlen im Gebiete der weiland freien Reichsstadt Nürn -
berg »in Edmund Marabini 20.
„ Dr. U. von Heiiiemann, „Die Ex-libris-Sammlung der Hcrzogl.
Bibliothek y.u Wolfcnbüttcl K. K. Graf zu Leiniimen-
Wcstcrburg . . . . . 4_b.
., G. A. Seyler, Illustr. Handbuch der Ex-libris-Kunde 54. 88.
,, der Bücherzeichen ... ... 56.
Kleinere Mittheilungen .... . . bo, 8q, 127.
Redaktionelle Mittheilungen . . :o, bo. qi, uq.
Anfrage . . . . . . 1 /8,
Tauschverkehr . . 27, 04, ci.y l.\o.
Brielkastcn . .__ _^ 27, 64. uy 1 ^o.
Zur o 1 1. K< iir-.iii^'-M.ihiiir Oa
Zur Beachtung (Wechsel des Vorsitzes und der Redaktion; 2.
Nachruf für Friedrich Warnecke t 1.
„ Rudolf Springer f 2.
Vereins-Sitzungen :
\o. Sitzung des Ex-libris- Vereins . ^
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Verzeichnis der Abbildungen des V. Jahrgangs.
B«»iUer ü«-» U<lcli<-rtt'ichrnn
Mittelschw. Geograph. Kommerz.
Gesellschaft in Aarau
Stadbibliothek Aarao -
Karl Aptan
Augsburger Statltl.iUiotlit.-k .
R.Anning Bell-Londt >n (7 Bücher*.
Berl. Gesellschaft naturforsch
Freunde
Sigmund von Birken (Floridan)
Unbekanntes Kx-libris
R. Forrer
Frd. Freiherr von Gaisberg-
Schörkingen <2 Bächerz.)
Hieronymus v. Glauburg .
Alfred Hahn, Frankfurt a M.
Max Harrwitz, Berlin
Gustav Hogetop in Altttna (4
Bucherz.) . ...
Hugo von Hohenlandenberg
Bischof von Konsum/ (2 Ex.)
C. van Hulthem (2 Iii.)
V. Ex-libris van Hulthem . .
Dr. med. Joh. K. Kentmsnn
Franz Freiherr von Lipperheide
Luther-Bibliothek der Wartburg
in F.isenat h
H. Lux
J. C. Maess. Umrahmung zu
I Bücher/eichen
Bücher/eichen im kt)kokostil
Rokoko
Joh. Karl Phil. Moehsen .
R. Muntzinger (nicht St.-Bem)
Franz Freiherr von Nesselrode
Benedikt. -Abtei Ochsenhausen
Böhmenkönig Gct>rg Podiebrad
A. F. Schwind razheim . .
Bibliotheca Seileri . .
B Duca de Cassano Serra
Joh. Stabius
Familie Steiger-Bern
Hermann Sudermann
Joh. III. Sumerl, Abt v. N.- Altaich
Kloster Thierhaupten, Abt B.
Gangenriedcr .
Heinrich Tulpen
ViTfcrliirrr
H. Kuhn-Basel
R. Mutiger. Zürich
R. Anning-Bell
J. v. Sandrart
Burgmair (?)
Jos. Sattler
Ad. Closs
Prof. F. Luthmer
Frl. Sophie Bernhard
G. Hogetop
Jörg Breu
Gcndt u. Onghena
A. Cardon
Karl Rickelt
Prof. Ad. M. Hilde-
brandt
K. Zellner
J. C Maess
J. C. Maess
J. H. Meil
Gerkke
Hugo Schwindrazheim
Raph. Morghen
lt 1758)
Dürer
Dürer (?)
Dürer
E. Doepler d. J.
jllbr :
1804 14 Iis (Beilage.) t--
1804 82/83 (Beilage.)
1 I 2
4243 (Beilage.)
180,5 83 84 u. 84 ,'8 5 Beil.
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1895
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44 cf. S. 79
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6/7 (Beilage.) ^
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Urbanus Bischof von Gurk
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(Beilage
Melchior Vatli Bischof v Kon-
stanz (2 Bticherz.) ....
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4/S
( Beilace.)
Melchior Vatli (III. Ex-librU) .
c. 1520.
120127
(Beilage.)
Fr. Warnecke, Portrat . . .
(Beilage.)
Ilse Warnecke, geb. von Land-
18/1.)
(Beilage.)
Frau Geh. Rath Ilse Warnecke
Jos. Sattler
4<»/47
Beilage.)
Fr. Wolf, Hof- und Universitats-
buchdrucker in München
Fr. Wolf
1 8ö t
1 1
E. Zellncr
1 20
Joh. Baptista Zeyll
Peter Opel
1593
7"
Christoph Zobel (t 1490) • ■
77
Probemuster aus graphischen Kunstanstalten.
Bibliothek Friedrich des Grossen in Sanssouci. — Lichtdruck u. Originalaufnahmc
von Alb. Frisch, Berlin W.
Lichtdruck von Josef Albert, Hotkunstanstalt, München. — Tafel 20 aus „Louise
von Kobell, kunstvolle Miniaturen und Initialen aus Handschriflen des IV. bis XVI. Jahr-
hunderts".
Lichtdruck nach einem Kupferstich aus des Johann Theodor de Bry „F.itiblemata
Saecularia" (Oppenheim 161 1).
Muster von Vorsatzpapieren.
Schweizer Wappen-Kalender von R. Münger in Bern.
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Gr,
Bücherzeichen-
Bibliothckcnkundc und Gelehrtengeschichte
Organ des Exlibris Vereins zu Berlin.
Jahrgang V. Heft r.
1895.
Auftiagswciser Verlag von C. A. Starke. König) Holl., COriiK
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V. Berlin, im Januar 1895. JIS 1.
t
Friedrich Warnecke.
Mit tiefem Sehnen tlieilen wir unseren Mitgliedern den Tod unseres un-
vcrgcsslichcn Vorsitzenden, de» Geheimraths Friedrich Warncckc, des Begründers
unseres Ex-libris-Vereins, mit. Zahllos ist die Menge Derer, denen er ein stets bereiter
und uneigennütziger Freund und Forderer war. Sein Stolz war es, jungen aufstrebenden
Talenten den Weg zum Ziele bahnen zu können, und wie Viele danken ihm ihre Erfolge!
Friedrich Warnecke, dessen hohe, kraftvolle Männergestalt weit über die Menge
ragte, ist nur 58 Jahre geworden. Aber welch ein ungeheures Feld hatte er sich für seine
Thätigkcit erkoren und wie pflichttreu und arbeitsfreudig, mit welcher Gründlichkeit und
Ausdauer ist er stets des von ihm Unternommenen Herr und Meister geworden. An
seinem Grabe trauern die Wittwe und seine 3 Kinder, denen sich das grosse Heer
seiner Freunde und Verehrer anschliesst.
Weit über die Grenzen des deutschen Reiches wird man den Verlust des
ersten Heraldikers, des Begründers des Vereins „Herold" 4 , beklagen und empfinden.
Wer die Heraldik in wissenschaftlicher wie in künstlerischer Hinsicht nach
langem Schlafe wieder zu neuem Blühen auferstehen sah, dem wird auch hierbei immer
Friedrich Wamecke's Bild mit seinen freundlichen Gesichtszügen im Gedächtnis* sein.
Der Ex-libris- Verein steht verwaist da und trauert um das Hinscheiden seines
rastlos vorwärts strebenden, nie ermüdenden Vorsitzenden.
Dass Friedrich Warnecke die Seele unseres Vereins war, weiss
jeder unserer Freunde.
Wie könnt' ich Dein vergessen!
Der Vorstand des Kx-Ilbris-Verelns und die Redaktion der Ex-Hbrls-Zeitschrift.
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Rudolf Springert,
Noch eine andere schmerzliche Pflicht haben wir zu erfüllen, inilcm wir
inneren Freunden das A Illeben unseres stets bewahrten Vereitismiigliedo tmd hilfs-
bereiten Mitarbeiters, des Architekten
Rudolf Springer
hiermit zur Kenntniss bringen.
Rudolf Springer hat sein Leben hindurc h allen künstlerischen Kegungen und
besonders auch unserer Rx-libris-Kleinkuust stets wärmstes Interesse entgegengebracht.
Unserem Verein hat er dies n<«ch besonders dadurch erwieset», das* er dem-
selben ein abgabenfreies
Legat von 2000 Mark
testamentarisch hinterlassen hat.
Der F.x-libris-Verein wird Rudolf Spri neer's stets liebevoll und
ehrend gedenken.
Der Vorstand des Ex -.ihris- Vereins.
Zur gefl. Beachtung.
An Stelle des verstorbeneu Herrn (khcimrath Friedrich Warnecke hat
Herr Professor Emil Doepler d. J.
das Khrenamt als Vorsitzender des Fx-hbris- Vereins übernommen.
Der L'nterzcH hnete ist durch viele berufliche und andere Verpflichtungen, deren l'nab-
weisbarkeit noc h von unserem verewigten Vorsitzenden, (»cheimrath Warnet ke, voll anerkannt
wurde, gezwungen, von seinem bisher stets gern und freudig geführten Fhrenamte als Hcraus-
ueber der Fx-libris-Zcitschrift zurückzutreten. Siimmtliche die Redaktion betreffenden Zu-
sehrdten sind in Zukunft an Herrn Dr. H. Brendicke, Herlin W., Kurfürstcnstrassc 4 1. 1
zu richten.
Allen Denen, welche mich wahrend meiner vier Amtsjahre mit Rath und That
gütigst unterstützt haben, sage ich aufrichtigen Dank.
Berlin, den 1. Januar 1805.
Wolftoms Xwklriibunr,
bisheriger Herausgeber der Fx-libris-Zeitschrift.
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30.SitzungdesEx-libris-Vereins.
Berlin, den 11. September 1 8« ; 4 .
Vorsitzender : Herr Geh.-Rath Warnccke.
Herr Pfarrer Gerster macht auf eine
Reihe von Fälschungen aufmerksam iWatlen-
wvl, Grafenried. Werthcmann, Lotnharh, kl.
SaÜs, zur . Metten, Malawide, Fechten.) Zu
dem großen Salis'sehen Bücherzeichen ist in
Paris eine neue Kupferplatte hergestellt worden.
Herr Dr. rallmann in Frankfurt a. M.
hatte eine Radirung von Frl. Bertha Bagge
eingesandt, darstellend den hl. Hieronymus
nach einen» Holzschnitte Dürers.
Herr Geh.-Rath Wamecke legte vor ein
fürstlich Auersperg'sches Biichcrzeichen, aus-
geführt von dem Grafen Breuner, Excellenz,
und theilte mit, dass Herr Hans Bosch,
Direktor lies German. Museums eine Kupfer-
platte (Biichcrzeichen Haller v. Amberg) zur
Verfügung gestellt habe.
Herr Waller in Amsterdam hatte sein von
Sherlmrn ausgeführtes Bücherzeichen für die
Sammlung des Vereins eingesandt; in gleicher
Weise hatte Herr Pfarrer G erster die Sammlung
mit mehreren Stücken bedacht.
Herr Georg Otto zeigte die Original-
Zeichnung zu dem Bücher/eichen des Herrn
Oskar von Wedel.
Ausserdem lagen einige Hefte lies eng-
lischen Ex-libris-Journals und neue Zugange
zur Sammlung des Herrn Geh. -Raths Wamecke
zur Besichtigung vor.
Berlin, den 9. Oktober l8»).j.
Der Schriftführer;
Seyler.
31. Sitzung" des Ex-libris-Vereins.
Berlin, den o. Oktober 1804.
Vorsitzender: Herr Geh.-Rath Wamecke.
In Abwesenheit des Schriftführers übernahm
der Unterzeichnete die Führung des Berichts.
Vor Eintritt in die Tagesordnung machte
der Vorsitzende dem Verein die betrübende
| Mitlheilung von dem nach längerem Leiden
erfolgten Tode unseres Mitgliedes des Herrn
1 Architekten Rudolf Springer. Er erinnerte
an das lebhafte Interesse, welches der Ver-
ewigte bei jeder sich bietenden Gelegenheit
für den Verein bekundet hat, und veranlasst
1 die Versammlung, sich zu seinen Ehren von
den Sitzen zu erheben. —
Der Vorsitzende legte vor das Ex-libris
1 des Bischofs von Basel, Christoph Blarer von
Wartensce, auf welchem, offenbar der geist-
lichen Würde des Inhabers zu Liebe, der
Hahn des Blarer sehen Wappens auf dein
Kamme mit einem Kreuz belegt ist. Inter-
essant ist, dass auch der Nachfolger im Amte des
Bischofs dieses Wappenbild mit übernommen hat.
Unter zahlreichen anderen Blattern, welche
der Vorsitzende noch vorlegte, war namentlich
| ein F.x-Iihris des Herzogs Ulrich von Mecklen-
I bürg bemerkenswert!!, welches von den in
Teske's Abhandlung genannten abweicht.
Herr Mecklenburg legte das neueste
Heft der englischen Ex-libris-Zeitschrift vor,
und besprach dieselbe; Herr Dr. Wcinitz
Hess einige schöne und seltene Druckwerke
aus seiner Sammlung herumgehen.
Berlin, den 13. November 1804.
In Vertretung des Schriftführers:
Ad. M. Hildebrandt.
Peru Kx-llbrU- Verein «lnd als Mitglieder
ferner beigetreten :
1. Frau Geheimrath Ilse Warnecke, geb.
v.m Landwüst, Berlin \V., Friedrich-
Wilhclmstrasse 4.
Aiwimltitt ;<>n iltini (icluimrulh Frinlriih
\\'iiin<<kt :
2. Herr H. C Deals, Flemington N. J.
U. S. A.
3. Herr Jean Grellet, Neuehatcl, 3 l J '^t
Roulant.
4. Herr Professor Dr. Leo, Berlin W,
Matthaeikirchstr. 31.
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5. Herr Meier-Gracfe, Schriftsteller, |
Berlin W., Schillstrasse 4.
b. Herr Eduard Freiherr von Ohlen-
dortf-Grcsse, Hamburg.
7. Herr Dr. phil. Hcinr I'allmann,
Frankfurt a. M., Hut hgasse 13.
H. Herr Regierungsrath Dr. Otto Posse.
Dresden, Hohe Strasse
<». Herr Kammergerichtsrath Ulks, Berlin
W., Thiergartcnstrasse 3 a.
Aii^nuUfl 7»n I/rrrn St.inliinlli .1 ;•<•«
l'.istiiliittl, K\ ( fltcnz ;
10. Herr Ludwig Woll. Besitzer der Finna
Dr. C. Wolf ,V Sohn. Kgl. Hof- und
Univcrsitäts- Buchdruckerei. München.
Jungfernthurnistr. 2.
AngtmtUtt von llmu I'oul .V/V. tbitajt:<ik:
11. Herr Dr. Kmil Michael, K. u. K.
Uimersitäts- Professor. Innsbruck, l'ni-
versiUitstr. 8.
Stltnt atigeinriifrl:
12. Hm Friedrich T heller kauf. Graveur,
Magdeburg. Schöticslr. r>
Das Bücherzeichen des Georg"
Podiebrad von Böhmen,
welches wir hier in farbiger Reproduktion
zur Anschauung bringen ist dem kürzlich
erschienenen Werke: „Die Ex-libris-Sammlung
der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbuttel.
1O0 Bücher/eichen des XV. bis XIX. Jahr-
hunderts. Mit einem Vorwort von Dr. O. von
Heiiiemanii, Olferbibliothekar der Herzog-
lichen Bibliothek zu Wolfenbüttel. " (Verlag
von J. A. Stargaidt in Berlin) entnommen.
Von Heineniann schreibt in dem Werke
darüber, wie folgt:
„Der von Berlepsch'schen Sammlung*» ist
weiterhin eine geringe Anzahl von Ex-libris
*) Diese von dem bekannlrn Sammler Hreiherrn
von Hcrlensch 1+ 1877 tu Ooss-Stfttrkheimi in
langen Jahren mühsam zusammengebrachte, äusserst
werihvolle Kollektion wurde im Jahre 1875 Kigcn-
thum der Herzoglichen Riblinihck >a Wollcnbüml.
hinzugefügt, die jener Sammlung nicht an-
gehören, sondern sich allmählich aus den
Bestanden der Herzoglichen Bibliothek selbst
angesammelt haben. Von ihnen dürfte das-
jenige das meiste Interesse beanspruchen,
das sich durch die vorn aufgeklebte Ueber-
schrilt als ein Bücherzeichen des hussitischen
Königs Georg (Podiebrad) von Böhmen
kennzeichnet. Dieses Blatt ist zwar aas
keinem Buche ausgelöst worden: ich fand es
vielmehr lose unter anderen zurückgelegten
Papieren. Auch ist im Gegensätze zu seinem
grossen Zeitgenossen, dem Könige Matthias
von Ungarn, von einer besonderen Vorliebe
des Böhmcnkönigs für Bücher nichts bekannt."
Das Original misst _»6,<'X Centimetcr.
Zwei Konstanzer Ex-libris von
Melchior Vatli.
Wir bringen befolgend zwei handlKtnalte
Holzschnitt-Kx- liliris zur Abbildung. die
namentlicli wegen ihrer stilvollen Einfachheit
allgemeines Intel esse beanspruchen dürften.
Es ist leicht möglich, d.iss dieselben mit den
Bi'uhern, aus denen sie entnommen sind,
••inst der bischöflichen Bibliothek von Kon-
stanz inkorporirt waren, die nun aber, soviel
wir wissen, aufgelost und zerstreut ist.
Sie tragen durchaus den Charakter der
Frühreiiaiss.mi e Zwei Pfeiler, auf Fassen
ruhend, tragen einen abgeschnittenen Bogen
mit Gesims In der dadurch geformten
Nische steht über Sprue htafcl der infulirte
Wappenschild nebst Pedum. Darüber, aus
Wolken hervortretend, eine Hand, die
mit 3 Fingern abwärts weist- Beide Bücher-
zeichen datiren aus dem Jahre 1520, und sind
wohl mit demselben Holzstocke gedruckt, der
jedoch für No. 2 eine kleine Veränderung
erfahren hat; denn sowohl Wappenschild
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Verzeichniss der Mitglieder
de*
Ex-libris-Vereins
zu
Berlin.
Januar 189 5.
Begründer:
Fried rieh Warne che.
Vorstand.
1. Vorsitzender: F. in i 1 Dfiplrr d. J., I'rofenaor und Hi*torienniuler in Berlin \V., Donilierir-
stnu«e 2. (3. 11. Ol.»
2. Schriftführer: Gustav A. Seyler, Kaiizleirath, Bibliothekar und Lektor im Ministerium für
Handel und (Jeweils, in Berlin \V\, GtieiwnnUKlnbw« 99. (24. "». 91.)
3. rVImtemeiitter : Mas Abel. Baiii|iiier, in Berlin N.-W., DorotliceiistrHiwc 38/39. (24. 5. 91.)
4. Redakteur de* Veit>in«-()rguii«: Dr. H. BrentUrke, Berlin W., Kurfürstein«ira!we 41 , 1. io. *>. 91.)
Mitglieder.
:,. Ihre ktfniirl. Hoheit die Frau KrbKrossherzogln von Sachsen-Weimar. (3. :. an
tj. Mlttelsehweizerisehe IteorraanhtHch-Cointnrrzlelle ^esellschall zu Aarau. (20. 5. 94.)
T. Hereoirliche I.undeKblbll»thek in -Ulenburg. U5. 12 91.)
8. Verein „Herold** in Berlin, il«. *>■ 91.»
9. Bibliothek des Könlcl. Knmrtgeirerbe-Museams in Herl in. rJ>. 4. 93.)
10. KKnklleheH Kupfcrstiehknbinet zu Berlin. (24. 2. 91.)
11. K. u. K. UiiWersltatsblbltothek in C'zernowitx (Bukowina). (28. 10. 91.)
12. Urowherzoirllehe lToi*blbU»thek in Darm.lmli (2<i. 11. 91.)
13. FUrxtlieh Fiirstenberirische llofblbllotbrk in D o n u u e t e h i n g c n. (2. 9. 92.)
14. Stadtbibliothek in Frankfurt a. M. <N. 3. 93.)
15. Museum fllr Kunst und bewerbe zu Hain bürg, Steinthorijuitz. (17. 3. 94.1
Id. Heraldischer Verein „zoiii Kleeblatt" in Hannover. Hildesheimer^ ras«? «7. (22. 11. 91)
17. Laadfttiüidiscbe Bibliothek in Ka»*cl. (4. 7. 93.)
18. Bibliothek des l'borherrriistifte«, K 1 o » t e r n e u b u rg, (24. 12. 91.)
19. Bibliothek des B»rsen»erehw der Deutschen Buchhändler, l.e i |> z i g , Kmlibändlerhaus. 1 14. 1 1.93.)
*» Di« in Klammern beigesetzten Ziffern bezeichnen da« Datum de« Eintriltt in den Verein.
Die durch den Buchhandel bezogenen Exemplare sind hier nicht aufgeführt worden.
Adreuen-Veranderungen wolle man gel», der Redaktion der Ea-libris-Zeltichrin. Berlin W., Kurtureten-
slratie 4i, I umgehend mittheilen.
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II -
20 kurliin<li«.elie Gesellschaft fUr I.ittcratur und Kunst, Sektion für Genealogie, Heraldik und
Sphragiiitik in Mi tau «Kurland), Rußland. (17. 2. 04.1
21. Köllig. Hof- und Staatsbibliothek in Münch. ... (|o. 3. 02)
22. Historischer Verein von Oberbaiern in München. (I. 2. 93.)
23. The Grolier-Club tu New - York. (I«. 5. 04. i
24. Germanisches Nationalmuseum in Nflrn her|i. (14. 0, 02. >
25. K. u. K. öffentliche Studienbibliothek in Sali bürg. (24. II. OI.i
2<J. Fürstlich Stolberg-Werakerode'iwhe Bibliothek in Wernigerode, tlO. 5. 03..
27. Growherzoglleh Sn*h*ls«be Bibliothek zu Weimar. .27 .!. 04.)
28. Ahegg, Dr. Heinrich. Geheimer Sanität»rath, Medicinalrath, in I» a n r, i g , Sandgrube 41 b.
(0. 5. 02.1
Abel, Max, vergl. 3
20. Abel, Richard, Uanquicr, iu Herl in N.W., Dornt hrcnrtniwe 3*39. |S. 7 91.»
30. AcheÜK, Johann. Senator, in Bremen. (IS. tj. 1*1 . t
31. AhlefeldtDchn, Loui* Baron von, Weimar, Brihnwlere-Alk«. < t 1. 7. 94.,
32. Ashbee. H. S., London W. ('., 53 Bedford Square. (15 4 94.)
33. Baehofen ton Kcht. Adolf, (iemeinderath und Gut»l»e*itzer. in Wien III, Haupl»tra**e 33.
i8. ö. od
34. Baraek, Profe*»«r Dr. K. A., Olwrbibliothekar der K. rniverxität»- und |jind.*bihliothek, in
St ra*»bu rg i. K. (12. 11. 91.)
35. Bartels, BanitäUrath Dr. med., Berlin W, Karlsbad 12,13 (20. 3. 04. i
30. Becher, Med. I .-Dr. f ., Karlsbad, Mühlbadgu**, „Goldener S-hluWI'\ < 13. 2 93.)
37 Benkard, Rudolph, in Pari», 31) Boulevard de la Cha|*lle. (10. 1. 02. 1
38. Berliieuier, Richard, Dr. jur., Anit»richnr, Premier- Lieutenant der Re»crve de» Brandenburg.
Train-Batuillon» Nu. 3., in Berlin N., lnvalidciistra»»e 40 41. (2. tj. 01. i
30. Bertling. Richard, Buchhändler, in D reden, Vict.«ria»tra«*e 20. (21. lo. 01.)
40. Bethmaan, Simon Moritz Kniherr von, in Frank I u r t a. M. (13. S. 02.)
41. Bieberstein, Fräulein Albert ine Rogall» von, N e u h a I d c n s 1 e b e n b. Magdeburg
(i:.. 3. 92. )
42. Blackwell. Henry, Wooduide, I»ng. Island, New- York, I' S. A. (20. 11. 03.)
43. Boas. Otto, Konsul in Berlin, N.W., Dorotheental-*- HS 30. it. 0. 01. i
44. Bodenxtcln, J u I i u » . Landschaftsmaler. Berlin W„ Behren»! r. 53. (1. 3. 04.»
45. Bohlmann, Robert, B i « u n * c h w e i g . Hupeimiarkt-Ajiotheke (13. 7. 04)
4«. Boitin, G o t t f r ied, Kgl. Geheimer Lcgatiou»rath und Beichsherol.l, M i\ n c h e n , Thier»« h»tr. 49,11.
tl(l .1. 03.)
47. Boettieher, Dr. med. Walter von, in Bautzen. (2». 2. 02.)
48. Boulaad, Dr. I.., in Pari«, 05 tue Prony. (20. 7. 01. J
40. Brandis, K b e r h a r d von, Kgl. Lieutenant «. D. in V e v e y InTmir, Villa Bergere. (24. 10. 02.)
50. Bratring, Stadtlmuratb P., C h a r I o 1 1 c n b u rg , Westend, I^ibnit7>tra»-sc 74 1. (20. 3 04.)
Brendleke, II a n » , Di. phil., (vergl. I i
51. Brentano di l'uramezzo. Otto von, Ottenbach a. M , Loui*-n*trii»»e 54. (27. 3. 04.)
52. Breselraeyr. .1 » Ii. Bapt, bischörl.-geistl. Rath und Nnvizenmeister de» Stift» St Florian
in Ober-Österreich. (20. 2. H.M
53. Bröekelmann, Dr. Karl, Miil*«itzer der Kun»inn»iall von Fischer .V Dr. Bi.s k« linnnn, Berlin W..
Pot*daiuer*tra»*c 110 r 10. H. 02.)
54. Broel, Graf W. S. von dem, genannt Plater, Bohulnnda (Po»t D«rin»k) I Moisburg, (iouv.
Witebsk. Rußland. (15 3 04.)
55. Brown, .1 ante» Robert», F. R. G. S., F. R. S. L, London S.-W., Tregunder Boad. South-
Keunigton. (!!». 2. 92.)
5«. Brühl, Ferdinand Oraf von. Major im Regiment Garde du t'i.rp* und Adjutant des Krieg»-
ininister», in Berlin, S. W., Hafenplat/ 10. iX II. 01.)
57. Borger, K n u r a d , Kustos de» Deutschen Buchgewerbe-Museum» und Bibliothekar de» Börsen-
verein» der Deutschen Buchhändler, Leipzig, Buchhändlcrhnu*. (14. II. 93.)
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58, Buttlar-Elberfcerg, Ktulolph Freiherr von, in F i i 1 * 1 n r , auf .lern Bultlnrshof. (2. 6. 91. j
50. Buttler, O t ( o Graf von, Freiherr auf Rratidenfcls, K. ti. K. Kämmerer und Hauptmanu,
tirm, Karmeliteqdatz 1. (10. 2. 04.»
«0. Carlander, V M., in Stockholm, <i7 Drottninggatan. (11. «i. Ol.)
61. Colin, Alexander Meyer, Hanquier, Berlin W., Bcndlcrstrossc I7pt. (2(>. 10. 01.)
62. Conrad, Georg, Amtsrichter, M ü Ii I h a u s e n i. Ostpivussen, Kreis Prelis*. Holland. (18. 6. 92.)
63. CoudenhOTP, Frau Gräfin Kmol ine. geb. Griifin Brenner. Wien I, Masimilianstraswe 5.
(10. 3. Ol.)
64. Daliiseha, Fürst Alexander, Durchlaueht, K. Russischer Hofrath u. S-kreiair bei der diplomatischen
Agentio für Egypten, Kairo (ti. 3. 04. i
65- Dankö, Dr. JuhpI , T. Bischof und l)ompro]Mt zu St. Martin in P re * s b u r g. (10. 6. 01.)
CG. Dassel, 0 1 1 o von, Premier-Lieutenant im Kgl. Sachs. 5. Inf.-Rcgt. Xo. 104, Chemnitz,
Kasemenst lasse I. (2. 1. 03.)
67. Daum, Arthur von, Ober*tlicutnant im Infnnteric-Regt. Nu. 1 18, Mainz, hintere Bleiche. 71,1.
17. 0. Ol.)
68. Day, Robert, .!. I\, F. S. A., Cork, 3 Siduey Pbu-e. (Irelaud.) (22. ä. 03. i
00. Deata, H. C, Fleming ton, S. .1., U. S. A. (Ö. 10. 04 )
70. Dennis, George Raven* croft, London W. C, 20 Guilford Street. (8. 0. 03.)
Doppler, Emil der Jüngere, vergl. 1.
71. Donop, Hugo Freiherr von, Oberhofmeister I. K. H. der Frau Grossherzogin von Bachsen-
WeitiUvr und Kammerberr, Major z. D., Weimar. (Hl. fi. 04.1
72. Droste zu Visehering-, tob Nemelrode-Reiehensieln, Maria Theresia (iräfin, aufSchloss
Herten, Westfalen. (4. 8. 93.)
73. Elsenhart, August von, Kgl. Staatsrat h, Excel lenz, in München, Karlstrasse 24. (11.6 01.)
74. Ebenmann, Dr. Oskar, Kgl. Miiscumsdircktor, Kassel, Riehardswcg. (11. 10. 03.)
75. Erlanger, Wilhelm Freiherr von, N i e d e r - 1 n g e 1 h e i m. (10. 7. 94.)
76 Flatan, Theodor S., Dr. med., prakt. Arzt in Berlin W., Gcnthirierstrasse 32. (18 11. Ol.)
77. Foelckentahm, Armin Bnrou von, War wen b. Windau (Kurland) l.'i. (13. 2. 02. i
78. Forrer, R„ Arehaeolog, Strasshurg i. E., Steinriug 1. (27. 4. 92.)
70. Frisch, Albert, l**itzer der Kun-tatislalt für Lichtdruck, Zinkätzung etc., Berlin W.,
Lützowstr. C(i. (IV 3. 04.1
NO. PUratenatain, Adolf Graf von, Excellenz, Oliertruchses* S. M. d. Kaisers und Königs und
Landeshauptmann der Preußische» Oberlausitz, l'llersdorf per Jänkcndorf O.-L. (20. f>. 04.)
81. Gaiberg-Schöckingen. Friedrich Freiherr von, Schöckingen, Oberamt Leonberg in
Württemberg. (23. :>. 04.)
82. Geering, Adolf, Buchhändler, in Basel. (15. ti. 04. i
83. Oerster, L, Pfarrer, Kappelen bei Aarberg, Kanton Bern, Schweiz. (30. 12. 03.)
84. Greene, Miss Edith Anne, 14 Royal Park, Clifton. Bristol. i20. 10. 93.)
85. Grellft, Jeau, Neuchatel, 3 Post Roulant (26 11. Ol.;
86. Grevel, Hermann, Buchhändler, London, \V. C. 33 King Street, Covont Garden. »10. .'). 04.1
87. Grote, Charlotte Freifrau, geb. Freiin Grote, auf Schloss W.-desbüttel bei Meine (Prov.
Hannover. I (13. 11. 03.)
88. Grosshelm, Frau Königl. Baurath von, Berlin \V.. Hildcbrandstr. 2.*». (l. r >. 3. 1)4. i
SO. Gudows, Heinrich Rciehsfieiherr von, K. u. K. Kämmerer, Rittmeister, Mitglied des Herren-
Hauses, auf Sc bloss Waid ho feu a Thaye, Nieder-Ocstcrreieh. i.9. 10. 02.)
90. Habteil, Edward, in Kassel, Karthäuserstrasse 17. (5. 12. !'3.)
01. Hahn-Basedow, Friedrich Franz (iraf von, Krblandmarselmll, Prem irr- Lieutnniil der
Reserve des I^ib-Garde Husaren-Uegimeiits, auf Basedow in Mecklenburg. (17. 6 Ol.)
02. Harnisch, Frau Luise, geb. Harnisch, Berlin W., Genthincrsirawse 5a. (l.">. 4. 93.)
03. Harrwitz, Max, Anti<]iiar, in Berlin W.. l'otsdamcrstras-e 41a. (18. 7. 01. i
04. llaselbcrger, Jobannes. Professor, in Leipzig, Kgl. Kunstakademie, Wächterstras^e II.
(4. 12. 02.)
- IV -
05. Hauten, Erich Freiherr von, Köni^l. Haupuuaun und Plaumajor, Festung Konigntein a. K.
(12. 3. <J2.t
INJ. Hauten, Albert van, PHeger de* Oermanisehen National-Musemns, Bonn a. lUiein,
HerwurthstraKse I. (13. 7. <,U.)
!>7. Havelock, Actou, E., Colonel, Bo I i n g b ro k e , Ealing near Ixmdon. |13. 10. 93.)
!W. Heekmann, Frnu Ida, geb. Oeehelhcu»er, Berlin S.O., Sehle»i*elK*tr. 25. 0*3. 2. U4.J
!>!». Heiiekel ron Donnersniarek , Krau Gräfin Einum, Excellenz, Sellin«.» ij r o c «1 i l z h e r g in
Seldrsien. (27. 3. IM.;
MW. Henkel, Bankdirektor, Hauptmann der Landwehr- Artillerie de* XI V. Armee- Korps, W i e ► 1 oc h
1». Heidelberg. (10. 7. IM.)
101. lleyman, Fiederik, Brauereilawitzer. Kopenhagen, Bryggeriet Svanholm. (27. 3. !»4.J
102. IllerHemann, Karl \V'., Buchhändler. Leipzig, Küiiig»tras«e 2. (20. 3. t»4.)
103. Hlldebrandt, Adolf M. , Herzoglieh Sarhsen-AIteriburgiseher l'tnfwir, in Berlin W.,
SehillMra^e 3. III. ,2. (i. 1»l )
104. Hiurieliaen, S i e g in u u d , Präsident der Bürgerschaft, Hamburg, Alsterchau»see 2. (7. (i. 1*3. 1
105. Hoftnami, Charlea von, London \V., 20 Oxford Manidou. (21. 12. Ü2.)
UH». Ilöiel, Kran/. Freiherr von, Königl. I'nmiw. Haupt manu a. I)., Ka*«el, Terra»»- 22.(3.3.1)2.)
107. Ilulbe, (i eorg, Konigl. Hoflieferant, Udertceliniker, in II a m b u r g , Linden»tra>we47:4S. ( 12.lJ.!*l.)
IOS Hiltten-<zupski, Bogdan (iraf von, Majornl.sherr auf Smoguh-c, Biltmei»ter und Eacadroiw-Chef
im Hiisareimgituent l^indgrof Friedrich IL von Heiwen- Homburg .2. He«».) No. 14,
Kan*el, Königspintz 3<i. (1. U2.)
1<>!» Kcttler, Frie d rieh von, Premier-Lieutenant im Holst. Feld-Artillerie-Reg. No. 24, Jüter-
bog, Vorstadt, Neumnrki •>. (23. 2 '.'1)
110 Hinter, Maurus, Füixterzb. geint. Harb, auth Bibliothekar und Chefredakteur der Studien und
Mitiheilungeii au* dein Benediktiner- und Cistervieiisei-Onlen, in S t i f t H a i gern Brünn
(Mäh rvn. i (IC. 11. !H.)
111. KInm-I, Clemens, Zeieliner und < 'hemigraph, in Mainz, Zangga-«se 13. (30. 10. 1»1.)
112. Kleemalill, Otto, Kaufmann, K»s*el, Woll'sseblucht. (14 2. '.'.'.)
113. Knegebeek-Myleiidouk, Erich Freiherr von dem, Kgl. Landrath. Rittmeister d. H. d. Thflring,
Hu*nren-Ivegimcnls No. 12 auf K a r w e bei Wustiau. i30. 5. !» !./
114. Koch. Karl, in Wien IV. 1. Mofdirasse 12. IL (27. (t. !»2 )
115. Kraft, Kiehard. FabriklicMtzer, Berlin W., Kurfürstendainin 131. (27. 3. H4.t
IM5. Krahl. Ei nst. K. u. K. Hofwa|>i>eiiti)»lcr. in Wien I., Krugerstrasse 13. 1 11». lo. 'X'.l
117. LneliiiiRBH. Fräulein Clurii. H a tu b u r g - 1' ö * e 1 » d o r f , Feldlirunneiistrasse IV. (14. 3. fM.)
II*. Lnmpson. H e r m n n n . Oherpllegrr de* Germanischen National • Museums, Berlin .S.W.,
Koniniandiiiitelistr. S3. il,'. 3. !»!.'
11'.». Lemnertz seil., IL Rentner. Köln, Breitest ras»? 125-127. (31. 7. !>4 t
120. Leo, Professor Dr. Berlin W. Matthiieikirchsti risse 31. (15. II. !»U
121. Libbie, Fred. .1, in Ii o i <• lies t <• i , Mn». V. S. A. IST Nej»;ii*et Avenue 1 1 1. 12. H2.j
122. Llennu, Michael Martin. Weingn^shiiiidler, Frankfurt a. <>. (20. 12. H2.)
123. Linden, Frnu Baronin von. St. Leonard o n S e a , llintield, House, England. (20. 7. i»3)
121. Lindlieimer, Frnu Clara, gel» von Reiche, Frankfurt a. M., WeMeiidstra**«? <». 2. i'2.)
12 7 i. Li|>|ierlieiile, Franz Fieiheir von, YeiliigsbucbhündUT, Berlin W.. Pot*damer.«trasw 3S
12»;. Lobkevitz, Kranz Zdeuko Prinz von, Hureblnucbt, K.u.K. Lieutenant, Schlot* Krimiu
1. Pilsen. .13. 2. Hl )
127. Lüneburg, Hans Baron von, Hitteisrhiiftvl »eputirter und Premier- Lieutenant d.U., auf
l'elze, Slati.m I >. dl 1 M-rv'cli .31. 7. '.»4)
12S. Maudelsloh. Werner von, K. u. K. Ihiuptinann. Innsbruck, Siiggengnsse j. (J0. 1 !tl.)
12'J. Mai-selialk van Oslhelm, Emil Fnila-rr, Bamberg. Sonhien-tra-w. (1. .'. |. 'i).,
13ii. Meekleiibnrir, W <> I f g a n g , Vfrlagsbuehbandler. Berlin SW., Ivsaaurrstrai-e 2. (2. <>. 1»1.)
131. Meier-Gmefe. S< britlsteller. Berlin W , S«-l.illstin-e I. .15. 11. '.<!.»
(20. II. <Xi.)
Iis-.'. Meb»>, W. von, Sek. -Lieutenant im 1. Uarde- Dragoner- Keg. Königin von ( iros»hritaunicti und
Irlami. Berlin .S..\\\, Bcllc-Alliane«~lr. »i. il. :{. !>!.>
l'Xi. Meister, Karl Wilhelm, l>r. jur., Kgl. Landrath im Kreise Hö c Ii s t a. Main. (13. 7. Hl.)
KI4. Mever, I '. duard Lorenz, Handelsherr, Hamburg, an der Alster Xo. .'>."». (15, .1. Hl.i
Michael, V. 111 i I , l>r , K. u K. l^nversität*- Professor, 1 11 11 .- Ii tu c k , rnivei>itätstra«se X < 10. 10.H4.I
\M>. Mlrbarb-Hartr. Ernst (traf von, K. K. Kämmerer, zu liarft, Khcinpmviiix.. 1 r_>. 1;. Hl.i
l.iT Müller, tiitstax, Dr. jur., H reine 11. tuiiirc-F.scaipc !.V>. M. 1 'XI. \
13*. Xelndorff, von, Ol»ci-s[|icutenant a. I)., in 15 a d Kii -ni. iL'.'. I. H'J.i
13H. Xeiitville. Alfred von. Königl. Italienische! Viecl Um»u\. Premier-Lieutenant der Keserve des Finnen-
Regiments von Schmidt (I.Potnni.i Xo, 4. in Frankfurt a. M., Oedenveg ."»•!. <4. 'i. !U.i
1 10. Oeiiimelen, H <■ i 11 r i e Ii , Weingrowshändlcr, Krefeld, i'i. I. H3.i
141. tthlf ndorfT-tiressf. Kduurd Freiherr von, Hamburg. iI."j. II. H4.i
14.'. Otto. Georg, tiraveiir, in llerlin X.W. t'nlei den Linden In. r.'li. 'i. MI,,
14.1 Palliiinmi, Heinrieli. Dr. phil., Frankfurt a. M. Hucligasse :i CO. 11. H4.i
III. Pure), Paul. Verlaj.'sbuchhandler, Pivmier-Lieiit. :i. D., Herl in S.W., H:ill<>chirstru-sc '.S.U.
r.u 11. h:s.i
14*.. Posse, Ii.-jrierunp.iath Dr. (Hl», Dresden, Holte Strasse 43. litt. In ftl ,
14li. Pfliiiiier, liriiri!, Hameln a. d. Weser. Villa Pflümer. il5. :l. H4.I
147. Itntajczak, P n 11 1 X i e. , Kaufmnnn, llerlin, Prenzlauer-Allee '.'(»iL 1H, S. H3.)
l' s . Relsmer Freiherr toii Llehtensterii, Karl. K. Kammern, Major 11. Kommandeur der Militair-
Sehiessschule zu Augsburg, Goggingcrstrasse Iii, i'.'l. J. <r_\i
141t. Röchling, t'arl, Historienmaler, Wilmersdorf 1» Merlin, Pfalzburgcistt. Sti.I. (I'i. 3. MI.)
150. KniHHloeek, Professor Franz Sal.. Ku*tos der Konigl. Hihliothck und Vorstand des historischen
Verein«, in Eichstätt (Hinein 1. i.V 11. Hl 1
l.'il. SafTtttj, A.. lihraire, Le Prc S a i 11 1 - G e r v a i » , Grande Km- <>:.. Villa J'.iyJb. dl. iL'. H_* >
1 ">•_'. Saltlfl', Richard, Rnehliändler, in I! r a 11 11 s <• h w e i g. (5. 3. !•'.'.»
153. Srbarhiali, Julius, Rechtsanwalt, in H e r 1 i 11 , W., Hinter der katholischen Kirche 1. (!."». 10. Hl.j
I VI. Schiel, Adolf, Kapitain der reitenden Artillerie der südafrikanischen Republik 1 Transvaal 1.
Ros.bach, Distrikt Zoutpausberg. ilO. I'-' H.'l.i
1 . .. SeblW|ike, Heini ich, (ilas- und Sbmel/.maler. in T a n n e 1» e r g , Po»t Hloltcndorf iXord-
lmbnieii.) <.:>. II. i'i.»
l'Xi Schllppenbmli, Albert Fcrd. Graf von, Kgl. preuss. Katnmerjunkei , Arendsee bei
Sehonermark (Kreis Prcuzlau.) (31. ,">. !I4 1
157. Sclmild, P. Hugo, Stiltsbibliotbckar, in K r e in s tu ü 11 s t e r lOlier-t leslerreieh.l et». Ii. Hl.)
las. Schwnrtz. .1. C Dr. jur., ehemals Kathsherr zu Riga, z. Z. in Poisdam, M:mgestras>c 'JIM.
(13. 7. !'4.i
IM'. Scliwiiidrazlieitn, Oskar, Hamburg. St. Georg, Weidu r-t i asse ti. <|0. s. 'X',.\
Kid. Sejrer, Karl. .lustizrath. Xotar, Prem.-l.ieulenanl a D. in Her Ii 11 W, Lntz..wslrass,. 7b. II.
(-'7. Id. Hl.)
Neyler, Gustav A., vergl. _'.
101. Sherboti, C. W., l,o n don S.W., :,U> Kings Hoad, Cliel.seu. c.'l'. 1J. Hl 1
Hj.*. Soendrop, (ieo rg, in Herlin W., Kantsirassc Ui.'t. (I. (j. Hl >
Ui'A Splrss, August. Verlagsbuelihatidbr. Miiln-dizer der artistis<bcn Anstalt \on Meis«>iibacli
ititliirtb »V t'o,, in S e h ö 11 e b e r g b. Herliii, Hauptstrasse 7a. (10 Kl. H2.i
I l»l. Starke, tleorg, Veilagsbiichhiindler ti. Ki'inigl. Ilollicl. r.inl, tiörlitz, Saloiuonstrasse :{'.».
I'J. Ii. Hl.i
10".. Steitrer. Alfons von, Lieutenant im K 111 märkischen Drag. lfgt. Xo. 14, K o I 111 a r i. Klsa».
<:.. 7, n::. t
HUi. Stiebe), Heinrich F.duanl, Frankfurt a. M.. Taiiiiiisstnusse l'J. [2. 4. Hl.i
Hi7. Stojentin, Dr. Max von, Chemiker der vereinigten Königl. teclin. Institut.- der Artillerie, in
Hanau. Königliche Pulverfabrik. C\ (i. Hl.i
HkS Tauslit, Henri, in S t. - <J 11 e n t i n lAisi.e.i rJJ. I". Hl' ,
1
VI -
l'Ü». Tbeuerkauf, Friedrich, <inivenr, M a \> d c Ii u r jr . Shnn.-Mra.-**' 1«. (5. 1«". '."4.
17h. Thiele, K.inh, Mal. r und lllii-tratnr, L<.nd..n \W„ ls A-t..n Lane, Harbwien. (IV 3. !»4.>
171. Thiele, Ii.. Kjrl. IM-tb-ker. K .• r I i n W , MHrkicrafcn»tm~-e 27a. cJl. 4. !'4.i
17.' TUinpliur, Wolf v..n. K'.nijrl. iVu>-. KiitmeiNter a 1». nn.l Kai-crl. l)cutMh.r l^trali.m*ratha- I>.,
Thal-N-in Ix-i Jena. il4 .'!. !''.'. i
I'lle*. k'aiiinicrjriricht-ralh, Kerlin \V.. TbierpirUn-ilnt-i»- Ha- II. !•!.«
171, Vnr-stermann »an Oljeu, An Inn Abraham. Ilc*it/er • ine» jrenciil.>)fi»ch-lienildiMh«-n Archiv-
« > i - I <• i w i j k , Kr.ilmi.l-S-|>lciiiri<.nat (14. 11. VI i
17.Y Maller. F. <;.. in A in » i •• r d u m . 43 Yundel|nuk 1 14. S2. !".' )
170. Wnrnerke, Heinrich, Fxpeii für Nii|.ht»|.nidtikt. . IIa tu in iSüd-Kii-«laii«l.' (Hi 7 X'.i
177. Warne« ke. I I - .• , Frau l ;.|,.imnuli, jp-li. v<m Un.Uti-t, Kerlin W., Frie«)ri«-h-Wilheliiii>tra»M- 4.
I7S Heinitz. I»r. F r an/. Ii. rlm S-W. t I N-*auci-tm.««- 17. t lä. <i. '.«4..
17*». Wetatein, (i ntt hilf, S liritM. Her, in Kerl in \\ . I<enn.'Mra~«- 4 H', 7. '.'l.i
Ihu. Wel«|tenr, firaf W. um. K. u K. (il«-r«i <l. K.. l iitcr-lUhi'H bei Hnineck «Timl.i i!3. 2. 94 t
i Hl . Weitenhiller, M n r i I / Maria Fdlcr v<m, HihIi- und DciiIm Ihii. i«i< ri« hcr lUth, Wien I.
I»f.iit-.li.* Hau*, SinjrerHt !*►.-<• 7. iL'll 12. -Mi
1H1 Whllehend. Mi", .lohn, jreb. Ciafin Kreimer, Flu nie, Ti>rpe<b4iil>rik. (In. .i '.«4.1
1h;;. Wllkr, A. vnn, 1 .i< nu-iiaiil <1. Uv* , W i . - h n d *• n . Hr>t>l Schwarzer Kock. 1 11'. 2. i'A.i
1 m 4. Mllekelis, Tin- u <1 n r , ( in «•h.-rznj.'luhcr OU'r-Kinnelinnr. Hitler de. S c Ii « «• t r. i n e Ii.
Kaden. |1X -'. * • 4 - »
[f .. W«d*ele>, The H'.nnurahle I,adv France-, Dublin. Il<»|>iial. il. 2. ü.'.i
l*il. Wolf, Ludwig, Ke-iu.r «ler Finna Dr. C. Wolf At Silin, K\:\. lief- uml l'niv.-r«iläu-
Ktichdruck« ivi, M li n ihcn. .Iiinnfi ri»lliiirnn«lin—e i.tl. 1". !<1 i
1*7. W..IHrilllls<l«>liT, vnn, It.iiln. r. II a n il n er , Kirch«, mler-ti. I Ia |H. (21. 2. \H.>
< 1. 11'. K4.)
Bücherzeichen des hussitischen Böhmenkönigs Georg Podiebrad.
Aus: „v. Heinemann, Die Ex-libris-Sammlung der Herzogl. Bibliothek in Wnlfenbüttcl."
Dmfe fon C. A. Wt.rkr, UMgl II««., C10H1U. Brllwr >ur Ei-Ilhri» Zcltuchrin Jährt uik IHM, X». |.
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als Spruchtafel wurden umgearbeitet. Offen- |
bar hat der linkslauhge Widder mit der |
glatten Wolle, sowie die etwas gedrängte
vierzeilige Inschrift dem Besitzer nicht mehr
gefallen, so dass er das Wap|ienthier wenden |
und ihm ein Kleeblatt in die Klauen geben
Hess. Bei dieser Gelegenheit wurde auch
die Ueberschrift etwas Obersichtlicher ge-
schnitten und auf 5 Zeilen gebracht.
Leider ist uns vom Tr.'igcr sellwt so viel t
als Nichts bekannt und die Nachforschungen \
im Landesarchiv in Karlsruhe, wohin ein 1
Theil der Konstanzer Bibliothek hingekommen
ist. halien auch zu nichts geführt.
Doch wissen wir, dass der Träger Melchior
Vatli hie-ss und seinen Bischof, dessen Ver-
treter er war, 152') auf der Disputation in
Baden vertrat. Kr muss also schon damals, j
vor 1520, die Würde eines Weihbischofs mit
dem Titel „Bischof von Ascalou" bekleidet
haben, mit anderen Worten: das Bücherzeichen
ist erst nach seinem Amtsantritt gefertigt
worden. Unser zweites Zeichen schallet
noch ein: „ac decanus" — was meist mit
der Würde des Weihbischofs verbunden war.
wie es auch mit dem cpiso>pus Lvddensis
Marcus von Basel, den wir spater behandeln
werden, der Fall war. Wenig haulig durfte
sich die Bezeichnung linden: „patnmus libn"
für „Besitzer des Buches."
Das BiU herzeichen seines Bischofs, Hugo
v<in der Höhen-Laudenberg, der 1529 resig- 1
nirte, ist auch noch vorhanden; höchst auf-
fallig Ist dabei der Umstand, dass der Wappen-
schild nicht bemalt, sondern farbenbedruckt
ist. Eine Abbildung davon findet sich unter
den heraldischen Kunstblättern von Geh. -Rat
Warne« ke in etwas verkleinertem Massslabe.
Auf Wunsch der Redaktion bringen wir dieses
sc. seltene Stück auch einmal zum Abdruck.
L GerSter, Pfarrer.
Ein Buchdeckel
aus Nieder- AI taieh.
Die Miinchncr Hof- und Staatsbibliothek
ist berühmt durch die reichen Schätze an
illusirirten Handschriften aller Zeiten, die in
ihr verwahit sind. Kine grosse Anzahl von
diesen trägt prächtige Einbände die durch
Altei, Trefflichkeit der Ausführung und Kost-
barkeit de* Materials hervorragen. Auf neben-
stehender Tafel bringt die Kx-Iihris-Zeitschritt
eine der vorzüglichsten Arbeiten dieser Art
in wohl gelungener Abbildung.
Ks ist der Riickemleckel des Kinbandcs
der lateinischen Handschrift Nr. 9476 Ciinelie
163'. Dieselbe enthält die %ier Evangelien
und ist mit einigen Miniaturen ausgestattet.
Sie stammt aus dem berühmten Kloster Nieder-
Altaich und ist im XI. Jahrhundert geschrieben
worden. Die Handschrift muss hochgeschätzt
worden sein, denn noch im Jahre 1496 lie.vs
Johannes III. Sumcrl, der von 1491
bis 150z Abt von Nieder-Altaich war, den
jetzigen kostbaren Einband anfertigen. Der
Vorderdeckel zeigt in erhabener Arbeit eine
Kreuzigung, darunter einen trefflich geschnittenen
Stein, einen Medusenkopf darstellend, der leider
an den hervorspringendsten Stellen etwas ab-
gerieben ist, 11. a. m ; der Riickdeckel, der
ja gewöhnlich aufliegen musste, ist nur eine
einfache gravierte Platte. Die Zeichnung der
Gravirung ist aber so reizvoll, dass gewiss die
Leser der Zeitschrift ihre Veröffentlichung mit
Freuden begrussen werden, zumal hierbei
der Name Dessen ausdrücklich ge-
nannt ist, welcher die Herstellung
des Einbände* angeordnet hatte —
ein Vermerk, der gewiss nur äusserst selten
angetroffen werden dürfte.
Die Platte zeigt als Umrahmung ein
Rankenwerk das nach beiden Seiten aus
einer Art Maske hervorgeht. Es ist durch-
setzt \on einer Anzahl seltsamer Thiere und
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menschlic her Gestalcn um! kunstvoll in seinen
Windungen. Da sehen wir Affen, Vogel,
einen „wilden Mann", der einen Baren zu er-
stechen im Begriff ist und andere solcher Ostalten,
die uns aus der Miniaturmalerei geläufig sind.
Den oberen Abschluss, in der Mitte, wo sich
die beiden Ranken wieder treffen, b ldet ein
Brustbild der gekrönten Jungfrau Maria, hinter
der sich ein Sprm bband mit der Autschrift
„Ave Maria'' ausbieilet. — In ilem von diesem
Kähmen umschlossenen Mittelfelde sehen wir
zur Linken den heiligen Mauritius, den Schutz- ,
patron des Klosters Nieder-Altaich. Kr steckt '
vom Kopl bis zu den Fussen in einer Rüstung, j
das Helmvisir lasst nur Mund und Nase frei. I
In den Händen tragt er Schild und Lanze
mit Kretizestahtie. lest und mannhaft steht
er da, kampfesmuthig deh Blick zur Seite auf
seinen Begleiter gerichtet, der — das gerade ■
Gegenstück zu «lern geharnischten Gottesstreiter
— ein sanfimüthiger Bischof ist. Er tragt die reiche
Amtstracht, als Abzeichen seiner Wurde Mitra,
Stab und Handschuhe. Vielleicht haben wir
in ihm den heiligen Bischof l'irminius zu
sehen, den Stifter des Klosters Nieder-Altaich.
Der Kunstler hat seine Freude daran gefunden,
«Jen tiefen Gegensatz zwischen den beiden I
Heiligen herauszuarbeiten, den kriegerischen,
ungestümen heiligen Mauritius stellt er darum
in der überreichen Rüstung dar und lasst ihn
kühn zu dem heiligen Bischof aufblicken, der
still in sein frommes Buch vertieft ist und «1er '
Dinge nicht achtet, die um ihn vorgehen.
Die über den Heiligen angebrachte In-
schrift hütet:
Abbt Johannis Simer
hat disen plenari
vernewen
lossen 1496.
; .\bt Johannes Sumerl hat dieses l'lenarium* j
im Jahre 1406 neu einbinden lassen.
Arthur Hasch »ff.
•) l'lrnarium Mcsslmrh
Nochmals Philipp von Stäffls.
Die letzte Nummer der Kx-libris-Zcit-
sihrift brachte einen sehr interessanten Ar-
tikel über d.is Biicherzcicheii von Philipp
von Stnftis; gestatten Sie mir jedoch, bezüg-
lich der Zuj;eh. "irigkeit dieses kleinen Kunst-
werkes au( einen Irrtliinii aufmerksam zu
machen, der sich dabei eingeschlichen bat.
Schuld daran trügt das Sibmai hei sche Wappeti-
buch, welches V. i — 1 S ^ lie/üglich Nuin-
iner und Wappen dieser Familie falsche An-
gaben in.c htc. Herr (ich. -Rath Warnecke
tragt daran nicht Schuld, weil er wohl glauben
mochte, Sibinacher's Angaben wären in diesem
Falle nicht unzuverlässig.
Das Städtlein Staefris, (ruhet Steffis, aber
nie Stuflis; frz.: Estavaver. Stavave, Stavay,
liegt am östlii hen l'lcr des Ncuenburger-
sces, ungefähr an dessen Milte, im Gebiete
des Kantens Freiburg. Früher gehörte es
zum Kanton Waadt und war vor dessen
Eroberung durch die Berner in Savovischer
Unterthanschalt. Der malerische Backstein-
bau des S< blosses pr.iscntirt sich ausser-
ordentlich schön und /,'ihlt entschieden zu
den prächtigsten tierartigen Anlagen in der
Schweiz. Es gab auch ein Geschlecht derer
von Stätfis, das nach Urkunden bis zu einem
Kaiiialdus 115s zurückzuführen ist und zu
den bedeutendsten Dv nastengesi hie« htern
der Gegend gehörte. Von diesem Ge-
schlechte finden wir Viele als savoyi.schc
Haupllculc, als Statthalter und Vögte im
Kanton Waadt. ebenso als Kalbe. Gesandte
nnd sogar den einen als Ritter des Aiinun-
1 ialcn-Urdcus. Gerau war berühmt durch
seinen geri. htlichen Zweikampf, in welchem
er in Gegenwart des ganzen savoyischen
Hofes seinen Gegner Othon \"ii Grandson
toiltete. Es war dies im Jahr 1307 zu Bourg
in Brette. In Frankreich finden wir mehrere
Geneiäle dieses Namens, einen Obersten der
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Hin Buchdeckel des Johannes III. Sumerl, Abt von Nieder- Altaich,
vom Jahre 1496.
Jos. Allirrl in MOnelii-n.
IMI.tr mr f.\ -IIMo/rlUrhrin Jahr*»nt IHM. >... I.
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— 7 --
JSchwoi/.ergarde. Kainmerlicricn und Ehrcii-
damctt. Fünf Stiifriscr bekleideten d;ts wich-
tige Amt eines Statthalters des Fürstenthums
Neuenbürg."» Am h die Kirche isi bei diesem
Gest Idechtc vertreten: wir (mdeii einen Bi-
sch« >f viiii Bcllev. einen Dompropst des Ka-
pitels von Lausanne, sowie mehrere Aebte
und Aeblissinnen verschiedener Klöster. Das
Vordringen Savovcns in die Schweiz ver-
ursachte ein grosses Vorurtheil gegen die
Familie. Schon i ö 7 5 wurde C laudius ge-
tödte-1, als er mit grösstem Muthe das Schloss
und seine Vaterstadt gegen die Eidgenossen
vertheidigte. Endlich bemächtigten sich im
Jahre 1536 die Berner und Freiburgir der
Waadt und des Städtchens Stilflis, welches
freiburgische Vogtei wurde. Den Herren
von Stilffis wurden ihre Rechte und Stellungen
keineswegs geschmälert, doch von da an be-
vorzugten sie fremde Kriegsdienste. Sie ver-
zweigten sich in verschiedene Familien in
Frankreich, Freiburg und Solothurn. Dieses
adelige Geschlecht erlosch gegen 1N20,
Das Wappen derer von Stflffis ist fünf-
fach gold und roth gespalten, überzogen mit
einem silbernen mit drei rothen Rosen be-
legten Querbalken.
Immerhin weisen einzelne Familien, wie
die von Steffis-Font, St. Chcnaux, St. Gorgier-
St. Montagnv in ihren Wappen Varianten auf,
überall jedoch treffen wir auf b nebeneinander
gestellte Pfühle.
L'm das Vorige zu belegen, hessen
sich sehr viele Beweise anführen, denn es
giebt wohl keine Familie in der Wcstschweiz,
auf deren Wappen wir so oft stossen. wie
gerade die Familie derer von StUfhs. Es
genüge, wenn wir die folgenden aufzahlen:
Die Chorstühle des Klosters Maigrauge bei
*l l'nter diesem Titel fand ein Bücher/eichen
de* 18. Jahrhunderts in dem Werke von J. (irellet :
„Les lix-bbri-s ncuchäielois \r*g. 54 Aufnahme,
das, wie der Verfasser sagt, von 2 verschiedenen
Statthaltern benutzt worden i>l.
Freiburg mit dem Wappen der Aebüstin
Alexia von Stäflis (1,577). der Sitz des
< >ffu ianten im ( bor der Kirche von Stilffis,
geziert mit dein Wappen von Claudius von
Stilffis, Bischof von liellev : 1,525).
In «lern schönen Staatssaale der Stadt
Neuenbürg erinnern die (> Pfühle mit den
\ Rosen an die 5 Statthalter. Unter den
zahlreichen Kähnen im historischen Museum in
Bern linden sich deren zwei mit dem Wappen
von Stilffis 1 Stadt), offenbar t.Sjö eroberte.
Unter den schriftlichen Beweisen besitzen wir
das freiburgische geschichtliche Wappenbuch
von Delliond Mandrot, ebenso eine Genealogie
der Familie, die gegen «<>oo für Philipp von
Sliillis angefertigt wurde und welche in zier-
lichen Miniaturen das Familientvappen, wie
wir es beschrieben, zur Darstellung bringt.*)
Noch besitze ich eine andere (ienealogie,
1735 von Clairambaull, dem Genealogen des
Königs von Frankreich geschrieben, welche
unser Wappen gleich zu Anfang anführte,
mit folgender Blasonirung: „pale d'or et de
gueules de six pieces et une fasce d'argcnt,
brochant sur le tont, chargee de trois roses
de gueules. Supports: deux lioiis. Devise:
Noblesse de Stavave!'-
Der Besitzer unseres in Frage stehenden
Bücherzeichens ist bekannt. Es war Philipp
von Steffis, Herr zu Mollondiat, Montct und
Lullv 1 5<)> Er hcirathele I5<j<j Elisabeth
von Wallier von Solothurn und stirb daselbst
1012.
Unser Bücherzeicheu gehört nicht zu den
häufigen, immerhin habe ich es einigcmule
angetroffen. Das letzte Exemplar, das mir in
die Hände kam, befindet sich nunmehr in
der Sammlung von Pfarrer Gerster. Es war
einem Buche eingeklebt, welches 1O87 einem
Grosssohne von Philipp, dem Franz Joseph
von Stilffis gehörte.
T l Bibliothek der ökonomischen Gesellschaft in
Freitnirg. I). 10 1«.
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Diis Datum H>oO tielindct sich gegenüber j
dem Monogramm, unten rechts, und mag wohl j
auf dem Baseler Fxemplare etwas ver-
hli< hensein.soilassesnii ht zum Abdruck kam.—
Der Zeichner und Stecher unsere» IUi< her-
zeiehens ist Martin Martini, der mit zwei
schrägen ineinandergcstelltcn M. M. mit einem
eigenthümlichen Schnörkel darill.t r signirte.
Marlini Maninil aus Hunden, fertigte 1507 [
den Stadtplan von I.uzern, denjenigen ;
vnn Freiburg. löoo ein (icmalde der Schlacht
von Mutten. Ausser dem Bücher/eichen
für Pli. Slaffts radirte er noch ein solches
für den Chorherrn (jöidlin von Luzern, dessen
Platte dort in Privatbesitz noch vorhanden
ist, ferner eines für den Grafen von Piesbach
l6o«i, ein Prachtstück ersten Ranges, sowie
auch für Herrn Techtcrmann in Freiburg.
Martin Martini war ein treulicher Zeichner
und Stecher und in der Heraldik sehr gut
bewandert, »eine Bücherzcichcn zahlten ent-
schieden zu den besten, die in der Schweiz
gemacht wurden.')
F-S ist somit kein Zweifel, dass das (täg-
liche 1606 von Martin Martini gefertigte
Ex-libris in der That einem Sprossen der
alten freiburgischen Adelsfamilie zugehört habe.
Was nun eine Familie von Stllffis betrifft,
sowie ein geviertetes Wappen mit einem Wilden
und einem Löwen, so sind sowohl mir, als
auch andern Heraldikern, die ich darüber
befragte, beide völlig unbekannt. Jedenfalls
gehören sie nicht der Westschweiz an. Es
ist leicht möglich, dass bei Sibmachcr ein
Druck- oder sogar ein Schreibfehler vorliegt
und c oder ä in ein u verwandelt worden
sind, wie auch Praroman in Praromon ver-
wandelt wurde.
*) Vcrgl. Handkp, die srliwei*. Malerei im
15. Jahrhundert Aarau 1K73. Zwei Ex libris von
M. M. sind publirirl in „Kribourj; artiMi(|ue ä travers
les äges '"«»4. 4<e» Hcf», welcher Veröffentlichung
noch andere freiburgische Bücher/eichen nachfolgen
werden.
Gestatte man mir noch über diese letzte
Familie eine Bemerkung: So wenig als die
von Staffis, stammten die Praroman von
Neuenbürg, sondern sind ein altadeliges
Freiburgergcschlccht , «las unter denselben
stets einen hohen Rang behauptete. Flin
Zweig der Familie, der der Herren von
Che> res siedelte nach der Reformation nach
Lausanne über. Nikolaus von Praroman trat
1564 in französische Dienste, kämpfte tu fiter
bei dem bekannten Rückzüge von Meaux
und in den Schlachten von St Denis, larnac
und Montconiour, er machte eine Reise in
das heilige I-ind und erhielt den Orden vom
heilige Grab und vom Sinaikloster den Katha-
rineiiordcn. iöoj war er Schultheissin Freiburg
und starb iöuj. Seine Frau hiess Margarethe
von Gieresse.
Der Zeichner und Stecher dieses
Bü- herzeichens, das zu den seltensten gehurt,
und unseres Wissens nur noch j n 3 Exem-
plaren vorhanden ist, konnte bislang noch
nicht cruirt worden.
Freiburg {Schweiz), d. 1. Deccinber 1804.
Max Graf von Diesbacli.
Ein neuen tdecktes Bücher-
zeichen des Johannes Stabius.
Meister Albrecht Dürer hat für Johannes
Stabius drei Bik herzeichen gefertigt.
Das eine, etwa um 15.2 t (Bartsch 66)
misst bei .27,5 cm. Höhe, 19 cm. in der
Breite, wahrend das andere (B. 166), in
reicherer Ausführung 29.5 cm. hoch und
19,1 cm. breit ist. (Vgl. auch Warnecke,
Heraldische Kunstblatter, Tafel X.)
Das hier abgebildete, also dritte Bücher»
zeichen des Stabius, ist wohl, nach der ganzen
Veranlagung der Zeichnung selbst zu schliessen,
spater als die beiden vorher erwähnten ent-
standen. Abweichend von den zwei anderen
Bücherzeichen, Itei welchen die Helmkrone
V' 1
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— t) —
gefüttert und miteinem Reif versehen ist, zeigt das
vorliegende Blatt eine einfache Zackenkrone;
auch finden wir, statt der auf den Mathematiker
uiul gekrönten Poeten bezüglichen Attribute seit-
lich vom Wappen, einen auf einem Drachen
stehenden, mit einem Blasebalg hantirenden |
nackten Knaben im Glorienschein. Herr Geheim- ;
rath Dr. Lippmauu, Direktor des Kgl. Kupfer-
stichkabinets, der uns das Original behufs Repro- '
<luktion zugänglich machte, schreibt Uber das 1
Blatt: „Es ist bisher nirgends veröffentlicht oder i
beschrieben worden. Die Autorschaft Dürers
scheint mir zweifellos zu sein."
Buchinschriften.
Hic über es mens
post mortem iie*< io
cujus
Crux.
Inschrift im Deckel eines kleinen Missale
des XV. Jahrh. von einer Hand des XVII.
Jahrb.
E. I). (1. J.
Die Bücherzeichen
des Herzogs Friedrich August von
Braunsehweig-Lüneburg-Oels.
Herzog Friedrich August, ein Sohn
Herzogs Karl I., 1740 am 20. Oktober ge-
boren, regierte von 1795 bis 8. Oktober 1805,
an welchem Tage er in seiner Residenz,
Sybillenort bei Oels in Schlesien, das Zeitliche
segnete. Im siebenjährigen Kriege zeichnete
er sich (1761; als Oberst gegen die Franzosen
aus, war — seit 1763 preussischcr General —
ein Liebling Friedrich des Grossen und. er-
freute sich als Ireimüthiger, sarkastischer Schrift-
steller eines geachteten Namens.
Der Herzog besass auch eine stattliche
Bibliothek, deren Bücher/eichen hautig vor-
kommt. Es wird auch bei Warnecke unter
Nr. 153 und J54 erwähnt und zeigt auf be-
kränztem Sockel /.wischen kriegerischen Tro-
phäen auf einem Hermelin-Mantel zwei Wappen-
schilde, deren (herald.) rechter das hannoversche
Pferd, deren linker den schlesischen Adler
mit ausgebreiteten Flügeln enthalt. Ueber den
Schilden ist eine Krone, zwischen denselben
ein Helm angebracht. Der an dem Sockel
befestigte Bandstreifen tragt die Inschrift:
Fried. Aug. H [erzog] z. B[raunschweigj-
G[els].
Das Blatt bietet dem Sammler deshalb
besonderes Interesse, weil von demselben eine
auffallend grosse Zahl von Varianten vor-
handen ist, bedingt durch verschiedene
Grösse, verschiedene Farbe des Druckes und
verschiedene Darstellung der Krone wie des
Sockels. Meine Sammlung zahlt von gedach-
tem Blatte vierzehn Variationen, ich weiss
jedoch nicht, ob hiermit deren Zahl er-
schöpft ist.
E.
Bücherzeichen
des Dr. med. Joh. K. Kentmann.
Der Inhaber dieses äusserst geschmack-
vollen Hiicherzeichens, Johann K. Kentmann
wurde zu Dresden den 11. April 1518 ge-
boren und ist am 14. Juni 1574 gestorben.
Kr besuchte mehrere deutsche Universitäten
und studiite zuletzt in Padua, wo er zum Dr.
med. promovirte. Nach Deutschland zurück-
gekehrt, war er anfänglich Arzt in Meiningen
und übernahm spater das Stadtphysikat in
Torgau.
Dort beschäftigte er sich viel mit dem
Studium der Naturwissenschaften, specicll der
Minerale und Pflanzen. Johann Kentmann
ist der Begründer der wissenschaftlichen Minera-
logie und er darf als einer der Ersten genannt
werden, welche eine systematisch geordnete
Sammlung Mineralien herstellten. Ausserdem
versuchte er sich mit der bildlichen Darstellung
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von Thieren und Pflanzen und hinterließt ein |
umfangreiches Krauterhuch im Manuskript,
mit 600 naturgetreu kolorirten Abbildungen, I
welches heute eine Zierde der Dresdner •
Bibliothek bildet. Seine wissenschaftliche und
schriftstellerische Thatigkeit war ziemlich be-
deutend wie mehrere grossere Werke beweisen.
Das Iiier abgebildete Bütherzeicben meiner
Sammlung ist gezeichnet und bemalt und j
befindet sich noch auf dem gepressten Schweins-
leder-Einbanddeckel Eine Varietät*» des hier
vorliegenden Bucherzeichens ist auch in der
neuen Publikation der Wolfenbuttler Ex-libris-
Sammlung abgebildet.
Frankfurt a. Main.
Heinrich Eduard Stiebel.
Zum Bücherzeichen
J. W. A. Jaeger's.
Im dritten Hefte der Kx-libris-Zcitschrift, |
Seite 8b, ist ein Bücherzeichen eines Ar- '
tillcrieoffizicrs Jaeger aus der Sammlung des
vor Kurzem leider zu früh verstorbenen
Herrn R. Springer abgebildet. Da das (
Zeichen aus meiner Sammlung stammte**!,
die Herr Springer vor fünf Jahren von mir
erworben hat, so darf u l> wohl am Ii Uber
den Verfertiger und Kigetitbümcr dieses
Bücherzeichens etwas Bestimmte mittbcilcn.
Johann Wilhelm Abraham Jaeger war der j
Begründer »kr heute noch in Frankfurt
a. Main bestellenden Jaeger'x heu Buch- und ,
Landkartenhandlung. Kr wurde in Nürn-
berg 1716 geboren, trat 1 737 in östcreirhisi he
i
'1 Dieses von einem Mononrammij>icn KK Be-
zeichnen- Kx-lthris /eij;l das Wappen in einer vier-
eckigen, von einem Mann, einem Weib und 1 Kugeln :
gehaltenen t 'inrahmunjc- Der Kopf des Onianren 1
tragt die Stirnliinde ohne Krone. I tie /«rci/cilige
Inschrift lautet: „Jc.h.m Keritman Med.cmae Doctor."
Anm. d. kcd.
"1 Kbenso wie das in demselben Hefte. <S, »41
beschriebene Kls.-issis. he Zeichen und das Krker'srhe :
(S. <,,) und wie so manches andere aus der ,
Sammlung Springers vcräflemlirme Bücher/eichen. |
Dienste und tna< hte die Feldzüge von 1742
und 1 7-l-| mit. Nach dem T<<de des Kaisers
Karl VII. kelirte er auf einige Zeit, nachdem
er die österreichischen Dienste verlassen hatte,
nach seiner Vaterstadt zurück und begab sich
dann nach Frankfurt a. Main, der Geburts-
stadt seines Vaters. Hier erhielt er im Sc|>-
tcmUr 1745, hauptsachlich auf Veranlassung
des Schöffen Textor. des Grossvaters Goethe'*,
eine Anstellung als Artillerie-Konstabler. Im
Jahre 174K verlies* er den Dienst, in welchem
er bis zum Feuerwerker vorgerückt w-ar, ver-
heirathete sich in Hanau und errichtete dort
eine Pulverfabrik Neun Jahre darauf ward
er vom Frankfurter Kriegszeugamt als Ingenieur-
Lieutenant und Zeiignn istcr berulcn und 1704
zum Kapitän •Lieutenant befördert. Zwei
Jahre vorher hatte er die Hutterschc Buch-
handlung erworben, deren Betrieb er seiner
rührigen Frau überltess Kr selbst befasste
sich mit der 1'bcrsetzutig von Le Blond*
Kriegskunst (4 Bde. in 8" 176t» — 72) und
mit Herausgabe eines Atlasse* von Deutsch-
land, der nach und nach in 8 t Karten er-
schienen ist. che zum grössten Theil von
ihm selbst gezeichnet sind. Dieser Atlas fand
erst zieinli« h spät, nach dem 1 7110 erfolgten
Tode «eines HcrausgeUrs. vielfache Ver-
wendung, n.'imlich in den Revolution*- und
in den Napoleonischen Kriegen. Kr wurde
damals von den zahlreichen in Frankfurt
sich aufhaltenden Offizieren gekauft, wenn
sie sich auch darüber äusserten: „La carte
est deja vicille. bougrement mal grave,
mais 1 est partout la meme echelle."
l'brigcns wan n iln- Karten nicht schlechlet
gestochen als andere in jener Zeit in Deutsch-
land herausgegebenen. Kurz, sie fanden
uberall Verwendung, weil eben nichts besseres
vorhanden war. Selbst Goethe hatte sich für
den FcUlzug in det Champagne 0 7" JI
damit versehen und sie durch seine Er-
wähnung der Vcigessenhetl entrissen.
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f
Das Bücherzeichen des Dr. med Joh. K. Kentmann, 1552.
Dra «k wn C. A. BUrke, Könlgl. Ho«., Gärllli.
•rli.rf in Ex-UbrU-Zetteefcrlft J.hrt.m IS«, K«. 1.
1 1
Kehren wir uun zu Jaeger und seinem
Bi'H herzcie hcn zurück, so erfahren wir, dass
er ein Mann von lebhaftem Geiste un<l von
muneronlentli. her Willenskraft war, der als
Autodidakt die verschiedenartigsten Dinge
mit ungewöhnlichem Kifer t>»-trit-l>. In seinem
4 t. Lebensjahre erlernte er noch die franzö-
sische Sprache und zwar mit solchem Erfolge,
dass er spater als Übersetzer von Le Blond's
Kriegskunst aultreten konnte. Seine Musse-
stunden verbrachte er mit Kadiren und
Kupferstechen, mit Anfertigen von Uhren.
Fernrohren, Elektrisirmaschinen u. A. Fassen
wir dies alles ins Auge, so wird es begreiflich
sein, dass sein Bücberzeichen nicht als
Kunstwerk betrachtet werden darf, ebenso-
wenig die in Le Blonds Kriegskunst von
ihm selbst gezeichneten, radirten und in
Kupfer gestochenen Vignetten, obgleich uns
diese beweisen, dass der eifrige und thütige
.Mann sich in der Nadel- und Stic hcllührung
weiter ausgebildet hat.
In der Unterschrift des Kx-hbris sind die
dein .Wimen beigefügten Buchstaben C.-L.
nic ht Colonel-Lieutnnnt sondern, wie oben
schon erwähnt, C'apitain-Licutenant zu lesen.
Das auf dem Bücberzeic hen so unckut-
iche Wappen zeigt nac h seinem im Besitze
der direkten Nachkommen Jaegers befindlichen
Petschaft einen getheilten Schild, oben in
Gold einen nac h link-* gerichteten Arm, der
einen zum Hiebe zurückgezogenen Säbel
hält, in der Mitte einen Fluss oder
Wellcnbalkcn, unten in roth einen nach links
gewendeten Lorbeerzweigt ?) mit fünf Blattern,
und auf dein Hc Im einen offenen Flug mit einem
wac hsenden Mann, der in der Rechten einen
Spiess hall. Dieser Mann soll wohl einen Jager
darstellen, wie überhaupt das ganze Wappen
den Eindruck eines selbst beigelegten macht.
Frankfurt a. M.
Dr. II. Pallmann.
Das Bücherzeichen
des Königl. Hof- und Universitäts-
buchdruckers Friedrich Wolf
zu München.
Wir haben die Freude, unseren Lesern
das in mehrfacher Beziehung interessante
Hin herzei' I en des „Friedrii Ii Vft If, Bürgt t
zu München" hier im Original vorführen zu
können. Dasselbe hatte der Besitzer bereits
im Anfang der sechziger Jahre für seine
Bibliothek in Stein gravirt und hierbei in er-
freulicher Weise ciarauf Bedacht genommen,
dass es nicht eleu Dutzend-Stil, sondern indivi-
duelle- Kennzeic hen aufweist. Das Wappen in der
Mitte de* Blattes ist dasjenige der Münchener
Bürgerfamilie Wolf, über welche weiter unten
noch nähere Personalangaben folgen. Der Schild-
halter in derTrachtdes siebzehnten Jahrhunderts
trügt clie Sympathischen Züge Friedrich
Wolfs, das Blattc hen gehört somit also zu den
Portrait- Exlibris. Die Waffenstücke rechts
(heraldisch) unterhalb des Kranzes haben
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1 2 —
darauf Bezug, dass F. Wolf, Hauptmann der
damaligen Bürgerwehr war; die Rathsabzeichen
links beziehen sich auf seine F.hrenstellung
als Vorstand des Gemeinde-Kollegiums zu
München. Links seitlich (immer im heral- \
»Iis* hen Sinne) wird durch Buchdruckpresse
und Ballen der Stand des Buchdruckern ge-
kennzeichnet. In den oberen F.cken des
Rl.'lttt hens sehen wir den bairischen Wecken- i
schild und «las Wahrzeichen der Stadt München.
Wenn wir an dieser Stelle Über einige
Mitglieder der Familie Wolf biographische
Notizen geben, so passt das ganz in den
Kähmen unserer Zeitschrift, denn wir bieten
damit ein Stück Münchener Buchdrucker-
geschic hte.
Der Erste aus der Wolfsc hen Familie,
welcher die Kunst Gulciibergs ergritf, war
Beter Phil. Wolf, der L'rgrossvater des
jetzigen Besitzers der Firma, welche nunmehr
bis zur vierten Generation vom Vater auf
den Sohn übergegangen ist. Beter Phil. W,
geb. 1 7,s< s zu Pfaffenhofen, t 1808. war
Buchhändler zu Leipzig, siedelte 1803 nach
München über, kaufte dort die Hübner'sche
Druckerei und verlegte die „Münchener
politische Zeitung." Für seine verdienstvollen
historischen Arbeiten wurde ei vom König
Max Josc-r I. zum Kgl. Hofralh und Mitglied
der bair. Akademie der Wissenschaften er-
nannt.
Dessen Sohn und Gcsi h.'lfts-Nachfolger
Dr. Carl Wolf. geb. 1X02. t i8,}6, war
zugleich Privatdocent und rechtskundiger
Magistrats-Rath.
Der Dritte in der Wolf 'sehen Buch-
drucker-Reihe war unser Friedrich Wolf,
geb. iHj6, + 1870 zu München. Vun
tcS.iö — 48 studirte er Rechtswissenschaft an
der Universität zu München und begründete
if>4<> die lithographische Anstalt Friedrich
Wolf, welche im Jahre 1853 mit dem väter-
lichen Stamnigcsc hilft verschmolzen und mit
der jetzigen Firma Dr. C WolfA: Sohn vereinigt
wurde.
Friedrich Wolf hat im Stein- und Bunt-
druck so Mustergültiges geleistet, dass sein
Xame stets in der Münchener Buchdnicker-
geschichle mit ehrenvollstem Klange genannt
werden wird. Ks sei hier an die aus seiner
Oflicin hervorgegangenen beiden trefflichen
Werke erinnert: „Heraldisches A B C-Bucli
von Ritter Mayer von Mayerfels" und „Altcr-
thümer und Kunstdenkmäler des bairischen
Herrscherhauses. Im Auftnige von Sr. M.
König Maximilian II. von Geh. -Rath von
Aretin herausgegeben." Bei beiden Werken
war Fr. Wolf auch zugleich geistiger Mit-
arbeiter. Ausser den Eingangs erwähnten
bürgerlichen Khrcn wurden dein thatigen
Manne auch viele andere Auszeichnungen zu
Thcil, so die Verleihung des Titels als Kgl.
Hof- und Uiiiversitats-Buchdrucker der Kgl.
bair. Verdienst -< Irden vom Heil. Michael
I. Kl., das Rittet kreuz I. Kl. des Kgl. Sici-
lianisc hen Verdienst-! »rdens Franz I. etc.
Nach Fr. Wolfs Tode 1870. leitete dessen
Wittwe mit Hülfe ihrer Söhne die Ge-
schäfte, bU im Jahre 1878 Ludwig Wolf,
der jetzige Besitzer, die Firma übernahm.
Wer verstandnissvoll die Werke des Buch-
und Steindrucks betrachtet, die im letzten
lahrzehnt aus dem stolzen Gebäude der
Jungferthurmstrasse zu München auf den
Büchermarkt geführt wurden, w ird im jetzigen
Besitzer der Firma den würdigen Nachfolger
Meister Friedlich Wolfs erkennen. Der l>e-
w ührteii Firma Dr. C. Wolf \ Sohn aber
gilt unser aufrichtiges vivat. creseat. Ilorcat '
Das Bücherzeiehen
Hermann Sudermann's.
Der Güte unseres oft bewahrten Mitgliedes,
des Herrn Professor Emil Dc.epler d. J.
danken wir es, das von ihm für den be-
kannten Dic hter und Bühnen* hriftstellcr
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Bücherzeichen des Dichters Hermann Sudermann,
gezeichnet von Professor Emil Doepler d. J.
Druck von H. S Herrn min in Berlin, lt. U»l'.- /in » \ IlbrU Z.-it».-|.nft .lahnrane IHS5. No. !.
y Google
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13 -
Hermann Sudermann gefertigte, prächtige ;
Ex-libris in unserer Zeitschrift veröffentlichen |
zu dürfen. Im Vordergrund des Bildes er- j
blicken wir eine hehre Fraucngestalt, die
Dichtkunst, in anmuthiger Haltung des Körpers
emsig den Griffel fahrend.
In dem Sessel, welcher der Muse zum
Ruheplatz dient, ist die Figur des Pegasus für
Lehne und Stuhlbein geschickt verwerthet. Der
Dichtkunst zur Seite, sie sanft und doch
unwiderstehlich beeinflussend, sehen wir die j
Wahrheit, ihr Haupt im Strahlenkränze, das .
aufgelöste, volle Haar über den ebenmäßigen
Körper wallend, und in der Rechten den '
Spiegel vorstreckend. Das Sudermann'sche
Ex-libris ist dem ersten Hefte des neuen
Jahrgangs unserer Zeitschrift ein froher, vicl-
willkommener Beitrag.
Bücherzeichen „Printer's Mark
Style."
Eine SpecialiUit der englischen Bücher-
zeichen sind die, welche nach alten Drucker-
signeten — Printer's Marks kopirt sind. Be- ;
kanntlich führten die Buchdrucker vom Be-
ginne der Druckerkunst an ein Signet oder
eine Firma-Marke. Diese Signete sind zuweilen
von grossen Künstlern gezeichnet und ent-
weder in Holzschnitt oder Kupierstich aus-
geführt. In Deutschland sind sie, meines
Wissens sehr wenig zu Bücherzeichen be-
nutzt worden. Nur ein Einziges ist mir
bekannt, das des Herrn Buchhändlers Her-
mann Ballhorn in Würzburg, welcher das
Signet seines Ur-Ur-Ahncn Johann Ballhorn
in Lübeck, der um das Jahr 1580 druckte,
als Bücherzeichen benutzt. Hingegen besitzen
die Engländer eine ganze Anzahl solcher
Büchcrzcichen.
Das schönste dieser Art ist eine Kopie
des Druckersignetes des Thomas Anshelmi in
Hagenau 1520 von Hans Baidung Grien. Dieses
Büchcrzcichen gehört dem Sir Thomas North I
Lauder an. Das Signet ist nach dem Exemplar
meiner Sammlung abgebildet in „Heitz, Elsas-
sisclu- Druckcnnarketi." In dem Büchcrzcichen
ist oben in der Bandschleife (anstatt der hebräi-
schen Inschrift) Ex Libris Thomas North Dick
Lander und (anstatt des Anshelmi'schen Mono-
gramms) T N L eingefügt.
Ferner hat derselbe Herr ein anderes
Büchcrzcichen, eine Kopie von dem Signet
des Pariser Druckers Claude Chevallon von ca.
1520. Ein drittes Bücherzeichcn desselben
Besitzers ist eine Kopie eines Signets der
Officin Giunti in Venedig aus dem Jahre
1320 in Rothdruck, und schliesslich ein viertes
nach dem Pariser Signet des Barbier.
Mr. James Roberts Brown hat als Büchcr-
zcichen die Copie eines italienischen Signets
nach Caracci.
Mr. Ch. J. Chopce hat eine Kopie
nach dem Pariser Signet des Jean Petit
von ca. 1508.
Mr. Paul Rylands, Dr. C. L. Owen,
Henry C. Richardson und andere mehr be-
sitzen derartige Bücherzeichen, welche nach
Druckersigneten kopirt und bei welchen nur
das Monogramm und die Inschrift ver-
ändert sind.
Von französischen Zeichen dieser Art ist
mir nur ein Einziges bekannt, das von Alfred
Petit, Kopie eines Signals des Jean Petit in
Paris von ca. 1510.
Wenn auch diese Zeichen nur Kopien
nach alten Originalen und bei ihnen nur die
Inschriften und Monogramme geändert sind,
so sind ihre Vorbilder von solcher künst-
lerischen Schönheit, dass ihre Benutzung als
Ex-libris begreitlich erscheint.')
Frankfurt am Main.
Heinrich Eduard Stiebel.
*( Im Interesse unserer zeitgenössischen Künstler
Wörden wir aber doch lieber sehen, wenn diesen
von den Blbliothekbesiuern Aufträge *ur An-
fertigung neuer Ex-libris zugingen. Wir können
deshalb eine häufige Anleihe bei älteren Meistern
nicht empfehlen. Anm. d. Ked.
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e
— 14
Josef Sattlers erstes Ex-libris.
V
Sie haben in <ier letzten Nummer des
[894 er Jahrganges unserer „Ex-libris-Zeit-
schrift" über die Arbeiten und Erfolge des
„Meisters J. S." — Jo.sef Sattler in Strass-
burg — beru htet und i< Ii sende Ihnen des-
lialb /um Abdrucke in Ihrer Zcitsi hrift das
von Josef Albert & Co. in München nach
einer Handzeichnung Sattlers hergestellte
Ex-libris meiner Bibliothek. Dasselbe hat
insofern ein besonderes Interesse, als es das
erste Ex-libris unseres Künstlers ist —
wie alle seine Arbeiten eigenartig in Koni-
Position, in Ausführung und, wenn auch ganz
in der Art der alten Meister gehalten,
so doch sofort erkennbar als „ein typischer
Sattler." — Das Original ist blau gemalt und
weiss gehöht und die Kom|>osition verrath,
tlass bereits damals die Gestalten des v«in
Sattler später ausgeführten „Bauernkrieges
im Kopfe des Künstlers fertig waren. —
Strassburg i. E„ Oktober 1804
K Kurrcr.
Das neue Ex-libris
der mittelschweizerischen geogra-
phisch- kommerziellen Gesellschaft
in Aarau.
Wenn durch die Namen von Gesellschaften
oder Korporationen auch nur ein leiser, poe-
tischer Hauch weht, so wird er doch wohl
immer stark genug sein, um in der Phantasie
da Künstlers ein Uild entstehen zu lassen,
in wchlicm der Zweck ihres Daseins zum
figürlichen Ausdruck gelangt. Glücklicher
Webe ist aber die Lieblic hkeit dieses Bildes
nicht unbegrenzt bedingt durch die Poesie
des Namei.s, s. mst hatte das neue Büc her-
zeichen der mittclschwcizerisc hen geographisch-
kommerziellen Gesellschaft ziemlich trostlos
ausfallen müssen. l'nd doch wird das wohl
kaum behauptet werden dürfen, denn diese
Realistik liegt eben nur im Namen de r Ge-
sellschaft, nicht in ihrem Wirken und von
diesem letzterem scheint der Künstler in-
»pirirt worden zu sein.
Sie wurde im Jahre IS8-1 in Aarau ge-
gründet und wählte sich als Rayon ihrer
Thfitigkeit die Schweixerkantone Aargau, Solo«
thum, Hasel-Stadt, Baselland, Luzern, L'ri,
Sc hwyz, Unterwaiden, Zug und Tessin. Zur
Unterscheidung von andern, bereits bestehen-
den, ahnlic hen Vereinigungen legte sie sich,
der Lage ihres Wirkung>kreises entsprechend
das Attribut „mittelst hweizerLsc h" bei. Ihre
Thfltigkeit fasstc namentlich die Hebung des
wissenschaftlichen Studiums der Geographie
und Völkerkunde an de n Mittelse hulen in sich
und bezweckte die Förderung des Gewerbes
und der Exportindustric. Sie war demnach
zunächst eine nach aussen gerichtete, die der
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Das Bücherzeicheti der Mittelst :hweizerischen (lenjrruphisrh-Comrner/H-lk'n (iesdlschaft
in Aarau.
■•"hHriirk tun Rtnnin i t Raa««»! in Zmii Ii
lt.-!l.>r zur t \ llhri. ■/■•il.rhrln J«hre«iis IMI.1.
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- 'S -
grossen Wasserstrasse bedurfte, welche die !
Völker in Hass und LicIk-, im Feuereifer
ihrer edelsten Begebungen und niedrigsten
Leidenschaften zusammenführt. Darum wählte j
sie sieh als Wappeiizcichen das stattliche 1
i
Schill". Mit geschwellten Segeln eilt es der |
aufgehenden Sonne entgegen, die schon im
fernen Osten das heissersehnte Ziel mit gol-
denen Strahlen überHuthet. Was führt wohl
das Fahrzeug mit sich und was will es holen!' i
Darauf antwortet uns wenigstens zum Theil
der Wahlspruch in der reichen Kartusche des
Ex-libris unter dem geflügelten Haupte Mer-
kurs: Kxploratio mundi liberat aniinum.
Wohl war es der Welthandel, welcher
den Völkern Europas zuerst die Wunder der
anderen Erdlheile ers« bloss und wir können
seiner auch heute nicht zur Erweiterung un-
serer Kenntnisse tles Erdballs und dessen
Erzeugnisse entU-hren. Seiner Dienste musste
sich darum auch unsere Gesellschaft bedienen.
Und wenn sie dabei, durch Verhältnisse ge-
zwungen, vielleicht auch dem Selbstzweck des
Einzelnen Vorschub leistet, so wird sie es
doch immer nur thun im Interesse ihrer Ge-
sammlaufgabc. Diese aber ist eine humanitär-
wissenschaftliche. Daran erinnert uns der Vogel
der Pallas Athene, die Kule. am Fusse des
Wappenschildes, nicht nur, weil der Göttin
die Erfindung des Schiflsbaues zugeschrieben,
wird, Sonden» weil Alles, was Verstand und
Weisheit des Menschen für Krieg und Frieden ■
wirkte, nach Irommen Traditionen ihrer gött-
lichen Eingebung entsprang.
An Stelle der mittelalterlichen Wappen-
halter führt uns der Künstler zwei prächtige
Fraucngcstallen vor. Wir sehen darin nicht
die Personifikation bestimmter Erdteile, wohl
eher die Vertreterinnen zweier Menschen-
rassen, die des wohlthuenden Einflusses euro-
päischer Kultur am meisten bedurften Die
stolze Amerikanerin, umgeben von südlicher
Tropenpracht, erfreut sich ihrer bereits. Das
Zahnrad, auf welches sie sich stützt, das
Symbol für die Maschinen und der Merkur-
stab als Sinnbild des Handels haben die
schlichten Wigwam n<«h nicht vollständig
ausgerottet, aber doch in den Hintergrund
gedrängt. Dieser Attribute entbehrt die
Australierin noch. Statt deren führt sie das
geschmackvoll verzierte Ruder als Beweis,
dass die Kunst ihren göttlichen Odem selbst
über die Bewohner des Urwaldes wehen lAsst.
Noch sind zwar das Schnabeltier und der
scheue I.eiervogel die Genossin ihrer Ein-
samkeit, aber die Sense erinnert uns daran,
dass ihren Völkern wenigstens der Segen der
bebauten Erdscholle nicht mehr fremd ist.
und wo der Pflug das Land zur Saal auf-
reisst, fallen mit den Körnern des Sämanns
auch die Keime künftiger Kultur hinein. Im
Hintergründe ist in den hohen Pagoden und
schneebedeckten Bergriesen jenes alte Wunder-
land angedeutet, von dem schon unsere Vor-
eltern Mitrehen trauinten, die Wiege aller be-
kannten Kultur.
In Ähnlicher Weise erhalten die alten
Kulturvölker Asiens und Afrikas eine ebenso
typische als malerische Personilizinmg in den
kleinem obern Eckbildchen, während uns die
untern einen Einblick in die Schatzkammern
der fremden Nationen gewahren. Dazwischen
tragt eine reichverzierte Renaissancekartusche
den Namen der Gesellschaft. Er führt uns
aus der fremden Welt zurück zur trauten
Heimath, an welc he auch die beiden kleinen
Wappens« .'bilde der schweizerischen Eid-
genossenschaft und der Stadt Aarau erinnern,
deren Gedeihen ja ihr ganzes Bestreben in
erster Linie gewidmet ist. und die der Künst-
ler in sinnreicher Weise mit dem Namen
der Gesellschaft verknüpft hat. Deutsches
Denken und deutsche Kunst athinet uns auch
aus der at« hitektonisi heu Umrahmung ent-
gegen, die ail' du -i n tropischen Zauber um-
sc hlicsst. Zwar tragt sie stellenweise ein«
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10
fremde Maske. Aber trotzdem erkennen wir
leicht in der ganzen t dicdcrung des Raumes
den engen Anschluss an die Meister der
I Io< hrenaissam e, wie wir sie auf den präch-
tigen Scheibenrissen und farbenglühenden
Glasgemalden des ai sgehendeti I<>. Jahr-
hundeiis xu bewundern gewohnt sind. S>
spiegelt sich im Ex-libris bedeutsam unser
künftiges Museum für Kunst und Gewerbe,
das im nat listen Jaiire als geschmackvoller 1
spatgothischer Hau die ausgedehnten ethno-
graphischen Sammlungen mit den Erzeug-
nissen des mittelalterlichen und modernen
Kunstgewerbes in seinen Räumen bergen
wird. F.benso vielgestaltig ist aber auch die
Thatigkeit der geographisch - kommerziellen |
Gesellschaft geworden. Ueber dem Ausblick ;
in die Ferne hat sie ein offenes Auge be-
halten für alles Schone und den Sinn für
Kunst und Wissenschaft Fordernde, das uns
als Erbgut unserer Voreltern geblieben ist. Dies
beweisen ihre zahlreichen Publikationen, die als
eine jugendfrische Quelle der Anregung und
Belehrung ununterbrochen hervorsprudeln.
Wenn sich unsere Gesellschaft zum Ent-
würfe des neuen Ex-libris eines Glasmalers,
des Herrn Kuhn in Hasel, bediente und
sein Werk auch durchaus den Charakter
eines Scheibenrisses tragt, so dürfte dieses
Vorgehen vielleicht eine abschätzende Kritik
hervorrufen. Und doch wäre eine solche, wenig-
stens vom kunsthistorischen Standpunkte aus,
durchaus ungerechtfertigt. Wie unsere gr-.ssten
Meister des |o. Jahrhunderts es nicht ver- .
schmähten, Ex-libris und Bücliertitel zu zeich-
neu, so lieferten sie auch den Glasmalern
die Risse zu ihren bunten Gemälden. Selbst
H. Holbein d. J. und Nikiaus Manuel ver- j
schinahten es nicht, für den wackeren Meister ,
Anthony die Risse zu den herrlichen Standcs-
scheiben im Rathhause zu Hasel und im Kreuz-
gange der ehemaligen Cistcreicnserabtei
Weltingen zu zeichnen. Nicht selten springt
die grosse Aehnlichkeit zwischen Entwürfen
zu Ex-libris und Schcibenrissen sofort in die
Augen, wahrend die Bücliertitel Motive an
beide aljgeben und von beiden entlehnen.
Witssten wir z. H. nicht, dass A. Dürers
Wapi>enbild mit dem hl- Laurentius (abge-
bildet bei K Issel, Wappenbuch des deutschen
Episkopates, S. q>, The magazine of art.
1 Si r ^ f S, 51, und a. a. Ü.) als Ex-libris von
Hektor Pomer verwendet worden ist, so
würden wir nicht anstehen, darin einen
Scheibenriss zu erblicken. Denn dass die
Glasmaler Details von Rissen, die sich zur
Ausführung ihrer Gemälde nicht eigneten,
kurzer Hand wegliessen, ist ebcnlalls That-
sachc. Gewiss wäre es sehr verdienstvoll,
diese Wechselwirkung an einigen Beispielen
naher zu beleuchten und eine Zeitschrift für
Ex-libris dazu der passende Ort.
Muri, Oktober 1804.
Dr. Hans Lehmann.
Gustav Hogetop
ein junger, talentvoller Zeichner in Altona,
Rackersirasse 1 S. hat uns für das vorliegende
Heft vier von ihm gefertigte Bucherzeichen
zur Verfügung gestellt, welche wir zusammen
auf dem nebenstehenden Blatte repn xhiciren.
Hoffentlich wird Herr Hogetop in Zu-
kunft noch manches interessante Bücherlichen
fertigen und uns dann öfter Gelegenheit geben,
seine Arbeiten unserer F.x-libris-Gcmcinde
vorführen zu können.
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Vier Bücherzeichen,
gezeichnet von Ctustav Hosjetop in Altona.
Krurk v„n ( A Ktarkl-, K. i.int. Hol . (tOrllU. HrlUir ur F.« Ill.ri. /pll.rlnln Jahr«»» KM, >«. I.
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— 17 —
Drei neue Bücherzeiehen im Rokokostile.
Gewiss werden viele Leser der Kx-libris- I
Zeitschrift die nebenstehenden Bücherzeichen
mit Erstaunen betrachten*); sie werden ihnen
erscheinen wie Eindringlinge aus einer frem-
den Welt, die sich unter die ehrsame Ge-
sellschaft von Reproduktionen nach Meister-
werken vergangener Zeiten oder modernen
Arbeilen im Stile jener Meister gemischt
haben. Wohl ist ihr Erstaunen zu begreifen, '<
denn mit den Werken eines Dürer, Jost Am- i
man, L Cranach und — um von den mo-
dernen nur wenige bewahrte Namen zu
nennen — eines Hildebrandt, Docplcr, Satt-
ler haben diese Blatter wenig gemein. Was I
wir heute bringen, ist nicht heraldisch und
weder im gothischen noch im Renaissance»
stile und doch sofort zu Herzen sprechend.
Das Kunstgewerbe unserer Tage ist über die
*l In innerer Zeitschrift haben wir allerdingskokuko-
Ex-libris bisher so gut wie gar nicht reproducirt.
Indessen sind doch in viele und gute Bücherlichen
in diesem Slil bekannt, dass man beim Anblick der
3 schönen Maess'schen Blatter eigentlich weniger er-
staunt, aN erfreut sein wird, die Zahl der existirendcn
Rokoko-Ex libris um drei neue Zeichen vermehrt
iu sehen. Anm. d. Red.
Zeiten hinaus, wo der Renaissancestil der
Stil des goldenen Zeitalters zu sein schien
und nur er allein für der Nachahmung würdig
befunden wurde. Modern sind jetzt un-
zweifelhaft Arbeiten im Rokokostile. Und
da haben wir denn drei ganz neue Zeich-
nungen in diesem Stil, die ersten modernen
Bücherzeichen dieser Art, welche die Ex-libris-
Zeitschrift bringt.
Beirai hten wir zunächst das nebenstehende
Bücherzeichen, welches den Namen der Frau
Geheimrath Bse Warnecke, geb. von Landwüst
tragt. Da sehen wir In anmuthiger Umrah-
mung beim Scheine einer Glühlichtlampc
einen kleinen Genius sitzen, der mit drolligem
Eifer bemüht ist, ein Buch zu studiren.
Welcher Art seine Lektüre ist, deuten die
im Rand versteckten Symbole an. An Wissen-
schaft Ulsst uns die Eule denken, an dra-
matische Dichtung die von Dolch und Schlange
begleitete Maske, an einen Roman das oben
in der Ausbuchtung des Rokokorahmens
sitzende Tau benpaar. Sinnig lehrt uns so
das Blatt nicht nur seine Bestimmung als
Bücherzeichen kennen, sondern verrfith uns
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- It» -
sogar, welcher Art die Bibliothek, für die es !
bestimmt ist. Sein Charakter lasst uns nicht \
zweifeln, das», hier Romane und Klassiker |
vorherrschen werden, und so passt «las Bücher- j
zeichen, dessen ganze Anlage und Aus- i
führung noch den lebhaften Beifall des un-
vergeßlichen Friedrich Warnecke gefunden i
hatte, recht eigentlich in eine Damenbihliothek.
Anders die zweite Zeichnung Ihr Charak-
ter ist nicht weniger bestimmt ausgeprägt.
Auch hier r.ffnct sich ein reichornamentirter
Kokokoralnnen und gestattet uns einen Ein- .
blick in ein trauliches Studirzinimer. auf
einen Schreibtisch v« »II grosser Folianten;
aber kein verstaubter Bücherwurm schöpft
da zu nächtlicher Stunde beim strahlenden
Glänze der Sterne seine Weisheit, sondern
angethan mit Brille und Alloiigeperrüt ke thront
da würdig im I.ehustuhl unser kleiner Freund
der Genius. Mit unverhohlenem Bemühen
liest und lernt er. - ob er das dicke Buch
wohl versteht? — In malerischer Unordnung
liegen neben ihm eine Apollobüstc. eine L'r- t
künde, ein grosser Globus, eine Kanne und
was solth kleiner Gegenstande mehr sind,
die den auf Kunst und Wissenschaft gerich-
teten Sinn des Bibliothcklfcsitzers erkennen
lassen. Das Ganze krönt ein Blumeiistrau».
Kosen und Dornen durchziehen die Um-
rahmung und lassen mühevolle Arbeit und
köstliche Erfolge ahnen. Eine grosse Kar-
tusche endlich ist bestimmt, den Namen des
Besitzers aufzunehmen.
Einfacher ist der dritte als Kopfleiste zu
diesem Aufsatze benutzte Bücherzeii henrntwurf.
Kr zeigt — diesmal in Querformat — die
von zwei Amoretten gehaltene Umrahmung,
die bestimmt ist, die Inschrift aufzunehmen.
Ich I. rauche über den Kunstwerth der drei
Zeichnungen keine Worte zu verlieren. Sic
sprec hen für sich selbst. Jedermann w ird an
der feinsinnigen Weise, in der das Rokoko
hier behandelt ist. Geschmack finden. Kein
Stil ist vielleicht s.< geeignet, ein leichte?»
Blatt mit reichem, dekorativem Schmuck zu
füllen, wie dieser. Die vorliegenden Blatter sind
aber keine sklavisch getreue Nachbildungen be-
rühmter Muster; sie fordern den Beschauer
nicht auf. zu bewundern, wie sehr sich der
Künstler in den historischen Stil vertieft liat.
Er ist sich wohlbevvusst gewesen. »lasi-
er l>ei aller Anlehnung an die Errungen-
schaften einer Zeit voll so feinen künstleris< hen
Empfindens die Gegenwart doch zu ihrem
Rechte kommen lassen muss. Und so tief
er denn auch aus dein Borne des Rokoko
geschöpft, hat, so ist die Ornamentik frei be-
handelt und mehr noch wo fanden sich
alte \"orbilder für die duftigen Blnmenslrausse,
die üppig spriessenden Rosen oder gar die
Glühlichtlampe >
Doch ich rede soviel von den Blattern,
noch nichts von dem Künstler. Sie sind
aus der Hand von lulius Maess hervor-
gegangen, der wchl manchem Leser schon
durch seine Arbeiten auf kunstgewerblichem
Gebiete U-kannt sein wird. Vielleicht ermüde
ich nicht, wenn ich noch einige Worte über
ihn hinzufüge, lulius Maess ist ein Münchener
Kind, im Isar-Athen eiblickte er 1H45 da*
I.icht der Welt und dort empfing er auch
seine wissenschaftliche und künstlerische Aus-
bildung Er besuchte Gymnasium, Kunst-
gcwerbeschule und Kunstakademie. Einer
angeborenen Neigung und dein Strome der
Zeit folgend - gerade damals begann das
Kunsthandwerk sich wieder zu regen — warf
er sich auf das kunstgewerbliche Gebiet.
Aus seiner Hand gingen besondeis eine Reihe
hervorragender Entwürfe für Gold- und Silber-
paaren hervor. Ich kann im engen Rahmen
dieses Aufsatzes nur ein bedeutendes Stück
nennen, einen Tafelaufsatz, der. ausgeführt
von der Firma Bruckmann u. S in Heilbronn
auf der Metallwaarenausstellung in Nürnberg
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Bücherzeichen im Rokokostil,
gezeichnet von J. C Maess in Friedenau.
!>™rk Ton C. A. »Urkc. KBnigl. Ho«., GOrlit«.
kJ by Google
J
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• Unter den nicht zum Text der Ex-
libris-Zeitschrift gehurenden, am Schltiss an-
gefügten Probeblattern befindet sich ein von
der Firma Albert Frisch. Kerlin W-
Llitzowstrasse 66, angefertigter Lichtdruck, der,
seines zu unserem Gebiet gehörenden Sujets
wegen, gleichwohl auch in den redaktionellen
Theil unserer Nummer gepasst hätte. Der
technisch vorzüglich ausgeführte Lichtdruck
stellt einen Theil des in Schloss Sanssouci
befindlichen Bibliotheksaales Friedrich des
Grossen dar und wird der bekannten, leistungs-
fähigen Berliner Kunstanstalt bei unseren I.esern,
sofern dieselben einschlägige Aufträge zu ver-
geben haben, gewiss zur praktischen und
dauernden Empfehlung dienen.
Was wir betreffs der Beilage All>ert Frisch's
bemerkten, gilt auch ganz besonders von der,
ebenfalls unter den hinten angefügten Probe-
blättern befindlichen, von Jos. Albert, Hof-
kunstanstalt in München, eingesandten
Lichtdruckbeilage, die dem Werke Louise
von Kobell's „Kunstvolle Miniaturen und
Initialen aus Handschriften des vierten bis |
sechzehnten Jahrhunderts mit besonderer Be-
rücksichtigung der in der Hof- und Staats- j
biblioihek zu München befindlichen Manuskripte" j
entnommen ist. Dieses auf gründlichem Studium
beruhende, prächtige Werk brachte der ver-
dienstvollen Verfasserin die von Sr. Königlichen
Hoheit dem Prinzregenten von Baiern ver-
liehene goldene Medaille für Kunst und
Wissenschaft ein. Das Werk selbst hat sich
in den Bibliotheken der Bücher- und Kunst-
freunde allenthalben Bürgerrecht erworben, so
dass bereits nach i 1 ^, Jahren das Erscheinen
einer zweiten Auflage nothwendig wurde -
ein Erfolg, der bei grösseren wissenschaftlichen
Publikationen in Deutschland nicht allzuhäutig
ist. Die als Probemuster beigegebene, auf das
Format unserer Zeitschrift reducirte Tafel
(von den 59 Tafeln die sechsundzwanzigste
kann hier natürlich nicht einen Einblick in das
umfangreiche Kobell'scheWerk gewahren,sondern
ist uns von der renommirten Münchener Kunst-
anstalt nur als Probe ihrer technischen Leistungs-
fähigkeit eingesandt worden.
• In der diesjährigen im Kgl. Kunst-
gewerbe-Museum zu Berlin aus Anlass des
25jährigen Bestehens des Vereins „Herold - '
veranstalteten heraldischen Ausstellung
sind unsere Bücher/eichen ganz hervorragend
vertreten. Die Sammlungen von Gcheimrath
Friedrich Warnecke. Grafen Karl Emich zu I.ei-
ningen-Westerburg, ferner die vielen Einzel-
blatter von Prof. Emil Doeplcr d. J., Professor
Ad. M. Hildebrandt. Georg Ütto u. A. geben
den unseren Bestrebungen auch ferner Stehen-
den einen erfreulichen Einblick in unsere w ieder
auflebende E.\-libris-Kleinkunst.
• Im oberen Vestibül des Kgl. Kunst-
gewerbe- Museums und gewissermassen im
Anschluss an che heraldische Ausstellung ist
eine Sonder- Ausstellung der Arbeiten des
jungen, genialen Malers Josef Sattler ver-
anstaltet worden, welche auch dessen 4.'
Original- Uiichcrzcichcn utnfasst. Tages- und
Fachpresse des In- und Auslandes haben
über Sattlers künstlerisches Können ein-
gehend und mit uneingeschränktem Ix>bc
geurtheilt.
• Von unserem geschätzten Vereinsmitglied,
Herrn Amtsrichter Georg Conrad in Mül-
hausen Ostpr. , erhalten wir die nachfolgende
Zuschrift über die Herstellung einfacher Bücher-
zeichen für die Bibliotheken der Behörden:
Die kleine Biblioihek eines von mir ver-
walteten Amtsgerichts w ar neu zu ordnen. Da
die zur Anschaffung eines kunstgerechten
Bücherzeichens erforderlichen Geldmittel nicht
vorhanden waren, so beschloss ich die Her-
stellung eineseinfachen Bücherzeic.hensmitdem
einfachsten Mittel: dem Amtssiegel der
Behörde. Ich Hess weisses Kanzleipapier in
Sedezformat schneiden, jeden Zettel mit dem
— 22 —
Farbsiegelstempel des Berichts, mit vier Rand-
linien und den Worten: Abth Nr.
versehen und je einen Zettel auf die Innen-
seitc des Vorderdeckels jedes gebundenen
Büches kleben; bei ungebundenen Büchern
kam das Bticherzeichen auf die Kückseile des
Titelblattes. Das eben beschriebene Blicher-
zeichen hatte folgendes Aussehen:
Auf diese einfache und praktische Art
kann jedes Buch in den Bibliotheken von
Behörden ein Bücherzeichen erhalten, denn
jede Behörde fuhrt ein Amtssiegel und besitzt
einen besonderen Farbsiegelstempel ; selten ist
eine derselben in der angenehmen Lage, ein
besonderes, kunstgerechtes Bücherzeichen für
ihre Bibliothek drucken zu lassen, wie dies
Z B. das Kaiserlich Deutsche Reichspostamt
gethan hat.
Mtihlhausen Ostpr.^
Kreis Pr. Holland.
Amtsrichter
Georg Conrad.
Wir geben gern zu, dass es unbedingt
besser ist, ein solches, einfach hergestelltes
Blattchen vorn in die Bücher der behördlichen
Bibliothek einzukleben, als den Stempel direkt
auf das Titelblatt aufzudrücken. Immerhin ist
es aber auch nur ein Nothbehelf und wünsohens-
werth bliebe natürlich, das Bücherzeichen in
etwas mehr künstlerischer Form herstellen zu
lassen, sobald im Ktat ein kleiner Geldbetrag
hierfür ausgesetzt werden kann.
• Das „Buchgewerbeblatt" bringt in
Heft 3 und 5 des III. Jahrgangs u. A. fol-
gende, auch unsere Ixscr intcressirenden
Artikel: l'eber Radiren und Radirung. V.»n
Bernhard Mannfeld. — Bücherzerstörende
Insekten. — Moderne Buchbinderei in Kopen-
hagen. Von P. Adam. — Zur Geschichte des
Frcilfcrger Buchdrucks.
• In der „Festschrift zur Feier des
fünfundzwanzigjährigen Bestehens des
Vereins für Wappen-, Siegel- und
Familienkundc „Herold", herausgegeben
vom Verein Herold, redigirt von Prof. Ad.
M. Hildebrandt (Verlag von J. A. Stargardt.i
ist ein prächtiges, aus der Zeit um 1540
stammendes Bücherzeil hen (Herrn K. E Grafen
zu I.einingen-Westerburg gehörig) abgebildet,
ferner ein voti Georg Otto gezeichnetes Ex-
libris der Gräfin Susanna von Oeynhausen
geb. Kavser. Die Festschrift enthält ausser
den trefflich und lehrreich geschriebenen he-
raldisth-genealogist h-sphragistischen Aufsätzen
so viele vorzügliche Arbeiten von Prof.
Dorpler, Prof. Hildebrandt, Rudolf und Georg
Otto, E. Krahl, Ed. Lorenz Meyer, Oskar
Roic k, H. Ströhl und H. Nahde, dass wir
bei den vielen künstlerischen Beziehungen
der Heraldik zu den Bücherzeichen die Lek-
türe des stattlichen Bandes nur empfehlen
können.
• Sammlern und Kunstfreunden ist es wohl
von Interesse, zu erfahren, dass das Zeichnungs-
Atelier B. W o I f Mün< hen-Neuhausen (Jagd-
.strasse), dessen Hauptthatigkcit in ornamen-
talen Entwürfen und heraldischen Arbeiten
besteht, auch die Restauration beschädigter
oder brschmuzter Ex-libris sowie anderer
y Google
— ^3 —
Kunstblatter gegen massiges Honorar über-
nimmt. —
• Inhalt von Nr. 9 (August 1894)
der „Archive« de la Soci£ tc Fr an caise
des Collectionneurs d'Ex -Ii bris:" I..
Bouland , de l'organisaiion d'une collection
d'ex-libris. — H. de Beanlien, Chiflres, mono- J
grammes et blasons ^Suite 1 . — L. Bouland,
un des ex-libris de M. C. E. Thitry. — R.
Guerlain, ex-librLs de Jean Baptiste Pingre. —
I.. Bouland, ex-libris de F. J. Schwendt — \
Questions. — Rcponses.
Inhalt von Nr. 10 (September 1894):
I.. Mar, les ex-libris francais a l'cxposition
du livrv. — L. Bouland, Chiffres, monogrammes
et blasons (Suite . — Adhcmar von Linden,
ex-libris de Thierry de Linden. — L. Bouland,
ex-libris de M. Louis Benoit. — Questions. —
Rcponses.
Inhalt von Nr. 11 [Oktober 1 894 > :
De 1 ecii parti et des armoiries de femmes. —
H. de Beaulieu, Armes de H. C. de Coislin,
eveque de Metz. — L Bouland, ex-librLs
d'Antoine-L. I-Hipre" de Saint-Maur. Un
nouvel ex-libris Abel Picard, Henry Andre 1
inv.'i — L. Bouland, ex-libris de P. F. Hugon.
— Neurologie (t Maurice Tripel;. — Questions.
Reponses.
Inhalt von Nr. 12 (November 1894J.
Comte de Burey, l'ex-libris de Claude le Doulx
de Melleville et de Marguerite Guyet — L.
Bouland, livre aux armes de la Manpiise de
Brunoy. — A. Benoit, les ex-libris anciens
aux armes de Jeannc d'Arc. — Questions. —
Reponses.
Die vier Helte enthalten wieder zahlreiche
Illustrationen, sowie 2 Kupferdruckbeilagen.
• Das Uktob erlieft des „Journal of
the Ex-libris-Socicty" hat folgenden In-
halt: A fcw words on ex libris and marks
i>f ownership in books. By John Vinycomb.
— An ameritan book-plate designer (D. Mc N.
SUiufTer.) — Book-plate of „the Deemster
Christian." — Book-plate identification. —
The late Daniel Ravencl. — Miscellanea.
Inhalt der November- Nummer: The
heraklry and book-plates of some British
puets iHalifax-Rogers-Campbcll- Byron). By
William Bolton. - Book-plate identification.
— Book-Iabek By Albert Hartshoriie. —
Two Hamburg book-plates. By A. Forbes-
Sieveking. — A true ballad of book-plate
hunting. — Municiut in heraklry. - Book-
plates and tbeir early engravers. By C. T.
Martin. Miscellanea.
Von tlen beiden Heften eingefügten Illustra-
tionen helten wir das für F. J. Bigger von
John Vinytomb gefertigte Bücherzeichen
hervor, auf welchem die alte High Street in
Belfast mit dem Geschäftshaus der ehemaligen
„Shippers" Bigger dargestellt ist. Darunter er-
blicken wir ,,Ye goode Sliippe Unicorne
of Belfast," einen der ersten Belfaster, von
Michael Bigger im Jahre 106.! erworbenen
Kaullahrer. Der Artikel Uber die beiden
Hamburger F.x-libris betritit diejenigen der
Senatorenfamile Meyer zu Hamburg. Hiervon
ist das eine von Peter Alexander Wille, dem
Hofmaler König Ludwig XVI., gezeichnet,
wahrend das andere von <lem Hamburger Kauf-
herrn Eduard Lorenz Meyer, unserem Mit-
gliede, dem allen Heraldikem wohlbekannten,
auch aul der heurigen heraldischen Ausstellung
mit vielen Zeichnungen vertretenen, eigenartigen
Künstler gefertigt ist.
• Herr Dr. Heinrich P a 1 1 m a n n in
Frankfurt a. M., Buchgasse 13, und Mr. G e o r g c
Ravenscroft Dennis in London beab-
sichtigen bei G. Bell & Sons ein in englischer
Sprache veitasstes Werk Uber Deutsche Bücher-
zeichen herauszugeben. Herr Dr. Pallmann bittet
die Besitzer schöner moderner Bücberzeichcn,
welche einen Abdruck Ihres Ex-libris in ge-
nanntem Werk gestalten würden, um Ein-
sendung eines Abdrucks in Austausch gegen
sein eigenes Hucherzciehcn.
Digitized by Google
— ^4
• Die Firma H. (1. Bom in Amsterdam 1
veröffentlichte kürzlich einen vornehm ausge-
statteten, interessanten Katalog „Bibl iotheca
Belgica. Vlaemsche Drucker«. Uit het
tweedc en derdc tijdvak der Renaissance
152'.» tot IS')9-" Diesem Katalog ist eine
grosse Anzahl holländischer Buchdrucker-
marken beigefügt.
• Soeben erschien: Die Zürcher
Bttchermarken bis zum Anfang des 17.
Jahrhunderts. Ein bibliographischer und bild-
licher Nachtrag zu C Rudolphis und S.
Vogelin's Arbeiten über Zürcher Drucker-
werke. Zusammengestellt von Paul Hcitz.
herausgegeben durch die Stiftung von Schnyder
von Warleasee, Zürich 1805. Dieses ver-
dienstvolle Werk schliesst sich, auch in der
äusseren Form, an die von uns bereits be-
sprochenen, im Verlage der Firma J. H. F.d.
Hcitz zu Strassburg i. E. erschienenen Bande:
1. Elsassische Büchcrinarkcn.
2. Die italienischen Buchdrucker- und Verleger-
zeichen.
Die Basler Druckermarken.
Der neue Band, Zürcher Bücher-
marken, enthalt auf 4 1 Seiten auch 39 Text-
illustrationen. Hier das Verzeichniss der
für Zürichs Buchdruckergeschichte in Betracht
kommenden Künstler und Drucker: Jost
Amman, Joh. Episcopus. Augustin Fries,
Ludwig Frittig. Johann Frobcn, die Froschauer,
die Gesner, Hans Hager, Hans Holbein,
Simon Hüter, Hans l.ützelburger, Paul Queck, ,
Georg Raben, Hans Rügger, I'etcr Schoeffer,
C hristoph Schweitzer, Urs Graf, Hans am
Wasen, Rudolf Weydnitz, die Weyssetibach,
Johannes Wolf.
• Examples of irish book-plates,
auf Grund der Sammlungen Sir Bernard
Burke's veroflemlH ht durch dessen Sohn
H. F. Burke. Dieses tu nur 100 Exem-
plaren kürzlich veröffentlichte W c rk enthalt
7 t Abbildungen. Ein besonderer Text ist
nicht beigegeben.
• Mr. John Vinvcomb hat seine
in der englischen Ex-libris-Zcitschrift ver-
öffentlichten Aufsatze über die technische
Herstellung von Bücherzeichen jetzt in einem
kleinen Büchelchen bei A. & C. Black in
London herausgegeben. Viele Blustrationen
(in Kupfer- und Steindruck, Zinkatzung etc.l
sind dem Werke beigegeben.
• Von C M. Carlander's Svenska
Bibliothek och F.x-libris Antekningar
ist nunmehr auch der dritte Band erschienen,
ebenso wie die beiden früheren nur in
1,50 Exemplaren gedruckt. Eine Besprechung
dieses neuen, dritten Bandes bleibt für später
vorbehalten.
• Der „Art Amateur" vcröffenüicht in
seinem November-Heft einen Beruht über
den glanzvollen Verlauf der vom Grolier-
Club veranlassten Ex-libris- Ausstellung. Ucber
den bei dieser Gelegenheit herausgegebene
Ausstellungs- Katalog wird weiter unten noch des
Naheren berichtet. Auch der „Book- Buy er"
berichtet in seiner Novembernummer über
diese Ausstellung und über amerikanische
Ex-libris im Allgemeinen.
• Die Zeitschriften „The Studio" und
„The Art Amateur" fahren fort, treffliche
Abbildungen neuester Ex-libris zu bringen.
Wir wünschten sehr, dass auch unsere deut-
schen Kunstzeits» hriften ein wenig reger für
die Ex-libris-Kleinkunst eintraten. Neuerlich
hat zu unserer Freude Herr Dr. Peter Jessen
in dem „K unstgewerbeblati" <N. F. VI.H. 2)
einen mit vier Ex-libris-Abbildungen ver-
sehenen Artikel veröffentlicht, welchem wir
folgende, ganz unseren Anschauungen ent-
sprechende Ansichten entnehmen:
„Als vor einigen Jahren einzelne Wappen-
freunde und Sammler das Interesse auf die
Bin herzeichen lenkten, mussten sie erst er-
klären, was diese F.x-libris bedeuteten: In der
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— -\5 -
wappenfrohen Zeit giebt last überall das Wappen '
das Hauptmotiv ab; mit ilnn werden die 1
Umrahmung, die Inschrift, hie und da ein
Sinnbild, eine Marke oder ander«; /.uthaten
auf das mannigfachste zusammengefügt, und
so bieten diese alten Bücher/eichen eine
reiche Fundgrube zur Belehrung des heutigen
Zeichners.
Aller Urteil ist das Sammeln dieser alten
Blatter Mode geworden. Wunderlicherweise
bat diese Mode sich auch in der modernsten
Fol in ausgesprochen : man hat eigene Ex-
libris-Vereine gegründet, in Berlin, in London i
in Paris. Diese Modeform hat im Anfang
man' lies lächeln erregt. Wer aber die Wirk-
samkeit des Berliner Vereins verfolgt hat
und seine gut atisgestattete Zeitschrift mit ;
ihren vortrefflichen Nachbildungen alter und
neuer Büeherzoichcn liest, wird sich nicht |
verhehlen, dass hier auf engem Gebiete ein ,
Stück recht nützlicher Arbeit geleistet wird."
Wir Deutsche haben es so nöthig, den
Besitz eines Bin lies und seine äussere Form J
schätzen zu lernen. Wer Bücher besitzt, i
sollte sie als sein eigen kennzeichnen, schon
um den beliebten Unarten ungetreuer Ent-
leiher zu begegnen. „Man wird ein Buch
mit grösserer Achtung in die Hand nehmen
und sicherer zuriickgeltcn. wenn durch ein
sichtbares Merkmal erkennbar ist, dass der
Besitzer es werth halt; auch die Erben 1
werden geneigt sein, ein künstlerisches Eigen-
zeichen zu ehren. Zu einem ordentlich
gehaltenen Buche stimmt es schlecht, wenn
der Besitzer seinen Namen auf das Titelblatt
schreibt oder gar stempelt. Es ist also höchst ■
erwünscht, wenn die alte Sitte, ein ge-
schmackvoll gezeichnetes Blattdien in den 1
Deckel zu kleben, neu belebt wird, und dazu
hüben die Sammler und Liebhaber recht er-
folgreich beigetragen. Zumal in Deutschland
und England sind heute eine Reihe tüchtiger
Künstler für Büchcrzeichen th.'itig, ja ein
Theil der besten modernen Erfindung und
Phantasie ist gerade in diesen Bcsitzer-
maiken niedergelegt worden."
• Der gelegentlich einer vom Grolier-Club
in New -York veranstalteten Ex-libris- Aus-
stellung herausgegebene Katalog prasentirt
sich in einer ganz vorzüglichen äusseren
Ausstattung und führt den Titel: „A classilied
list of earlv American book-plates with
a brief descriplion of tlie principal
styles and a note as to the prominent
engiavers. By Charles Dexter Allen."
,,8 pp. 8°. Mit .'I Tafeln. Mr. Allen giebt
in dem trefflichen Katalog nach einigen ein-
leitenden Worten Angaben über frühere und
jetzige Ex-libris-Zeichner und l.'isst sodann
das nach J. Lei« ester W.irren's System (Earlv
English, Jacobean, Chippendale etc.) an-
gefertigte Yerzcichniss der ausgestellten Ex-
libris folgen. Der Katalog s<.llte in der
Bibliothek jedes Ex-libris-Freundes zu linden
sein.
• In dem soeben erschienenen Werkchen
Marques de bibl iotheques et ex-libris
Franc-Comtois par J. Gauthier et K. de
Lurion Besancon 1S94; werden 70 Super-
libros und 195 Ex-libris (unter letzteren 34
rein tyj>ographische) beschrieben. Dem Text
sind 1 5 Tafeln mit 2 1 Abbildungen beigefügt.
• Der kürzlich von der Verlagsfirma George
Bell i\: Sons angekündigte neue Band der
Kx-libris-Series ist Charles Dexter Allen's
American Book- Plates, a guide to their
study with examples. With a bibljography
by Eben Newell Hewins. Klein-Okt.iv 500 pag.
mit über 1 70 Abbildungen, darunter 9 Kupfer.
Der Inhalt setzt sich folgendermaßen zusammen:
Introduttory. Name Labels and Mottoes.
— Armorial Book-Plates. — Pictorial and
Allegorical Book-Plates, and Plates of Colleges,
Libraries, and Societies. — Book-Plates of
Special Interest. Earlv American Book-
Plate Engravers, with Lists of their Work. —
Digitized by Google
- 3 h —
A List of Early American Book-Plates, com-
prising nearly one thousautl Plates with füll [
description. — A Chronological List of the
Dated Plates. — An Alphabetical List of the
Signed Plates, showing the exaet manner of
Signing. — A List of Mottoes found tipon the
Karly Plates. A Few Recent Examples. —
The American Collectors and Collections. —
The Ex-Libris Sotieties. Bibliographie?
«American, Knglish, and French . -- Con-
clusion. — Index.
Soeben trifft auch ein Exemplar des Werkes
bei uns ein, wodurch wir in den Sund gesetzt
werden, unserer Notiz nachtraglich noch einige
Zeilen beizufügen. Der sehr stattliche Band pra-
sentirt sich in einer durchaus wurdevollen '
Ausstattung und kostet nur den sehr massigen
Preis von 12 sh. 6 d. Von den 9 Kupferstichen
werden namentlich die drei von E. 1>. French
gestochenen Ex-libris Grolier-Club. E. H
Bierstadt, M.C.LefTerts Gefallen erregen. French's
Blatter ahnein in vieler Beziehung denjenigen
Meister C. W. Shcrborn's so sehr, dass man
glaubt. Arbeiten des Letzteren vor sich zu haben.
Viele der namentlich alteren Originale, welche
in dem Werke zur Reproduktion gelangten,
sind geradezu unschön, doch ist dann ftir 1
Mr- Allen die friihe EnLstehungszeit des Kx-hhris '
oder die Persönlichkeit des Besitzers hinsichtlich
des Abdruckes ausschlaggebend gewesen.
Bei deutschen Ex-libris wäre sehr zu wider-
rathen, die vielen unschönen und unbedeutenden
Bücher/eichen einer kunsiarmen /.eit zu veröflent-
lichen. doch anders bei den Biicherzeichen
Amerikas. Ihre Menge ist nicht so ungeheuer, wie
bei uns, so dass man im Interesse »1er Voll-
ständigkeit nur wunschen kann, dass nach und ;
nach alle amerikanischen Blatter der früheren
Zeit veröffentlicht werden. Der am Schluss
angefügte bibliographische Theil lasst zu
wünschen übrig, l'nsere deutsche Ex-libris-
Litteratur muss sich unter der Rubrik amerika-
nische, englische, franzosische und „additional"
Litteratur herumdrücken und ist überhaupt
unsorgfaltig und unvollständig verfasst. Bei
einer /.weiten Auflage, die gewiss bald der
ersten folgen wird, berücksichtigt hoffentlich
der verdienstvolle Herausgeber des Werkes
diesen Punkt etwas mehr.
• M..V Benoil in Berthelmingen,
der auch zu den geschätzten Mitarbeitern un-
serer Zeitschrift gehört, hat den im 1 2. Heft
der französischen Ex-libris-Zeitschrift erschiene-
nen Artikel: Les ex-libris anciens aux
armes de J e a n n e d ' A r c als Sonder-
abdruck erscheinen lassen.
• Demnächst erscheint im Verlage von
Kcgan Paul, Trencb, Trübner iV Co. in
London: „Bibliographie;!. A Magazine
of Bibliograph y." Jährlicher Subskriptions-
preis 30 Shilling. Hier der für die ersten
Hefte bestimmte Inhalt: F.nglish Illuminated
Manusi ripts. By E. Muuiulc Thompson. — I.a
bibliopbilie moderne. By «Xtave C zäune. —
The Books of (jueen Christina of Swedcn.
Bv Charlt-s Elton. — A copv of Celsus from
the- Library of (irolkr. By W. V. Fletelier.
The Stationers at the Sign of the Trinity.
Bv K. (ior.h.n Duft. - The Illustrated Books
of Augsburg and Ulm. By William Morris. —
Monastic Bindings. By \V. James Weale. ---
Thoinan's Les relieurs fr.mcais. By Miss
Prideaux. — Sonic Engravers of Englisb
Bookplatcs. By W. J. Hardy. — Foreign
Books dcdi<ated to Englishmen. By W. D.
Mac ray. — An an» ient Printing Hou.se. By
Falconer Madan. - The Vicissitudcs of
Manuscri]»ts. By (i. F. Wanicr. — Tbe Books
of Hours of (ieoflroy Tory. By A. W. Pollard. —
A forgotlen Book-Illustrator. By Laurent:«.»
Housman. Tbc Mentz Psalter of 145;.
By Russell Martineaii. Natnes and Notes
in Books. By Andrew Lang. — The Library
of Ficlding. By Austin Dobson. — The
Chronologe of the Karly Aldines. By R. C.
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- '7
ChrLstie. — English Provincial Presses. By
W. H. Allnutt.
TaiiHcIiverkelir.
Zum Austausch ihrer eigenen lliicherzeLlicn
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Ex-libris- Vereins sind bereit :
Herr Dr. phil. Heinr. Pallmann, Frank-
furt a. M., Buchgasse 13.
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Professor Ad. M. H. In B. — 8. vom Br. in W.
Arthur H. in F. b«l B. — Amtsrichter Br.
Jnr. R. B. In B.— CSeor* 0. in B. Oberhofmelster
H. Freiherr ron D. in \\. — Herzlichen Dank
für die unseren Bestrebungen so crspriessliche Unter-
stützung. Die derVcrcinssaramlung zugesandten neuen
Beiträge haben wir gern in Empfang genommen.
Cek.-Rath Direktor Dr. L. In B. Vielen
Dank für Ihre uns erwiesene Güte, welche es uns er-
möglichthat, Dürer s für Slabius gezeichnetes Bücher-
zeichen in unserer Zeitschrift abbilden zu können.
Kfl. Hof» und UnirendlHIs-BnehdriiekereU
besltxer Ludwig W. in M. Es war unserem liehen,
verstorbnen Vorsitzenden noch eine grosse Freude,
dass Sie zur vorliegenden Nummer der Zeitschrift
das Ex-libris ihres sei. Herrn Vaters bereitwilligst
beigesteuert haben. Herzlichen Dank!
Kxeellenz Ton E. In M. Dass bei einer der-
artigen schwierigen Zusammenstellung, wie es die
Liste der klösterlichen Ex-libris ist, viele Nachtrage
und Zusätze nothwendig werden, haben wir wohl
erwartet. Wir freuen uns aufrichtig, dass Sie auch
diese neue Mühewaltung so freundlichst übernehmen
wollen.
Dr. H. P. in F. n.M. — Mr. (i. It. D. In London.
Auf Ihr neues Werk über deutsche Rücherzeichen
sind wir sehr gespannt und wünschen Ihnen guten
Erfolg für Ihr Unternehmen.
Franz Freiherr von L. in M. Es ist für uns
sehr ermuthigend, dass Sie Ihr allseitig so rege
bewährtes Kunstintcressc auch unserer Ex-libris-
Zcitschrift entgegenbringen. Hoffentlich erhält der
Verein für das nächste Heft der Zeitschrift Ihr
schönes Büchcrzcichen als Beilage.
Inhalts- Verzeichniss.
f Friedrich Waniecke. — t Rudolf Springer. ~
Mittheiliingcn de* Verein* -Vorstandes und der Re-
daktion. — MC.u.31 Sitzung des Ex-libris -Vereine. —
Da« Bacherzeichen de« Georg Podiebrad von Böhmen.
(Mit Beilage.» — Zwei Konstanzer Ex-libris von
Melchior Vatli. (Mit Beilage. 1 - Ein Buchdeckel
aus N'ieder-Altnich.(Mit Beilage.)— Nochmals Philipp
von Stäffis. — Ein neuen tdeekte* Büeherzeicheii des
Johanne* Stabiu« (Mit Beilage.l — Buchinschriften .
— Die Bücherzeichen des Herzogs Fri<-drieh August
von Braunscliweig-Lüucburg-OelK. — Büeherzeicheii
de* Dr. med, .loh. K. Kentmuun. (Mit Beilage.)
— Zum Biichcrzcichcn J. W. A. .lacger*. —
Das Bflcbcrzeichen des Königl. Hof- und Uni-
versitäubuchdnickcrs Friedrich Wolf zu München.
(Mit Abbildung ) — Da* Büchcrzeicheii Hermann
SudcrmajinV. (Mit Beilage. 1 • Büchcrzeicheti
„Printer'* Mark Style." - Joseph Sattler'* erste»
Ex-libris. (Mit Abbildung.) — Du* neue Ex-libri*
der mit tcisch wc izcrischeii ge« »graphisch-kommet -
zielten Gesellschaft in Aarau. (Mit Beilage ) —
Vier Büeherzeicheii von Gustav Hogetop. (Mit
Beilage ( — Drei neue Bileherzeichen im Rokokostile.
(Mit Beilugen und I Abbildung im Text.) —
— Rokoko- Büeherzeicheii von .loh. Heinrich Med.
(Mit Abbildung .» — LilUratui. — KednktioneUe
Mittheiluiigen. — Briefkasten. -
Mit dein Portrait l'rltdrlrh Wanmio*» and 10 BHIsgta.
Der jährliche Preis der ..Ex-Itbria-Zeitschrift" beträgt für Mitglieder 12
die „Ex libris-Zeitschrift" werden von C. A.Starke. Kel- Holl.. Görlitz, S
inst !.">) Mark. — Anzeigen für
>monstr. 30 entgegengenommen.
Verantwortlicher Herausgeber: Wolfgang Mecklenburg, Berlin S. W., De*%auer?trasse 2.
Selbst-Verlag des „Ex-libris-Vereins" zu Berlin.
Druck und auftragsweiser Verlag von C. A. Starke, Kflnigl. Holl ., Görlitz, Salomonstr. .'11», a. d. Berlinerslr.
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THK N .
Tiut-kf» r»/":. ja flu;; ~
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Probeblätter
Den Lesern der Ex-libris Zeitschrift als
MUSTER
bei der Auswahl graphischer Verfahren für bibliophile Zwecke etc.
gewidmet von de n nn< lil>r-iuii<nteii Ktin-r nixl \\rlng.«:ui*talt<'ii ;
A
Albert Frisch, Berlin W., Lützowstrasse 66,
Lichtdruck nach Naturaufnahme,
lt
Joseph Albert, Hofkunstanstalt, München, Kaulbachstrasse 51a,
Lichtdruck nach einer alten Miniaturmalerei.
0
J. A. Stargardt, Berlin S.-W., Dessauerstrasse 2,
Lichtdruck nach einem alten Kupferstich.
r>
Bunt- und Luxuspapierfabrik Goldbach,
Goldbach b. Bischofswerda i. S.
Muster von Kalhlederpapier.
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t
I
I
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I
Lichtdruck von Josef Albert, Hofkunstanstalt in München, Kaulbachstrosse 51a
Tafel 2b aus „Louise von Kobell, kunstvolle Miniaturen und Initialen
aus Handschriften des IV. bis XVI. Jahrhunderts." 2. Auflage. Verlag von Jos. Albert in München.
(Auf das Format der Ex-Iibris-Zeits< hrift verkleinert.)
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!
V t'V,-.<
j . : ". 1.;. ii,'>l a-
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Bibliothek FWedricIl des Grossen in Sanssouci.
(Aus „Potsdam und dk Königl. Schlösser", Verlag von Albert Frisch, Herlin).
Lichtdruck uml Originalaufnahiue von Albert Frisch in Berlin W\, I.ützow Strasse
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MUSTER VON KALBLEDERPAPIER
ALS LEDF.UKKSATZ .IN AI.LF.N FAKBFNi 1*1" IC Hl ."< IIIMSI IM. \<;K,
ANTiKFKKTIGT VON 1>FK I51NT- I NI) UWFSIWI'IKÜFAHIMK < ;< H.I >KA< II IN <;<>!. I>B\< H
kki misch. »rs\vi:i:i>\ ->\< h>i:n .
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Organ des Exlibris Vereins zu Herlin
Jahrgang V. Heft 2.
1895.
AMftMgMrcfe« Verlig von C A Siurke. KOftlfJ Hort., Ourtilx
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TH" NEW YORK
: -.'C LIBRARY
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Zeitschrift
Bücherzeichen Bibliotheken künde
und Gelehrtengeschichte.
Organ des von Friedrich Warnecke begründeten Ex-libria-VereinB
au Berlin.
V.
Berlin, im Ai
Der jährliche Preis der ..Ex-librit-Zeittchriff beträgt
die „Ex Hbris-Zeitschrift" werden von C. A.Starke,
für Mitglieder 12 Mark (sonst 1."» Mark.)
Kgl. Hon., Görlitz, Salomonstr. 39
32.SitzungdesEx-libris-Vereins.
Berlin, den ij. November 1895.
Vorsitzender: Herr Geh.- Rath Warn ecke.
Herr Geh. -Rath Warneike theilt mit,
dass der am 15. September 1804 hierselbst
verstorbene Rentner Rudolf Springer durch
ein Codicill zu seinem Testamente tlem
Ex-libris- Verein ein Legat von 2000 Mk.
vermacht habe. Er fordert die Anwesenden
auf, sich zu Ehren des verstorbenen
Mitgliedes, welches noch in seinem letzten
Willen den Verein bedacht habe, von den
Platzen zu erheben. Sodann stellte er
fest, dass das Legat von der Directum der
Disconto-Gesellschaft bereits an den Herrn
Schatzmeister ausbezahlt sei. der über die An-
lage des Stiftungskapitals Vorschlage machen
werde
Weiter legte der Vorsitzende das seit
langer Zeit mit Spannung erwartete Sattler'sche
Ex-libris-Werk, welches jetzt die Fresse ver-
lassen hat, zur Besichtigung vor.
Herr Amtsrichter Dr. Bering uier zeigte
mehrere Bücherzeichen seiner Sammlung, so-
wie das neuerdings hergestellte Geberzeichen,
welches das Consistorium der französisch-
relormirten Kirche zu Berlin den Prämien-
büchern für Confirmanden beifügen lässt.
Herr Dr. Wcinitz legte «las Ex-libris des
Herrn Geh. -Raths Jordan zur Besichtigung vor.
Das Blatt stammt jedenfallsausder Leipziger Zeit
desselben und ist nach einer Zeichnung des Aka-
demie-Directors Nieper in Leipzig hergestellt.
Herr Wolfgang Mecklenburg setzte
einige vorzügliche typographische Arbeiten
der hiesigen Reichsdruckerei in Umlauf:
„Beitrüge zum internationalen Musteraustausch."
Der Schriftführer:
Seyler.
Digitized by Google
3<> -
33.Sitzung desEx-libris-Vereins. j
Berlin, den 11. Dezember l«<»4.
Unter Hinweis auf S 4 der Statuten er- I
öffnete der Schriftführer. Rath Seyler. die |
Sitzung mit einer Erinnerung an den »1 hweren
Verlust, den der Verein seit der letzten Sitzung |
erlitten hat: „Der Gründer und bisherige Vor- i
sitzende, ja die treibende Kraft, die Seele ;
des Vereins, Geb -Rath Warnet ke ist am I
2,S- November völlig unerwartet gestorben. '
Unter den Körperschaften »ml Vereinen,
welche um den Verstorbenen Leid tragen,
ist der Kx-libris- Verein einer der n.'lchst-
betheiligten. Jn einem Briefe, den Geh. -Rath
Warnecke kurz vor seinem Tode an mich
schrieb und den ich erst nach seinem Tode ;
von der verwittweten Frau Geh.-Rathin er- j
hielt, sagte er: „Der Verein Herold ist ,
mein Kind.'* Der Kx-libris -Verein ist der !
bei weitem jünger«' Bruder des Herolds und
man darf wohl sagen, in den letzten Jahren
der bevorzugte Bruder Die meisten Mit-
glieder des Kx-libris- Vereins sind von dem ]
Verstorbenen geworben, der sich die Mühe
nicht verdriessen liess. durch eigenhändige
persönliche Briefe ihm bekannte Persönlich-
keiten zum Beitritt aufzufordern.
Den grössten Antheil hat der Ver-
storbene an den wissenschaftlichen Arbeiten
des Vereins. Mit dem eminenten Sach-
verständnis* und dem Besitze einer reichen,
nie versagenden Sammlung verband er eine
leidenschaftliche Liebe für die Sache und
einen Eifer, der nicht blos die eigene Arbeits-
kralt einsetzte, sondern auch stets fremde
Kr.'lfte aufzufinden, für seine Zwecke in den
Dienst zu stellen, in Th.'ltigkeit zu erhalten 1
wusste.
Nach allen diesen Richtungen ist der
Verlust, den wir erlitten haben, ein uneisctz-
lichcr. Unsere vereinten Kräfte werden kaum
ausreichen, jedenfalls aber erforderlich sein.
um unsere Zeitschrift auf ihrer jetzigen Höhe
zu erhallen.
Dieser umfassenden Th.'ltigkeit unseres
unseres Vereinsgenossen hat der Tod plötzlich
ein Ziel gesteckt. Das Erscheinen seines
I.ieblingswerkes über die Stammbücher hat er
nicht mehr gesehen. Dagegen hatte er noch
die Freude, den Triumph seines Freundes
Sattler zu erleben, und das Springer'sche
Vermächtnis* verkündigen zu können.
Wir alle werden dem verstorbnen Vereins-
genossen, der ein Vorbild uneigennütziger
Th.'ltigkeit war, dem unvergesslichen Freunde
ein treuen und «lankbares Andenken bewahren.
Ich bitte Sie, zum Zeichen, dass Sie meinen
Worten beitreten, sich von den Platzen zu
erheben." (Die Anwesenden erheben sich).
Sodann war nach dem Statut die Wald
des Vorstandes für das Jahr vorzu-
nehmen. Die Anwesenden wählten ein-
stimmig Hern» Professor Emil Doepler d. J.
zum Vorsitzenden; der bisherige Schriftführer
Rath Se vier und det bisherige Schatzmeister
Herr Max A bei wurden durch Zuruf wieder-
gewählt.
Hierauf bemerkt Herr Wolfgang Mecklen-
burg, er habe bereits im Sommer d. |. sein
Amt als Redaeleur der Zeitschrift des Ex-
libris-Vereins in die 1 lande des Vorsitzenden
zurückgegeben und sich nur auf dessen
dringende Bitten dazu verstanden, die beiden
nächsten Nummern noch fertigzustellen. Mit
der Redaction der Nummer 1 für 1805 sei
somit seine Thatigkeit beendigt.
Der Schriftführer, welcher sieh schon
vorher überzeugt hatte, dass die EntSchliessung
des Herrn Mecklenburg unwiderruflich sei,
zollte demselben für seine bisherige er-
folgreiche, uneigennützige Thatigkeit für den
Verein die wärmste Anerkennung und sprach
sein Bedauern aus, dass der Verein
gerade in diesem kritischen Augenblick die
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- 3«
Itewilhrte Kraft des Herrn Mecklenburg ver-
lieren soll.
Hierauf wurde «las Protokoll der vorigen
Sitzung verlesen und genehmigt, die vorge-
schlagenen Mitglieder aufgenommen.
Herr Amtsrichter Dr. Bcringuier legte
mehrere Ex-libris vor, tiarunter eines mit fol-
genden Wappen: Drei (2, 1) Mohren köpfe.
Helm: Todtenschadel Aber zwei gekreuzten
Knochen. Unterschrift: Robert Wilhelm Moir.
Ueberschrift: Non sibi sed cunetis.
Herr Georg Otto zeigte einige seiner
neuesten Arbeiten, darunter das Ehewappen j
der verwittweten Frau Gräfin Susanna Oeyn- 1
hausen.
Herr Dorgerloh hatte eine reiehgefüllte
Mappe mit vielen Stichen, Holzschnitten sowie
in Malerei und Kunstschrift ausgeführten
Blättern mitgebracht. Diese Schatze wurden
mit dem grössten Interesse besichtigt und
einige Blätter zur Reproduktion ausgewählt,
welche der Herr Eigenthümer mit der grössten
Bereitwilligkeit gestattete.
Zum Schluss erschien Herr Professor I
1
E. D o e p I e r d. J., welcher die Erklärung abgab,
dass er den Vorsitz für jetzt annehme. Es
fand sodann noch eine Besprechung wegen
Gewinnung eines neuen Redakteurs statt.
Der Schriftführer;
Seyler.
34Sitzungdes Ex-libris- Vereins.
Berlin, den 13. Januar 1605.
Vorsitzender: Herr Professor E. üoeplerd. J.
Herr Professor E. Doeplcr theilt mit,
dass Herr Dr. Brendicke mit dankbar an-
zuerkennender Bereitwilligkeit die Redaktion
des Vereins-Organs übernommen habe. Wie
früher Geh.-Rath Warnecke, so werde er jetzt
mit dem Redakteur zusammenarbeiten und
dahin wirken, dass nur künstlerisch muster-
gültige Blatter in der Zeitschrift Aufnahme
finden. Auch an die einzelnen Mitglieder
richtet er das Ersuchen, die Redaktion in
ihren Bemühungen kräftig zu unterstützen.
Herr Dr. Brendicke bemerkt hierzu, dass es
für ihn ein Ding der Unmöglichkeit sein
würde, ohne Mitwirkung des Herrn Vor-
sitzenden die Redaktion zu führen.
Der Herr Vorsitzende benutzt die Ge-
legenheit, um Herrn Wolfgang Mecklenburg
nochmals den Dank des Vereins für seine so
erfolgreichen Bemühungen um die Hebung
des Vereinsorgans auszusprechen.
Herr Max Abel berichtet über die Lage
der Finanzen am Schlüsse des Jahres 1804;
dieses Rechnungsjahr schliesst erfreulicher
Weise mit einem Ueberschuss von 400 Mk.,
welchen er zur Deckung bevorstehender Aus-
gaben baar in Händen behalten wolle. Sodann
macht er Vorschläge über die Anlage des
Springer'schen Stiflungscapitals im Betrage
von 2000 Mk. Der Verein beschließt, die
Belegung der Summe dem sachkundigen Er-
messen des Schatzmeisters zu überlassen.
Herr Wolfgang Mecklenburg legte das
englische Ex-libris-Journal vor, welches einen
Nachruf an den verstorbenen Geh. - Rath
Wamecke.Vicepräsidenten des Ex-libris- Vereins
in London, enthält
Herr Professor E. Doepler besprach
einige von ihm vorgelegte, bisher nicht be-
kannte Blätter, zumeist aus der Hand des
englischen Meisters Anning Bell. Sodann
führte er aus, dass das im letzten Hefte der
Vereinszcitschrift dem Albrecht Dürer zuge-
schriebene „,}te Stabius'sche Wappen" ganz
sicher von diesem Meister nicht herrühre.
Er behält sich vor, die Sache in der Zeit-
schrift weiter zu erörtern.
Herr Pastor Dr. Falk in Klein-Winterheim
hatte mehrere Pausen und Abdrücke von
Clichcs eingesandt, unter welchen ein Blatt
mit dem Wappen des Buchdruckers Jacob Köbel
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- 3*' -
ausgewählt und zur Abbildung bestimmt wird
für den Fall, dass die Eigenschaft des Blattes
als Bücher/eichen zu erweisen seil» sollte.
Herr Max Abel verlas ein Beileid-
schreiben des verehrten Vereinstnitglicdcs,
Herrn von Wcittenhiller und zeigte ein neues
Ex-libris von E. Krahl. Weitere Vorlagen mach-
ten die Herren Amtsrichter Dr. Berin guier
und Dr. B r e n d i c k e. Ein Pergamcnt-Embaiid
zu dem Werke „Adagiorum D. Erasmi Rotcro-
damiepitome. Co|. Agrippinac apud Gualtberum
Fabricium et Ioanncm Gymnicum sub Mono-
cerote MDLXXII" mit der Fressung des Por-
trats eines s.'tchs. Herzas und der Unter-
schrift: VICTUS ERAS ACIE FIDEI CON-
STANCIA TANDEM VICTÜREM ANTE
HOMINES FECIT ET ANTE DEUM auf
der Vorderseite und
DES * HEILIGEN * RÖMISCHEN
KA1SERTHVMBS • WAPPENX
auf der Rückseite.
Zum Schluss macht Herr Dr. Brendicke
den Vorschlag, einen anderen Sitzungstag
zu erwählen, da er am 2. Dienstag eines
jeden Monats durch anderweitige Verpflich-
tungen so dringend in Anspruch genommen
sei, dass es ihm unmöglich sein Viirde, den
Sitzungen beizuwohnen. Da die Theilnahine
des Redakteurs an den Verhandlungen nicht
entbehrt werden kann, so wird beschlossen,
den zweiten Montag als Sitzungstag zu
bestimmen.
Dieser Beschluss enthalt eine Aendcrung
des Statuts, über deren Form in der nächsten
Sitzung Beschluss gefasst werden soll.
Orr Schriftführer.
Seyler.
35.SitzungdesEx libris- Vereins.
Berlin, den Ii. Februar 1895.
Vorsitzender: Herr Professor E. Docpler d. J.
Herr Professor Docpler d. J. legte vor:
l) Das von dem Historienmaler Closs in
Stuttgart gezeichnete Bücherzeichen des Herrn
Freiherrn v.Gaisberg-Schöckingen (die, .feuchte"
Eckedes Bibliothekraumes darstellend), welches
der Herr Eigenthüiner zu tauschen bereit ist.
Ein von Herrn StiftsbibliothckarSchmidt
in Kremsmünster eingesandtes anonymes Ex-
libris mitWap]>en. aus Dreilterg wachsender Stein-
bock) — mit Volkaincr-Nflmberg bestimmt.
.V) mehrere von Herrn Henry Andre
ausgeführte Bücherzeichen, darunter ein reiz-
volles Portrait- Ex-libris.
Herr Amtsrichter Dr. Reriuguier be-
richtet über den sehr gediegenen Inhalt eines
vom Herrn Grafen Karl Emich zu Leiningen-
Westerburg in dem Burger'schen Buchgewerbe-
Matt veröffentlichten Artikels Über Ex-libris,
Herr Dr. Brendicke legte vor: Das neue
Bücherzeichen der Mittelschweizerischen geo-
graphisch-commerziellen Gesellschaft in Aarau,
sodann das von dem Architekten Professor
Luthmer in Frankfurt a. M. in Kupferstich aus-
geführte Ex-libris Moritz von Kufner.
Herr Professor Hildebrandt: Das von
ihm selbst ausgeführte Bücherzeichen Sattler
und ein Ex-libris. welches Herr .Studiosus
Bernhard Körner dahier als eine Anlanger-
Arlx-it von sich für die Sammlung des
Vereins eingesandt hat.
Weitere Vorlagen machen die Herren Amts-
richter Dr. B e r 1 n g u 1 e r und Max Harr-
w i t /. Unter den letzteren finden l>esondere
Beachtung die auf der Rückseite von Hand-
zeichnungen direkt von tler Kupferplatte ab-
gedruckten Ex-libris eines niededandischen
Malers. Herr Professor Emil Docpler d. J.
wird die interessanten Stücke einer nflhercn
Prüfung unterziehen. Unter den von Herrn
Amtsrichter Dr. Beringuier vorgelegten Stücken
befand sich das in Heliogravüre ausgeführte
Pallmann'sche Bitcherzeic hen, sowie das Ex-
libris des Numismatikers J. V. Kuli in München,
gezeichnet von J. Widtmann.
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— 33 -
Der Herr Vorsitzende theilt mit, dass
Herr Bankier Max Abel den Wunsch aus-
gesprochen habe, von seinem Posten als
Schatzmeister entbunden zu werden. Unter
allseitiger Zustimmung erklärt er, dass der
Verein zur Zeit nicht in der Lage sei, die
wcrthvollen Dienste des geschätzten Vereins-
genossen zu entbehren, und dass er demge-
mäss denselben ersuchen werde, aul seiner
Demission nicht zu bestehen.
Die an den Herrn Grafen Karl Emich
zu Lciningcn-Westerburg in München zu tr-
iassende Einladung zum Wieder-Eintritt in
den Verein wurde von allen Anwesenden
unterzeichnet.
Oer Schriftführer:
Seylcr.
Dem Ex-llbris-Verelii sind als Mitglieder
fi>rnAr li^lö'i'trpl am*
Angemeldet von Ihrrn Hoflieferant ('. A. Starke:
1. Herr Pierre Dur, rue d'Arcole,
Marseille, Bouchcs-du-Rhone.
Angemeldet von Herrn Karl Emich Grafen
zu Leitungen- Westerburg.
2. Herr Heinrich J. M e r c k in Hamburg,
Harvestehude, Alte Rabenstr. ><>.
,V Herr Johann Graf W i I c z e k , k. u. k.
Kammerer, Geheimrath etc.. Excellenz,
in Wien I, Herrengas.se 5.
4. Herr Fritz Seuffcr, Köln a. Rhein,
Baumstr. 2.
5. Herr Thomar Ewing Moore, amerik.
Consul, Weimar.
Angemeldet von Herrn Pfarrer L. (iersler
in Kappelen :
6. Herr Casimir Tolletete, Grossrath
und Aulseher an dem Baseler Fürst-
bischof). Archiv in Pruntrut (Schweiz).
Selbst angemeldet:
7. Herr Harn - Soane, 30 Hanway
Street, Oxford Sireet. London W.
K. Herr Kunstmaler Otto Hupp in
Schieissheim.
c>. Herr G Ehrhardt, Kaufmann,
Plauen i. V.. Conradstr. II, 1.
10. Miss Marin Gerard Messenger,
Chappaqua, Weslchester Co., New York,
U. S. of America.
Ihren Wiedereintritt erklärte:
11. Frau Paulinc von H enzler-
Lehne n s b u r g.
Die Ex-Iibris
des Johannes Stabius,
Das in Heft I des V. Jahrgangs gebrachte
bisher unedirte Ex-libns des Johannes Stabius
wird, wie es im begleitenden Text heisst, von
Herrn Geheimrath Dr. Lippmann, Direktor
des Kgl. Kupferstichkabinets, Albrecht Dürer
zugeschrieben. Die gesammle Art des Blattes
lässt mich anderer Ansicht sein. Vergleicht
man die beiden bisher bekannten Blatter
Stabius'st her Ex-Iibris, welche gleichfalls Dürer
zugeschrieben werden mit dem dritten, so
ergeben sich in verschiedener Beziehung be-
deutende Abweichungen. Zur Vergleichung
sind die ebengenannten Blatter beigefügt.
Das als von Dürer herrührend be-
zeichnete Blatt isl so charakteristisch, dass
von einem Zweifel überhaupt keine Rede
sein kann. Der andere mit dem Namen
Joann Stabius und einer lateinischen Um-
schrift versehene Holzschnitt erscheint dagegen
so hart und trocken in der Behandlung aller
Details der Decke, der Federn des Adlers
und vor allem in der perspektivisch mangel-
haft gezeichneten Krone, dass ich bei diesem
Blatte bereits Bedenken hege Dürers Autor-
schaft anzuerkennen. Inwieweit festgestellt
ist, welche Blatter er für Stabius gezeichnet,
weiss ich nicht, jedenfalls ist es nicht aus-
geschlossen, dass möglicherweise eines der von
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-- 34 -
Dürer gezeichneten Ex-libris ganz verloren
gegangen und eine kurze Zeil darauf ent-
standene Nachahmung heute für das echte
Blatt gehalten wird. Doch sei dem mit diesem
Blatt, wie es bisher gehalten wurden, in der
künstlerischen Nat hempfindung eines gezeich-
neten Striches gehen die Ansichten leicht
auseinander. Bei Blatt glaube ich keines-
wegs an Dürers Autorschaft. In welche
Periode von des Meisters Schäften man auch
diesen Holzschnitt einreihen möge, überall j
begegnet er Widersprüchen in Dürers eigenstem
Können.
In allen Wappenblatlern Dürers (man
vergleiche Warnecke „Heraldische Kunst-
blätter'") frappirt die sichere Anordnung der
Umrahmungen, ihre tatellosc Perspektive, die j
logische Lösung in der Erfindung von Architek-
turen als Rahmenwerk, zugleich mit der
vortrefflichen Behandlung in Licht und S< halten
in der einfachen und klaren stets hewusslen
Lage der Linien in den Schattenpartien.
Wie anders wirkt das Stabius'schc Blatt
Xo. _j. Auf einem steilansteigcnden B<nlen
stellen zwei perspektivisch falsch gezeichnete
und viel zu flach aufsetzende Säulen, deren
Schatterilagc schräg zur aufstrelx-nden Achse
steht, ohne Empfindung für die Fonn des
Sflulcnkörpers. Der über den Kapitalen
aufsteigende Bogen ist übertrieben tief im
Scheitel, die Stichlagen im Schatten ungeschickt.
Bei dem tlott gezeichneten und in guten
Verhaltnissen dargestellten Wappen sind es
besonders die Helmdecken. deren Zeichnung
an keines der beglaubigten Blatter Dürers
sich anlehnt, weder im Charakter dir Er-
findung noch in der Behandlung des Details.
Alle Enden sind unverstandene t »rnament-
v hnörkel nicht warm bewegte, sich in feinster
Empfindung nach vorn oder hinten umschla-
gende Endungen einer von Dürer erfundenen
Helmdecke. Der Adler ist lebendig gemacht,
mit gutem Schwung in der H.iltunc zum
Canzen. aber die viel gezackten Federn
zerstören theilweise wieder den guten Eindruck
und weisen auf einen anderen Künstler hin.
Wer könnte dieser sein ? In Warnccke's
Heraldischen Kunstblattern befindet sich neben-
stehender Holzschnitt unter N'o. 225 Blatt
do als von Hans Burgmair herrührend
(Passavant III S. 2X2. No. 127). —
Dieser Holzschnitt hat grosse Aehnlich-
keiten mit Stabiiis Blatt III ; sowohl der
überhöhte Boden und Bogen, als auch vor-
wiegend die Zeichnung der Helmdecken und
rles Helms lassen unzweifelhaft dieselbe
Hand vermuthen.
Fast übereinstimmend ist der Helm, selbst
in der Form der Sthspalte eigenthümlich
charakteristisch, bei beiden Wappen im Ver-
haltniss zum Schild ziemlich klein, und endlich
die Art des Holzschnitts in technischer Weise,
dieselbe etwas kalte und leere Wirkung er-
reichend, die bei fast allen Blattern Dürers
dank seiner Meisterschaft vermieden ist. Ob
das Burgmair zugeschriebene Blatt von seiner
Hand stammt, oder ob dieses und Slabius
III von einem anderen Künstler herrühren,
dürfte hier gleichgültig sein, nur gegen Dürers
Urheberschalt richten sich diese Zeilen; es
konnte ein Künstler wie Dürer auch schwächeres
leisten, aber nie so schwaches wie dieses Blatt.
E. D. (1. J.
Streifzüge
durch frühere Nummern
der Ex-libris-Zeitsehrift
Einer an mich vom Vorstand und von
Berliner Mitgliedern des F.x-Libris- Vereins er-
gangenen Einladung um Wiedereintritt in den
Ex-Libris- Verein Folge leistend, mache ich im
Nachstehenden einige Bemerkungen zu früheren
Nummern dic»*r Zeitschritt.
Ich will damit mein Wissen in der Ex-
libris-Kunde durchaus nicht höher als das
anderer Mitarbeiter stellen, sondern gehe
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E1AW\E\S CI JUX) R ATS AR.MKSR .TO
i Ex-librw iles Johann Stabius (|)(lrer?j
2. Rx-libri» den Johann Stabius (Dürer.)
3. Unbekannten Ex-Iil.ri-. (Rnrgmair?)
^•1 / ^ .
UM.ln.rk ..,11 A. FrUtk, lu-.Hr..
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:»r.v vc '.
tt. Li N 'J
.i 4i'.'
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- 35 -
dabei nur von dem Standpunkt aus, dass nicht
Jedermann Alles wissen und studiren kann,
dagegen der Eine häufig in der Lage ist, dem
Anderen zufällig da oder dort mit einer Nach-
richt oder Richtigstellung aushelfen zu könnnen.
Korrekturen, in koncilianter Form, »erden da-
her nie verletzen, und was Verschiedenheiten
in den Meinungen anbelangt, so bleibt es ja
Jedem unbenommen, die seinige bis zur Ueber-
zeugung durch andere Gründe zu behalten
und auszusprechen. S a c h I i c h e ( Jru tide werden
bei verschiedenen Ansichten immer entscheidend |
in die Wagschale fallen, und i c h nehme z. B. \
gern Belehrung an, wo ich in meinen Mittheil-
ungen eine Lücke lassen oder mich irren sollte.
Bezuglich der letzten Nummern unserer
Zeitschrift habe ich nun Folgendes zu bemerken :
i) Jahrgang IV. Nr. i, S. 3 und Beilage:
Zum Stephan Rosinus'schen Blatte auch
in Hirth's Formenschatz, 1885, Nr. 84 repro-
ducirt) mache ich hier auf die meines Wissens
noch nicht bemerkte Thatsache auf-
merksam, dass dasselbe ein Pendant zu
dem ,u. A. in Warnecke's Herald.-Kunstblättern
Lief. I. Bl. 9, Nr. 33 und in Hirth's Kormen-
schalz 1880, Nr. 40 abgebildeten) Blatt „Wappen
der Familie la Barre, von Erkclingcn, (Krquelines,
Dorf bei Charleroi, Belgien, Hennc^-au; Balken,
von 2,1 gekrönten Löwenköpfen begleitet), nach
Warnecke, Ex-libris XV. und XVI Jahr-
hundert, III. 41 „Jacob von Banissis" bildet,
welches der bekannte Heraldiker und Dürer-
forscher Ralf von Retberg, (geb. 1812 + 1885)
Und nach ihm A. Grenser (im Adler 1872,
II. Jahrg. Nr. S. 101) und Warnecke (a.
a. O. I, Bl. 9, Nr, 33) bestimmt als von
Albr. Dürer selbst herrührend be- 1
zeichnen; vergl. R. v. Retberg, Dürer's Kupfer-
stiche und Holzschnitte, München 1871, S.
93, Nr. 238; Holzschnitt um 1520; Bartsch
VII. Verz., 169; Heller 1947; Zeugniss:
Dürer's Tagebuch (S. Reliquien Dürers Nurn-
berg 1828, Campe), S. 113.
Retberg hat das früher fälschlich mit
Eschbach, Elsass und Ackersdijk, Holland be-
zeichnete Blatt 1873 in der Herald, geneal.
Zeitschrift Adler, 1873, III. Jahrg. Nr. 10,
S. 175 endgültig als La Barre festgestellt-
Beidc Wappen nun, La Barre wie Stephan
Rosinus, sind sich einander zugekehrt, das La
Barre'sche nach heraldisch-links, das von
Rosinus nach heraldisch-rechts ; beide stehen
unter einem oben nicht fertig ausgeführten,
von 2 Säulen getragenen architektonischen
Bogen, unter welchem Zweige und Ranken
einen /weiten Bogen bilden; dem Jesusaltar
auf dem Rosinus- Blatte entspricht auf
dem l*a Barre'schen ein von 2 Händen
gehaltener, von stilisirten Wolken umgebener
Topf mit Blumen f Gesellschaftsorden). Die
Säulen bei Rosinus sind glatt kannelirt. die
bei La Barre mit astreichen, geraden, dünnen
Stangen belegt. Bemerkenswerth ist noch, dass
die Grössenverliältnisse sich bei beiden Wappen-
blaitern ebenfalls entsprechen. Ob sie beide
als Pendant beabsichtigt waren, oder ob Dürer
nur die Anordnung des einen Blattes beim
andern benützt bat, kann und will ich nicht
entscheiden. Beide Blitter sind aber sicher
und klar ersichtlich von ein und derselben
Hand gefertigt; ist aber das Wappen La Barre
von Dürer, was. Retbergs Autorität zufolge
zweifellos ist, so ist a u c h d a s B I a 1 1 S t e p h.
Ro s i n 11 s von Dürer selbst und nicht
blos aus seiner Schule.
Im Verkaufs-Katalog der Dürersammlung
des Herrn R von Retberg, von Anisler und
Kuthardt, Berlin, 1886, S. 16, Nr. 23 t heisst
es: ,.Wappen des Steph. Rosinus, unbe-
schrieben, aber zweifellos von derselben Hand
wie die 2 J. Stabius- Wappen" (also Dürer);
der damalige Verfasser des Katalogs, F.
Warnecke, übersah augenscheinlich die oben
erwähnte frappante Ach nlichkeit der
2 W a p p c 11 k<isi 11 us und La Barr e,
si<n>t hatte er schon damit, ohne Umweg
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- .*o -
über die Stabius-Blatter. auf die Dürersche
gemeinsame Autorschaft hinweisen können,
zumal das La BanvVhc iiialt im gleichen
Katalog weiter oben S. 15 unter Nr. 2 23
auch angeführt ist.
Ferner sei erwähnt, da-s R. von Retberg
beide Blatter La Harre und Rositms zu einem
eigenen, von ihm selbst gezeichneten
Wappenblatte — auch nebenbei Ex-libris
benutzt hat; sind aurh kleine Detail-
verzicrungen von jenen Blättern etwas ver-
schieden, so ist doch das .Motiv der Säulen,
Bogentheile und Ranken fast gleich beibehalten,
und nur das Wappen selbst in seinen Schild-
bildern und Heiinderken verändert. Das
Beiwerk des Blumentopfes bzw. Altars ist
weggefallen; Grosse 2\o~X2bH mm, Zeit:
c. 1860 (vgl. E. L. /.. IV. 2. S. 55, 7.)
Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich
behaupte, dass alle diese 3 Wappenblatter
nicht in erster Linie als Bibliothek-
zeichen gefertigt worden sind; Steph.
Rosinus' Blatt aber ist nach Hirth's Formen-
schätz 1HH5, Nr. | sicher auch als Kx-libris
benutzt worden; Hirth schreibt a. a. O.
„Den Originalalxlruck habe ich in dem Einband
einer alten Bibel eingeklebt gefunden."
2 1 IV. 1. S. S und < r . Die Bedenken
des Herrn Referenten im Artikel „Clemens
August etc." sind entschieden zu theilen,
und ich halte dieses Blatt nach genauerer
Prüfung auch nicht mehr für ein Ex-libris,
sondern ebenfalls für ein Jubilaumsblatt. Die
Zuthcilung desselben zu den „fürstlichen
Ex-libris" erfolgte nur aul Grund des G.
Böhmischen Artikels und zufolge setner-
zeitiger Mittheilung desjenigen, von dem ich
dieses Blatt vor < s~ Jahren erhielt.
3) IV 1. S. 9: Das Dr. Hos'sche Ex-
libris ist kein Unikum mehr, sondern es exi-
stirt ein gleich grosses Blatt davon auf der
standischen l.andesbihliothek in Cassel und
ein drittes, etwas kleineres, bisher muh un-
edirtes in meiner Sammlung; letzteres ist
112X7** gro«, hat etwas andere Helm-
decken, die beiden Schildformen sind ver-
schieden, statt der Schnörkel zu beiden Seiten
des nhtfien Schilds sind 2 nelkenartige Blumen
und der obere Schild enthalt die
Buchstaben M. F. monogrammatisch zu-
sammengeschoben, welche auf die Anfangs-
buchstaben des Namens des Holz-
schneiders hinweisen ; sonst sind die Blätter
gleich und zuverlässig von ein und demselben
Meister. Ein Holzschneider M. F. (= Meier,
Formenschneider findet sich zwar auch auf
dem Fischart'schen Blatte vgl. E L. Z. IV. 2.
S. 44 — 45 s ; doch ist dieses aus dem Ende
des 16. Jahrhunderts, während die Hos'schen
Ex-libris aus der ersten Haltte desselben sind ;
ich bin daher geneigt, diesen M. E. mit dem
bei Nagler-Andresen, Monogrammisten ,Mün-
chen, 1M71) IV. Band, S. 553, Nr. 1776 an-
gerührten „unbekannten Zeichner oder Fonnen-
schneider, der um 1533 in Strassburg
thätig war", für identisch zu halten.
4) IV. 1. S. 20: Der gleiche Holz-
schnitt, wie das grosse Rehlingen'sche
Ex-libris der Beilage befindet sich mit der-
selben Schildform und gleichen Helmen und
Helmdetken, nur mit anderem Wappen-
inhalt und ohne Buchstaben als Wappen des
Leonhard Beckh von Beckhstein in Büchern
aus der Ph. Ulhart'sciien Ofncin in Augsburg
um 1544 abgedruckt; Hirth bildete dieses
Blatt, welches kein Ex-hbris war, nach einem
Exemplar der Kollektion Busch in Augsburg
in seinem Formensthatz Nr. 136 ab;
Das grosse Rehlingen*sche Wappen ist jedoch
Bibliothekzeichen gewesen, wofür ich an meinem
eigenen, einem Buchdeckel entnommenen
Blatte den Beweis habe.
5 IV. 1. S. 25: In meinem Aufsatz „Ex-
libris mit Ortsansichten" muss es beim Ex-
libris des evangelischen Collegs in Augs-
burg statt c 1500 >clche Jahreszahl im
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Anschluss an Warnecke Xr. 72 aufgenommen
worden war) heissen : „c. 1760". da der
Kupferstecher L eonhard: Michael) Steinbcrger
von 171g— 0(3 lebte; vgl. Stetten, Kunst-
und Handwerksgeschichte Augsburgs 1777, i
Bd. 1. S. 53. Oer in der Zeitschrift IV. 3.
S. gi erwähnte Pli. A. Kilian'« he Stich des
17. Jahrhunderts — kein Ex-libris ! — hat
jedenfalls dem L. M. Steinberger vorgelegen
und ist von ihn» sehr genau benützt worden; j
daher auch der leicht begreifliche Irrthum I
um 1 70 Jahre.
<>) IV. 1. S. 31 : Der hier beim Carleton
Greene'schei) Ex-libris abgebildete Brunnen
und Thorthunn vom Trinit) -College in C am-
bridge ist inzwischen auch auf dem hübschen
Ex-libris von Rev. A. H. F. Koughcy \un
diesem College, Kupierstich, verwendet worden ;
Mr. Boughev hat sich nach dem englischen
Ex-libris-Joumal 5, 1, S. 12 zu Tausch bereit
erklart. Nachtrage zu meinen früheren Auf- |
salzen „Ortsansichtcn-, l'ortraits- und fürst-
liche Ex-libris" behalte ich mir für spater vor.
7) IV. :. S. ,57. Zur ..Antrage': Bis jetzt
Sinti mir nac h meiner Sammlung folgende 7 j
ritterschaftliche Bibliothekzeichen bekannt :
a. b. O d e n w a I d : Gestrichelter Grund,
Oval mit Umschrift : „Reichs Ritterschaft*!
Orths Ottenwald Biblioth :", Reichsadler mit
Krone und Reichsapfel Über sich. Brüst-
st hild : schreitendes Fferd; um Scepter und ,
Schwert Schriftbänder; „Stör sc. Xorimb"; |
iooX»64 mm; 17.. (nicht 16.. 1, a. blaues, |
b. weisses Papier.
c. Steiger w a I d : Springendes Einhorn
vor Bäumen in Rococorahme auf Strich-
grund über Tafel: „Zur Ritlerschaffü. Steiger-
waldischen Bibliothec" ; 57 X81 mm : 17..
d. Srhwübis c h e r Ritterkanton Allgäu,
Högauund Bodensee; gekrönter Reichsadler mit
Mittelschild, darin unter Kreuzsehild Falke mit
Scepler gegenüber Fisch mit Schwert; ohne
Inschrift; HSXlS '»'»'. ' 7 ■ ■
i —
c. Breisgau: In reicher Kartusche
Oval mit St. Georg und dem Drachen auf
Untersatz mit : „Vorder Oesterr. Ritterstand
im Breisgau", 8.5 X ,2 3 mm '•
f. M i 1 1 e I r h ein: Zwischen Palmen und
Lorbeerzweigen gevierter ovaler Schild über
Inschriftband: ,.Zur Mittel-Rheinisch-Reichs-
Ritterschafltlichen Bibliothek": 4(>X44 mm;
17
g. Oberrhein: Reichsadler wie bei a.
b„ Brustscliild: St. Georg mit dem Drachen;
Inschrift unten: ..Reichs Ritterschaftlich Ortten-
auischc Bibliothec"; g'JX 1 ^ mm; 17..
8) Für Sammler von Ex-libris- Litteralur
theile ich mit, das* Johann Fischart's
Ex-libris in iler gTossher/.ogl. Hoi-Bibliothek
zu Darmstadt; inzwischen vom Entdecker des
Blattes und Erklärer der Inschriften, Herrn
Dr. Ad. Schmidt in Darmstadt in den
Quartalblättern des Iiistor. Vereins f. d. Gross-
hzgth. Hessen", Neue Folge I. Band, Nr. 14
mit neue in Texte veröffentlicht wurde.
Herr Dr. Schmidt verweist u. A. auch auf
die Quelle: Nagler, — Andresen Monogram-
mislen, 4 Bd., S. 554, wonach M F. —
jedenfalls der bei Nagler a. a. O. unter Nr.
1 7 77 genannte (Lukas) Meier, Formenschneider,
in Nürnberg, Schüler und Geliülfe Jost Am-
mans vergl. auch Nagler a. a. Ü. unter
Nr. 1 K)j;, zwischen 1,575 U,K ' i"o.', —
sehr viel für J. Amman in Nürnberg von
l 5O0 — 1 51) 1 ) gearbeitet hat. Der der
Schmidt s» hen Veröffentlichung beigegebene
Gliche- Abdruck „giebt das Original in seiner
ganzen Feinheit getreu wieder, besser als
der in der Ex-libris-Zeitschrift enthaltene,
der zu dunkel und in den Linien
der Zeichnung zu dick ausgefallen ist", wie
Herr Dr. Schmidt in seinem Artikel sagt.
1». IV. 2. S. 46: Das Ex-libris des
Dr. Hieronymus Wolf scheint doch nicht
allzu selten zu sein, da ich allein es in
4 Doppelexeniplaren Portrait und Wappen}
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kenne: In den Sammlungen Springer, Berlin.
Kunstgewerbemuseum. Koch -Wien, Stifts-
bibliothek Kremstnünster und meiner eigenen,
ausserdem nach Warnecke Nr. *,o2 nur das
Wappen in der von Kisenliart'srlien Sammlung,
München. Rei meinen 2 Exemplaren steht
der gleiche Spruch wie auf der Beilage
und „I S74. pridie nonas novembris." A'crgl.
P<>rtrait-Kx-libris in III. _\ S. 35, Nr. 33',.
10 IV >. S. 55: Zu 5! ist zu Weinerken,
dass man sieh in den Fallen, in welchen
dieses Graf BreunerVhc Ex-libris zu gross
war. einfach zu helfen wusste. indem man
(nach einem Exemplar meiner Sammlung I
einfach den Trophaenrand ausserhalb des
rechteckigen inneren Kahmens abschnitt und
su verkleinert einklebte. Dass es kein anderes,
zweites Ex-lihris war, beweist sowohl die voll-
kommene Gleichheit im Stich, als auch t>eiin
beschnittenen Exemplar der noch sichtbare
Rest des unten links in der rechteckigen
Kahme aufliegenden Portraitstabes. Dem
Stil nach setze ich übrigens das Blatt nicht
in die Zeit 1030 iWarren) oder 1 f>Ou • «io
>•. Eisenhart'', sondern in die Zeil 1 700- - 1 705.
11 Ebenda, zu <>): Dieses Blatt ist
niemals Ex-libns gewesen und von R. von
Retberg gleit Ii cinei Reihe anderer, theils
eigener theils Irctnder Wappen in Dürcr's
Manier einfach als Wappen gezeichnet worden:
v<m dem unter 61 genannten Blatt besitze
ich übrigens in meiner Wap|>ensammlung
3 Varietäten: a farbig auf braunem Papier,
oben ..Ralf von Ketberg auf Wettbergen",
unten „Kristlich im dütsch". b ebenso ohne
Namen nur mit Spruch, c. schwarz auf weissem
Papier mit Namen und mit Spruch; a. u. c. >
270X470 nim. b. : .270X420111111. Es giebt
noch zwei grossere Wappen biAtter, auch keine
Ex-libris. R. v. Retbergs, von diesem genau
nach dem von Rogendorf sehen von c. 1520
gezeichnet, d. mit dem von Rogendnrf sehen
Wappen, e. mit dem von Relberg'sehen Wappen,
beitle 4.sX r M • m gross und, exclusive Wappen-
inhalt, gleich. Die Retbergschen Original-
steinplatten, einst dem Kupferstichkabinct
München übergeben, hat heute der Kunst-
händler H Helbing in München.
12) IV. 2. S. 50: Da hier liliputanische
Ex-lil>rLs erwähnt werden, führe ich hier noch
ein solches an, das mir bis jetzt als kleinstes
Bibliothekzeichen vorgekommen ist: Auf ♦
nebeneinanderstehenden Münzen ,, Ex-libris
Jacoby Manzoni" vielleicht ein Verwandter
des italienischen Dichters Allessandro Man-
zoni r*). bzw. zwischen 2 I.orberrzweigen
wachsender Ochse aus neunpünktiger Krone:
zierlicher Stich, c. 1 800, i; 1 ,, nun breit,
o mm hoch*
1 V' IV. 2 S. 57 — 58: Auf tlem bekannten,
wetler seltenen noch schonen Ex-libris der
Abtei St. Ulrich und Afra, Augsburg
von c. 1730 ist Schild l: Der des heiligen
Ulrich, eines geborenen (irafen von Dillingeti-
Kyburg ^ausgestorben 1286 : Schild 2: Der
der heiligen Afra, rede: der des französischen
Hauses Lusignan, welches kurze Zeit die
Insel Cypern innehatte, von der St. Afra
stammen sollte was aber falsch ist!); Schild 3:
Der des Coiivents der Abtei; dieses
..Patriarchen kreuz", an dem die Hallte des
unteren Querbalkens fehlt, drückt aus, dass
die Gewalt tler Abtei und ihres Abts der
des Bischofs untergeordnet ist. als dessen
Zeichen oft das ganze Patriarchenkreuz
dargestellt ist (Vgl. meine Mittheilungen
im englischen Ex-libi is-Journal IV, 5, May
1804. S. 62).
14) IV. j. S. 03 zu III.): Das Wappen
des Hertmann Maurus ist weder ein Ex-
libris noch von Albrecht Dürer selbst. R. von
Rctbcrg bemerkt üt>er dieses Blatt in „Dürer's
Kupferstiche und Holzschnitte", München,
1871, S. 12Q, Anhang Nr. 73: „Das Wappen
des Hartm. Maurus ist ein II. Blatt des
Werkchens „Coronatio .... Caroli . . . .
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.39
in regem ; Hartmann Mauro .... authore"
von 1 5 J3. Quartu." Das I. Blatt dieses
Werkchens ist nach der gleichen Quelle
(S. 128 der kaiserliche Doppeladler aus
Dürer's Sch ale. Ii. von Retberg bezeichnet
mit Passavant und A. Grcnser (im Adler,
1872, II. Jahrg. Xr. »t S. i.j; das II. Maurus-
Blatt ausdrücklich als nicht von Dürer
selbst, sondern „aus Dürers Werkstatt oder
Schule" herrührend. Es ist nach dem Ge-
sagten kein Ex-libris, sondern ein. dem
kaiserlichen Wappen folgendes Personal wappen
des Autors und II. Titelblatt des genannten
Werkchens. ( Vgl. auch Warnecke's Heraldische
Kunstblätter. Lief. III.. S. 4, Xu. J09).
1 5) IV. 2. S. 03 zu VI. b.) ; Von Haeber-
lins Bibliothekzeichen giebt es sogar fünferlei
ganz verschiedene Exemplare (ohne Varietäten).
ic>) Ein originelles Spiel des Zufalls ist
es. dass direkt neben der auf Spalte I aus-
gesprochenen Krage des {gleich dem „J. L." |
von S 6-1 leicht zu enrathenden* Einsenders
,.— .—": „warum man noch nicht" auf das
Wort „Bücherei/ei« heu" verfallen sei", I «Teils
diese Frage in Spalte II Beantwortung ;
gefunden hat. Übrigens wurde dieses, auch
meines Erachtens nach nicht schöne, neue
„Ei" bei der Ausführung des Blattes als
wirkliches Ex-libris wiederum getilgt.
17 IV. 2. S. 71: Ex-libris Baron 1
Kottwitz wurde im Xovember 1890 bei
Kud. Lepke von einem anderen Sammler sogar
mit 48 Mk. bezahlt! —
iH 1 IV. 2. S. 88: Das als Orts- Ansichts-
Ex-libris bezeichnete Königsberger Blatt ist
kein Ex-libris; mir hat eine Reihe von
gleichartigen Blattern Sysangs vorgelegen,
welcher mehrere solcher Städtebildchen in
gleicher Manier mit Siegeln gestochen hat.
Ein vielleicht^ einmaliger Gebrauch als
Ex-hbris genügt bei solch modernen Blättern 1
noch nicht, dass man das "Blatt unter die
Bibliothekzeichen einreiht.
Bloss nach den S. 88 gegebenen Be-
schreibungen kann ich für meine Person auch
das A ugs burger und Nürnberger
Blatt nicht als Ex-libris ansehen, zumal die-
selben, wenn sie Ex-libris waren, dann sicher
in den Münchener Ex-libris-Sammlungen
angetroffen würden, zum mindesten in der
der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek — was
aber nicht der Fall ist. Derartige Städtc-
bildchen mit und ohne allegorisches Beiwerk
gab und giebt es noch unendlich viele.
Hier will ich noch bemerken, dass ich
gleich anderen Sammlern auch das in V. 1.
S. 19 abgebildete und besprochene hübsche
Blatt von M e i 1 nimmermehr für ein
Ex-libris halte, sondern für ein allegorisches
Titelkupfcr irgend eines Buches ; ich l>eziehe
auch das Blatt, sei es nun, was es wolle,
nicht auf „Bergwerk", sondern auf „Forst-
wirtschaft."
10) IV. 3. S. 101.: Das hier abgebildete
Ex-libris Benediktbeurn existirt noch in
einer Varietät, welche — im heraldischen
Theil genau gleich --• die folgende ab-
weichende Überschrift tragt: ..Lvdovicvs.
Perczl-Abbas In Benedictn. Peyem." Dieser
Abt regierte von 1548—70; Hirth schreibt
das Blatt, das er in seinem Formenschatz
1883, Xr. 87 abbildet — ob mit Recht,
oder nicht, möchte ich nicht entscheiden —
dem Hans Burgkmeir d. J. zu — * c. 1500
t 1.550 - ; die Blatter würden somit in die
Zeit 1548 -1550 zu setzen sein, was auch
stimmen kann, wenn deren Zeichner nicht
Hans Burgkmeir d. J. war.
jo IV. 4. S. 11b: Die hier genannten
4 Jon. Max. Zum Jungen'schen Blatter
sind dem etwas älteren (sonst noch nicht
erwähnten) Ex-libris von „Johan Hector
Zum Jungen" nachgebildet, welches die gleiche
Anordnung, nur keine Ahnenschilde, sowie
andere Sprüche hat; 70X1 '4 '«m; '5 -;
Johann Hector der Aeltere) war Pfleger des
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- 4 o
Hospitals «um heiligen Geist von 1580 - t.S".J,
und Magistratsdeputirtcr des Frankfurter
Katharinenklosters M>|8 inj 5,
ji IV 4. S. 11h. Das hier abgebildete j
Mandl'sche F.x-liliris des in. Jahrhunderts
,\V. Nr. i.'.hi seheint hinsichtlich der musi-
kalischen Umrahmung eine in der Mitte |
leere vorgedruckte Schablone jener Zeit ge-
wesen zu sein .analog der in Warnet ke's
Ex-libris-Wcrkc S. 1 2 abbildeten S< hablr.ne ;
denn fast genau dieselbe Umrahmung mit
Musikinstrumenten nur grösseres Formal (
-- findet sich am 1» auf dem Ex-libris des
bayr. Holraths und Hotplalzgrafen Erasmus
Vend < + 1585) meiner Sammlung von c 1507
<W. Nr. jjiO), uoXiö.i mm: thatsäi blich
scheint diese Schablone mit Musikinstrumenten
auch in der Mitte leer fohne Vend'sches
oder Mandl s» lies Wappen 1 zu existiren; denn
sie ist so in Hirth's Formens» hat«, 1883,
Nr 4b abgebildet ; als (Quelle filr's Original- J
blatt ist die „Kgl. Huf- und Staatsbibliothek I
in München" genannt, doch leider nicht das .
Werk, in dem das Original klebt.
Zu den hier genannten 7 Maiidl'scheu !
Biblioihekzeichen füge ich ihm b 2 nach meiner
Sammlung bei: Freist hwebendes Wappen ohne
Hintergrund, oben „Nee lemere nec timide",
unten „Johannes Mandl zu Dcitenhofen" etc.
(folgen 2 lange, von einander vers» hiedene
Titel), beide datirt, das eine von 1030. das
andere von 1037.
Die Schreibweise des Namens war früher
Mandl, jetzt Mandl ls. die Ex-libris von
Thaddaeus und Ludwig, sowie den Gothaer
Freiherrnkalender), nicht Mandel.
22) IV, 4. S. 1 ig. Das franzosische ,
Ex-libris von 1779 ist nicht Boudinot-Marvier
etc. sondern nach einem alten, reizenden
Original in meiner Sammlung laut gleichzeitig
gestochener Inschrift auf dem Tuch unter j
den Schilden: „Ex-Hbria Duchi**; der Stecher
heLsst nicht ,.D. Launay" sondern „De Launay". j
Der in IV. 4 gegebene, hinter der Fein-
heil des Originals sehr zurückbleibende und
anonvme Abdruck stammt von einer der in Paris
in den letzten Jahren hergestellten Platten
— Gelatine - Kupferätzung* • Kopien (n i c h t
Neudrucke der a I t e n Platten!», welche meist
von E. Gosselin jeune (1893) herrühren und
häufig auf altes Papier gedruckt sind ; solche
neu gemachte Blätter sind /.. B. J. H. V.
Chevalier de Valory. nach F. Boucher-Valorv;
President Henault, nach F. Boucher-Graf
Caylus. Jean Laureiue Auhle, nach F. Bnucher-
Pariset; De ßuissy. nach Chollard ; Andr. de
Salis. nach Choffard: Souchay. nach Monet;
M. A. F'. de Fontenay. nach Moreau le Jeune:
D. D. d'Archambault, nach Sergent- Marc eau :
Duche. mit und ohne Namen, nach de Liunav
le Jeune: J. F. Brallet, tle Coursay, u. A.
In einer t'auserie der Archives II., Nr.
1 und 2 der franzosischen Ex-libris-Gesellschaft
wendet sich Mr. Th. Devaulx in scharfen
Ausdrücken überhaupt gegen all die vielen,
jetzt existirenden „contrefacons" Vgl. auch
das von Herrn Pfarrer Gerster in der
Zeitschrift V. I. S. 3 zur 30. Sitzung Gesagte.
Die gleiche Abbildung dieses Duche-Blatts
ohne Namen, wie in unser Zeitschrift IV. 4
befindet sich auch in den „Ex-libris Ana"
von H. Jardere. Paris. Jolv" i8i»,> p,
— 30. jedoch dort ausdrücklich als „Re-
produktion" und als „Ex-libris Duche"
bezeichnet
23) V. 1. S. 4 5: Suffragan Melchior
Vatli hat noch ein 3. Bibliothekzeichen
gehabt, welches den hier abgebildeten 2
ähnlich, aber nicht gleich ist. Die nach meinem,
mit der Hand kolorirten Exemplar zu er-
folgende Reproduktion wird einer folgen-
den Nummer beigegeben. Dieses 3. dürfte
ebenfalls um 1520. aber wohl vor den 2
anderen zeichnerisch höher stehenden Blättern
entstanden sein. Dieses Blatt ist übrigens schwarz
in Lempertz' Bilderheflen, 1800, Tafel IV. al>-
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— 4' -
gebildet; das 2 von Herrn Pfarrer Gerster [
al>gebildcte M Vatli'schc Ex-libris (mit dem
Kleeblatt) ist Waniccke Nr. $42.
24) V. i.S. 8: Diesesjoh. Stabius'sche
Biblintliekzei« henvKii Albreeht Dürer' befindet
sich, unkolorirt und daher in diesem Falle
weit schöner und kräftiger wirkend, auch in
der Sammlung der Kgl. Hof- und Staats-
bibliothek in München.
J5I V. 1. S. <i: Zu <leti zahlreichen ,
Varietäten des Kx-libris Friedrich August
von Braunschweig- Oels mache i< h. um
andere Sammler bei Angeboten vor einem leicht
möglichen Übersehen zu bewahren, darauf
aufmerksam, dass e> noch ein Kx-libris giebt.
weh lies in der ganzen Anordnung dem grösseren
Exemplar der hier beschriebenen, nicht seltenen
— ausschliesslich kleiner Verschiedenheiten
in einzelnen Grössenverhältnissen — fast '
genau gleicht, jedoch auf dem unten
befindlichen Bande die Inschrift trügt: „Carl ,
und August Herzog von Braunschweig- !
Oels;" (Brüder. 1700 iHo<>. bzw. 1770
-- 1H20); 05X/7 mm; dieses Blatt kommt
sehr selten vor. Vgl. E.-L-Z. III. V S. <>o. '
><>.) Zu IV. 1. S. 1 1, 2. S. 4S und 3.
S. i)2 „K 1 o s t e r - K x - I i b r i s" könnte ich
die verschiedensten Nachtrage liefern, doch
mangelt es mir jetzt hierzu an Zeit.
>7) Zufolge gütigen Hinweises des Herrn
Rath Seyltr trage ich zu den von mir in
der Zeitschrift II. ,v S. 20. II. 4. S. 4. b und
7 und III. 2. S. 34 veröffentlichten Dr, Georg
Hobsinger 'sehen Wappen- und Portrait-Kx-
lihris nac h, dass sich im Neuen Siebmat her.
bürgerliche Wappen. IV. S. i.s nähere An-
gaben über diese Person befinden: Dr. Gg. |
Hobsinger, der Ar/.enci Doktor und Lehrer
in Regensburg, erhielt (nebst seinem Bruder
Michael) d. d. Genua 14. Nov. 1536 von
Kaiser Karl V. einen, das in II. 4 al>gebildete
Wappen enthaltenden Wappenbrief, in welc hem
die Dienste erwähnt werden, welche er dem
Kaiser auf dem letzten Reichstag, ..als wir mit
leibs swachheil beladen gewest". erwiesen hat.
Dr. Gg. Hobsinger war ein Freund des Geschichts-
schreibers Aventin. Hobsingers Wa]>penblatt
ist verkleinert auc h in Warnecke's „Heraldischen
Kunstblättern". Lief. III.. Bl. o„ reproducirt.
München, Marz i S^ s-
k. E. (Iraf zu Lciiiinßt'ii-Westerburß.
Der Todtenkopf
auf Bücherzeichen.
Der Tod. überhaupt der Wechsel und
die- Vergänglichkeit alles Irdischen war von
jeher Gegenstand künstlerischer Behandlung,
wobei wir «ler antiken, mehr |H.etischen Auf-
fassung - «lern Genius oder schlafenden Kinde
mit gesenkter brennender Fakel — vordem knö-
chernen Sensenmanne oder dem von Schlangen
umwundenen Todtenkopfe der christlichen
Aera unbedingt den Vorzug einräumen möchten.
Solch bildliche Behandlung der Hinfälligkeit
des Zeitlichen hat auch in der Kleinkunst
sc hon frühzeitig Ausdruck gefunden.*) Die
K\-Iibris-Meister von sonst und jetzt lieben es,
bisweilen Todtengerippe, namentlich Todten-
sc h.'idel in mannigfacher Verbindung auf
den Bücherzeicheii anzubringen, — sei es
als Vollbild, als Thcil des Wappens, als
Attribut, als ornamentales Beiwerk, oder auch
rein nebensächlich. Infolge dessen finden
sich in England wie Frankreich Sammler,
welche nur Blatter dieser Kategorie in ihre
Mappen aulzunehmen pflegen ... Ks wäre
in der That ein dankenswertes Unternehmen
"I Dürers prachtvolles WaiipenbUtl mit dem
Tndienkopf ist jedem Kupfcrstichsammler wohl-
bekannt, jedoch kein Bürhcr/cichen.
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— 4* -
eines Kx-Iibris-Frcundes, Blattei ulter und neuer
Zeit mit dem erwähnten Symbole unter kurzer
Beschreibung in einer Liste zusammenzustellen,
welche bei ihrem Reil hthuin und ihrer
Mannigfaltigkeit auch in künstlerischer und
kulturgeschichtlicher Beziehung manches Be-
lehrende bieten würde. —
E.
Die Büeherzeichen der Augs-
burger Stadt-Bibliothek.
Die Gründung der Stadt-Bibliothek in
Augsburg fallt in den Heginn des Mi. Jahr-
hunderts, si» ziemlich in dieselbe Zeit, in
welcher Fugger und l'eutingcr ihre gross-
artigen Bücherschütze zusammentrugen. Den
Stamm dieser Bibliothek bildet eine Schenkung.
Büeherzeichen der Bibliothek aus dieser Zeit
sind mir unbekannt. Soweit zu meiner
Kenntnis* gelangt ist, giebt es nur ,5 Büeher-
zeichen, von welchen 1, 2, 3 und 5 in meiner
Sammlung sich befinden.
1 Das auf dem Beiblatt farbig abgebildete
Bücherzeichen: Wappenschild mit derauf dem
Kapital stehenden Zirbelnuss, Holzschnitt in
alter Bemalung, welche etwa zwischen 1 530 und
1 540 entstanden sein mag.
2 und 3) Die auf dem Kapital stehende
Zirbelnuss in 2 Grossen, ebenfalls bemalter
Holzschnitt aus derselben Zeit wie No. 1.
4) Das bei Warnecke unter Nr. 71 auf-
geführte Büeherzeichen. Das un bemalte Kapital
mit dem handschriftlichen Vermerk 1744 in
der Sammlung des Herrn Staatsrat!] von
Kisenhart in München.
sl Das nebenstehend abgebildete Blatt mit
der Ansicht von Augsburg, in meiner Sammlung
und von mir beschrieben in dieser Zeitschrift,
Jahrgang IV, Heft j, Seite 88.
Weitere Büeherzeichen der Stadt-Bibliothek
in Augsburg sind mir nicht bekannt.
Frankfurt a. Main.
Heinrich Eduard Stiebel.
Nachtrag
zu Veit Tuchsenhauser
(nicht Tuthsenhauser).
Kx-libris-Zeitschriit Jahrg. III S. 75.
Von kundiger, heraldischer Seite be-
züglich Veit Tut hsenhausers i s. Kx-l.-Zs. a. a.O.)
auf den III. '1 heil des „bayerischen Stammen-
buchs" von Wigulcus Hund*) aufmerksam
*) Dieser drille- 1 heil ist nur handschriftlich
vorhanden, und befindet sich das Original-Manuskript
in der Hof- und Siaats-Biblioihek ,» Mönchen.
(Cod. bav. jaoX. fol )
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•V - '
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— -43 —
gemacht, erlaube ich mir aus demselben
Nachstehendes mitzuteilen:
Hund widmet den T,*) welche ein an-
geschenes, altbayrisches Geschlecht waren,
einen eingehenden Artikel. Der erste T.,
welcher urkundlich auftritt, oder wie Hund
sich ausdrückt: „Der erste der sich also nennt
war Oswaldt, Herzog Emsts und Herzog
Wilhelms Sc hreiber, darnach Sei retari. Rennt-
maistcr und Herzog Emesis obrister Canzlcr
14 24"; in welcher Eigenschaft er den bayrischen
Herzogen mehrere wichtige Dienste leistete.
..Oswald hat die veste Peysenberg vor dem
Landsgericht I,andtsperg mit reihten einzogen,
uinb Schuld wegen, so weilandt Herzog
Stephan zu Ingolstadt und sein Sohn Herzog
Ludwig Ihm Oswalden zum thail selbs
schuldig beliben 1431. ligt zu Polling im
Closter begraben. Alda er ain aigne Ca|>|>ell
und grabnuss" etc. etc.
Die T. nahmen ein sehr tragisches Ende.
„Der letsl T/' erzahlt Hund, „dess namen
ich iez nicht gründlich waiss, vermaint aber
es sey (osman Ain erfarner Kriegsmann,
war ettlicher Rcichsstett feindt. darüber ge-
fangen und au ff dem grossen Reichstag zu
Wormbs A. 1521 gekhöpflt, wie Ich gehört
hab."
Am Schlüsse des Artikels kommt der
Genealoge auf unsern Veit zu sprechen,
über den er folgendes berichtet:
..Veit, Ain lediger**) T, waiss nit welches
Sohn, Gaistlichen Stands ain geschickhter und
beredter Mann, war Doctor und pfarrcr zu
Ingolstatt bey unsrer Lieben Frauen, hernach
frl.***) Rbatt und Pfarrer zu Straubing, alda er
*) Hund schreibt durchweg Tüchscnhauser. bis-
weilen Tlchsenhauf.er.
") ledig d. h. ausverehelich geboren.
***i fürstlicher.
I gestorben 1353*1. bat den Barftlssern zu
Ingolstadt ich» 11. geschafft, e s ( alcnd.. ibidem.
E.
Das Pirkheymer'sche Ex-libris
vom Meister I. B. v e
Dieser in Heinemann's Bücher/eichen der
Wolfenbütteler Bibliothek auf Bl. 9 abgebildete
Kupferstich wurde bisher nicht allgemein als
Hücherzeichen angesehen und noch der i. J.
|8«»4 erschienene ..Katalog der Omament-
stich-Sammlung des Berliner Kunstgewerbe-
1 Museums'- führt ihn auf Seite 17 Xr. 43
mit folgenden Worten auf: „Hochfüllung mit
allegorischer Darstellung iSpes, Tnbulatio,
Invidia. Tolerantia 1 bez. I, B l,52<). Bartsch 30.
Dass es aber ein Ex-libris und zwar «las
des Willibald Pirkheymei war, für den ja
auch der mit ihm befreundete Dürer ein
Ex-libris gezeichnet hat, erfahren wir aus dem
1000 von Hans Imhoff herausgegebenen
Theatrum virtutis et honoris oder Tugend-
Büchlcin Pirckheymers. Diesem Büchlein ist
unter anderen auch eine Nachbildung des
Bliitt« hens beigegeben, und es rindet sich
hierüber in der am Anfange befindlichen, von
Hans Imhc.lf, einem Verwandten Pirkheymers
niedergeschriebenen I-cbensbeschreibung auf
Seite 71 folgende Mitlheilung: Pirckheymcr
IuiIk' theils durch körpei liehe Krankheit theils
durc h Amtssorgen viel Unbill, Widerwärtigkeit
und Bekttinmcniiss gehabt. Darüber habe er
sich mit schönen Sprüchen aus der heiligen
Sc hrift besonders aus den Psalmen zu trösten
gewusst. ^Darnach hat jn auch consolirt vnd
' > In dem Abdrucke bei Freih. v. Krevberg
Sammlung historischer Schriften und l'tkiinden
B. III. S. 600 findet sich „ijtj" »•»" »S5j.
Irthum, der auch durch das entM.indene Ex-
libris widerlegt wird —
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— 44 —
Confortid sein gut rein Gewissen, beneben
der Gedult vnd Hoffnung Göttlicher Hülffe.
Zu welchem ende dann er sich ein schönes
Emblema erdacht vnd aufls Kupfer bringen
lassen, welches er vielen seinen Bü< hern,
na« h Gelegenheit fornen .»der hinten inseriert."
Vnnd ist desselben Inhalt omissis parergis,
kürtzlith dieser: In der Mitte stehet ein Amboss,
welcher auf der forderen seilen sein Wapen,
nemlich ein Bockenbaum hett: Vnter selbigem
liegt ein Weibsbild. Tolcranut (tti Teutsch
Gedult) genandt, atlff einen Arm mit «lern
Kopff sii h strurend, vnd alle streich, vi auff
den Amboss lallen, gedullig aussdauernd:
Forncn steht ein amier Weib, gleichsam
zanckend, vnd hat zurück jen namen ge-
schrieben Invidia oder Missgunst: Dise helt
mit einer Zangen ein Hertz auf den Amboss
ins Feuer: Gegenüber findet sich eine andere,
welche mit aufgehobenen bevden banden
einen trifachen Hammer gefasset hat vnd auf
das Hertz im Feuer ob dem Amboss mit aller
macht zuschl.'igt, vnd wird seil. ige TribulaÜO
oder Anfechtung intitutirt. Zwischen disen
bevden Bestien stehet auff der andern seilen
das vierdte Weibsbild mit jrem Titel oder
Vhersi hrifft Spes, das ist Hoffnung: Selbige
hat ihre Augen vnd rechte Hand mit auff-
gerei klein vordem Finger gen Himmel ganlz
demütig erhoben : Van dannen aUSS einer
lichten, Wolcken etwas, den Schneeflocken
oder Regentropfien fast gleich, »las Hertz im
Feuer auff dem Aih1h>ss zu erquicken, herab-
fallet. Mit welchem artigen Gedic ht, der Er-
finder H<rr Bilibald, zwcifells frey xu
vorstehen geben wellen, wessen er sich in
seinem Billigen tröstete, auch wannenher
Hültr vnd Kettung er suc bete vnd gewartig
wflre: als wolle er mit dem heiligen Propheten
David sagen: Auxilium meum a Domino,
qui fecit coclum et terram:
„Mein Hülff vnd Trost kompt nur von Gott,
Der Himmel vnd Erden erschaffen hat."
Lange konnte Pirckheimer dieses seines
trosts]xndenden Bücherzeichens sich nicht
erfreuen, denn ein Jahi nach dessen
Entstehung starb er. am 2*, Dezember
• 530
Frankfurt a. Main.
Dr. II. Pallmann,
Exlibris
der Familie Steiger-Bern.
Herr F. Hugo Schm id in Kremsmünster
übcrliess freundlic hst Ix-igedruc ktes Ex-libris
zur Vervielfältigung. E* ist dies das älteste
in der Stiftsbibliothek zu Kremsinünster vor-
handene, vot Jahren aus einer Inkunabel
(man weiss leider nicht mehr aus welcher?)
ausgelöste Ex-libris. Der nicht besonders
gute Druc k Lst auf l'ergament lin Grösse von
2~ : 40,.ci cm) hergestellt und sitzt etwas ober-
halb der Mitte des sonst leeren Blattes. Die
Grösse des Holzschnittes betragt 0,5 Breite:
6,7 cm Höhe. Der flott gezeichnete Holz-
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- 45 —
stock dürfte dem ersten Jahrzehnt des i f ». Jahr- !
hundert* angehören; eine Muthmaassung, wer
der Künstler gewesen, fällt hei der Einfachheit
der Darstellung schwer; besonders individuell
kann die ganze Behandlung nicht genannt
werden, es ist die damals zeitgemässc Aus-
druckweise für heraldische Durchschnitts-
leistungen. Trotzdem liegt in der naiven
Vertheilung im Raum ein nachahmenswertes
Etwas, das vielen besser gezeichneten Blattern
dieser Periode mangelt. Das Wappen, eine
nach links gewandte Tartsche enthalt einen
aus einem Dreiberg wachsenden Steinbock
und wird von einem wilden Mann gehalten. '
Das Wappen scheint das der Familie 1
Steiger in Bern zu sein; im Annorial j
geucral von Rietstap Band II Seite 831 wird
es, wie folgt, beschrieben :
Steiger- Berne. Branche blanche, ilite
Steiger-M ün.singen. Ree. du titre de baroii,
le 30 mars 1874.) De guculcs ä un
bouquetin naissant d'argent, mouvant dun
tertre de sinople, les pattes levees vers le
chef. Cimier: le bouquetin, issan».
Steiger- Bertie. Branche noire. dite ,
Steiger-Moutrichcr (Barons prussiens, 10. dec.
1714-. D'or ä un bouquetin naissant de
sablc, la patte dextre levee, la patte senestre
abaissee. Cimier: le bouquetin. issant.
Ueber Mitglieder dieser schweizer bürger-
lichen Familie sind in Öttingcrs Moniteur des
dates Nachrichten, jedoch nur Uber Per-
sonen aus dem vorigen und diesem Jahr-
hundert verzeichnet- Es wäre wünschenswerth,
Näheres zu erfahren, ob das Ex-libris obiger
Familie angehört haben könne.
_ E. I). d. J.
Ex-libris Ilse Warnecke.*)
Das „Ex-libris" „Ilse Warnecke
geb. von Landwüst", das in farbiger Aus-
*( Mit Genehmigung des Herausgebers der Ex-
libris von Joseph Sanier (Berlin, J. A. Stargardl.) I
führung diese Nummer schmückt, wurde von
der Trägerin des Namens, der Wittwe unseres
hochverehrten ehemaligen Vorsitzenden des
Ex-libris- Vereins, unserer Zeitsc hrift als Bei-
lage gestiftet. Welch freudiges Empfinden
diese Stiftung in unserer kleinen Gemeinde
hervorruft, weiss nur der zu würdigen, der
den Verhältnissen nahe genug steht, der vor
allem das grosse Interesse kennt, welches die
Wittwe und treue Mitarbeiterin Fritz Warnecke's
all seinen Bestebungen entgegenbrachte. Jedes
noch so unscheinbare Blattchen, das in die
Sammlung Ihres (kitten »ich einreihte, hatte
dieselbe Freude ihr, wie ihm bereitet — die
heutige Stiftung ist nicht nur ein Gedenken
— nein vor allem ein Beweis des lebenden
Interesses für die seit langem lieb gewordene
Richtung.
Zudem von Joseph Sa ttler gezeichneten
Blättchen sellwt ist nicht viel hinzuzufügen,
der Augenschein l.'isst kaum etwas unklar er-
scheinen. Der von einer Säule getragene
Bibliothekraum zeigt über der Decke noch-
mals Oeflnungen für Bücher, die durch die
Fortsetzung der Säule nach oben getrennt
sind. Diese Fortsetzung bildet die gold-
grundige Darstellung des heiligen Florian, der
gemeinhin mit dem Sprach: ..Heiliger Florian
behüt unser Haus, zünd' andre an" gekenn-
zeichnet wird. Unter dem Heiligen sind am
Kopfe des Kapitals die Buchstalien „C -+- M
-f B" als die Namen der heiligen drei
Konige (Kaspar, Melchior, Balthasar) zu lesen,
wie solches Uber und an Thüren häufig zu
finden war. Das intime Bild der im Mittel-
raum befindlichen im Charakter der 1. Hälfte
des 16. Iahrh. dargestellten Bibliothek muthet
durch die wohl geordnete Unordnung ungemein
an. Farbig Ist das Ganze bis zu einem Punkt
Roth derart gesteigert, das* es sich der Künstler
mit Recht versagen musste, in dem corre-
spondirenden Schilde dieselbe Farbe wieder
anzuwenden. Im Druck der Finna Dr. Wolf
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- 4<>
& Sohn in München ist die vollendete Nach-
empfindung des vornehmen Mitteltons vor-
trefflich gelungen. Grade dieses Bt.'lttrhen
ist sehr lehrreich und in gutem Sinne nach-
ahmenswerth, natürlich im Prinzip, nicht im
Bu< hstabrn. — Der Spenderin aber danken
wir aufrichtig und hoffen, die Freude an
Wohlthat möge fortdauernd Freude und Nach-
ahmung schaffen. —
Besprechung des Werkes:
Dr.O. von Heinemann, „Die Ex-libris-
Sammlung der Herzogl. Bibliothek
zu Wolfenbüttel."
(J. A. Stargardt, Berlin, 1*95)
Mit dem neuen Jahre ist ein hochinter-
essantes Werk erschienen, das von der Ex-
libris-Gemeinde mit grosser Spannung erwartet
wurde und das geeignet ist, den bereits J
kundigen Ex-Iibris-Sammlcr ebenso wie den
Laien zu unterrichten und zu erfreuen.
Die Wolfenbütller Ex-libris-Sainmlung war
nicht Vielen dem Namen nach, nur wenigen aber
aus eigener Erfahrung bekannt, und das Buch
des Herrn v. Heineinann, das sich eingehend
mit derselben befasst. bringt ausser einer I
sehr anregend geschriebenen Einleitung eine ,
Fülle guter Illustrationen, die ja bei einer
Abhandlung über dieses Thema oft die
Hauptsache sind Findet der Sammler auch
manchen guten Bekannten unter den Ab-
bildungen, so wurde auch andrerseits eine An- :
zahl von Bibliothekzeichen wiedergegeben, die
bis jetzt Unika sind, oder nur in ganz wenigen
Sammlungen angetroffen werden.
Das Werk ist infolge seines Textes und
seiner Abbildungen hervorragend geeignet,
sowohl eingehend über das ganze Ex-libris-
Thema zu belehren, was namentlich für solche
gilt, welche keine eigene Ex-libris-Sammlung
besitzen, als auch als Nachschlagewerk und
Musterbuch zu dienen; der Künstler findet
gute Vorbilder darin, der Hcraldiker und
Ornamentenzeichner gute und nachahmens-
werthe Beispiele, der Kunsthistoriker neue
interessante Hinweise. — kurz, von welcher
Seite aus man dieses Buch betrachtet, ist es
lehrreich und werthvoll, und es sollte in
keiner Bibliothek von Kunstfreunden und
Kunslinslituten. aber auch in keiner grösseren
öffentlichen Bibliothek fehlen, die Anspruch
darauf erhebt, das Bemerkenswerthere der
besseren Litteratur in sich vereinigt zu haben.
Das von Heinemann's< he Buch ist mit bestem
Gewissen zur Anschaffung zu empfehlen, da
es sehr viel Neues bringt, manche Lücke aus-
füllt und die bereits bestehenden Ex-libris-
Werke namhaft ergänzt. Es hat auch bereits
nicht blos im deutschen Interessentenkreise
Aufsehen erregt, sondern auch im Ausland,
namentlich in England, wo man der alten
und neuen deutschen Kunst im Allgemeinen,
wie der deutschen Ex-Iibris-Klcmkunst im Be-
sonderen ein reges Interesse entgegenbringt.
Gehen wir auf das Werk selbst naher
ein, so finden wir zunächst die neue That-
sache festgestellt, dass der frühere Besitzer
des Wolfenbütller Ex-librüs-Schatzcs, der Frei-
herr G. G. A, II. K. von Berlepsch, der
erste deutsche Ex-librLs-Sammler gewesen zu
sein scheint und schon um 1 826 mit der An-
legung seiner Ex-libris-Sammiung begonnen
hat, also nur j Jahre, nachdem in England
ein F.x-Iibris-Liebhaber zuerst litterarisch auf
die Bibliothekzeichen und deren Werth hin-
gewiesen hat.*) Trotzdem dürfte ein Zusammen-
hang zwischen dem kunstverständigen Frciherrn
— einer rühmlichen Ausnahme in jener
•) Vgl. Buchgewrrbeblatl. Leipzig, |8«<5, No. 7.
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Kx-libris
der Frau fieheimrath Ilse Warnecke gi-U. von Landwüst,
gez. von Joseph Sattler.
Druck *M l>r. < W..H \ Si.hn m Mümhrn. IklUc »r Kvllkrl«-/.rllM-hrln. Jahre«»! 1**5. ><>■ -•
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47 -
kunstarmen Zeit ! — und dem englischen
Sammler schwerlich nachzuweisen sein. Fand
unser Thüringer Landsmann auch in der
Freude der Anhäufung seiner Kunstschatze
schon seine eigene Belohnung, so muss ihm
doch auch die Nachwell für die Erhaltung
seiner 2.14.$ Bibliothek/eichen Dank wissen
und sagen, namentlich, wenn man bedenkt,
dass gerade in der nüchternen ersten Hälfte
unseres Jahrhunderts manches werthvolle Blatt
durch Unkeimtniss für immer verloren ge-
gangen ist. Dem Herrn Oberbibliothekas von
Heiuemann aber muss man nicht minder
danken, dass er in weit voraus blickender
Erkenntniss die Sammlung vor Zersplitterung
bewahrte und im Jahre 1875, da man in
Deutschland noch wenig '»der gar nicht an
..Ex-liliris" dachte, für seine Wollenbüttlcr
Staatsbibliothek gewann. Hat auch diese
eminent interessante Ex-libris-Sammlung, der
nur wenige andere an die Seite zu setzen
sind, in dem 1800 erschienenen Ex-libris-
Werke von Warnecke (weil diesem noch nicht
bekannt) keine Vcrwerthung gefunden, so j
fallt dies insofern nicht in's Gewicht, weil
wir diesem Umstände die nun vorliegende
treffliche von HeinemannVhe Publikation
verdanken.
Bemerkenswerth ist die bisher noch nicht
geübte Art der Eintheilung in persönliche,
Familien- und Memoricn-, unregelniässige und
uneigentliche Zeichen, welche Unterscheidung
behufs textlicher Besprechung Manches f vir
sich hat, wenngleich ich die chronologische
und stilgcmüsse Eintheilung bei grösseren
Sammlungen immer noch für die praktischste I
und übersichtlichste halte, wie ja auch Frei-
herr von Berlepsch ('S. 2 1 1 seine Sammlung
selbst nach Zeitperioden angeordnet hat.
Was insbesondere amuuthet , ist die
reiche Fülle von Ex-Iibris-Wicdcrgaben aus
dem 10. und 17. Jahrhundert, und man sieht
aus einer grossen Anzahl der Illustrationen,
wie reich hauptsachlich die Nürnberger Kunst
vertreten ist; wieviel Interessantes mag da
noch u nabgebildet, dem Auge des grossen
Liebhaberkreises noch verschleiert, in jenem
Wolfenbüttler Schatzkastlein ruhen? Der
Wunsch nach einer Fortsetzung, einem
II. Bande drängt sich gebieterisch auf; möchte
er in Erfüllung gehen !
Wird in der hier nachfolgenden Be-
trachtung das Eine oder das Andere abweichend
von der Ansicht des Herrn Verfassers be-
sprochen oder korrigirt, so bildet das weder
eine Herabsetzung noch einen Tadel
für das vortreffliche Buch; Irrthümer
kommen aber überall vor, und was der Eine
nicht weiss , weiss manchmal ein An-
derer; auch sind verschiedene Ansichten
oder Korrekturen oft nur an der Hand und
auf Grund anderer grosser Sammlungen mög-
lich , die der Einzelne nicht immer zur
Vergleichung heranziehen kann.
Gehen wir der Reihenfolge der Seiten
(S.) und Tafeln (T.) nach, so muss ich zu-
nächst ein altes Steckenpferd von mir tummeln;
Auf S. tö spricht der Verfasser von ..Buch-
zeichen". Ich halte dies für eine Ungeuauigkeit
im Ausdruck; denn „Buchzeichen" ist nicht
der Singular von „Bücherzeichen", der wieder
„Bücherzeichen" lauten würde, sondern „Buch-
zeichen" ist nimmermehr ein Ex-libris, vielmehr
gleichbedeutend mit Lese- oder Merkzeichen;
diese, manchmal vorkommende Verwechslung
ist einer der Gründe, warum ich immer
„Bibliothekzeichen" sage, wenn ich nicht das
bequemere, allerdings nicht deutsche, aber
allgemein übliche „Ex-libris" gebrauche.
S. 16: Von Trew kenne ich statt h
sogar 7 Varietäten (in meiner Sammlung).
S. 20: Zur Helmänderung beim Ex-libris
Pfeil erwähne ich, dass (wie wohl jedem
Heraldiken nicht aber dem Laien bekannt
sein dürfte) man namentlich im 16. Jahrhundert
fälschlicherweise den offenen Spangen- oder
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- 4 8 -
Rugelhelm für „vornehmer" hielt (man nannte
ihn „adeligen" Helm), al* den geschlossenen
Stechhelm. Hat also eine Änderung von
Stechhelm in Spangcnhehn stattgefunden, so
ist dasjenige Blatt als das altere zu bezeichnen, i
welches noch den Stechhelm zeigt. Mir ist i
speriell aus dein Ex-lil)ris-(»ebietc ein zweites
derartiges Beispiel bekannt, nämlich liei den !
Secfricd'schcn Blattern, von denen das ab-
geänderte auch un vorliegenden Werke, T. -J2,
abgebildet ist und heraldisc h-rei hts neben
den Spangen noch <lie Spitze cles vorderen
auf der Kupfeqilatte eingravirt gewesenen
Stechhelms aufweist! Sonst sind die beiden
grossen Blatter genau gleich, und ist die Er-
theilung eines Auftrages zur Abänderung des
Stechhelms in den als „vornehmer" geltenden
Spangenhelm leicht zu folgern.
Einige Ex-libris dieses Werkes sind bereits
in anderen Ex-libris- Publikationen veröffentlicht,
so z. B. die Blatter Hos (S. 34; vcrgl. Ex-
libris-Zeitschrift, 1894. S. 0), Mich, und
Christian» Aschenbrenner \'\. 39, vgl. Lempcrtz,
Bilderhefte', J. K. (Jundelfinger (T. 107,
vgl. Warnecke's Ex-libris- Werk, Taf. XIII.
Nu. 697.), C. v. Hulthem (T. [53, vgl. engl.
Ex-libris-Journal Vol. I); Albertiiie Bachol'eii
von Echt (T. 159, vgl. rix-libris-Zcitschrift III. '
3. S. 67/08). Mit Ausnahme des van Hulthem-
sehen Ex-libris. das in einer ausländischen, nicht
Jedem leicht zuganglichen Zeitschrift abgebildet
ist, wäre es vielleicht vorteilhafter gewesen, die
Kosten für diese zum J.Male abgebildeten Blätter 1
auf eine Wiedergabe noch unbekannter und
noch nicht edirter Zeichen zu verwenden.
Da Christian Hos weder im Register noch
im Inhaltsverzeichnis* angeführt ist. so er-
wähne ich, dass dieses Blatt in die erste
Hälfte des 1 0. Jahrhunderts zu setzen ist;
vgl. „Streifzüge" 3 in dieser Nummer.
T. 4 ist für den Heraldiker von hohem
Interesse und zeigt wieder einmal, welch
merkwürdige Sprache oft Wappen zu reden
vermögen: der Mann wollte „hoch hinaus"
mit seinen Ideeen und Plänen, die einen
hohen Flug hatten — was die beflügelte,
aufstrebende Rechte andeutet — , wurde aber
niedergezogen vom Gewicht an seiner Linken;
welch' bittere Lebenserfahrung mag da den
Besitzer des Blattes zur Annahme dieses
Wappens bewogen haben, durch das er die
Erinnerung an eine verfehlte Hoffnung fest-
halten wollte/ Vielleicht führt die hier
nochmals erlolgte Wiedergabe des Blattes
zur Auffindung des dazugehörigen Namens.
Bei T. 5. 5 «5 und 120 hätten im Register,
gleich den näheren Bezeichnungen bei anderen
Namen ebenfalls Zusätze gemacht werden
müssen; also bei T. 5 „Kanonikus zu Frei-
sing etc.". bei T. 55 „Decretalis = Bevoll-
mächtigter in Aachen", bei T. 120 ..Priester
in Augsburg."
T. ,5 fehlt die oben in den Zwickeln
stehenden Jahrszahl 1,547 rter 4- Reihe
des Registers.
T. <i ist der Vers bzw. Reim sehr originell.
T. 7. Ich verweise hierzu auf das in
Warnecke's ..Herald. Kunstblättern" I. Bl. 10
Nr. 37, und in dessen „Ex-libris des XV.
und XVI. Jahrhunderts abgebildete andere
Blatt des gleichen Besitzers, welches
aber Albr. Dürer's Meisterhand weit schöner
gezeichnet hat. Beachtenswert!! ist dabei die
gleiche Anordnung der Leinen an der Figur
de* Zimicrs.
T. o. Hier verweise ich auf H. Dr. H.
Pallmann's Angaben in dieser Nummer der
Ex-libris- Zeitschrift
T. 17. Dieses auch in meiner Sammlung
altkolorirt befindliche) Ex-libris halte ich für
sicher noch aus dem 1 5. Jahrhundert stammend,
wonach sich also auch die Berechnung auf
S. 22 ändern würde.
Zu T. 1», 52, 63, 87, 102, 104, 113,
114, 141 kann ich theiLs aus eigener Kennt-
niss, theis infolge freundlicher Auskunft
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4«»
de* Freiherr« von Linstowdie Familien-Namen
der Ex-libris- und Wappenherren angeben:
T. 18: ist Meyer. Basel (s. Rietstapt.
T. $2: Schmidt, Nürnberg (Hans Schmidt.
Bürger in Nürnberg 1(104: )<>h. Georg Schm.
iO(»i : s. Siebmachen.
T. 0.5 : von Kur/., Salzburg i>. Siebmadier).
T. 87: Mair. Augsburg, is. Rietstap).
T. loi : wahrscheinlich Sittmann, Me< Ulen-
burg
T. «04: Weissinann von Weissenstein,
Bayern, geadelt 1615 (s. Rietstap.i.
T. ii.-?: J. H. Amtnann, Österreich
ts. Riestap.i
T. 114: I'reu, Nürnberg. (>. Rietstap).
T. 141 : Dietrich Reuss I redendes Wappen:
Fischreuse'» Warnceke Nu. 1 7 1 <> ; es giebt
noch 2 andere Varietäten ^\V. Nu. 1717
und noch eine III. in meiner Sammlung);
gestochen von J. C. Bemdt, Frankfurt.
T. 20. Beim Ex-libris Marstaller mache
ich aufmerksam, dass es ganz im Charakter
und Aufbau an das Ex-libris D. G. Hauer |
von H. Holbein erinnert, wie ja auch O. v. 1
Heinemann als vermuthlichen Verfertiger H.
Ilulbein angiebt.
T. 21 ist wohl sicher auf Lucas Cranach
d. Ae. zurückzuführen, dessen warmer Gönner
Kurfürst Joh. Friedrich der Grossmüthige von
Sachsen war.
T. 23 : Diese Reproduktion ist zwar sehr
„farbenprächtig", kann aber nicht als getreu
dem Original entsprechend bezeichnet werden ;
beim Vergleiche mit meinem Original ergiebt
sich, das* die 3 Gesichter der V. Sohs'schen
Zeichnung weit schöner und feiner sind; die
Pomona ist bei der Reproduktion besonders
unglücklich weggekommen, und die Burg-
partie ist auch nicht ganz gfnau wiedergegeben;
die alten Farben wie die Patina des Alters j
erweisen sich viel schöner, als der nagelneue,
schillernde Farbendruck
T. 1, 4H, <\y 7«. *o, 88, 96, 98, isi,
i*4, 131. 134: Bei diesen als Ex-libris abge-
bildeten Blattern ist es mir im höchsten Grade
zweifelhaft, ob dieselben wirklich Bibliothek-
zeichen waren; eine Autorität auf dem Ex-
libris-Gebiete theilt bezüglich mehrerer dieser
Blatter — t, 48, t> 5 , q6, 121. 124 — voll-
kommen meine Ansicht. T. 1 halte ich be-
stimmt für kein Ex-libris, wenn ich auch
die Publikation dieses 400 Jahre alten Wappens
vom Standpunkte des Heraldikers aus tür
höchst erfreulich halte; nichts weist auf den
Charakter als Ex-libris hin, und es giebt der-
artige alte Wappen, theils Familien-, theils Kur-
fürsten- und I^ndesherren-Wappen als E i n -
z,elbl älter in grösserer Anzahl; die Be-
merkung des Herrn Verfassers auf S 23, dass
„von einer besonderen Vorliebe des Böhmen-
königs Gg. Podiebrad für Bücher nichts be-
kannt ist", dürfte meine Behauptung nur be-
kräftigen. Dieses gemalte Wappen erinnert
ungemein an Conrad Grünenbergs Wappen-
buch (1486), womit ich nicht gesagt haben
will, dass es mit dem berühmten Codex in
Zusammenhang steht ! Das Wappen selbst
ist in die Zeit von 1458 — 71 [Konigswahl
Georg Podiebrads bis Tod) zu setzen.
T. 48 halte ich für das Bruchstuck eines
Ornamentstichs.
Wenn auch T. 65, 71 und 80 vielleicht
(?, was erst noch zu beweisen wäre !) ein
einziges Mal als Ex-libris gebraucht worden
sind, so mochte ich doch diese Portraitbildcr
nicht als Bibliothekzeichen kennzeichnen. Der-
artige Portrait» sind nach Tausenden erhalten
und haben sie einen ganz anderen Charakter,
als diejenigen sogen. „Portrait-Ex-libris", welche
in der Ex-libris-Zeitschrift II, 3 und III. 2
zusammengestellt worden sind und denen man
ihre Bestimmung als Portrait - Ex - libris
sofort ansieht.
T. 88 halte ich vermöge seiner Inschrift
aul der mittleren, unteren Tafel für kein
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— 5«
Ex-libris; von seinem Vorbild auf T. *6 will
ich es nicht dierect bestreiten.
Auch T. 96 will ich nicht unbedingt in seiner
Kigcnschat't als Kx-libris ablehnen, dagegen
sin«! <i«S und 13 1 sicher nur einfache Wappen-
blatter, welche einsl Bestandtheile wappen-
geschmückter Bucher waren
T. 124 ist gewiss kein Bibliothekzeichen, I
jedenfalls nicht das der Abtei St. Ulrich |
und Afra, welch beide Heiligengestalten hier nur
als Augsburger Schutzpatrone auf dem Blatte
angebracht sind; Wappen und Diocesankarte
weisen vielmehr deutlich auf Alexander
Sigmund Herzog von Bayern hin, welcher von
1690 — 1737 Bischof von Augsburg war; ein
Augsburger Bibliothekar weist uns vielleicht
dieses Blatt als Ausschnitt aus einem zu !
gen. Bischof in Bezug stehenden geistlichen !
Werke nach.
T. 134 ist kein Kx-libris, sondern eines
der vielen allegorischen (Jedilt htnissblattcr
wie sie speciell aus Nürnberg und dem dor-
tigen l'atriciat aus dem 18. Jahrhundert zahl-
reich erhalten sind; >ie wurden zu freudigen
und traurigen Familienfeiern in grosser Zahl
angefertigt und gehören somit nimmermehr in
eine Ex-Iibns-Sainmiung (wie ich das wohl
behufs Erhöhung der Stückzahl, auch schon ;
gesehen habe ! } Die Jahreszahl lautet auch |
nicht 1732, sondern 103-% womit auf das I
eiste Vorkommen des Grundherr'schen Ge- |
schlcchts in der Geschichte hingewiesen wurde,
T. 40. Das Lerclienfeld'sche Ex-libns
ist nicht 1588, sondern 1558, was im Re-
gister zu .Indern ist.
T. 54 ist nicht „Lirich Schober" etc. —
jedenfalls der nachfolgende zweite Buch-
besitzer sondern l'ronner von Aichpichl
redendes Wappen . vielleicht Magister Wilhelm
Pronner, von dem ich ein anderes Kx-libris
mit Autograph habe. Diese Pronner gehörten
dem Münchener Patricia! an und starben 1670
aus. 'S. N. Siebmacher VI. 1 .
T. 58 fehlt die obenstehende Jahreszahl
1575 in der vierten Reihe des Registers.
T. 64. Hier wurde wohl übersehen, dass
unter der ovalen Rahme in den freien Räumen
über der unteren (Schrift-' Tafel „M. Z." steht
Ks ist daher in die Verfertigerreihe im Re-
gister „Matthias Ztindt" aufzunehmen. Vgl. auch
die Aehnlichkeit der ovalen Rahme auf T. 64
mit derjenigen auf dem ebenfalls mit M. Z.
gezeichneten Zundt'schen Blatte auf T. 35.
T. 66 ist nicht Haide, sondern Haiden,
Nürnberger Patricierfamilie.
T. 72. Ins Register wäre zu setzen:
„Georg Scefried, Dr. med.", wie es nach einem
Autograph auf einem meiner 3 Exemplare
lautet. Die Seefried stammen aus dem Bis-
thum Fachstatt und waren auch zu Nordlingen
im l'atriciat, Ihr Wappenbrief datirt von
1546; spater landsassig auf Buttenheim und
Mnhlfclden erhielten sie eine Adelsbesläligung
und Erneuerung 1723 und den Freiherrntitel
1790. Auf die Umwandlung des Stechhelms
in den Spangenhelm auf der Plaite diese-»
Ex-Libris habe ich schon oben zu S. 20
hingewiesen. Der oben heraldisch rechts am
Kampfer des Pfeilers stehende Stechernaine
des bekannten Augsburgers Wölfl gang) Kilian
wurde wohl nur wegen »1er Indeuilichkeit
des Stiches übersehen und ist daher in der
dritten Reihe des Registers nachzutragen.
T. 74 ist kein persönliches Zeichen S. S. 9),
sondern ein Familienteichen S. S. 15 ; es ist
nicht spccicll dem Kurfürsten Maximilian l.
von Bayern zuzutheilen — wenn es auch viel-
leicht von ihm in Auftrag gegeben wurde — ,
sondern es ist das Kx-libris der herzoglichen
Holbibliothek, genauer gesagt der Bibliothek
der „erlauchten Herzoge"' „Serenissim 0 r u m
D u c u m ).
T. 82. Der Verfeniger H. V. ist Heinrich
Ulrich, die Zeit der Anfertigung dieses Blattes
noch 15..! Die Zahl 1631 ist erst spater
in das erst 1631 benutzte Blatt eingeschrieben
y Google
_ 5 , _
worden; Warnecke in seinem Ex-libris- Werke
(S. 147, No. 1505. setzt auch „159." Auf
meinem Exemplar ist in der unten befindlichen
Kartusche keine Zahl, sondern „Oelhafen v. S." j
von späterer Hand eingeschrieben (Oelhafen
von Schöllenbach».
T. 84. Dr. Georg Richter war Rechts-
gelehrter und Prokanzler der Universität Alt-
dorf bei Nürnberg, geb. 1592 zu Nürnberg,
♦ »651.
T. 85. Fast das gleiche Kx-libris nur
mit anderem Wappeninhalt existirt in meiner
Sammlung von der Familie Volckamer von !
Kirclisittenbach. Dieses Bentttzen von Mo-
tiven, mit anderen Worten: Dieses Kopiren
anderer Blätter habe ich schon in der Ex-
libris-Zeitschrift III, 4, S. 77 — 79 nachge-
wiesen; in» vorliegend besprochenen Werke,
haben wir noch weitere Belege für diese That-
sache: Das Kx-libris auf T. 78 weist ganz
genau dieselbe Umrahmung auf, wie das in i
der Ex-libris-Zeitschrift III. 3. Seite 52 abge-
bildete und besprochene Schwingsliärlein'sche
Zeichen, und dürtte das von T. 78 also eben-
falls von oder mindestens nach Jost Amman
sein. Vergleicht man ferner T. 41 mit dem
Ex-libris des G. S. Coler von Neunhof d. Ae.
von c. 1617 (in der Ex-libris-Zeitschrift III
4., Beilage ', so ergiebt sich zwar nicht eine
solch frappante Uebereinsummung in der
Ornamentik, wie oben angegeben, aber doch
immerhin eine grosse Aehnlichkcit in der
Manier und in der Zeichnung einzelner Theilc.
T. 45, 49 und 5a haben wieder starke Aehn- 1
lichkeit mit Zeichnungen von Siebmachers
Hand, und T. 90 bis 106 zeigen grosse Ver-
wandtschaft in der Zeichnung unter sich.
Amüsant ist es auch zu sehen, wie das von
G. Kölcr (Anfang des 17. Jahrhunderts) ge-
stochene Blau T. 88 in der ganzen Anord-
nung genau nach dem von H. Troschel igeb.
c. 1592, t 1633) gefertigten Blatt 86 kopirt
ist, und beiden Blattern zusammen ähnelt
wieder stark im ganzen Autbau das Portrait-
bild Georg Phil. Harsdorfers vom Pegnesischen
Blumenorden; vgl. Festschrift desselben, Nürn-
berg 1894), welches G. Strauch geb. zu Nürn-
berg 1 6 1 3, t 1675) gezeichnet und Joachim
von Sandrart igeb. zu Frankfurt 1606, + zu
Nürnberg 1688 gestochen hat. Es liessen
sich noch mehr dieser „Anlehnungen" nach-
weisen, doch genügt das bisher Gesagle. Man
wird bei der Mehrzahl der Blatter schwer
oder nie nachweisen können, wer der erste
Zeichner und wer der Kopist war, mancher
Meister hat seine eigene Skizzen wiedelholt
benutzt und mancher Schüler hat Vorlagen
seines Meisters kopirt, oder auch oft das von
letzterem Begonnene in dessen Sinne voll-
endet. Auch muss man berücksichtigen, dass
das Nürnberger l'atriciat unter sich stark ver-
wandt und verschwägert war, somit im gegen-
seitigen Verkehr oft Gelegenheit geboten war,
derartige Wappenblätter und Ex-libris bei An-
deren zu sehen und Aufträge zu gleichen
Blättern zu ertheilen. Dass dadurch manches
Motiv mehr wie einmal vorkam und da und
dort wieder auftauchte, ist begreiflich. Jeden-
falls lielert uns dieses von Heinemann'sche
Werk wieder aufs Neue den Beweis, dass
Nttrnl>erg's Kunst in der Zeit des 16. und 17.
Jahrhunderts in hoher Blüthe stand, und es
Ist für den Ex-libris-Sammler und -Kundigen
eine Freude, zu sehen, wieviel dieser Nürn-
berger hübschen Blätter gerade in diese frei-
herrlich v. Berlep'sche Sammlung gewandert
und gerettet worden sind.
T. 114. Bei diesem Ex-libris: Preu, Nürn-
berg, fehlt im Register der für mich auf der
Reproduktion schlecht lesbare) Stechername.
T. 1 1 6. Im Register müsste es hier wohl
Freising statt Freising e n heissen, und statt
Joh. Friedrich: Joh. Franz-
T. 117. Dieses Kx-libris der 170* ge-
storbenen Fürstin Henriette Katharina von
Anhalt mochte ich nicht in die Zeit „16.."
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setzen, sondern seiner Umrahmung nach in
die Zeit 1700— 170N. Diese Umrahmung
ist nicht mehr Barock Spätrenaissance), son-
dern Rococo Spatbarock, welches um 1700
aufzutreten beginnt
T. 1 2 1 wird von einem der kenntntss-
reichsten Norica-Sammler, Herrn Guido von
Volckamer und meiner Wenigkeit stark in I
seiner Eigenschaft als Ex-libris angezweifelt,
obwohl es viel Aehnlichkrit mit mehreren
sogenannten „Bibliothek - Interieur" - Ex-libris
(z. B. Ixjön und Jordan hat. Es ist von [
oben genanntem Sammler noch in keinem !
Buche der hier nachstehend naher angegebenen
Persönlichkeit gefunden worden! Durch die
Figuren auf dem oberen Aulbau, namenüich
durch die vordere, ist nämlich genau der
Vorname des durch das Wappen gekennzeich-
neten Imhofs festzustellen; es ist Christolorus
Andreas IV. von Imhof. geboren 1734, Jung-
bürgermeister von Nürnberg i/S^. Altbürger-
meister 1 7« »7. Kriegsobrist 1804, + 1H07; er
war u. A. Munz- und Gemmensammler, auf
welch letztere Sammelart die etwas zu gross
gerathenen Medaillnnbilder am Kries hindeuten.
U. A. finden wir diesen Hinweis auf Vor-
namen auch bei Kress's< hen Ex-libris Christo-
pherus Friedrich und Christophorus Hierony-
mus; vgl. Ex-libris-Zeitschrift IV. 1. S. 26.
T. 122. Ist nicht „Kremitenkloster-Biblio-
thek zu Augsburg"', sondern Monacensis- \
München. Das „S. P. Aug." weist nicht auf
Augsburg, sondern auf den Augustiner-Orden
hin (S. P. = Sancti Patris.
T. 135: Zu Kohler füge ich hinzu: „Pro-
fessor zu Altdorf und Göttingen".
T. 136: Zu „Baiaus: „Mahrischer Biblio-
phile".
T. 139: Zu diesem Moehsen sehen Ex-
libris mache ich auf die bisher noch nicht
besprochene, in ihm enthaltene histo-
rische Thatsache aufmerksam: In War-
net ke's Ex-libris-Werk, No. «3*0, heisst es: I
„Bibliothek-Zimmer neben einem Kamin
eindlobus etc." Dies trifft nicht zu, sondern
das Blatt enthält — analog dem Ex-libris
Oelrichs von Glassbach vom gleichen Jahre
1757 — ebenfalls einen Hinweis auf
eine Vernichtung der ersten Biblio-
thek durch Brand; denn das was neben
dem Globus als „Kamin" betrachtet wurde,
ist nichts Anderes als eine Anzahl Bücher-
reihen, die in Flammen aufgehen ; auch die
Sprunge im Sockel der Sdule deuten auf Zer-
störung des baulichen Theiles hin; es ist
sogar das Datum dieses Brandunglucks dar-
unter geschrieben und ziemlich gut lesbar : „D.I.
SEIT. MDCCLtll (den 1. Sept. 1753). Die
Wiedereinrichtung einer neuen Bibliothek schuf
Moehsen nach der über der Thüre ange-
brachten Jahreszahl 1756; im gleichen Jahre
Hess er durch Gericke ein niedliches Ex-libris
stechen, welches dem J. H. S. Formey'schen
Ex-libris, ebenfalls von (Jericke, ahnHt und das
hier nach meinem Exemplare wiedergegeben ist
Ein Jahr darauf, 1757, Hess Moehsen dann
von (iericke das grosse Bibliothekzeichen mit
der Bibliothek-Ansicht stechen. Berliner Biblio-
benutzt wurde und für diesen nur die andere
Unterschrift tragt: „Aus der Fis« herischen
Bibliothek."
T. 152 fehlt in der Reihe „Verfertiger"
dessen Name : ,.A. L. Moeglich" ;unter dem
unten liegende Brielcouvert), welcher das
OM NX8 ARTKS. QV/V Ali HI'MAMTATEM J'KRTIMi
HABEJfT COMmmi ^l ODUA.ti VÄC HLCM . C\e.
thekkundige können über <len Brand in der
ersten Bibliothek und wohin die zweite ge-
kommen, weiter forschen.
T. 145: Hierzu erwähne ich, dass das
gleiche Blatt noch für einen zweiten Besitzer
vorhergehende, auf T. 151 abgebildete Blatt
Chodowieckis reichlich ..benutzt" hat ! An-
dreas Leonhard Moeglich, Kupferstecher und
.Stadtdekorateur zu Nürnberg, war geboren 174»
zu Nürnberg und starb ca. 1810.
— 54
T. 153 fehlt Stechername „Jouvenel". Von
diesem belgischen Bibliophilen Charles (Jos.
Emanuel) van Hulthem (geb. 1764, t 1832)
zu Gent giebt es nach meiner Sammlung
viererlei bemerkenswerthe Ex-libris:
1) Das bei von Heinemann wiedergegebene
Interieur,
2 und 3) Die zwei hier abgebildeten,
i) Interieur (S. 53) und 3) Das mit dem
Cereskopf, deren Beschreibung durch die
Wiedergabc Überflüssig ist.
4) Kranz von Ähren, Blumen und Früchten,
darin dieselbe Inschrift wie um den Cereskopf
von 3', dazu noch ein Spruch Ciceros. ( 1 e n a u
der gleiche Kranz findet sich auch auf einem
deutschen Ex-libris mit „Wissenschaftlicher
Verein."
Zum Schlüsse sei noch der Wunsch aus-
gesprochen, dass auch andere öffentliche
Bibliotheken ihre oft so bedeutenden Ex-
libris-Kunstschätze in gleich splendider Weise
veröffentlichen und dadurch der Kunstgeschichte
und den Ex-libris-Kundigen nützen möchten,
wie dies in vorliegendem Falle durc h Herrn
0. von Heinemann geschehen ist, dem jeder
Sammler seinen Dank zollen wird.
München, März 1 895.
K. E. Graf zu LeininKen-Wasterburg.
Bibliographie.
1 ) Die Verwendung des eisernen Stem-
pels (fers de reluirel als Bücherzeichen
| und die Ex-libris Francs-Comtois.
Mit besonderer Gcnugtliuung lenke ic h
die Aufmerksamkeit der Leser unserer Zeit-
schrift auf die ausgezeichnete Arbeit, welche
unter dem Titel: Les Ex-libris et les reluircs.
des Bibliotheques c<»mt«.i*es du XVI e au
XVIIIe siede — par Jules Gauthier,
an hiviste du dtfpartcmenl du Doubs, et
Roger de Lurion (Acadcmic des Scienc es,
Belles-Iettres et Arts de Besanc,on 1804*) er-
schienen ist. Es ist den beiden fleissigen
Sammlern gelungen , 265 Bücherzeic-hen
(marques de Bibliothcquc) zusammenzu-
stellen, welche wie f. .Igt klassihcirt sind:
71) Bücherstempel liers de reluire). 103 Ex-
libris, graviert auf Kupfer oder auf Hol/.,
32 Ex-libris einfac her Buc hdruck.
Die Ex-libris sind sämintlich noch nic ht
herausgegeben (inedtt) mit Ausnahme eines —
gegeben von Foulet Malassis — dasjenige des
i Conventioimten Michaud 1 Königsmörder 1 geb.
zu Pontarlier ( 1 703).
Alle Museen und Bibliotheken der
Franchc-Comtc, mit alleiniger Ausnahme der
Stadt St. Claude, haben zu der Sammlung
beigetragen und die Autoren haben sämmtliche
Sammlungen zu ihrer Verfügung gestellt be-
k< »muten.
Die 205 Büchcrzeiclien sind zum be-
quemen Nachschlagen alphabetisch geordnet
nach den Kigenthümcm der Bücher. Unter
jeder der drei soeben aufgeführten Rubriken
Bcancon .H., 4 in««, a . 5 -a8 7 , XV planen e».
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befindet sich eine kurze Bezeichnung jedes I
Zeichens: Stempel (reluire) Ex-libris, Kupfer- :
stielt oder Drurk. Es folgt eine kurze Zu- I
sammenstellung aller Bücherliebhaber und I
Bibliotheken, welche zur Sammlung beigesteuert
haben. Ein mit vielem Fleiss aufgestelltes
Tableau») ermöglicht in kürzester Zeit, jedes j
Ex-libris in einer <ler drei Klassen aufzufinden.
1. Nach den ältesten Autoren ist das zuerst
bekannt gewordene Ex-libris dasjenige von
Ferrcnot Nicolas, Kanzler des Kaisers Karl V.
dessen Sohn der Cardinal de Granvelle j
iVice-König von Neapel f 1.58b). Sein Ex-
libris wurde gestochen in Venedig, desgleichen
«las des Erzbischofs von Besancon, Cardinal
de la Baume, dessen Devise ist: Honos-Pietas.
2. Ferdinand de Rye etc.
In der alten bischöflichen Residenz fand
man sehr gute Graveure im t<>. und 17. Jahr-
hundert (Jean Pierre I und Pierre II) und |
im folgenden Jahrhundert die Buchy, les
Violte, les Micaud und die Nicole. Der
deutsche Student «ler Universität von Dole,
— Emst Louis de Weiden, ist einer der
ältesten Besitzer der Ex-libris. Wir geben
hiermit che Beschreibung. Es scheint dieses
Ex-libris einem humoristischen Einfall sein
Entstehen zu verdanken, denn in seinem
Wappenzeichen mit Federbusch und Jagd-
hörnern verziert, vereinigt er ein Buch mit
drei Billardkugeln: Die Arbeil, vereinigt mit
dem Spiel. Es folgt s«>darm die Vignette des 1
Professcur Laurent Chifflct, Docteuren medeein, j
Vater einer berühmten Gelehrtenfamilie. Sein |
Wappen lührt eine griechische Devise:
KAAA Eni ATAHOI^
xoXoxofaöta
(Schönheit und Güte. Tüchtigkeit)
"1 Der Graveur Jean Striedberk de Strass- !
bourfc i>t trot/dero vergessen worden. Kr hat die 1
Kx-libris gestochen lür den Capitaine Mirhaud de ,
la Tour de Cre**ia. J'apertien-> a M. rhel. de
Cres.«ia ca|»'- au reR'_ de Navarre. Ken rocaille.
armoiries. fi^ sur iK.
Det Schildträger Francois Bordey, dessen
Wappen gezeichnet auf die Kleider eines
Pilgers von St. Jacobus, welcher gestützt auf
seinen Wanderstab die Devise tragt : Con-
sulte: etc.
Die Autoren der Ex-libris -Sammlung
Francs-Comtois haben es für nothwendig ge-
halten, Mömpdgard in ihre Arbeit einzu-
schliessen, obgleich »lieser alte deutsche Fürsten-
sitz erst nach dem Frieden von Luncville,
im Jahre 1S01, mit Frankreich vereinigt
worden ist. Sie haben drei Bücherstempel
von sou verainen Fürsten und zwei Ex-libris
beschrieben, die von Duvcmoy, einer aus-
gezeichneten Gelehrten-Familie, welche ver-
bunden ist mit Cuvier und Friedrich Fallot,
dem Vater des Verfassers der Br<M-hure „Das
alsflssische Platt" (Patois d'Alsace). Fallot
behauptet, das römische Patois sei die Mutter
der lateinischen Sprache. (Curiosum!) Nach
unserem Dafürhalten müsste über die Bücher-
zeichen «les Fürstentums Mompelgard eine
besondere Arbeit verölfentlicht werden. Mont-
beliard spielte lange Zeit eine grosse Rolle;
seit der Reformation vereinigte sich in seinen
Mauern eine Anzahl ausgezeichneter und ge-
lehrter Manner, welche sich hierher zurück-
zogen, unter anderen ein Lothringer Graveur,
mit Namen Briot. Das Studium der alten
und reichen Bibliothek in Montbcliard würde
über eine grosse Anzahl von Bücher/eichen
Aufschluss geben. Man findet daselbst das
Bücherzeichen «ler Gemahlin Paul I., Kaisers
von Russland. Dieses Studium empfehlen
wir den Gelehrten von Montbeliard,
welche die Societtf d'Emulation bilden. Sie
allein könnten diese Arbeil in würdiger Weise
durchführen.
I. Aul der schweinsledernen Einbanddecke
des Manuskriptes Nr. 70 der Bibliothek
von Montbeliard sehen wir einen Kti« her-
steinpel. viere« kig, rechtwinklig, dessen äusserer
- 5ö -
Rand durch da* Blauerwerk von 2 Strauchern
oval formirt ist. Das vierthciligc Wap|X«n-
schild ist überdacht durch 2 Helme mit i
Kleinod. Ueber dem Ganzen befindet sich
eine Bandrolle mit Inschrift: V. D. M. I. JE
Hohe 7^ Millimeter, Llnge 43 Millimeter.
(Ulrich von Württemberg, Graf von Moitt-
beliard 1 5.%4 — 1 5<>o"!.
II. Auf den Manuskripten 3, 5. 17. 19
und 64 ein Medaillon, oval mit I«orbeer,
enthalt einen 4 theiligen Schild mit 3 Helmen
und Helmzier. Hohe 47 mm, Lange 37 mm.
(Fritz de Württemberg, Graf von Montbdiard
1558- 1608).
III. Auf einem Volumen eines Forstmeisters
befindet sich ein ovales Medaillon mit Säulen
(arcade) der Renaissance und 4 theiligen Schild,
drei Heimet» mit Helmzier. Höhe 85 mm,
Lange 50 mm. Auf der anderen Seite be-
findet sich ein Medaillon, oval mit um-
wundenen Lorbeerblättern. Wappenschild vier- .
theilig vom Hause Anhalt. Drei Helme mit j
Helmzier. (Höhe 87 mm, I^ingc ho mml.
(Sibylle von Anhalt, f auf S< bloss Leonherg
16. XI. lOiö. Gemahlin des Grafen Fritz
de Württemberg 1558—1562.)
I. Ex-Libris G. F. C. du Vernoy < Pastor
in Beaucourt.
In einem schönen mit Muscheln verzierten
Rahmen aufrecht stehend auf einer Terrasse,
sind Glaube, Hoffnung und Liebe, gekrönt
durch eine aus Wolken hervorbrechende Hand,
im Hintergrunde Strahlen der aufgehenden
Sonne. Unten I. COR. XIII. v. 13. Ober-
halb des Wappenschildes, mit Helm und
Krone geziert: Vicker f e., Höhe 80 mm,
Lange 85 mm.
II. Ex libris Friedrich-Fallot, Wapj>en-
schild mit Rahmen dieses Gelehrten mit Helm
etc. etc., Höhe 81 mm. Lange 65 nun.
Wir hoffen, dass die Arbeit der beiden
Herren Gauthier et Lurion, welche als Muster-
leistung bezeichnet werden kann, in dieser
Weise weiter geführt werden wird.
Es wird ihnen als fleissigen Sammlern
nicht fehlen, dass sie sÄmmtliihc Bücher-
zeichen ihrer Provinz in den Kreis ihrer
Wirksamkeit ziehen und eine vollständig ab-
geschlossene Beschreibung der Ex-libris der
France-Comte veröffentlichen werden.
Diese Arbeit ist zu gut begonnen, um
nicht ebenso abgeschlossen r.u werden.
Beltheimingen (Lothringen».
A. Benoit.
Zur Litteratur der Bücher zeichen
2) Die Ex-libris-Litteratur ist in fortwahrendem
und raschem Wachsthum begriffen; eiu er-
freuliche?. Zeugniss, dass das Interesse für
diese graphische Kleinkunst in immer weiteren
Kreisen Platz greift.*)
Ziemlich gleichzeitig mit der Herausgabe
von i(kj meist prachtvollen Blattern aus der
Ex-Iibris-Satnmlung der W o 1 fe n b ü 1 1 1 e r
Bibliothek, — welche Herausgabe der ver-
diente Oberbibliotkekar Dr. O. v. Heinemann
unter Beigabe einer informirenden Vorrede
veranstaltete. — erschien zu Paris von und
bei J. Jolv ein „Album d' Ex h bris rares
et curieux du XVII au XIX. siecle," das
gleich dem deutschen Werke die Absicht hat,
seltene und hervorragende (französische) Blatter
aus den letzten drei Jahrhunderten dem Be-
schauer vorzuführen. Das Werk, mit einem
reizenden Titelkupfer, einem allegorischen
Stiche V4.il Choffard aus den» Jahre 1760
geschmückt, enthalt (leider nur) 28 Blatter.
\l Nach dem Berichte im „Journal of the Ex-
libris Society" (London. Vol. j. Pt. 3. Mar. 1895,
S. J5» hat der Secrettr der Gesellschaft, Mr. W.
H. K. Wrlghl aus Plymoulh, gelegentlich deren
Jahresmecting vom 30. Januar iSoj In seinem
Vortrage nicht weniger als sechzehn Werke auf-
gezählt, welche im Laufe des verflossenen
Jahres Qber Bücherae.chen erschienen sind. ^
y Google
- 57 -
welche, wie die Vorrede bemerkt, in hervor-
ragender Weise als geeignet erscheinen, die
Epochen zu charakterisiren, die zu vertreten !
sie bestimmt sind. Die Blätter gehören auch ,
in der That mit wenigen Ausnahmen zu dem
Besten, was die französische Kunst namentlich
des vorigen Jahrhunderts auf diesem Gebiete
geleistet.
Die Darstellungen sind ebenso stilvoll
entworfen, als zierlich und geschmackvoll
ausgelührt. Trotzdem wird der unparteiische
Beurtheilcr dem d cuts c h e n Werke die
Palme reichen; denn ganz abgesehen von der
fast sechsfachen Zahl von Abbildungen, ver-
dienen im Ganzen die deutschen Arbeiten
in künstlerischer und kunstgeschit htlicher Be-
ziehung den Vorrang, da wir unter ihnen
eine Reihe der vorzüglichsten Leistungen des
Holzschnittes und Kupferstiches begrikssen. ,
E. j
3) Mit Freude ruuss es die Mitglieder unseres
Vereins erfüllen, wenn sie sehen, dass die
von uns vertretenen wissenschaftlichen Inter- 1
essen für die Pflege der Ex-libris in immer |
weitere Kreise dringen. Vor wenigen Jahren
noch Sondergut einer kleinen Gemeinde, findet
der Brauch, ein Ex-libris anzunehmen, immer
mehr Anhänger. Aber auch die Zeitungen
und Zeitschriften stehen nicht mehr so rcservirt
wie früher den Ex-libris gegenüber. So hat der
Artikel im ..Daheim" vor einem Jahre grossen
Nutzen gebracht. Heute wollen wir unseren
Lesern mittheilen,dassdas B u c h g e w e r b e b 1 a 1 1,
Halb-Monatsschrift für alle Zweige des Buch-
gewerbes, Organ des Centraivereins für das
gesammte Buchgewerbe, herausgegeben von [
Konrad Burger, Bibliothekardes Börsenvereins '
der deutschen Buchhändler, in seineu Heften
7 und 8 von 1895 einen ausführlichen Ar-
tikel über Ex-libris bringt und zwar aus
der Feder eines der eifrigsten Ex-Iibris-Sammlcr,
des Herrn Karl Emich Gralen zu I.einingen-
Westerburg. Wir können nur wünschen, dass alle
Kreise des Buchgewerbes den Artikel mit Ver-
ständnis lesen und bei geeigneter Gelegenheitdas
Interesse für Ex-libris zurGeltung bringen mögen.
Der Verfasser erklärt zunächst, was man
unter Ex-libris versteht und behandelt sodann
die Frage nach einer guten deutschen Über-
setzung des Wortes. Leider giebt es keinen
deutschen Ausdruck, der genau den Begriff
„Ex-libris" widergiebt. Beide Worte: Bücher-
zeichen und Bibliothekzeichen werden
wohl noch Anhänger und Gegner haben und zwar
mit Recht, da keins von beiden durchweg
genügt. Sehr übersichtlich wird über das erste
Vorkommen und die allmähliche Entwicklung
des Ex-libris in den einzelnen Ländern be-
richtet; so in Deutschland, Frankreich. England,
Italien, Spanien, Schweden, Russland, Amerika.
Interessant ist die hier gegebene Liste der
Künstler, welche in den letzten 3 Jahrhunderten in
Deutschland, England und Frankreich Ex-libris
gezeichnet haben. Es fehlt in derselben wohl
kaum ein berühmter Zeichner.
Der Verfasser verbreitet sich dann aus-
führlich darüber, wie sich allmälig das Inter-
esse für die Ex-libris wieder gehoben und
dazu geführt hat, dass man jetzt vielfach
die Ex-libris sammelt. Wesentlich haben bei-
getragen zum Anlegen von Ex-libris-Sammlungen
die Ex-libris -Vereine und eingehende Werke
über Exlibris. Über die Entstehung der Vereine
und über die bereits vorliegenden Werke wird
erschöpfend berichtet.
Es würde uns hier zu weit führen, den
Inhalt des anregend geschriel>enen umfang-
reichen Artikels weiter zu verfolgen und an-
zugeben, was der Verfasser über Anlegung und
Kintheiluug der Sammlungen, über Persönlich-
keiten, welche sich der Ex-libris bedienten und
noch bedienen, sagt. Wir müssen unsere Leser
auf den Artikel selber verweisen, und wenn auch
die eifrigen Leser dieser Blätter wenig Neues
rinden werden, s< > ist doch das von uns Vertretene
übersichtlich und zweckmässig zusammen-
Digitized by Google
- 5« -
gestellt, so dass die l^ektürc der Abhandlung
nicht warm genug empfohlen werden kann.
Zur Zierde gereicht der Arbeit ein Abdruck
des beruhinten Ex-librLs der Bibliotheca pala-
tina zu Heidelberg und Rom 1023. welches
in diesen Blattern (Jahrgang II Heft IV S. 12)
unseren Leser vorgeführt ist.
Nachdem wir Vorstehendes geschrieben
haben, kommt uns eine neue Arbeit desselben
Herrn Verfassers über den gleichen (legen-
stand zu Gesicht. Er schreibt in dein
Wiesbadener Feuilleton von Schulte v o m
Brühl, (Jahrg. I. No. 8 vom 8. Marz d. J.)
über „Bibliothekzeichen " Auch dieser Artikel
wird hoffentlich unsern Bestrebungen immer
weiteren Boden gewinnen. Der Dank aller
Ex-libris-Freunde wird auch ferner dem Herrn
Verfasser für seine um die Sache entwickelte
Thatigkeit dauernd zu Theil werden.
Berinyiuier.
Zu unseren Kunstbeilagen.
Herr Franz Freiherr von Upper-
h e i d e in Berlin hat auf unseren Wunsch
der heuligen Nr. 2 der E.\-libris-Zeilsehrift
sein Bücher «eichen im Format unseres Organs
beigefügt. Wir sprechen dem Geber an dieser
Stelle den Dank ftr sein Entgegenkommen aus.
Der Erläuterung halber und einer guten I
Sitte gemäss lassen wir hier einige biographische
Daten über den Besitzer und Uber den
Darsteller des Bin herzen hens folgen.
Franz Joseph Freiherr von I.ipperheide ist
am 22. Juli 1838 zu Berleburg in Westfalen
geboren. Er errichtete am l > August 1805
in Berlin unter der Finna Franz I.ipper-
heide eine Verlagsbuchhandlung, deren Haupt-
unternehmen die Zeitschriften „Die Moden-
weit" und „Illustrirte Frauen-Zeitung- sind.
Der Genannte selbst gab heraus: „Lieder zu
Schutz und Trutz, (»aben deutscher Dichter
aus der Zeit des Kriege-, in den |. 1H70 und
1871;"— die Volks-Ausgabe erschien in 72000
Exemplaren; — ferner „Mustersammlung von
Holzschnitten aus engl., nordamerik., franz. und
deutsc hen Blättern." (10 Lfgn., 1885 — 80),
womit er die deutsc he Holzschneidekunst a_t
die Bahn des Tonschnittes leitete.
Im Jahre i8go errichtete er für seine
Beamten eine Pensions-, Witwen- und Waisen-
kasse mit 200 000 Mk. Grundkapital.
Auch legte er eine gros&e kostüm wissen-
schaftliche Sammlung von Werken, Hand-
zeichnungen, Kupferstichen und Bildern, sowie
eine San im King antiker Bronzen an.
Seine Gattin. Frieda Freifrau von L.,
geborene Gestefeld, geb. 2$. April 1840 zu
Lüchow in Hannover, ist Leiterin der
„MiHienwelt" und verwertete eine in ihrem
Besitz befindliche Sammlung von Spitzen,
Stickereien und dergl. zur Reform der
weiblichen Handarbeit, speciell in den Werken:
„Musterbücher für weibliche Handarbeit'*
(o Sammlungen u. Neue Folge, 2 Bde.. 1878 — 0.0
und ö.'(, „Die decorative Kunststickerei"
(1888 fg.), „Häusliche Kunst" (1804)-
Der Besitzer des vorliegenden Ex-libris
erhielt 1892 den erblichen königlich Preus-
sischen Freiherrntitel. Wie wir hören, sind
die v. I.ipperheide alter westfälischer Adel.
Die Stammlinie zu Bermen reicht nach-
weislich ins 13. Jahrh. zurück, die Xetven-
linie zu Schmerlingen und Ihorst ins i<>. Jahrh. ;
die Freiherrliche Linie ist die zu Wiegersen. —
Karl Rickelt, geboren zu Lippstadt in
Westfalen am 25. Septbr. 1857, besuchte unter
Hackt und LöfTtz die Akademie in München.
Seine Hauptwerke sind: Ein grosses Turnier-
bild in der Drakenburg bei Königswinter,
Illustrationen zu Wolffs ..Wilder Jager",
Webers „Dreizehnlinden". Neuerdings schuf
er besonders umfangreiche Innen- und Ausscn-
malereien am Schlosse des Freiherrn von
I.ipperheide in Matzen (Tirol); inzwischen
war er auch vielfach illustrativ- für die ver-
schiedensten Zeitschriften thalig.
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NIL TEMERE
NIL TIMIDE?
mm.nkMUTim
FREIHERRLv.LIPPERHEIDEsche
BfeJCHERSAMMLUNG
Nr.
Bücherzeichen des Herrn
Franz Freiherrn von Lipperheide,
gezeichnet von Karl Rickelt.
V «o.i t'rowiliich & Sohn, llerlin.
Beilage zur E*-hbri«-Zeit»chrift, Jahrgang 1*95, No. 1.
ioogle
— 59 —
Nachtrag zu „Aufschriften und
Eigenthumsbezeichnungen auf
Ex-libris".
O'tnrl. II, Heft 1, H. 8—7 u. II. Heft 4, S. I» — 21 » '
Aus märkischen B ü i h e r s i: h <t i z c n
theill Herr Oit«> Hundt mann in Riga
Folgendes mit:
i
Die Liebe unserer Altvordern zu ihren
Büchern prägt sich in nachstehenden poetischen
Ergüssen aus, welche sich auf den Titel-
und Vorsatzblättern allerer Bücher befinden,
und welche nach ihrem Ursprung zum
grösseren Theile auf die Mark hinweisen.
Dieselben verdienen weiteren Kreisen bekannt,
auch gelegentlich wiederum in Anwendung 1
gebracht zu werden.
„Dieses Büchlein ist mir lieb,
Wer «'s stiehlt, der ist ein Diel).
Sei es Herre oder Knecht.
Wenn er hangt, so ist mir's recht."
Oder:
..Dieses Büchlein ist mir lieb.
Wer mir's stiehlt, der ist ein Dick
Werd' ich ihm die Kulbe lausen,
Wird er mir's nicht wieder mausen."
In milderer Form findet sich auf nach-
stehendes Verslein :
„Dieses Büchlein ist mir lieb.
Wer es stiehlt, der ist ein Dieb:
Mags sein Bürger oder Bauer,
Der verdient sein Leben sauer."
i
Ferner:
„Liebes Büchlein, ich will dir etwas sagen :
Wenn einer kommt, und will dich wegtragen,
So sprich: lass mich liegen in guter Ruh',
Ich geborte N. N. aus X. Y. zu."
Einen Gegensatz hierzu bildet wiederum j
nachstehender Erguss, welcher sich in einer ;
alten Bibel vorfindet:
„Quis vull hoc (!) librum stehlen,
Pendebit an den Kehlen.
Deinde veniunt die Raben
Volunt ei oculos ausgraben.
Sic nam venit Diabolus gar schnelle
Transitque bis an die Holle.
Sic nam clatnat ach ! ach ! ach !
Cum ij>si suum jus geschach."
Ähnliche Gedanken finden sich in nach-
stehenden Versen:
„Dieses Buch hat mir geschenkt
Meine Frau als Angedenk.
Darum ist mir's lieb;
Wers stiehlt, der ist ein Dieb,
Er sei gleich Ritter oder Knecht
S<> ist er an den Galgen gerecht."
Mit der Fortsetzung:
..Von dem Galgen auf das Rad
So kriegen die Raben auch was ab.
Bleibt es beliegen.
So Ircssen ihn die Fliegen;
Bleibt er behängen.
So fressen ihn die Schlangen."
Den Sehl uss bilde folgende ernste Inschrift:
„Balthasar Neugebauer bin ich genannt.
All mein Thun stehet in Gottes Handt.
Das Büchlein ist mir lieb.
Wer mir's stiehlt, der ist ein Dieb."
Herr Pfarrer L. Gerster in Kappelen
stellt noch folgendes gelungene bandschriftliche
Ex-libris aus Cöln hier zur Verfügung:
Auf dem Vorsitzblatte vor dem Titel
steht zu lesen:
Hic liber est meus
Post mortem neseio cujus
Oui notnen meum scire velit.
verte folium et videbil.
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— ho -
Auf ihr Rückseite dieses Blattes:
Ha, ha. qui < uriosus fuisti,
iiomcn mcum non iuvenisti
aspice finern liujus libri
nomen meum est ibi.
Das Vorsatzblatt hinten tragt folgende
Notiz:
Hie nomen tnetun pooo,
quia Hbrum perdere nolo
Si penlere voluissem.
noBien meuni non posuissent.
Si quis amat Deum,
Non tollet librum mcum,
In Rucsvath sum natu»,
Joseph Overrath sum vocatus.
< »riginell ist au« h U dgendes beniischcs
Ex-Iihris in Buchdruck:
Hi sunt magistri, qui n«is instruunt. sine Cholera
sine ferulis, sine pccunia. Si accedis, non
donniunt.
si inquiris se non abscondunt, non
obmurniurant,
si oberres, «achinnos ncsciuut, si ignorcs.
Dasselbe trügt zwei Namen:
Freudenreich und Klotz.
Zur gefl. Kenntnisnahme.
Mit Beziehung auf die in Heft $ «les
IV. |alirgangs S. 107 unserer Zeitschrift ver-
öffentlichte Bekanntmachung des Vorstandes
wiederholen wir, dass Sonderabzüge von Ab-
bildungen nicht geliefert werden können, da die
betr. alten ( iriginale und neueren Bucherzeichen
meist nur zur Abbildung in der Vereins-Zeit-
schrift, nicht aber zur Einzel-Abgabe her-
geliehen werden. Ausgenommen sind von
dieser Anordnung natürlich die Besitzer der
Originale und die Verfasser der betr. Artikel.
Diesbezügliche Wünsche bitten wir aber
möglichst schon vor dem Druck zu äussern,
wenn «lie Lieferung der Abzüge seilet auch
erst nach vollendeter Ausgabe der Nr. er-
folgen kann.
Kleinere Mittheilungen.
1 1 Die bei Warnecke „{ Die deutschen Bücher-
zeichen)" unter No. 1824 und 25 und den
Buchstaben S. F. als unbekannt beschriebenen
Blatter sind das Bücherzeichen eines P. Stein-
hörner aus Westphalen, wahrend das dort-
selbst unter No. 2261 (Unbekannt) erwähnte
mit den Initialen; B. S. E. D.S. F. dem Bartholo-
mäus Schöll, Suflragan-Bischof von Freising,
gehört. Letzteres Blättchen wurde unlängst
obwohl etwas beschädigt, bei H. Helbing in
München um 20 Mk. versteigert!
2) Dein unbekannten Einsender eines rus-
sischen, anonymen Ex-libris aus Petersburg
erstatte ich auf diesem Wege meinen ver-
bindlichen Dank.
v. Eisenhart.
Redaktionelle Mittheilungen.
Allen denjenigen verehrten
Mitgliedern, welche sich die
Forderung und das Gelingen
der ersten unter «ler neuen
Redaktion erscheinenden Nr.
angelegen sein Hessen, sagen
wir hierdurch noch einmal öffentlich besten
Dank. Insbesondere gebührt dieser Dank
den Sj Win lern der werthvolleti Beilagen,
Frau Geh.-Rath Ilse War necke, Herrn
Franz Freiherrn von Lipperheide und
Herrn Friedrich Freiherrn von Gaisberg-
Schöckingen, ferner den unermüdlich
thAtigen Mitarbeitern Herren K. F.. Grafen
zu L e i n i n g e n - W e s t e r b u r g , Excellenz
Aug. v. Eisen halt in München, Dr.H. Pall-
mann uiul H. E. Stiebel in Frankfurt.!. M.,
Dr. R. B c r i n g u i e r und W. Mecklen-
burg in Berlin.
• Für «Ii« Vereins-Sammlung übersandte
Herr Kustc >s K «Mira d B u r g e r in Leipzig
einige Exemplare des von seiner Frau Ge-
mahlin für Herrn Dr. Ludwig Volkmann
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Ex-libris
des Freiherrn Friedrich von Gaisberg-Schöckingen,
gex von Ad. Closs
Mint inr Kx-IIhrio-Arll-rbrin. .UhrcmtK MM, ><>. i.
Google
. • : .,
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— Ol —
(i. F. Breitkopf \- Härtel) gezeichneten Bücher-
zeichens. Das von Linden-Ranken umgebene
Wappen, rci/.\<>ll gezeichnet, stellt einen wilden
Mann dar, der eine Keule auf der Schulter
tragt.
• Der Güte des Herrn Friedrich Freiherr!»
von G a i s b e r g - S c h ö c k i n g e n verdanken
wir es, dass der heutigen Nummer dessen
Bücherzeichen als Beilage beigefügt werden
konnte. Es ist gezeichnet von Ad. ClOM
und stellt im untern Theil das Trinkst übrheti
auf Schloss Schockingen dar. Die Reproduktion
dieses reizvoll gezcu htieteii Blattes ist dun Ii
Lichtdruck hergestellt. Ferner geben wir in
Buchdruck ein Älteres Ex-libris des Besitzers
hier wieder.
• HeiT L. (ierster in Kappelen theilt
uns Folgendes mit:
Wie in vielen andern kleinen Schweizer-
städten, so ist in Zug und zwar in dem denk-
würdigen, in edler Masswcrkgothik ausgestatteten
Rathhaussaal ein kleines Museum eröffnet
worden, das auch für Sammler von Ex-libris
von Interesse ist. Nebst alten Holzstöcken
für Landkarten finden sich hier noch Kupfer-
platten für die grossen stattlichen Wand-
kalender, wie solche im vorigen Jahrhundert
in Zug, Luzcm, Solothum und Basel ange-
fertigt wurden. Zug und Luzern brachten
rings um das Kalcndarium die Wappen der
Ratlisherren an, die verpflichtet waren, solche
Platten herstellen zu lassen und sie dem
Drucker des Staatskalenders zu übergeben.
Diese runden oder ovalen Wappenbildcr
wurden mit besonderen Kupferplatten gedruckt,
enthielten auch den Namen der Bürger
und fanden mitunter Verwendung als Ex-libris
auf alten Büchern, von denen jüngst mehrere
losgelöst worden sind.
So befindet sich hier eine Original- Platte,
zu welcher die Rechnung vom 8. Heu-
monat 1 7 70 darüber vorhanden ist, was ein
Kupferstich gekostet hat, nämlich I halben
guten Gulden.
• Das Junuar-Iieft des „J uumal
of the E x - I i b r i s - S o C i e t y ," heraus-
gegeben von W. H. K. Wright in Plvmouth,
F. R. Hist. Soc., hat folgenden Inhalt (1805
Vol. 5. Part !.):
The gray bequest to the lyon officc by
J. Ballour Paul. F. S. A. Scot. — Book
plate of Robert Vyner of Swakely in the
county of Middlcsex by James Roberts
Brown. — Nachruf auf den verstorbenen
Begründer unseres Berliner Vereins Friedrich
Warnecke, der genannt wird „life and soul
of the Merlin Ex-libris Society. Festzustellende
Ex-libris No. 03 — 68. Abgebildet sind einige
japanische Bücherzeichen und besprochen
werden Jos. Sattlers 4.2 Original-Ex-libris durch
Herrn Wright. Die Nr. bringt auch Titel
und Inhalt des 4. Jahrganges, der 200 S.
enthalt (jährlich 10 s Od; die einzelne Nr.
19UIZCO u
y Go
für Nicht-Mitglieder i s. b d, jährlich eine
Guinea, im Voraus zu zahlen).
• Das Februar-Heft dieser M« matsschrift |
enthalt: Modern book-plate designers (vom '
Heraasgeber) „Nr. b Joseph Sattler", mit den
Abbildungen der Ex-libris unserer Mitglieder ;
Hämisch, Fr.Wamecke, Wolfgang Mecklenburg !
und Dr. med. Th. Flatau. — - Leiters. (Ex-libris
of the cheralicr d Eon. - DieHerrcnJ. R. Brown '
und H. W. Fincham, 172 St. John Street, ]
London E. C. verzeichnen die festzustellenden
Ex-libris Nr. 70 — 74. — Ein Preisausschreiben j
zum 13. April 1805. — Lambert as an en- |
graver of book-plates by John Vinycomb. —
t Mr. W. Lancjoynt in Dublin. — Iriith book-
plates — Some Ex-libris notes by colotiel j
Acton C. Havelock - Shields in the middlc ;
temple. — Die 1. Nummer des 5. Jahrganges j
unserer Zeitschrift findet unter den redak-
tionellen Bemerkungen vollen Beifall.
1
• Das M .'irz- H ett hat (olgenden Inhalt: :
Chairman's address at the fourth annual
meeting. Recent book-plates. — Lambert
as an engraver of book-plates (Fortsetzung). —
American notes. — Book-plate of Robert
Vyner of Swakely von J. R. Brown. —
Festzustellende Ex-libris No. 75—78. —
Fourth annual meeting of the Ex-libris Society 1
in London at the Westminster Palare Hotel j
(30. Jan. 18951. — Book-plates of similar
design Letters. — The abuse of the book-
plate ,aus Athcnacum 1894. 2b. Jan. Der
Nummer liegt bei: Constitution and rules of
the Ex-libris-Society.
• Inhalt von No. 1 Januar 1805 des ,
J.Jahrgangs der „ A rchives de laSociete
Francaise des Collectionneurs
d' Ex - I i b r i s." (Paris, Q5 Rue Prony, Monats- ,
schrift, jährlich für Auslander 10 fr 50 c.)
Compte rendu de la reunion du 23dcccmbre
18(14. Armoiries du cardinal de Bernis par
L. Boulancl. Li vre aux armes de Jeanne- ,
Baptiste de Bourbon par le meme (mit Ab-
bildung) Ex-libris de Pierre Schefier. marechal
de camp, par Henri de Bcautieu. 0 Ex-libris
ä identifier. — Causerie (Wahre und falsche
Ex-libris, von Th. Devaulx) — Corresp.n-
dance. — Questions. — Rejxmses. —
• Das Februar- Heft der Pariser Archive
hat folgenden Inhalt: Compte rendu de la
reunion du 27. Jan vier 1805, Mr. Claude-
Emile Thiery decede a Maxevillc le 3. fevrier
1895. — Chiffres, monogrammes et blasons
(Fortsetzung) par L. Bouland. — Apercu
historique sur les ex-libris francais par M. Walter
Hamilton, traduetion de M, Leon Quantin. —
Ex-libris de Melchior de la Vallee in 13
(planche 4) par L. Bouland. — Ex-libris de
M. Leon Quantin. — Causerie par Th. Devaulx.
— Question. Reponses. —
• Das M Ä r z - H c f t enthüll : Compte rendu
de l'asscmblec generale du 24. fevrier 1895.
(Den neuen Vorstand bilden die Herren
Dr. L. Bouland, de Cranzat, Leon Quantin,
Ed. Engelmann, L. Mar, Lancelevee. Regnauld).
— Des plagiaires en faitd'ex-libris (Gravelot für
J. Burton jetzt für Wadham Wyndham Esq.,
Guibal nachgeahmt für einen d'Artus.
Jonveaux de Verdun für Dr. Lamarrc
jetzt für Dr. L. Clouel. Ex-libris de M.
C. F. Thiery par L. Bouland (Abbildung). —
Cesare Negrolo et le bibliophile Ladimir
par v. Advielle. Causerie par Theophile Devaulx.
Questions. — Reponses. — Varia. Bibliographie.
• Im Herbste des verflossenen Jahres hat Herr
J. F. V erster in Amsterdam unter dem Titel
„lets of Ex-libris" einen längeren holländischen
Aufsatz über Bücherzeichen geschrieben und
diesem acht Abbildungen aus früherer und
neuerer Zeit beigegeben. (Ein von 1— -4
paginirter halber Bogen in Folio ohne Um-
schlag, Datum oder Namen des Verlegers.)
Er bespricht in Kürze die Geschichte der
Ex-libris in den grösseren Staaten Europas,
besonders in Deutschland. Bezüglich Holland
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- 63 -
erfahren wir, dass die hollandischen Bücher-
zeichen („boekmerkteekens"), — deren Ge-
sammtzahl nur dreihundert betragen mag,
— zum grössten Theile aus dem vorigen
Jahrhunderte stammen, und mit wenigen Aus-
nahmen Wappendarstellungen sind, an deren
Anfertigung hervorragende Künstler keinen
Antheil genommen haben.
• Der Katalog No. 140 „Museologie und
Sammelwesen, Hand- und Hüllsbücher für
Sammler" von unserem Mitgliedc K. W. H i e r -
Bemann in Leipzig verzeichnet unter
Nr. 753 — 760 Einiges aus der Ex-libris-
Litteratur.
• Die E x - 1 i b r i s - S o c i e ty in L o n d o n,
gegründet im Februar 1801, hielt am 15.
Januar 1895 ihre 4. Jahres- Versammlung
ab und hatte uns in liebenswürdiger Form
eine Einladung übersandt, der wir leider nicht
folgen konnten, da wir hier zunächst unab-
kömmlich sind. Wir senden der Schwester-
Gesellschaft aber aut diesem Wege Gruss und
Glückwunsch für ferneres Gedeihen.
• Von der Zeitschrift „The Studio"
(an illustrated Magazine of fine and applied
art, I-ondon WC., 5 Henrietta Street, Covent-
Gardcn, monatlich 8 p) liegen uns die
Nummern 14—18 (Mai-Dez. 1804) des 3.
und Nr. ig— 21 des 4. Jahrganges vor. Sie
enthalten Abbildungen von C. J. Watsnn,
R. Anning Bell, Frank Short, Mortimer Menpes,
J. MC Neil Whistler u. s. w. Die 1. Nr. des
4. Jahrganges ist besonders reich illustrirt mit
74 Abbildungen und bringt einen Aufsatz
„The artistic decoration of cloth book-Covers
bv Gleeson White.
• Der Antiquarische Anzeiger No. 128
von Adolf Geerings's Antiquariat in
Basel (Herr Geering ist unser Mitglied)
verzeichnet eine ansehnliche Reihe von Ex-
libris mit den zweckentsprechend beigefügten
Abkürzungen: d = dekorativ, f = phan-
tastisch, h = heraldisch, H = Holzschnitt.
K = Kupferstich, o — ornamental, s = sym-
bolisch. Auswahl-Sendungen stehen zu Diensten
unter der Bedingung, dass mindestens »/„
behalten und umgehend das Nichtdienende
franko zurückgesandt wird.
• Kurz vor Schluss der Redaktion erhalten
wir noch das soeben im bewahrten Verlage
von J. A. S t a r g a r d t in B e r 1 i n er-
schienene Werkchen: Illustrirtes Taschen-
buch der Ex-libris-Kunde. Von Gustav
A.Seyler, Bibliothekar und Lektor im Handels-
ministerium. 88 Seiten Oktav. Mit etwa
00 Illustrationen. Kartonirt(Sky logen- Einband).
Wir müssen uns vorbehalten, das „illustrirtc
Taschenbuch" in der nächsten Nummer unserer
Zeitschrift genauer zu besprechen. Heute
wollen wir nur hervorheben, dass dieses
handliche und interessante Werkchen unserem
Vereine und unserer ganzen Ex-libris-Sachc
sicherlich viel neue Freunde zuzuführen berufen
ist. Der äusserst billige Preis von zwei
Mark ermöglicht jedem Sammler die An-
schaffung.
" • Wir führen den Lesern heut das Ex-libris
unseres Mitgliedes Herrn Max Harrwitz
in Berti n vor. Dasselbe ist von der jungen
Porträtmalerin, Frflulein SophieBcrnhard
BEKUN,
;Lützowstr. 51) gezeichnet. Die aufgestellten
Bücher veranschaulichen die Anfangsbuchstaben
des Namens des Besitzers: M. H.
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- 0 4 -
Tausehverkelir.
Zum Anstaust h ihrer eigenen üiie/terzeithen
gegen diejenigen t on anderen Mitgliedern des Ex-
libris- Vereins sind bereit:
Herr Franz Frlir. v. Lippcrhcide in Berlin,
— ein Bueherzeiehen 13 cm hoch und
dasselbe J0..5 cm hoch gegen ein
altes und ein neues.
Herr Vit e-Cmisul Alfred von Neufville
in Frankfurt a. M., Oedcxweg 30.
Herr Rath G. A.Seyler in Berlin, Gneisenau-
strasse o<».
Herr Alex Geodroy in l'aris.
Herr Paul Nie. Ratajczak in Berlin,
Prenzlauer Allee jo.
Herr Oskar Schwindrazheiin in Hamburg,
St. Georg, Bleicherstr. <>, tauscht das
Bücherzeichen seines Vaters, A.F.Schw.,
im Vorjahre gezeit Intet von ilcm
Bruder Hugo Seh»., gegen andere.
Herr Alfons v. Steiger, Lieutenant im Kur-
markischen Drag« »ner-Regimeut No.
14, Kolmar im F.lsass.
Weitere Anmeldungen für diese Rubrik werden \
von der Redaktion gern entgegengenommen und
gelangen kostenlos zum Abdrutk.
Briefkasten.
Professor I>. In Frkf. «. M. — Mlttekeliweiz.
tJeogr.-Commerz. (Jesellsehal. In X. — K. K.
Graf MI L. W. — Ihre freundlichst zugesagten
Beiträge erbitte» wir spätestens 4 Wochen vor
dem Autgabetermin <ler nächsten No. 3. (1. Juli.)
A. r. K., Kxe. In M. - Ffr. L. <J. in K.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Die
Erfüllung kleiner Pflichten lobt Dr. Chalmer. So
»ind auch uns die „kleinen- Beiträte hochwillkommen,
die wir fleißig fortzusetzen bitten.
K. B. in I- - l»r. Jnr. R. B. In B. Die der
Vereinssammlung übermittelten Spenden haben wir
dankend in Empfang genommen. Die Vereins-
sammlung, die t. Z. noch nicht allzu umfangreich
ist, wird auf Wunsch gegen Erstattung des Portos
zur Ansicht übermittelt und ist als Werthparket
zu behandeln.
VI. K. in M. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
C her die Aufnahme des modernen Bücherzeichens
des Herrn Barons G. in J. mit der alterthümlichen
Umrandung k Annen wir im» erst später entscheiden.
Inhalt.
32., VA., .14. tuul Ii"». Sitzung de» Ex-lihris-
Vereins. — Die Ex-libri* des .loliannc« Stahius.
(Mit Beilage.) -- Sireifzüge durch frühere Nura-
niern der Ex-Iihris-Zeil*ehrift. — I»er Todtenkopf
auf Bücherzeichen. - Die Bfleberzeiehen der
Aug*burger Stadt-Bihlinthek. (.Mit Beilage.» —
Nachtrag zu Veit Tii<h*piilmuwr (nicht Tliutbsen-
haum-n. — Das PirkheymerV-be Ex-Iihri* vom
Meister I. B. — Ex-Iihrie der Familie Steiger-
Bern. (Mit Abbildung.) Ex-libris Il«e Warnecke.
(Mit Beilage ) -- Besprechung den Werk« Dr.
O. von HeiiH'inann : Die Kx-lihri»-Sanimluug der
Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel. (Mit .i Ab-
bildungen.) — Bibliographie I) Die Verwendung
der» eisernen Steni|>eli' als Bücherzeieben und die
Ex-libri» Frani>-Comt«>is. 1, ,\) Zur Littenttur
der Bücherlichen. — Zu unseren Kunstbei lagen.
(Mit Beilagen.) — Nachtrag zu „Aufwhriften
und Eigenthiiinsbezcichnungen auf Ex-libri*." —
Bekanntmachung. -- Kleinere Miltbeihingen. —
Redaktionelle Mittheilungt-u. — Bueherzeiehen des
Herrn Max Harrwitz. (Mit Abbild. 1 - Briefkasten.-
Mit r,
Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Hans Brendicke, Berlin W. 35. Kurfürstensirasse 4].
Selbst-Verlag des „Ex-librisV ereins' - zu Herlin.
Druck und auftragswei^r Verlag von C. A. Starke. Konigl. Holl., Görlitz. Salomon-tr. ,1'J, a. d. Berliners»-.
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Zeitschrift
für
Biichrr/tüiiirii-
Kbliotheketikuridc und Gelehrtengeschichte
Ur^an <W*s F.x-libris-Wrnns zu rVrlin
Jahrgang V. Heft 3.
1895.
.Auhragsiwdscr Verlag v«>n C. A. Starke. Kr.nigl Hof!.. < If.rhu
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WML
v.
Berlin,
1.
Der jährliche Preis der „Exlibris-Zeitschrift- beträgt (ür Mitglieder 12 Mark isonst l.'i Mark.) — Anzeigen für
die „Ex libri-Zeit-,chrift" werden von C, A.Starke. Kgl Holl.. Görlit«, Salomonstr. 30 entgegengenommen.
36-Sitzungdes Ex-libris- Vereins.
Berlin, 1 1. M.'lr/. 1895.
Vorsitzender: Herr Professor K. Doepler «I. |.
! 1- ri Karl i n ii Ii l Iral CU I 1 Illingen»
Westerburg in München ist. der Einladung
entsprechend, welche die in der vorigen Sitzung
anwesenden Mitglieder an ihn gerichtet haben-
wiederum in den Verein eingetreten. I Beifall).
Herr Max A bei verliest den Kassenbericht
für das Jahr i8cj4, welcher den überraschenden
Nachweis führt, dass das Rechnungsjahr mit
einem Ueherw-hus.se nicht Mos von 4011 ML,
wie in einem froheren Berichte gesagt war.
sondern Dank des Springer'schcn Legates
von rund 2100 Mk. abschliesst. Dieses
Krgebniss wird mit einstimmigem Beifall
aufgenommen. Der Herr Vorsitzende sprüht
dem Herrn Schatzmeister für seine treffliche
Verwaltung des Haushalts den Dank des
Vereins aus. — Herr Max Abel erklärt sich
bereit, auch in der Zukunft eine ausführliche
Rechnung in der bisherigen Weise zu er-
statten und nimmt seinen Antrag, dieselbe
durch einen kaufmannischen Rechnungsauszug
zu ersetzen, ausdrücklich zurück.
Herr Professor F.. Doepler d. J. legte
die photographischen Nachbildungen einer
Reihe von Super- Exlibris aus der Sammlung
des Berliner Kunstgewerbe-Museums zur Be-
sichtigung vor, die sich nicht nur durch hohes
Alter auszeichnen, sondern sicher zu den
hervorragendsten Leistungen gehören, die wir
auf diesem Gebiete zu verzeichnen haben.
Herr Eritz El Ion. cand. phil., welchem er
die Photographien verdankt, hat die Ver-
öffentlichung einzelner Blatter in der /eil-
st hrift lies E.-L.-V. freigestellt und sich auch
bereit erklärt, den begleitenden Text zu
schreiben.
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- ho —
Sodann verliest tlcr Herr Vorsitzende den
Antrag des Herrn Karl Ertlich (Inden zu Lei-
ningen- Westerburg in München: „Die über
den Ex- Libris- Verein handelnde Anzeige j
auf dem Umschlag des Englischen Ex-libris-
Journals nicht mehr in französischer
Sprache abdrucken zu lassen, sondern eine
(Übersetzung ins Englische zu veranlassen."
Der Antrag wird einstimmig angenommen.
Derselbe Herr legte einen in dem von
Schulte vom Brühl herausgegebenen „Litlera-
risehen Feuilleton" abgedruc kten Artikel des
Herrn Grafen zu I.einingen-Westerburg betr.
Ex-libris, sowie einige Novitäten zur Ansicht vor.
Unser Mitglied Herr K. Waller in Amster-
dam hat für die Sammlung des Vereins einen
Abdruck seines von Sherborn in London
gestochenen Ex-libris i Folioformat» als Ge-
schenk eingesandt. — Herr Amtsrichter
Dr. Beringuier überreichte zwei von Herrn
Grafen zu Leiningen-Westerburg geschenkte
Bücherzeichen.
Ein Rundschreiben des Antiquariats von
K. Th. Völtker in Frankfurt a. M.. in welchem 1
eine Sammlung von 048 Original- Buchdrucker-
Signeten zum Preise von ,325 Mk. angeboten
wird, geht zur Prüfung herum.
Von den zahlreichen Vorlagen des Re-
dakteurs Herrn Dr. Brcndicke ist zu er-
wähnen eine Abhandlung des Herrn Pfarrers
Gerster in Kappelen „über die Stellung
grosserer Bibliotheken zum Ex-libris-Sammeln."
Die Frage ist schon olt erörtert worden, so
von Max Harrwitz vor 10 Jahren im Ccntral-
blatt für das Bibliothekswesen. Es kann nur
nützlich sein, wenn die Bibliotheksverwaltungen
immer und immer wieder an den Werth der
Ex-libris erinnert werden, damit wenigstens
die mhe Behandlung dieser Kleinkunstwerke,
wie sie vor einigen Jahren im Verein Herold
festgestellt und gerügt wurde, aulhört. Wenn
in den Bibliotheken vorläufig nur die Ver-
nichtung und Verschleuderung der Ex-libris
verhütet wird, so kann man die weitere Ent-
wickelung ruhig abwarten. Dass die Anlage von
Ex-libris-Sammlungen seitens der öffentlichen
Bibliotheken das Ziel ist, welches wir mit
der Zeit erreichen werden, unterliegt keinem
Zweifel. Selbstverständlich ist es, dass die
eigenen Eigenthumsvermerke der Bibliotheken
aus den Beständen derselben nicht entfernt
werden dürfen.
Herr Max Harrwitz legte eine Reihe
älterer Ex-libris vor.
An die V< >r)age einiger ( )riginal-Zcichnungen
von Theodor Hennig, einem in der Buch-
handlung von Puttkammer \- Mühlbrecht be-
schäftigten jungen Manne, knüpft Herr Professor
E. Doepler d. J. einige Bemerkungen.
Schliesslich wird der Wunsch ausgesprochen,
dass in jeder Sitzung das letzte Heft der
Zeitschrift zur Ansicht für Gaste ausgelegt
werden möchte
Der Schriftführer:
Scyler.
37. Sitzungdes Ex-libris- Vereins.
Berlin, 8. April 1805.
Vorsitzender: Herr Professor E. Doepler d. J.
Der Bericht über die vorige Sitzung wurde
verlesen und genehmigt, die vorgeschlagenen
Mitglieder wurden aufgenommen.
Herr Professor Doepler besprach das
Bücherzeichen Steigcr-Bem und verwies aut
das neueste Heft des „Studio' - , welches wiederum
einige wundervoll gezeichnete englische Ex-
libris enthalt.
Der Schriftführer, Rath Seyler, legte
einige neue Bücherzeichen vor, ausgeführt
von Otto Hupp und H. Teichen, ferner der»
Entwurf eines Sevler'schen Bücherzeichens
von Theodor Hennig, weiss und Gold auf
schwarzer Unterlage gemalt.
Herr Dr. Brendicke erwähnte, das>
dass Englische Ex-libris-Journal begonnen
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habe, anonyme Bücherzeichen zu veröffent- J
liehen, zu dein Zwecke, um die Bestimmung
der Blatter zu ermöglichen. Er stellte zur ■
Erwägung, ob sich ein ahnliches Vorgehen j
auch für uns empfehlen mochte.
Herr Professor Doepler erwiderte, dass
eine solche Einrichtung für uns nicht geeignet
sei, weil die uul>ckannten Ex-libris nothwendiger i
Weise abgebildet werden müssten. Dieselben
seien indess der Mehrzahl nach werthlose
Machwerke, welche die Kosten der Re- |
Produktion nicht lohnen würden. Ausserdem 1
müsse stets erwogen werden, wie schädlich
solche Abbildungen wirken können, wenn sie
dem nach Mustern suchenden Neuling oder
dem nicht künstlerisch ausgebildeten Zeichner
in die Hantle fallen.
Herr Wolfgang Mecklenburg legte »las
erste fertige Exemplar von Seyler's Katechis-
mus des Bücherzeichenkundc vor.
Herr Harrwitz zeigte ein Monogramm
<>N (russisch) — Ex-libris der Königin Olga
von Württemberg, femer ein als Ex-libris
benutztes Blatt mit folgender Darstellung:
Schild mit dem Monogramm „E R" und
„vivat", gehalten von zwei Engeln.
Der Schriltföhrer:
Seyler.
38.Sitzu ngdes Ex-libris- Vereins.
Berlin, den 13. Mai 1805.
Vorsitzender: Herr Professor E Doepler d. J.
Nach Verlesung des Berichts über die
vorige Sitzung wird als Mitglied angemeldet
der Mitteldeutsche Kunstgewerbe-Verein zu
Frankfurt a. M.
Auf den Antrag des Herrn Vorsitzenden
wird beschlossen,
1) von der nächsten Nummer der Zeit-
schrift eine Anzahl Probenunimern drucken
zu lassen und diese kostenfrei abzugeben,
z) dem Germanischen Museum in Nürnberg
als Mitglied beizutreten.
Weiter theilt Herr Professor Doepler mit,
dass auf sein Ersuchen Herr Dennis in London
nicht nur vorhandene Cliches zu Anning
Bell'schen Bücherzeichen bereitwilligst zur
Verfügung gestellt, sondern auch zu einigen
Blattern die Cliches auf eigene Kosten be-
schafft und zur Benutzung in unserer Zeit-
schrift mitgctheilt hat. Dieses grosse Entgegen-
kommen verdient die dankbarste Anerkennung.
Eine Mittheilung des Herrn Lieutenant
von Steiger in Colmar betreffend das in der
vorigen Nummer altgebildete Steigersehe
Bü< her/eichen übergiebt der Herr Vorsitzende
dem Schriftführer zur Bearl>eitung.
Endlich legte Herr Professor Doepler noch
das von ihm entworfene und in zwei Grossen
ausgeführte Ex-libris der Bibliothek des Königl.
Kriegsministcriuins zur Ansicht v<ir.
Der Schriftführer Rath Seyler theilt eine
Zuschrift des Herrn Eorrer in Strassburg mit,
aus welcher sich ergiebt, dass der genannte
Herr sein neues Sattler'*« lies Bücherzeichen
fortan nur gegen alte Ex-libris tauschen
wolle. Heir Forrer ist demnach von der
Tauschliste zu streichen.
Herr Dr. B rendicke legte ein zur
Sammlung des Herrn Freiherrn von Lipper-
heide gehöriges Stammbuch vor, das des
Frankfurter Patriziers Johann Adolf von
Glauburg I A V G 1572 und folgende
Jahre, welches durch seinen heraldischen
Inhalt von hohem Interesse ist. Ferner
Emblernata secularia mira et jueunda etc. /
Weltliche lustige newe Kunststück der jetzigen
Welt Laufr / dienlich zn einem zierlichen
Stamm- und Wapenbüchlein per Jo. Th. de
Brv, Oppenheim / Anno MVnDVs sencsClt '.
In beiden Büchern befinden sich Büchcr-
zeichen S. Möns Andechs); 2 andere Ex-libris
bilden durcheinander geworfene Buchstaben,
die schwer zu enträthseln sind.
Herr Dr. Wciuitz legte vor: 1) Das
Dil« herzeichen des Dichters Julius Wolff von
_ 08 —
P. V, jedenfalls Voigt; 2i das Ex-Iibris des
Kirchenhistorikers K;irl August Hase von
G. Nicper .}) Drei Bii> her/eichen St hmitzdorlT
in Brandenburg a. H., Stiche von Ritschel
41 den hochinteressanten Katalog der vom
Freien Deutschen Ho. hslift im Goethehause
zu Frankfurt a. M. veranstalteten Faustausstellung,
enhaltend u. A. eine Bibliographie der Faust-
literatur mit s< honen Beilagen.
Herr Professor Ad. M. Hildebrandt
zeigte das von ihm ausgeführte Bücher/.eu hen
des Grafen Albert von Schlippenbach. Herr
Amtsrichter Dr. Beringuier drei seiner
Sammlung neu zugegangene Blatter.
Herr Dr. Brendicke berichtete über die
neuen Einlaufe der Redaktion und legte die
letzte Nummer des englischen Ex-libris-Journals
zur Ansicht vor.
Zum Schluss wies Herr Amtsrichter
Dr. Beringuier darauf hin, dass der
14. Mai nach dem Statut der Tag der Vereins-
stiftung ist. Es sei wohl selbstverständlich,
dass der Ex-libris-Verein, welchen der ver-
storbene Geh. Rath Warnecke mit Recht
als sein Kind bezeichnet habe, im ersten
halben Jahre der Trauer diesen Tag ohne
Sang und Klang vorübergehen lasse.
Der Schriftführer :
Seyler.
Dem Kx-Ilbrls-Vereln sind als MlttrlMer
ferner briretrrten:
Angemeldet von Herrn Kail Emi'h (ira/rn
zu /.einingen - Weiterburg :
1. Miss Emma C. C'hamberlayne, Chc-
sham Place I, Belgravia, London S.W.
1. Miss Hamel Lister, Basil Grange,
West Derby, Liverpool.
S- Herr Karl Fürst Fuggcr- Baben-
hausen, Durchlaucht, Augsburg.
Fuggcrhaus.
4. Herr Prälat Dr. Adolph Franz.
Gmunden (Ober-Üesterrcich.)
5. Bibliotheque rovale, Brüssel. Belgien.
Angemeldet von Herrn Prof. K. Doe fiter d. /.:
o. Herr Dr. Paul Kronthal, Nervenarzt
Berlin W., Landgrafcnstras.se. /
Angemeldet von Herrn P Sir. Rateijezak :
7. Herr Karl Schmitzdorff, Bankier.
Brandenburg a. H.
Angemeldet dimh den Vorstand:
S. Mitteldeutscher Kunstgewerbe-
Verein in Frankfurt a. M. (Professor
Luthmcr)
An gemeldet von Herrn Amtsrichter Citnrad:
o. Herr Graf Friedrich zu Dohna -Lauck
z. '/.. Übcr-I,andesgerichts-Rcfcrendar
in Mühlhausen Ostpreussen , Kreis
Pr.-Holland.
Das Bücherzeichen des Bischofs
Urbanus v. Gurk in Kärnthen.
Am h. Marz 1072 wurde für das damalige
Her/ogthum jetzt Klonland Kärnthen aus
Mitteln des Hochstiftes Salzburg, (wie spater
Lavant) — das Bisthum Gurk errichtet,
und am 5. Mai desselben Jahres Gunther
v. Kropfeid zum Bischof erwählt, welcher
diese Würde über 18 Jahre bekleidete, indem
er am 15. Mai ichjo mit Tode abging. Als
yt. Bischof v. Gurk linden wir Urban von
Österreich, aus einem nicht naher be-
kannten österreichischen Edclgeschlcchte,
welcher den bischöflichen Stuhl von 1550
bis 13. Oktober 1572 inne hatte. Sein
Nachfolger war Christ. Andreas v. Spauer
(t als Bisehof v. Brixen, am 10. Januar
1613) aus einer alttyrolisehen Familie, welcher
mehrere Staatsmanner. Kriegsoberste und
kirchliche Würdenträger entstammten. —
Das in der Beilage abgebildete E x - I i b r i s
zeigt zwischen den Üblichen Bischofs-Insignien
(der bebänderten Infula und dem Stabe' und
einem leer gelassenen Spruchbande den ge-
vierten Wappenschild ; l und 4 gelangt,
rechts goldnen Löwen in Schwarz,
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Üibliothekzrichen des Bischofs Urbanus von Gurk, von 1572.
raertarititt t«i> V. A. RUrke, Kg\. Ha«., (Britta. Bella«« u> Kx-Hhrl»-/r!i.. krin. Jikr*a»( I »!•:.. >,.. 3.
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links roth und weiss gequcrt; 2 und 3 mut-
masslich das Stammwappen ; ein rci hts schau-
ender, goldener Adler in Blau . . Zu beiden
Seiten des Schildes steht das Wahljahr 15,50.
Die Aufschrift ist in zweiter Zeile etwas ver-
stümmelt, und deutet die Jahreszahl 1572
vielleicht auf die Entstehungszeit des Blattes.
Letzteres ist ein ziemlich derb gearbeiteter
Holzschnitt, gehört jedoch zu den seltneren
Episcopal-Ex-libris. —
E.
Ex-libris des Nürnberger
Dichters Sigmund von Birken
(Floridan).
,,/rnkM>n L.k ..i>.! lull dir ilrutM hi' Kr«W
DcMl^llrr 'it*v»ne nur liii-ll im* Irr« unmhlviigtlt."
(Jurtim,, Kcrntr, IaA> FloriAin*. iHiJI.
Mit der Abbildung und Besprechung des
Bibliothekzeichens*) von Sigmund von Birken !
hoffe ich einerseits die Ex-Iihris-Sammler
mit einem eben so seltenen wie interessanten
Blatte bekannt zu machen, andrerseits den
fast verhallten Namen eines einst hoch-
geschätzten Dichters und eine heute meist
vergessene Periode deutscher Dichtung wieder
etwas im Gedachtniss aufzufrischen.
Der Zeitpunkt hiezu scheint mir deshalb
passend, weil die althistorische litterarische
Gesellschaft des Pegnesischen Blumen-Ordens
zu Nürnberg, mit welchem Sigmund von
Birken's Name als dem eines zweiten Vaters
der Gesellschaft unauflöslich verbunden ist,
vor Kurzem erst — 1804 — das stolze
Fest der 250 jährigen Jul>elfeier beging.
Bevor wir auf die Person und das ßiblio- .
thekzeichen des Dichters eingehen, müssen
wir dett Orden selbst und die Nürnberger
Dichterschule erst naher betrachten, was auf
Grund der Festschrift, herausgegeben im
*) Ali« Original in meiner Kx-libris-Sammlung. I
Aultrag des Orden> von Th. Bischoff und
Aug. Schmidt, sowie mit Hülfe anderer
(Juellen**> geschieht. Es sei gleich hier
erwähnt, das* die Anschaffung der stattlichen
Festschrift (Verlag von Hofbuchhflndler
J.L. Schräg, Nürnberg) Jedermann, insbesondere
Bibliotheken, I.itleratur - Historikern und
-Freunden nicht warm genug empfohlen
werden kann, da die in derselben gegebenen,
anregend geschriebenen Lebensbilder (Jg. Phil.
Harsdörflers und Sigmund von Birkens, aus-
gestattet mit zahlreichen Wiedergaben von
Kupferstichen jener Zeit, einen vortrefflichen
Einblick in Nürnbergs wie Deutschlands
litterarische Bestrebungen nach dem 30 jährigen
Kriege geben und ausserdem mit dem Peg-
nesischen Blumen-Orden genauer bekannt
machen; die Festschrift kann getrost eine der
besten kulturhistorischen Studien der Neuzeit
genannt werden, welche bei massigem Preise
gediegenen Inhalt mit vornehmer Ausstattung
und schönem Drucke vereinigt.
Eine andere gute, aber seltene Quelle
sei hier nur kurz dem Titel nach erwähnt:
„Amaranthes, historische Nachricht vom
Blumen-Orden an der Pegnitz", Nürnberg
1744 bei Chr. Riegel, im 100. Jubeljahr des
Blumen-Ordens erschienen.
Was nun den P c g n e s i s c Ii e n B I u m e u -
Orden selbst anbelangt, so ist seine Gründung
auf einen alteren Vorgänger, die „frucht-
bringende Gesellschaft" oder
„Pa 1 m e n - 0 r d e n" zurückzuführen, welcher
zu Weimar 1017, nach italienischen Vor-
bildern, hier nach dem Muster der Akademie
della Crusca (= Kleie) von 3 Herzögen zu
Sachsen. 2 Fürsten von Anhalt (Ludwig war
das erste Oberhaupt) und einigen Edelleuten
gegründet wurde, mit dem Zwecke „bei dem
*') Kocnneike. ßilderatlas zur Gesch. der deutsch,
Nalionallilleratur, II. Aull, 1895; Vilmar's und
Koenig's LitieraturgeM'hirhlen ; Goedecke, Grundriss
«ur Gesch. der deutsch Dichtung, III. Bd., 1887;
u. A.
- -o —
bluttriefenden Kriegsjainmer unsere edle
deutsclic Muttersprache, wc-U hedur. h fremdes
Wortgepränge wässerig und versalzen geworden,
hinwieder in ihre uralte gewöhnliche und
angeborene deutsche Rcinigkeit, Zierde und
Aufnahme einzuführen, einträchtig fortzusetzen
und von dem fremddrückenden Sprachenjoch
zu befreien."
Dies waren löbliche Bestrebungen, welche
man in unseren Tagen mit Recht wieder ,
aufgenommen hat und deren Kndziel der
heutige deutsche Sprachverein und manche
deuts« hfühlende verständige Zeitung wiederum
verfolgen.
Im Palmen-Orden bekam jedes Mitglied
einen eigenen Namen mit besonderer Bc- 1
deutung, eine Pflanze, Blume oder Frucht
als Sinnbild und einen Wahlspruch, — harm-
lose Spielereien, wie sie der Sitte der Zeit
ganz entsprachen. Zu ihren Mitgliedern ,
zahlte diese Sprachrcinigungs-Gcsellschalt fast I
nur Personen hohen Standes, und finden sich
u. A. darin der grosse Kurfürst, König Karl
Gustav von Schweden, zahlreiche sonstige ',
regierende Fürsten oder berühmte Namen !
wie Oxcnsticrna, Gustav Wrangel, Octavio j
Piccolomini u. s. w.; von den Dichtern und
Schriftstellern ist besonders Friedr. von Logau, j
Martin Opitz, Mos« herosch, Rist und Zesen I
zu nennen.
Waren die ursprünglichen Absichten der
fruchtbringenden Gesellschalt auch durchaus
lobenswerthe, und wirkte dieselbe auch
namentlich im ersten Jahrzehnt anregend und
deutsche Bildung fördernd, so verllachte doch |
allmälig das Ganze, da man sich immer 1
mehr an kleinliche Aeusscrlichkciten hing, |
und so endete der Palmen-Orden bereits
wieder iö8o nach mir 0} jahrigem Bestehen,
nachdem von IO17 So im Ganzen Xoo
Mitglieder aufgenommen worden waren. Nach
und in Folge der Gründung des Palmen-Ordens
einstanden an verschiedenen Orten ähnliche ,
Gesellschaften, welche ebenfalls die Erhaltung
und Ausbildung der deutschen Sprache und
die Pflege ihrer Reinheit bezweckten, so die
„aufrichtige Tannengesellschaft" zu Strassburg
( 1 6^.5, von nurganz kurzer Dauer), die „tcutsch-
gesinnte Genossenschaft" oder ..Roscngescll-
schaft" zu Hamburg 11043—1705) und der
„Flbschwanen-Orden" in Holstein (io' JO bis
1O67'.
Die l>ekannteste und ausdauerndste der-
artige Gesellschaft ist aber der „H i r t e n -
und Schäfer-Orden ander Pegnitz"
oder der „PegnesischeBlumen - Orden",
auch ,1 ö b 1 1 c h e B I u m e n g e s c 1 1 s 1 h a f t '
geworden, welche 1O44 zu Nürnberg imi
Gg. Phil. Harsdörffer und Joh. Klaj gegründet
wurde und heute noch besteht!
Der Gründungszweck war wiederum die
Reinhaltung der deutschen Sprache in Rede
und Schrift, sowie die Pflege der deutschen
Dichtkunst; die Bethätigung dieser guten
Absicht ist einer der Hauptverdienste des
Pegnesischen Blumen-Ordens, der immerhin
einige thalsachliche Erfolge in der Sprach -
rcinigung und Wiederaufrichlung deutscher
Dichtung auf seine Rechnung setzen
kann; aber mit der Zeit überwog zu sehr
die süssliche Verherrlichung arkadischen
Schalerlebens, sowie die Vorliebe für die
Blumensprache, die allzureichliche Anwendung
schmückender Beiwörter, übertriebene Malerei
durch Worte, Nachahmen von Thierstimmen
und Naturtönen in den Versen und eine
gekünstelte Reimdrechselei, — alles Dinge,
welche damals zwar in hohem Ansehen
standen, aber der deutschen Dichtkunst
nichts nützten und namentlich uns heut-
zutage fremd, geschraubt und überschwünglich
anmuthen. Meines Erat htens ist es unric htig,
diese Abirrungen des Geschmacks vom
heutigen hohen Standpunkt aus, wie es einige
neuere Literaturhistoriker thun, schlankweg
zu verurtheilen und erhaben den Stab über
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- 7
i
jene Männer zu brechen, die in redlichem
Streben und in heiliger Begeisterung ihr
Bestes thaten; wir dürfen nicht vergessen,
dass diese Art geistiger Speise, die uns heute
fteilich in Folge ihrer übermässigen Sttsslich-
keit nicht mehr mundet, ganz nach «lern
Cochniückc der damaligen Zeit war, und
die ganze „Stimmung" dieser Nürnberger
Dichtperiode aus jener heraus entstanden ist.
Sagt doch Goethe so treffend : „Die Fehler
gehören der Zeit, das Gute dem Manne."
Besondere rege schriftstellerische Thfttig-
keit entwickelte der Begründer des Pegnesischcn
Blumen-Ordens, der hochgelahrte Polyhistor
und Dichter, Senator Harsd.-.rfTer i 1607 — 50),
welcher eine riesige litterarische Fruchtbarkeit
aufwies : er ist auch u. A. der Krzeuger des
berühmten (poetischen) „Nürnberger Trichters."
Der Mitbegründer des Blumen-Ordens, der
gekrönte Dichter und Lehrer an der Sebalder
Lateinschule, spater Pfarrer in Kitzingen, Joh.
Klaj (1616 — 56) betrieb hauptsachlich das
geistliche Schau- und Singspiel, und unser geistig
hochbegabter Sigmund von Birken (1626-81;
wird mehrfach „Vielschreiber" und „Vers-
virtuos" genannt, als welcher er zahlreiche
lyrische und andere Gedichte, sowie auch
Dramen schrieb.
Der Pegnesische Blumenorden wurde nach
dem die Stadt Nürnberg durchströmenden
Fluss Pegnitz, genannt und nahm, dem Beispiel
des Palmenordens folgend, bei seiner Gründung
ein Gcsellschafts/.cichen — die Panspfeife*)
und einen Sinnspruch : „Mit Nutzen erfreulich",
spater „Alle zu einem Ton einstimmend" an.
Nach dem Tode Harsdörflers .1658 wäre
der Pegnesische Blumenorden, wenn S. von
Birken nicht gewesen wäre, fast dem Schicksal
seiner Schwestergesellschaften, der Auflösung,
verfallen, denn vier Jahre lang wurde aus
*i Auch „Pan" feierte in unseren Taj;en eine
Wiederaufer-.tctuing durch die kün->tlcfi>>thc Re-
strebungen fördernde „Genossenschaft Pan". - '
Mangel an Interesse der wenigen Mit-
glieder kein Vorsteher mehr erwählt; trotz-
dem nahm Birken, ohne selbst Vor-
sitzender zu sein, 1662 zwei neue Mitglieder
auf, worauf er im gleichen Jahre von den ihm
anhängenden Mitgliedern zum „Oberhirten des
Pegnitz-Schäfer-Ordens" gewählt wurde. Von
da an blüht neues liehen im Orden, was am
Besten der Umstand beweist, dass, während
in den ersten 14 Jahren bis zu HarsdörfTers
Tod nur 15 Mitglieder bekannt sind, unter
Birkens Leitung in den 19 Jahren seiner
Vorstandschaft allein 58 Mitglieder neu auf-
genommen worden sind.
Während die Versammlungen in der ersten
Zeit im sogen. Poetenwäldchen an der Pegnitz,
nahe bei Nürnberg und in einem Privatgarten
stattfanden, entstand während Birken's Vor-
slandschaft 1676 der „Irrhain" bei Krafts-
hof, dessen stimmungsvolle Anlagen 1678 voll-
endet waren. Zwischen Laub- und Irrgängen
wechselten Einzel- und Gesellschaftshütten mit
steinernen Erinnerungsdenkmälern und Gedenk-
tafeln ab; der mit riesigen Bäumen geschmückte
Irrhain ist heute noch im Besitz und Be-
nutzung des Ordens.
t744 fand die erste 1 oojährige Jubelfeier
statt, 1794 eine Umgestaltung des Ordens in
eine einfache litterarische Gesellchaft, t844
das 2oojahrü(e und t8o4 unter Hofrath Dr.
med. Wilhelm Beckh als Vorsitzendem das
250jährige Stiftungsfest; heute zahlt der Peg-
nesische Blumenorden mehr Mitglieder denn
je, nämlich einschliesslich der Ehren- und
correspondirenden Mitglieder 180, und man
kann der althistorischen Gesellschaft nur freudig
| zurufen : „Ad multos annos !"
(iehen wir nun zu Sigmund von
Birken selbst über, so finden wir, dass seine
3 nächsten Vorfahren, Namens Birkner, deutsche
, protestantische Geistliche waren; der Urgross-
I vater Wolfgang Birkner zu Stolberg im Harz,
I der Grossvater Bartholomaus in Altenburg und
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der Vater Daniel, weit her seinen Namen da-
maliger l'n- Sitte gemäss ins Lateinische
übersetzt und sich Betulius fbetula = Birke
nannte, zu Waldenstein bei Egcr in Böhmen.
Hier wurde Sigmund Birkner - Betulius am
25. April 1626, mitten in den Schrecken des
30jährigen Kriegs, geboren. Bald nach der
Geburt Sigmunds mus-ste der Vater seines
Glaubens halber 1629 aus seiner Stellung
scheiden; nach längeren Aufenthalten in fcger,
Hohenberg und Bayreuth kam Daniel endlich
1632 nach Nürnberg, wo er bis /u seinem
1642 erfolgten Tode verblieb; 1643 reiste
Sigmund an die Universität Jena, woselbst er
allerhand Fahrnisse und W iderwärtigkeiten zu
erdulden hatte. Nachdem er dort 1 1 2 Jahre
Ethik, Politik, Logik, Philosophie, Geschichte,
Jus und Uratorik studirt halte, kehlte er 1644
nach Nürnberg zurück ; er lernte hier Hars- :
dorfter und Klaj. die Gründer des Ptgncsischen
Blumenordens, kennen und widmete sich nun
mit Eifer der deutschen Dichtung.
1645 wurde Sigmund in den 1 Jahr zuvor
errichteten Pegnesischen Blumenorden unter
dem Namen „Floridan" aufgenommen; als
Blume wählte er sich das Tausendschon, auch
Horamor und Amaranthenblume genannt, und
als Sinnspruch „In den Himmel verliel.il".
1645 ging er nach Wolfcnbütlel und wurde
hier Erzieher der Sühne Anton Ulrich und
Ferdinand Albrecht des Herzogs August von
Braunschweig- Wolfenbüttel. Hier ernannte ihn
der kaiserliche comes palatinus Dr. M. Goskv
zum Lohne für seine Dichtkunst zum poeta
luureatus coronatus caesareus. 1646 trieb es
den stets ruhelosen Floridan schon wieder auf
die Wanderschaft, von welcher er erst 1648
nach Nürnberg zurückkehrte. Hier wurde er
Hauslehrer der Kiett r'schen Familie und Leiter
einer Schule für Staatslehre und Dichtkunst;
er genoss allmalig solches Ansehen unter den
gebildeten Kreisen, dass ihm der Auftrag
ertheill wurde, das zur Feier der Beendigung
des 30jährigen Krieges 1650 veranstaltete
Friedensfest mit einem Schauspiele zu ver-
herrlichen, das beim Friedensmahl durch adelige
Jünglinge aufgeführt wurde und „Teutscher
Kriegs-Ab- und Friedens-Einzug" lautete. Da-
durch sowohl, als auch durch die Gunst hoher
Personen am Wiener Hofe kam es. dass ihn
Kaiser Ferdinand HI. 1655 in den erblichen
Adelsstand unter dem Namen „von Birken"
erhob, ihn zum Comes sacri palaiii, zum Hof-
pfalzgrafen ernannte*' 1 und ihm eine goldene
Gnadenkette verlieh. Im Auftrag Kaiser Leo-
polds bearbeitete er den „österreichischen
Ehrcnspifgel", was ihm abermals eine goldene
Ehrenkette eintrug.
Zu ihren Mitgliedern ernannten unseren
Floridan: 1657 die teutschgesinnte Genossen-
schaft zu Hamburg unter dem Namen „Der
Kiechende", 165S der Palmen-Orden {frucht-
bringende Gesellschaft) unter dem Namen
„Der Erwachsene" mit dem Wahlspruche „Zu
grosseren Ehren" und dem Symbol „weiss-
gcfülite Stengelveil-Levkoje", und 1679 der
venettanischc Orden der Recuperatoren ; man
ersieht aus diesen Ernennungen, wie weit
Birken's Name bekannt war und dass er damals
in hohem Ansehen stand.
Für den Heraldiker ist es wissenswerth,
dass Harsdörffer und S. von Birken es waren,
welche das heute noch übliche Petra
Sancta'sche System der Farbenangaben eines
I Die Privilegien eines HofpfaUgralen waren:
„Notare *u creiren. infamirte Personen tarn juris,
quam facti zu restituiren, akademische Grade
(Licentiaten, Doktoren der Rechte und Median 1 *u
verleihen, Dichter *u krönen und bürgerliche Wappen
tm verleihen." (Die „kleine Comitive"! vgl. Seyler,
Grsrh der Heraldik, Nürnberg, 1885-80, S. 358 fr.
Eine bemerkenswerthe l.'rkunde S. von Birken»,
als Hofpfaligrafen, findet sich ebenda S. 365, 366
abgedruckt ; auch im S. von Birken a a. O. noch
mehrfach in heraldischen Dingen angeführt, so
S. 574. 5;<». 5°* "nd 07.V
Dem Andenken Gg. Phil. Harsdorffers, des viel-
seitigen Gelehrten, ist ebenda S. yi$ boj ein
eigenes Kapitel gewidmet
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Bibliothekzeichen von Sigmund von Birken, um 1670.
Gedruckt von der Original - Kupferplattc.
K -iilTdraekerei »<>n Ang. Writerolh, Manchen. Brilar* t»r l.\-lll.ri>./cii«. hrirt. Juliruinir IM»."», So. U.
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- 7.i
Wappens durch Schraflirung einfühlten und j
verbreiteten.
Von 1657 Iiis 166» hielt sich Hitken '
wegen der Bearbeitung des „österreichischen
Ehrenspiegels'' in Bayreuth auf, wo er sicli
1657 mit Margarethe Magdalena Goering.
verwitweten Miileck vermählte, die aber naih
^jähriger glücklicher Ehe starb; 1660 kehrte
«t nach Nürnlierg zurück und heirathete 1673
zum zweiten Male, nämlich Katherina Bosch
verwitweten Weinmann, welche er aber 1679
nach sechsjähriger, ebenfalls glücklicher Khe
auch durch den Tod verlor.
Gegen Knde seines Lehens war Fioridan
öfters leidend und er verstarb zu Nürnberg
am 12. Juni 16H1; er wurde auf dem be-
rühmten Johannis-Kirchhofe bestattet, wo ihm
ein stattliches , wappengeschmücktes Grab-
denkmal errichtet wurde. Von Seiten Nürn-
bergs und des Rlumenordens wurde ihm eine
grossartige Todtenfeier bereitet und von allen
Seiten erschienen Lob- und Trauergediehte
auf den beliebt gewesenen Dichter.
In der „betrübten Pegnesis", einem von
Pfarradjunkt Mariin 1. imberger — Myrtiii II
zu S. von Birkens Ged.'lchtniss verfassten
Werke befindet sich ein zierliches Titelbild,
welches aber wieder ±0 recht in seiner ganzen
Darstellung mit Gottern, Schafern und Alle-
gorien dem Geschmack vom Ende des
1 7. Jahrhunderts entspricht; es stellt Floridans
Aufnahme in den Himmel dar, die „ahnlich
dem in der divina comoedia gezcii hneten
Eintritte Dantes in's Paradies Fioridan von
Minerva und Mercur der an der Himmels-
pforte ihn erwartenden Poesie zugeführt zeigt,
wobei ihn das mit der Passionsblume ge-
schmückte Banner des Blumen-Ürdens be-
gleitet, wahrend vorn links der trauererfullte
Pegnitzfluss dem Schwanengesang des Ver-
lebten lauscht"*)
*) Keilschrift S. 505; Abbildung auch wieder-
gegeben im „Bayerland - VI. iR.jj, No. 3.1 ,i«, j
II. Blau.
Birkens Wappen war nach Dr. J. M.
Trechsel's „verneuertem Gedachtniss des Nürn-
bergischen Johannis -Kirchhofs'- 4 ) folgendes:
„Quadrirct mit einem Mittel-Schildgen, von
rotii und Silber quer getheilt. auf welchem
ein goldene Birke auf einem grün Grund; der
Haupischild aber ist im 1. und 4. silbernen
(Quartier mit einer rechten, aus einer Wolke
hervorragenden und einen Lorbeer-Krantz fest-
haltenden Hand bezeichnet, im 2. und 3. blauen
Quartier ein schräglinks liegender silberner
Ancker; gekrönter Hehn, auf dem ein silberner
Ancker, plahlweisc gestellt, zwischen einem
offenen Flug, dessen rechter Flügel von Silber
und Roth, der linke von Schwanz und Silber
<|uer getheilt ist."
Fioridan- Birken war eine gegen Jedermann
liebenswürdige Persönlichkeit und besass Gottes-
furcht und acht-deutsche Vaterlandsliebe; er
genoss „die ungethcilte Anerkennung seiner
Dichtkunst duren seine Zeitgenossen"**) und
„widmete tliatsachlich der vom Blumenorden
angeeigneten Aufgabe der Reinigung der
deutschen Sprache grosse Aufmerksamkeit"***;.
Sein Ficisi war bewunderungswürdig und seine
dichterisch-schriftstellerische Thatiikeit geradezu
riesig; von seinem Briefwechsel und reich-
haltigen dichterischen Nachlass befindet sich
noch eine «rosse Menge im Archiv des
Ordens +
Andererseits kann man Biikcn den V'or-
wuif nicht ganz ersparen, dass er. trotzdem
er ziemlic h von sich eingenommen war, hoch-
stehenden Personen gegenüber zu demuthig
und kriecherisch war. Anfangs aus Nahrungs-
sorgen, später aus Ruhmsucht.
Wer sich über Birken's und Harsdorffeis
schriftstellerische Thatigkeit, wie über die
fruchtbringende (Gesellschaft Palmen-Orden)
*l Kotsrhrift S. 50c
**) Ebenda S. 507. '
*'*i Ebenda S. J09.
fl Auch 1 Siammbürher Fioridan» werden im
Orden-archiv aufbewahrt.
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74
und den Pegnesischen Blumen-Orden genauer
unterrichte» will, kann dies durch «las Studium
der obengenannten Festschrift l>ewcrkstelligen ;
in Goedekes Grundriss zur Geschichte der
deutschen Dichtung, III. Band, finden sich
Birken* Werke, sowie einige Autoren erwähnt,
welche bereits über ihn geschrieben haben.
Nach dieser längeren, zum Verstandniss
des Ganzen aber nothwendigen geschichtlichen
Krlauterung kommen wir endlich zum K x •
I i b r i s F 1 o r i «1 a n s selbst
Auf demselben sieht man oben vnin '
oberen Kranze ausgebend das von S. von
Birken eingeführte weisse Gesellschaftsband,
auf dessen rechten Knde sein Ordensname
Floridan in grüner Seide, auf dessen linken
aber die von ihm gewählte Blume, «las
Tausendschön ( Fl« >ram< >r. Amarantheil- Blume)
eingestickt war.
Der obere Blumenkranz. ist noch mit
einem anderen Bande mit der Inschrift „A!les
zur F.hre des Himmels" umwunden und ent-
halt in seiner Mitte über den Worten „die
Blumgenosschaff' »las Ordenssinnbild: Die
Granadill — Grcnadille oder Passionsblume*),
welche als Gesellst haftsblume zur Kiinnerung
an den Wohlth.'lter <les Ordens, den Hatipt-
prediger bei S. Sebald und Stadtbibliothekar
Joh. Mich. Düben (+ i<<f»<ii von Floridan
eingeführt worden war.
Im unteren Blumenkranz sieht man das
Gesellst haftszeic lieft, die Pans-Kobrpfeife mit
dem Sinnspruch „Alle zu einem Ton ein-
stimmend."
Sprüche wie Bilder sind der silbernen
< »rdens- Medaille entnommen, welche an dein
genannten weissen Bande von den < »rtiens-
mitgliedern getragen wurde.
"t So genannt, weil man im it>. Jahrhundert in
den BIQlhcn Beziehungen auf die Leiden Christi
entdeckt haben wollte: Der Kadenkranz, rwisrhen
Rlumenkronc und Staubgetässen galt als Dornen-
krone; die 3 oberen Griffel als die Kreuresnägel,
die 5 Staubbeutel als die Wundeninale u. s. w.
Hin Verfertiger des zierlichen Kupferstich*
ist nullt genannt, auch liess xich nichts
Bestimmtes hierüber finden: doch ist die
Annahme l>erechtigt, dass der Stich entweder
von Joachim von Sandra« oder dessen Nelfen
Jacobus von Sandrart herrührt, welch letzterer
auch die (in der Festschrift wiedergegebenen)
beiden Portraits von Harsdörffer und Birken
gestochen hat.
Joachim von Sandrart war if>o<> zu
Frankfurt a. M. geboren und starb 1088 zu
Nürnberg; Jacobus von Sandrart, geboren
l<i,\o zu Frankfurt, gestorben 1708 zu Nürn-
berg.
Joachim war der Bedeutendere der beiden
Sandrarts; er war der berühmte Maler des
Festmahls (zum Gedächtnis.« des westfälischen
Friedens) im Nürnberger Kathhaussaal (1050);
wir kennen von ihm sein eigenes Bibliothek-
zeichen, welches er zweifellos selbst gestochen
hat, und welches in den „An hives de la
Societe francaiee des o-llet tioneurs d Kx-libris"
1. No. o, aotit 180.1. S. abgebildet und
in I. Xo. 10, septembre i«Q4, S. 1 5B und
150 näher besprochen ist.
Wahrend Joachim seit 1076 Mitglied des
Palmen-Ordens (fruchtbringende Gesellschaft)
mit dem Namen „der Gemeinnützige", dem
Sinnbild „Rothe Tanne" und dem Sinnspruch
„Ragt weit heivor" war, zählte er doch nicht
zu den Mitgliedern des Pegnesischen Blumen-
Ordens, trotzdem er in nahen Beziehungen
zu Letzterem stand und Kupfcrplatten für
ihn anfertigte; unter diesen* ist die Platte
zum Ordenszeit hen zu nennen, welche auch
in der Festschrift S. si.} wiedergegeben ist
und, ausschliesslich tler oben angebrachten
5 Kngel, einem Sockel und einer Säulenhalle
als Hintergrund sonst genau dieselbe
Anordnung und Darstellung wie
d a s F 1 o r i d a n ' sehe F x - I i b r i s aufweist,
*) nach gefälliger Mittheilung des Herrn Vorsund».
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- 75 -
weshalb ich auch nicht anstehe, das hier
besprochene Ex-libris ebenfalls Joachim von
Sandrart zuzuschreiben.
Die Zeit, aus welcher diese nicht mit I
Jahreszahl versehene Platte stammt, ist zwischen
1662 (Wahl Birkens zum Vorsteher, und
weisses, von Birken eingeführtes Band) und
1081 (Todesjahr) anzusetzen, jedenfalls aber
naher dem Ersteren, also „um 1670."
Das Ex-libris befindet sich noch heute in
einigen alten Rüchern Rirkens, bezw. des Peg-
nesischen Blumen-Ordens eingeklebt und wird
von diesem begreiflicherweise als seltene
historische Erinnerung an seinen zweiten Vater
hoch in Ehren gehalten. Zum Schlüsse möchte
ich nicht unterlassen, auch an diesem l'latze
dem heutigen Vorsitzenden des Pegnesischen
Blumen-Ordens meinen verbindlichsten Dank ,
auszusprechen, dass er in liebenswürdigster
und entgegenkommendster Weise durch gütige
Leberlassung der Originalkupferplatte mir die
Wiedergabe dieses vor 200 Jahren entstandenen,
interessanten und reizenden Bibliothekzeit hens
ermöglichte.
München, Mai 1 S 9 5 .
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg-
Neuleiningen.
1
Drei Ex libris Johann Baptista
Zeyll v f,
Igeieichnct von Pcler Opel).
Bei der Durchforschung der Stiftsbihliothek
Kremsmiinster fanden sich in vorwiegend juri-
dischen und historischen Werken drei als Ex-libris
verwendete Hol/schnitte: In reich verzierter
Umrahmung ovale Cartouche mit Wappen
und der Umschrift: JOHANN . BAPTISTA .
ZEYLL . VERTRAW : WEM : SCHAW. Die-
selben sind in Crosse und Umrahmung ver-
schieden, senst aber so ähnlich, dass sie zweifel-
los von demselben Künstler und zwar, wie ich
unten zeigen werde, von Peter Opel herrühren.
I. Das hier abgebildete Ex-libris (Original
210 : 154 mm, auf Papier von 417 : 266 mm).
Für den Zeichner halte ich Peter Opel, dessen
Monogramm PO. unten, gegen rechts sich rindet.
Siehe Nagler-Andresen, Monogrammistcn Bd.
IV, p. 809, unter Nr. 2663, und Andresen,
der deutsche Peintre-Oraveur, Bd. II, p. 112 ff.)
L'eber diesen Künstler, der in den beiden
letzten Jahrzehnten des 1'». Jahrhunderts zu
Regensburg lebte, fehlen alle nähere Nach-
richten. Er war eigentlich Büchsenschäfter,
übte aber auch die höheren Künste der
Malerei, Zeichnen- und Kupferstecher-Kunst.
Zwar erwähnen Nagler und Andresen unter
seinem Werk das vorliegende Blatt und die
beiden folgenden nicht, doch zeigt das vom
letzteren, a. a. O. p. 116 unter Nr. 10, be-
schriebene Wappen im Aufbau unverkennbare
Aehnlichkeit.
Unterhalb der Cartouche in der Mitte,
stehen, ein Holzschncidcmesser flankirend, die
Ziffern : 9 — 3, welche ohne Zweifel die Jahres-
zahl 1593 bedeuten, und das Monogramm
des Holzschneiders C L. dessen Namen mir
unbekannt geblieben ist.*)
II. Das mittelgros.se Ex-libris 1162 : 102 mm;
ist nur mit dem Monogramm Peter Opels, an
derselben Stelle, wie Nr. I, bezeichnet.
III. Das kleine Ex-libris (83 : 62 mm) ist
ohne Bezeichnung, aber zweifellos von Peter
Opel. Nr. II und III durften gleichfalls um
1593 entstanden sein.
Die meisten Quart- und Octavbande, bei
welchen das Ex-libris Verwendung fand, tragen
ausserdem in Goldpressung das Super-Ex-libris
* Auf das Holzschncidcmesser, wodurch das
Monogramm: C L als das des Holzschneiders er-
wiesen wird, wurde ich durch freundliche Mit-
theilung unseres hervorragenden Ex-Hhris-Kenners,
Herrn K. K. Grafen tu Leininifen-Westerburg. auf-
merksam gemacht, der mit Kecht die Aehnlichkeit
im Büchcoeichen Joh. Fischarts (vergl. Rx-libris-
Zeitschr. IV, 1804, S. 45) betont. In dessen gross-
artiger Sammlung befinden sich auch die drei hier
besprochenen Ex-libris Zeyll, welche au* unserer
Bibliothek stammen.
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des Job. Hajrt. Zeyll : in l.inienoval das Wappen welcher vermuthlich in Süddeulst :hland lcl»t<-,
mit den Buchstaben:
I Z.
l'ebcr die Persönlichkeit des Besitzern.
ist mir nichts bekannt.
KremsmUnster, Mai 1895.
P. Hußn Schmid.
Das Bücherzeichen des Christopherus Zobel.
Christi »phorus Zobel, der Inhaber des
hier abgebildeten Bü< her/cichens, das sich
in meiner Sammlung befindet, wurde 141»«)
in Würzburg geboren. Sein Vater, Friedrich
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Zobel, war Bürgermeister zu Irkclheim in j
Franken. Christ. Zobel studirte in Leipzig, j
wurde 1538 dort Doktor sowie auch fürstlicher |
Rath. Kr ist Verfasser einer grösseren Anzahl
juristischer Schriften, speciell über das alte
sächsische Recht. Er starb am 23. Marz 1560
in Leipzig. Sein Epitaphitim ist in der
Paulincr Kirche ebenda. Das Watt, hier in
verkleinertem Maassstabe reproducirt, mag
w<-hl erst kurz vor Zobels Tode entstanden
sein. Es existirt eine Variante, welche in
der Publikation der Ex-libris-Sammlung zu 1
W< .Ifenbüttel auf Tafel u> abgebildet und dem
hier abgebildeten ähnlich ist.
Frankfurt am Main.
Heinr. EU. Stiebel.
Ein Bücherzeiehen
(5 von Raphael Mprghen.
Der vorzüglichste Stecher in der 2. Halin-
des verflossenen Jahrhunderts und einer der
bedeutendsten Meister mit dem Grabstichel
überhaupt war Raphael Morghen. Einer
niederländischen Familie entstammend, kam
er am 1 1». Juni 1758 in Florenz zur Welt,
erhielt den ersten Unterricht von seinem
Vater Filippo und seinem Oheim Giovanni
Elia * und ging behufs höherer künstlerischer
Ausbildung zu VolpatO nach (Rom 1778).
mit dem er spater gemeinschaftlich arbeitete.
1792 erhielt er einen sehr ehrenvollen Rut
nach Neapel, im nächsten Jahre (179,5) nach
Florenz, wo er als Professor der Kupferstecher-
kunst an der academia delle belle arti wirkte
und am 8. April 183,5 hochbetagt starb.
Morghen's bekanntes Abendmahl nach
Leonardo da Vinci (1800) erregte die Be-
wunderung aller Kenner: durch dieses, dann
durch die Madonna della Scggiola und die
Verklärung nach Raphael, die Aurora nach
Guido Reni, die Madonna del Sacco nach
Andrea di Sarto und zahlreiche andere
Arbeiten hat er sich einen hervorragenden
Namen in der Kunstgeschichte gesichert.'»
Es ist eine Überraschende Thatsai he, dass
ein Künstler, der nur im grossen Stile und
nach klassischen Mustern arbeitete, für den
Herzog von Cassano ein zierliches Ex-libris
fertigte, welches wir hier in Nachbildung
vorführen.
Der unter fünfzackiger Krone befindliche
ovale Wappenschild ist von einer Kartouche,
diese von einem dichten Wättet-Kranze um-
rahmt ; auf dem beigegebenen Spruchbande
liest man den Namen des Eigners : „II Duca
di Cassano-Serra". indessen sich unten (herald.)
links die Bezeic hnung: ,.R. Morghen sc." findet.
Die Serra's sind ein sehr altes, angesehenes
Edelgeschlecht aus dem Genuesischen und
sasseit sc hon um die Mitte des I 2. Jahrhunderts
im Rathc zu Genua, wo sie auf die Geschicke
der Stadt erheblichen Kinlluss übten. Gegen
Ende des 14. Jahrhunderts verzog sich ein
Zweig ins Neapolitanische, erwarb dort das
Herzogthum Cassano nebst anderen Besitzungen
und nannte sich infolge dessen: II Duca di
„Cassano-Serra" ; das im diesseitigenCalabrienam
Coscile gelegene Städtchen Cassano ist muth-
masslich der Hauptort der Herrsc haft gewesen.
v. Eisenhart.
*| Sein Schüler Palmenni veröffentlichte (Floren»
1810. ». Aufl. 1834) ein erohöpfendes Verzeichnis
der J54 von M. gestochenen Blätter.
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- 7<>
Ex libris „R. Muntzinger",
nicht „Steiger-Bern".
Zu dem in der Ex-libris-Zeitschrift V, 2,
S. 44 besprochenen und hier nochmals ab-
gebildeten anonymen F.x-libris berichte ich
Folgendes :
In der zur Zeit auf der Kgl. Hof- und
Staatsbibliothek zu München eingerichteten
Ausstellung bemerkenswerther Handschriften
und Drucke ist auch ein Einblattdruck
(VII. 34) aufgelegt, einen längeren Brief des
bekannten Luther-Gegners Dr. Johann Maicr
genannt F.ck an ilie Aebte von Wessobrunn und
Polling vom 14. Marz 1511» enthaltend, in
dem Eck seine Disputation gegen Luther
und Carlstadt in Leipzig ankündigt.
Auf genanntem Blatte befinden sich
unten 3 Pergamentblatlchen aufgepappt, wie
sie seiner Zeit auf dem noch unversehrt ge-
wesenen gedruckten Eck'schen Briefe selbst als
Besitzzeichen aufgeklebt waren; bei der vor ca.
20 Jahren vorgenommenen Ausbesserung
dieses seltenen Blattes wurde dieses sowohl,
als auch die drei Pergamentblatlchen zu-
sammen auf ein untergelegtes starkes Papier
neu aufgeklebt.
Unzweifelhaft ist es, dass die 3 Pcrga-
mcntblättchcn als Eigenthumsbczcii hnungen
von dem Besitzer, also als „Kx-libris", auf
den Eck'schen Briel geklebt waren.
Die 3 Blätter stehen mit geringen Zwischen-
räumen nebeneinander; aussen 2 mal das in
der Ex-libris-Zeitschrift V. 2, S. 44 und hier
abermals abgebildete Besitzzeichen, dicht am
schwarzen Rand abgeschnitten, und innen
handschriftlich auf rechteckigem Pergament:
,15 K • -43
Hoffnung Ennthalt mich*)
Rupcht**) Muntzinger".
•) Soviel aU: Hoffnung halt mich aufrecht.
•*J Kupprecht.
Dass diese 3 Blattchen der gleichen
Person angehorten, glaube ich deshalb be-
stimmt annehmen zu können, weil das Perga-
ment der 3 Blatter in Starke und Farbe ein
und dasselbe ist.
Wer dieser Kupprecht Muntzinger war
und wo er lebte, Hess sich bis jetzt nicht
feststellen ; vielleicht gelingt es |emand An-
derem, in Folge dieser Besprechung, ihn auf-
zufinden. Jedenfalls ist er in Süddeutsch land,
speciell Bayern, oder der Schweiz, vielleicht
auch in Oesterreich zu rochen.
Jodiert Gelehrtenlexikon kennt nur einen
Heinrich Muntzinger, welcher noch 1565 als
fürstbisi höflich Kichstatl'scher Stadt- und
I-andph vstkus und Hotmedikus im Eichstätt-
sehen lebte. Da*» man nicht einmal sicher
weiss. WO in der Diözese derselbe als Arzt
wirkte, ob in Eichstatt selbst oder in einer
dem Fürstbischof zugehörigen anderen Stadt,
so blieben Nachfragen nach der Person und
dem Wappen (z. B. auf Grabsteinen) Hein-
rich! und Kupprechts Muntzinger ohne Erfolg,
zumal in der dortigen Gegend in den
') Nach gefälliger Mittheilung des Herrn l'ro-
fesvors Knmstncck, Eichstätt.
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- 8o
Schwcdcnkriegen viele Pfarrmatrikcln zu
Grunde gingen. Erkundigungen an der Uni-
versitätsbibliothek /.u Basel ergaben zwar, class
die Muntzinger in Basel von l bis heute,
sowie auc h in Solotlmrn und Bern vorkommen,
ferner, dass der eben genannte Eichstalt'sche
Ijeibarzt l$22 zu Base) geboren und 1535
von Kaiser Karl V. geadelt worden ist, dass
aber dort ein Rupprecht Muntzinger unbe-
kannt ist; nach dem Meyer s, hen Wappen-
buch ist d.is Muntzinger'sche Wapj>en.
ein anderes: In Blau unter > goldenen
Sternen grünes Blatt in goldenem Scxagramm
auf grünem Dreiberg. Die Linie des Stande-
raths Oscar Muntzinger in Bern führt einen
von einer Rose lind einein Halbmond
beseiteten Rcchtshalkcn. Der Umstand der Ver-
schiedenheit in <lcn Wappen würde noch kein
Gegenbeweis gegen die Zusammengehörigkeit
von Steinbockwappen und Autograph Rupp-
recht Muntzingers sein, denn von den vers« hie-
»lencn Schweizer Linien scheint dieser Rupprecht,
weil dort unbekannt, nicht zu stammen ; er kann
daher leicht aus anderer Gegend sein und
somit auch ein anderes Wappen geführt
haben, ganz abgesehen davon, das* wir in
diesem Steinbockwappen leicht ein Personal-
wappen vor uns haben können, welches 1
Rupprecht Muntzinger nur allein für seine
Person geführt hat.
Nach Erkundigungen bei Herrn Lieute-
nant von Steiger, unserem Vcreinsmitglicd,
ist zwischen den Namen „Steiger-Münsingen"
(vgl. vorige Nummer der Rx-libris-ZeitS! hrift.
S. 45) und Muntzinger trotz der Aehnlichkeit
der Namen und Wap]>cii nicht der geringste
Zusammenhang.
Vorerst möchte, ich das in Rede stehende
interessante Ex-libris nicht mit „von Steiger-
Münsingen'" bezeichnen, sondern daran lest-
halten, dass Ex-libris und Autograph zweifellos
zuzammengehören, und das Bibliotliek/.eichen
mit „Rupprecht Muntzinger" zu benennen ist.
Ich bemerke noch, dass der Abdruck vom
Holzstock im Gegensatz zum Kremsmünsterer
Exemplar bei denen in München ein kräftiger,
schwarzer ist und dass er auch bei diesen
beiden direkt auf das Pergament selbst
erfolgt ist.
Was nun den Verfertiger anbelangt,
so kann ich zwar auch keinen bestimmten
nennen, verweise aber auf das Titelbild der
Schetlel schen Chronik von 1403, deren Holz-
schnitte von Michael Wohlgemuth zu Nürn-
berg gefertigt sind. Dieser bedeutendste
Meister der alten fränkischen Schule, in dessen
Werkstatte der junge Dürer 1480 kam und
in der er die Handgriffe zum Formenschneiden
gelernt hat, ist geboren zu Nürnberg 1434,
kommt 1474 als Bürger der Stadt vor und
starb daselbst I S 10-
Aul genanntem Titelbildc sieht man in
dessen heraldisch rechter unteren Ecke fast die
gleiche Darstellung wie auf dem in Rede
stehenden Ex-libris: Einen wilden Mann,
welcher eine nach heraldisch links gewandte
i leere) Tartsche halt; GrAsscnvcrhältnisse und
Tarts« henform sind sich sehr ahnlich, nur
hat der wilde Mann eine etwas andere Bein-
stellung und eine Binde um den Kopf.
Ich folgere zwar hieraus noch nicht, dass
beide Darstellungen von einem Künstler,
von M. Wohlgemuth herrühren müssen; denn
diejenige auf dem Titelbildc der Sclicdcl'schen
Chronik ist kraftiger und derber, flotter und
origineller, als die auf dem Ex - libris
Muntzinger, al>er möglich ist die Thatsache
immerhin*); zum mindesten aber liegt der
Gedanke nahe, dass der Zeichner des Bibliothek-
zeichens Muntzinger entweder jenes Titelbild von
*> Herr Prof. Doepler schrieb mir nach Kenntniss-
nahroe dloer Abhandlung: ..Dass das Blau aus der
Werkstatt drs Wohlgemuth stamme, halte ich nicht
für ausgeschlossen; es ist sogar sehr möglich, das»
ei. von ihm selbst herrührt; neben recht guten
Figuren bat er auch viele- gemacht, was auf der
gleichen Hohe steht, wie die-es."
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- 8i -
Wohlgcmuth kannte und benützte oder gar selbst
ein Schüler und Zeitgenosse Wohlgemuths war.
Wilde Manner waren als Schildhalter recht
beliebt (ich erinnere nur an die schildhalten-
den wilden Männer in Martin Schongauers
Wappenzeichnungen), ohne jedoch ein integri-
render BesUindtheil des Wappens selbst
zu sein.
Lautet das handschriftliche Datum der
Benützung des Muntzinger'schen Ex-libris
auch 1543, so ist damit nicht auch gesagt,
dass es um diese Zeit erst gezeichnet ist
Auch ich setze die Entstehungszeit ins erste
Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts; Rupprecht
Muntzinger kann es sehr wohl schon um
1505, 1510 haben anfertigen lassen und
anderwärts benutzt haben.
Salvo meliori 1
Manchen, Juni 1805.
K. K. Graf zu Leiningen -Westerburg.
R, Mpnger. p
<ler Künstler, der auf Veranlassung der
Mittelschweizerischen Geographisch- Kommer-
ziellen Gesellschaft in Aarau das diesem
Heft der Zeitschrift beigegebene Ex-libris
der Stadtbibliothek Aarau, geschaffen,
ist eine jener Persönlichkeiten, die nur mit
Aulbietung aller Willenskraft und nach
Ueberwindung einer grossen Zahl von Hinder-
nissen und Schwierigkeiten das Ziel erreichen,
das sie sich gesteckt haben. Geboren in
Bern am 10. November 1862, besuchte der
junge Münger die Schulen seiner Vaterstadt,
bis er ein Alter von 16 1 /« Jahren erreicht
hatte. Schon in früher Jugend verspürte er
einen Hang zur Künstlerlautbahn, der indessen
von seinem Vater aufs entschiedenste be-
kämpft wurde. Er ging daher in die Lehre j
aJs Maler und Gipser, um spater am Geschäfte
des Vaters sich mitbetheiiigen zu können. [
Ueber diese Lehrzeit und die folgenden
Jahre macht der Künstler selbst folgende
Mittheilungen :
„In Neuenburg war ich 1 i j t Jahre bei
einem italienischen Gipser- und Malermeister
! und lernte dort nothdürftig die allerersten
Grundprinzipien des Handwerks. Ich sage
nothdürftig, weil dort in Neuenburg dieses
| Handwerk au! nicht gerade hoher Stufe steht,
da dort, wie fast überall im Jura, die Gipser
auch „malen." Im Herbst 1880 kam ich
nach Holland in eine Privatschule, wo ich
die Imitation von Holz und Marmor erlernte
(bis März 1 88 1 . " Die folgende Jahre arbeitete
Münger im Geschäft seines Vaters mit einer
kurzen Unterbrechung, indem er mit seinem
holländischen Meister eine Arbeit in Holz-
imitation ausführte. „Leider, schreibt uns
M., hatte ich damals nur das Interesse für
die Kunst, aber noch gar kein Verständnis
dafür, weshalb denn dieser Aufenthalt in
künstlerischer Beziehung ziemlich fruchtlos
war."
Im Mai 1883 begab sich Münger auf
die Wanderschaft. Kurze Zeit arbeitete er
in Stuttgart, um dann in München sein Heil
zu versuchen. Hier hatte er das Glück, in
der Kunstgewerbeschule Aufnahme zu finden,
wo er die Klasse von Prof. Gebhard [Dekoration)
besuchte. Hier in München gingen ihm
auch die Augen auf. was ihm alles neu h
fehle. Ein Versuch, die Eltern zu bewegen,
ihm ein regelrechtes Kunststudium zu gewahren,
scheiterte trotz der Fürsprache seines Lehrers
und eines Berner Gönners, des Heraldikers
Bühlen So trat unser „Maler 1 ' wieder mutlos
in die Welt hinaus, „in München, ausser zu
ganz gewöhnlicher Anstreicherci, platterdings
unbrauchbar." So verlebte er einige traurige
Monate, bis im Herbst 1884, als seine Eltern
ihn hatten heimkommen lassen, diese selbst
fanden, so gehe es nicht langer, und ihm
anriethen. umzusatteln und kunstgewerblicher
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- Sj -
Lehrer zu werden. Den folgenden Winter
brachte M- zu mit Vorbereitungen zum
Kxamcn als Zeichenlehrer für die Sekundär-
schulstufe, ein Examen, das er dann im
Frühling 1885 auch mit der boten Note
bestand. Nun ging's zum zweiten Mal nach
München, wo der angehende Künstler erst
zum rechten Leben erwachte, und wo er
nun mit Leib und Seele arbeitete.
„Zwei Jahre war ich wieder in München",
schreibt M., „da begann ein neuer Kampf
Ich sah, dass all mein Können an einer sehr
wichtigen Stelle ein heilloses Loch hatte. Die
menschliche Figur, dieses höchste Motiv für
die hohe Kunst wie für das Kunstgewerbe,
versuchte ich immer und immer wieder zu
benutzen und sah je langer, je deutlicher,
dass das sich ohne gründliches Naturstudium
nicht machen lasse. Ich setzte noch einmal
alle Hebel in Bewegung und mit grosser
Mühe und Anstrengung erlangte ich die
Erlaubnis zu noch zwei »eiteren Studien-
jahren." Das eine derselben brachte M. in
München in der Privatschule von Ludwig
Schmidt zu, sechs Monate des anderen in
Paris in der Academie Julien. K.in schweres
Nervenricber machte im April den vielleicht
allzu übertrieben emsigen Studien des
Künstlers ein Ende. Seit 5 Jahren steht
M. nun in einer fruchtbaren Praxis. UeUr
seine Th.'ltigkeit macht er uns folgende
Mtttheilung :
„Einmal giebt's ein Wa|i|>en in < »el, das
andere Mal in Aquarell, das dritte Mal gar
auf Glas zu malen. dann Skizzen zu
Dekorationen. Dekorationen selber an Facaden
auszuführen, dann wieder Adressen, Karten,
Titelköpfe etc., eine immer wechselnde Folge
von fast allen Gebieten des kunstgewerblichen
Zeichnens, wie es eben in einer Kleinstadt
vorkommt. Allerdings nimmt das gesammte
Wappenwesen eine hervorragende Stelle unter
meinen Arbeiten ein." In der Heraldik ist
Mutiger ein Schüler Bühlers, indem er sich
zunächst an dessen Werken bildete und erst
spater mit alten Meistern in Berührung kam.
Wir haben es des Interesses für werth ge-
funden, Einzelheiten aus dem Leben des
Künstlers zu bieten, der nach Mühe und
Noth sich zu dem heraufgearbeitet hat, was
er nun ist, ein tüchtiger Hcraldiker der
Schweiz. Dafür spricht auch unser Bücher-
zeichen, das schon im ersten Augenblick
durch seine künstlerische Ausführung an-
sprüht und das sich durch einfache, aber
wohlthuende Schönheit auszeichnet. Ueber
die Idee, die dem Künstler vorgeschwebt hat,
ist eine Aeusserung nicht nöthig. sie ist
einfach und bedarf keiner Erläuterung.
1
Aarau. ,u Mai 1895
Theodor Odinga.
Inwieweit haben gedanklich
inhaltreiche Ex-libris
Berechtigung?
Die Mehrzahl der Ex-libris des 15., 16.
und 17. Jahrhunderts sind lediglich dadurch
für den Besitzer charakterisirt, dass ihr Wappen
den Hauptbestandtheil der Darstellung bildet;
daneben ein Raum liir die Inschrift und or-
namentales, auch figürliches Beiwerk, dem eine
besondere Bedeutung in den meisten Fallen
nicht l>eizumessen ist. Die allgemeine Sitte
(auch bei bürgerlichen Familien), Wappen zu
fuhren, giebt hierfür die Erklärung. Gegen
das 17. Jahrhundert beginnen allegorisch«
Figuren die geistige Thätigkeit des Bücher-
Sammlers zu illustriren, im 18. Jahrhundert
häufig Darstellungen der Räume zur Blicher-
aufbewahrung, sowie Anwendung von Emblemen,
die Bezug auf den Stand des Besitzers haben.
Auch werden Portraits seit dem 16. Jahr*
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Ex libris der Stadtbibliothek Aarau,
j> z. vun R. MUnger, Zürich.
IuhtUnirk: Rrunner & llau«rr. /üfM'h.
Hrllacr- ;„r I \ IU.rl-/rlt«hrln J«hma>« !>»:». \a. .1.
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8.?
hundert öfter zur Kenntlichmachung des Be-
sitzers verwendet.
Muss ein Ex-libris Bezug auf die Per-
sönlichkeit
des Inhabers,
auf den
Zweck, also
auch auf die
Bücher, in
die es ein-
geklebt
werden soll,
haben ! Ja
und Nein.
I >iese Frage
beantwortet
sich im All-
gemeinen
dahin, dass.
wer ein
Wappen
fuhrt, natur-
gemass dieses
.inwendet,
wessen Stand
ein Emblem
zulasst, dieses
hier zur Dar-
stellung
bringen w ird,
und wo eine
Oiarakterisi-
rung der
Persönlich-
keit schwer
fallen durlte
- da ge-
nügt die Be-
ziehung auf
den Zweck
des Exlibrisblättchens. Ueber diese Punkte
hinaus giebt es jedoch noch unendlich Vieles,
das ebenso zur Anwendung berechtigt, wie
die angeführten Hesitzesbezeichnungen. Vor-
nehmlich die Verkörperung einer Idee durch
Figuren ist im Stande, dem Inhalt eines
Ex-libris
grössere Be-
deutung zu
verschaffen ;
Figuren
wollen aber
gezeichnet
sein, besser
gezeichnet
als ein sche-
matisch
richtiges Bild
emblema-
tischer oder
heraldischer
An. Wenn
bedeutende
Künstler dem
unschein-
baren Ex-
libris ihre
Hand mit-
unter leihen,
so entstehen
Werke, die
in der Indivi-
dualisirung
des Besitzers
oder der
Zweckseite
weiter gehen
müssen, weil
die Phantasie
durch das
Können
keinen
Schranken
unterworfen ist; dann beantwortet sich die oben
aufgeworfene Frage im weitesten Sinne.
In unserer Zeit ist die Wiederhebung der
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Ex-libris- Kunde und Praxis noch eine zu
junge, lim genügende Verbreitung gefunden zu
haben; es sind ihrer immer noch sehr wenige,
die es der Muhe werth erachten, mit so
kleinen Dingen sich abzugeben. Erst vor
Kurzem zeigte Joseph Sattler, wie reizsoll sich
nach verschiedenen Richtungen dieses Gebiet
bearbeiten kisst, wie des itesitzers Thatigkeit,
seine (»eistesiichtung, sein Wesen, ja sein
Name sinnbildlich ausgedrückt und wie auch
andererseits das Kx-libris inhaltlich nur Selbst-
zweck sein kann. Kinen bedeutend weiteren
Schritt machen die Engländer, unter ihnen
R. Anning Hell als der berufenste Künstler
dieser Kleinkunst. Seine Blatter verlassen den
Boden bisheriger Steiilitdt, eine hohe An-
schauung, reiche Phantasie, gr<*ises Können in
der Behandlung jeglicher Form und tlcr
dekorativen Raumwirkung verleihen jedem
seiner Werke einen bleibenden künstlerischen
Werth. Bei einigen Blättern taucht die Frage
auf, inwieweit ist ein Zusammenhang in der
Darstellung des Kx-libris mit dem Zweck
desselben vorhanden r Birgt ein Ex-libris
idealen Inhalts, in ein Buch realsten Inhalts
eingeklebt, einen Widerspruch in sich? Mit
Nichten !
Die Persönlichkeit, deren Spiegel jedes um
sie befindliche Stück ihres Eigenthums sein
soll, wird damit charakterisirt, eine Allegorie
auf das Lieblingsthema, verbunden mit einer
Andeutung auf die Lektüre, auf das Buch
und seinen wissenschaftlichen oder unterhalt-
lichen Werth berechtigt jederzeit die
idealste Darstellung, verlangt sie vielmehr
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Ex-libri.s
gezeichnet von R. Anning Bell in London.
I> i rk «on C. A. Kturkf . Kanlgl. Kofl OMha. Ii- ihn- in K\-»ll»ri«-Zrll»r*rin. Jakmw In»:., Itoi 3.
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N
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- »5 -
häufig auf das Entschiedenste. Selten gelingt
es nur, den Künstler zu finden, der nach-
empfinden kann und damit der Individualität
Ausdruck verleiht.
Mitunter wird solchen blättern der Vor- j
wurf gemacht, sie seien ohne jeden Bezug 1
auf den Zweck!
Wie tödtlich würde auf die Dauer diese
Bezugnahme wirken; vergegenwärtigen wir
uns, was im Laufe der Jahrhunderte auf diesem
Gebiete geschaffen — unter lausenden von
Blattern findet sich nur ein Bruchtheil, der
diesem Zweck durch Abbildung einer Bücherei
oder von Büchern Ausdruck giebt.
Reizvoll bleibt stets der Wechsel; immer
eine neue Seite dem alten Thema abzu-
gewinnen, das sei die Aufgabe.
Von besonderer Wirkung zeigen sich A n n i ng
Beils Blätter auch dann, dass sie im kleinen
Raum nicht mehr bieten, als gut Platz hat,
sie scheinen in der Originalproduktionsgrosse
gezeichnet zu sein. Durch einfache, meist
schattenlose Contouren und Weiss- und Schwarz-
vertheilung in grossem Prinzip bleibt stets
auch bei Verkleinerung genügende Klarheit. ,
Man darf dem kleinen Raum nicht zu viel
zumulhen. Die Bättcr des 15. und 16. Jahr-
hunderts geben das richtige Maassverhältniss, 1
allerdings aus praktisch notwendigen Gründen
hervorgegangen. Man zeichnete damals in
Originalgröße auf den Holzslock(photographische
Üebertragungen gab es ja noch nicht ) und diesem
Umstände ist es zu verdanken, dass alle diese
Blatter so markig einfach und klar in den
Linien erscheinen, im Gegensau zu vielen 1
heutigen, zu stark nach grossem Original ver-
kleinerten Reproduktionen, bei denen nicht
die nöthige Rücksicht auf die Verkleinemng
und deren veränderte Wirkung genommen ist.
Zur Illustrirung des eben Gesagten sind
diesen Zeilen einige Beispiele Anning Hellseher
Ex-libris beigedruckt. Sie haben nicht den ;
Zweck, nachgebildet zu weiden und spezifisch
englische Empfindungen auf unsere Verhält-
nisse zu pfropfen, nur anregen sollen sie und
auf eine rationelle Methode der Raum-
ausnutzung, der grossen Gestaltung wie edler
Formengebung in kleinem Räume neugestaltend
auf die Phantasie des Bestellers wie des
Künstlers hinwirken. Wir verdanken die Clichcs
der grossen Liebenswürdigkeit unseres Mitgliedes
Herrn G. R. Dennis in London, der sie zum Theil
nach lithogTaphirten Drucken in Zinkätzung
herstellen liess und so auf das Bereitwilligste
den langgehegten Wunsch erfüllte, unsere
Mitglieder mit einem, wenn auch kleinen Theil
der vortrefflichen Schöpfungen R. Anning Beils
bekannt zu machen. Den einzelnen Blättern
einen weiteren Commentar beizufügen erscheint
überflüssig, jedes einzelne erklärt sich selber,
spricht für sich.
E. I). d. J.
Münchener
Ex-libris- Ausstellung.
Im Fürstensaal der Kgl. Hof- und Staats-
bibliothek zu München, in welchem von Zeit
zu Zeit wechselnde Ausstellungen seltener
und interessanter Werke aus dem Cimelien-
schatz der Bikliothek stattfinden, ist seit I . Mai
unter einer trefflich ausgewählten Sonder-
ausstellung von Druckwerken und Hand-
schriften zum ersten Male auf deutschem Boden
eine ticsondcre Fx-libris-Theilausstellung
zu sehen, weicht dein Direktor der Hof- und
Staatsbibliothek. Herrn Dr. Ritter von Laub-
mann, zu danken ist.
Der Umstand, dass derselbe eine derartige
Ausstellung für angebracht hielt, beweist, wie
sehr man auf der altberflhmten Hof- und
Staatsbibliothek auch der ganzen Ex-Iibris-
Bewcgung der letzten Jahre gefolgt ist, wozu
ich noch aus eigener Kenntniss hinzufügen
kann, dass auf der genannten Bibliothek fast
alle deutschen und auch einige ausländische
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_ 86
Ex-libris-Werke kurz nach deren Erscheinen
angeschafft worden sind, und die Ex-libris-
Zeitschriften Deutschlands, Englands und
Frankreichs gehalten werden.
Unsere deutsche Ex-libris-Gemeinde im i
Besonderen, wie die Kunst im Allgemeinen I
kann der Bibliothekdirektion nur in hohem
Grade für das der F.x-libris-Forschung ent- !
gegengebrachte rege Interesse dankbar sein.
Detrachten wir die in hohen Wand-
glaskasten untergebrachten 155 Bibliothek- |
zeichen, welche so ziemlich das Beste ,
aus der Ex-Iihris-Sammluiig iler Bibliothek I
ausmachen, genauer, so finden wir folgende
Eintheilung: Ex-libris
I) von Männern der Wissens« haft und des
Klerus, mit dem Anfang des lö. Jahr-
hunderts beginnend,
2_ ein Theil der zahlreichen eigenen
Zeichen der bayrischen Hofbibliotheken
aus den letzten 3 Jahrhunderten,
3) Ex-libris bayrischer Kloster und
4 t /um Zeichen, dass man auch beute
noch der 400 Jahre alten Sitte huldigt,
noch O Exemplare aus d. r neuesten
Zeit.
Trifft der Ex-libris-Sammler "der -Kundige
auch manchen guten Bekannten unter den
ausgestellten Blättern, so ist doch zu bedenken,
dass diese Ausstellung nicht in erster Linie
für die wenigen Wissenden bestimmt ist,
sondern dass vielmehr die überwiegende
Mehr z a h I der zahlreichen Besucher
dieser Ausstellung in diesen übersichtlich
vereinigt hier zur Schau gestellten Blattern
etwas vollkommen Neues sehen wird, das
einerseits Belehrung und andrerseits Atiregung
zur Schaffung ähnlicher Besitzzeichen von
historischer oder künstlerischer Bedeutung
bringt.
Eine Anzahl der ausgestellten interessanten
Holzschnitte und Kupferstiche ist schon in
den Jahrgangen 1 S*j j — t 805 der Ex-libris-
Zeitschrift besprochen oder abgebildet worden,
so Angrer ( 1 53 . ). Witzmann (15.), Stabius
(15..). Byrgl(i5.S.) Hundt (1556), Miliner
von Zweyraden (1579). 2 Clostermair ( 1 57 . 1,
Hobsinger ( 1 530), Benediktbeurn ( 1 53 . ),
Augsburg (154.); desgleichen finden sich in
Dr. O. von Heinemanns Wolfenböttier Ex-libris-
Wcrk und in Waniecke's Ex-libris des 1,5.
und 16. Jahrhunderts Wiedergaben einiger
auch hier zu sehender Bibliothekzeichen, so
von Timodi. Jung (15..) Pronner von Aich-
pichl i 1 5 . . i, Heinr. Kurz (1,532), Chiemsee
(1654); ferner Joh. Ecker (15..'', Mich.
Heumair (158.), Tegernsee (1556). Mel.h.
Thumb (Km, 2), Joh. Ren/ (i'n,;), Ra.ler
(17..). Diesseii (1753) u. A.; den Schiuss
bilden die modernen Ex-libris von Kaiser
Max von Mexico, von Dollinger, von Hefn«T-
Altene« k u. s. w.
Unter den ebenfalls ausgestellten 2 be-
malten Ex-libris des streitbaren IngolsUidtcr
Professors und Nuntius, Dr. Johann (Maier
genannt Eck (Warnecke No. 423 und 425)*)
ist das allere, das mit Hehn und Helm/.ier
versehene**), deshalb sehr bemerkenswert!!,
weil es sowohl ein längeres Autograph Ecks,
eine Dedikation ans Benediktinerkloster
Tegernsee, d.d. 1333 enthalt, als auch eben-
falls von Eck's Hand eine vollständige Er-
klärung seines auf d e 111 Ex-libris
angebrachten Monogramms: Wah-
rend er an den Rand des Blattes neben der
Darstellung Gott- Vaters im Glorienschein die
3 Worte „Soli Deo Gloria" unter einander
schrieb, steht auf dem gegenüber liegenden
Rande neben dein scheinbaren Buchstaben-
* ) Beide auch in meiner Sammlung,
"l W. abgebildet a. in Lempertz' Bilder-
hellen, h. in Warneckes herald. Kunstblättern I. 56
No. io8. e. in Warneckes Ex-libris des 15. und
■ 6. Jahrhunderts I. No. 5.
In den herald. Kunstblättern ist es ab, von „Burg-
ntair" bezeichnet, im Rx-librls-Wer k und den Bilder-
heften mit ,.H. Baidung Grün?" und in den Ex-tibris
des 15. und 16, Jahrh. mit „unbekannter Meister."
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»7
rathsei, ebenfalls unter einander, die Auf-
lösung des Monogramms: I. M. E. T. (nicht
,.H E T", «rie es in Warnccke's Ex-libris-Wcrk
No. 423 und 425 erklart ist) = Johannes I,
Maioris*) M, K km* E, Theologus T; die 4
einzelnen Ruchstaben hat Eck selbst
hinter das betreffende Auflösungswort ge-
schrieben, so dass ein Zweifel ausgeschlossen
und die Richtigkeit der Erklärung somit
gegeben ist.**) Man sieht, welch mannigfache
Sprache unsere Ex-libris zu reden vermögen!
Ein jeder Besucher dieser ersten deutschen
Ex-libris-Sonderausstellung wird, über ein
neues Kapitel deutscher Kunstgeschichte
angenehm belehrt, gewiss vom Gesehenen
hochbefriedigt sein; möchte die Ausstellung
bald Nachahmung finden und nützlich d. h.
geschmackbildend wirken.
Mönchen, Mai 1895.
K. E. Graf zu Leiningen-Westerbuig.
Ex-libris Alfred Hahn.
Durch diu Güte des Herrn Prof.
F. Luthmer. Direktors der Kunstgewerbe-
Schule zu Frankfurt a. M., erhalten wir dessen
neuste Schöpfung auf dem Gebiete der
Ex-libriskunde, «las Rücherzeichen des Herrn
R.inkdirektors Alfred Hahn in Frankfurt a. M.
Was die Komposition dieses kleinen Kunst-
werkes betrifft, so ist darüber zu sagen, dass
auf Wunsch des Inhabers ein Hall n anzubringen,
das Ex-libris also als ein „redendes" zu
komponiren war. Ferner sollte angedeutet
*) Da Ecks Familienname „Maier" war, so ist
„Maioris" nichts Anderes als die (famose) Latinisirung
von „Maier"; gefällige Mittheilung de* Herrn
Professors Komstoeck, Eichstätt.
**) Vergl. hierzu die Blitter C. G. Tengler
(W. No. at6j| und Magister G. Tannstetter mit
ahnlichen Anordnungen und Monogrammen; Ex-librij-
Zeitschrift III. 3. S. 54, VIII.
werden, dass Herr Hahn jede Art von Sport
betrieb, wo dass die Anbringung diesbezüglicher
Embleme (Ruder-, Rad-, Eis- und Rcrgsjwrt)
angezeigt erschien. Als Verehrer von Schopen-
hauer wünschte der Resteller die gewählte
Inschrift des Ruches: „Die Welt als Wille
und Vorstellung" (Leipzig 1819, 1844, 1859).
Die Originaldrucke sind in HeliogTavurc aus-
geführt, doch lasst auch die hier vorliegende
Zinkatzung die vollendete Schönheit des
glücklich erfundenen und geschickt ausgeführten
Werkes erkennen. Wir sagen auch an dieser
Stelle dem Resitzer für die Oberlassung der
Originalzeichnung besten Dank und wünschen
dem Verfertiger ferner Glück zu weiteren
Erfolgen auf dem Wege, den er bereits mit
«lern M. v. Kuffner'schen Blatte betreten hat,
indem er seine geschätzten Kräfte in den
Dienst unserer Liebhaberei stellte.
Dr. Br.
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Bibliographie.
Die Ex-Itbm-Sammlung der herzoglichen
Bibliothek zu Wolfenbüttcl. 160 ausgewählte
Bücherzeichen des XV. bis XIX. Jahrhunderts.
Mit einer Einleitung von Dr. O. v. Heine- ,
mann. Berlin, J. A. Stargardt 1895.
Obwohl bereits das letzte Heft unserer
Zeitschrift eine eingehende Besprechung aus
der Feder des Herrn Grafen zu Leiningen-
Westerburg gebracht hat, so halte ich es doch
nicht für überflüssig, der früher an mich er-
gangenen Aufforderung gemäss, noch einige
Worte über das Heineinann'sche Werk zu
sagen. Auf ein für unser Gebiet so be-
deutungsvolles Werk kann nicht oft genug
hingewiesen werden.
Vor Allein in<"»clile ich hervorheben, dass
sich die Verlagsbuchhandlung um die Ex-
libris-Kunde ein grosses Verdienst erworben
hat als sie sich zu dem seltenen Wagestück
entschloss, ein so kostspieliges Werk heraus-
zugeben, obwohl sie angesichts des kleinen
Kreises der Ex-libris-Leute mit ziemlicher
Sicherheit einen geschäftlichen Verlust voraus-
sehen konnte. Es ist ein der Sache mit Be- 1
wusstsein gebrachtes Opfer, für das die
Verlagsbuchhandlung nur in der Steigerung
ihrer Geseh.'tftsehre einen Ersatz findet
Die Sammlung Berlepsch, welche bis auf
wenige Blatter die Grundlage der Publikation 1
bildet, ist für Warneckes Ex-libris-Werk nicht 1
benutzt Es ist mir aber durch ein in den
Akten des Vereins Herold befindliches Schrift- j
stück (Brief des + Pastors Ragotzkyt be- '
kannt. dass die Sammlung unserem verstorbenen
Freunde zum Kauf angeboten war. Die
Nichtbenutzung erklärt sich durch einen an-
deren Umstand, der mir aus mündlichen
Unterredungen mit Warnecke bekannt ist. Die
Wolfenbütteler Bibliothek, deren Schwierigkeit
im Verleihen von Manuskripten zu der Fach-
literatur mit Betlauern constatirt worden ist,
konnte nach ihren Entleiliuiig.sgrunds.'ltzcn die
Sammlung nicht nach Berlin senden und
Warnecke seinerseits war nicht in der Lage, die
Sammlung an Ort und Stelle zu bearbeiten.
Bei der Würdigung der einzelnen Blatter
muss man sich immer gegenwärtig halten,
dass der Freiherr v. Berlepsch aller Wahr-
scheinlichkeit nach nur solche Stücke in seine
Sammlung aufgenommen hat, die er als
Ex-libris benutzt gefunden hat. Kr
unterscheidet so scharf zwischen eigentlichen
und uneigentlichen Zeichen, dass man nicht
annehmen kann, er habe auf die Einhaltung
der Grenzlinien, die doch so klar und deutlich
sind, nicht genau gesehen. Hätte der Frei-
herr v. Berlepsch zweifelhafte Blatter berück-
sichtigen wollen, so hätte er, der einen völlig
ungeptlügtcn Boden bearbeitete, seine Samm-
lung leicht vervielfachen können. Diese Er-
wägung legt uns, meine ich wenigstens, in
dem Unheil über die Qualität einzelner
Blätter Zurückhaltung auf, und diese Er-
innerung hätte übrigens vermieden werden
können, wenn in dem Register vermerkt worden
wäre, welcher Abtheilung der Sammlung
die einzelnen Blätter entnommen sind. —
Die von Herrn Dr. von Heinemaun be-
arbeitete Einleitung ist höchst vortheilhaft
für die wissenschaftliche Begründung der
Ex-libris-Kunde. Ich darf gestehen, dass mir
diese Arbeit für mein „Handbüchlein der
Bücherzeichenkundc" die wesentlichsten Dienste
geleistet hat. Das von dem Freiher iti v.
Berlepsch angestellte System ist sehr be-
achtenswert!]. Interessant ist es, zu l>eob-
achten, wie ein kluger Mann, der ohne Werk-
zeuge einen Urboden bearbeitet, sich den
Stoff zurechtlegt. Man kann ül>er einzelne
Punkte rechten, aber man muss anerkennen,
dass durch die verschiedenartige Betrachtungs-
weise die Wissenschaft nicht eine Einbusse
erleidet, sondern recht eigentlich begründet
wird. Jede Art der Betrachtung hat nel>en
sicheren Mängeln auch ihre Vorzüge und sie
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- 8o
führt zu wissenschaftlichen Ergebnissen, die
nur auf diesem Wege gewonnen werden
können. So hat uns das jetzt bekannt ge-
machte System Berlepsch endlich ein um-
fassendes nnd treffendes Kunstwort für jene
Gattung von Ex-libris geliefert, die ich in der
Einleitung zum ersten Hefte unserer Zeit-
schrift ..Geberzeichen" genannt habe.
Auf Einzelheiten einzugehen will ich
unterlassen. Es war nur meine Absic ht, auch
für meine Person auf das bedeutungsvolle
Werk hinzuweisen, das in der Bibliothek
keines Sammlers fehlen sollte.
Gustav A. Scyler.
Kleinere Mittheilungen.
• Bei der von H. G. Gutekunsl in
Stuttgart am o. Mai und den folgenden Tagen
abgehaltenen Kupferstich- Versteigerung kamen
auch mehrere alte Ex-libris zum Auf-
wurf. Da es wohl vielen Lesern der
Zeitschrift von Interesse ist, die erzielten
Preise zu erfahren, wollen wir dieselben
unter kurzer Bezeichnung der betreffenden
Blatter hier folgen lassen:
i) Nr. 326 (B. Beham) Wappen
des Hicron. Baumgartner 36. Mk.
2 ,. 327 (do.) Wappen des
Melchior P f i n z i n g . 33. —
432 (H. Seb. Beham 1
dessen eignes Wappen 22.—
5>
<>)
7)
1 167 (Alb. Dürer) Wappen
des Hektor Pömer 3,—
.. 1168 (do.) W. d. Job.
Stabius. (Neudruck) . 12,30
.. 1 1 7b (do.) W. der Familie
Pömer 27,
1177 (do.) W. der Farn.
Bchaim (knicender Mann) 21.
8) Nr. 2309 1 A. Troschel! W. der
Familie K r e s s . . .
o) ,. 23 1 6 (Heinr. Ulrich) W. 12. Mk.
des Christ. O c 1 h a f e n
10 .. 3315 (Math. Zündt) W.
der P f i n z i n g (im kleinsten
Formai) 31. - .,
Hl 33 1 <> (do.) W. mit Löwen
und 2 Mohrenköpfe K), — „
Der auffallend niedere Erliis von Nr. 1 167
lässt auf spaten Nachdruck schliessen ....
• Wie bereits B. IV. S. 56 ausgeführt,
ist unter den deutschen Bücherzeichen
das des Johann Baptist Gadner (W 603)
das kleinste. — Unter den ausländischen
wird ein belgisches die Palme verdienen,
das der Universität Gent. Es zeigt in
einem Kreise den nach rechts schrei-
tenden Genter I.öwen mit der Umschrift :
„Bibliotheque de fUrm-creite* de Gent" (19.
Jahrhund.) und hat im Durchmesser 17 mm;
(bei dem mir zu Gebote stehenden Manzoni-
blattchen, erwähnt B. V. S. 38 — ist der
Durchmesser eines jeden der beiden Kreise
23 mm)
• Ich habe vor Längerem mit den
(B. IV S. 07) in Aussicht gestellten Nach-
trugen (u. Berichtigungen) zu den „Deutschen
Kloster-Ex-libris" begonnen, wurde jedoch
durch andere Arbeiten von der Fertigstellung
abgehalten, welche in nicht allzufemcr Zeit
endlich erfolgen dürfte. — Indess wäre es
höchst erwünscht, dass auch von anderer
Seite Nachträge und Zusätze geliefert werden,
weil nach der Devise „Viribus unitis" nur
auf diesem Wege eine möglichst erschöpfende
Darstellung gedachter Kategorie von Ex-libris
erreicht wird.
• Wir sind in der angenehmen Lage-
berichten zu können , dass nun auch in
München namhafte Künstler der Herstellung
von Büchcrzcichen ihr Augenmerk zuwenden.
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So hat schon früher Georg v. Urlaub doit-
selbst, Mitglied der Kunstakademie zu St.
Petersburg, für Fräulein v. Panncwilz'l
und den japanischen Minister-Residenten
a. D. Freih. v. Sie b o 1 d , nun Schloss-
besitzer in Frauken, je ein Wappen-Ex-libris
radirt. Dem rühmlich bekannten Numismatik«
J. V. Kuli hat der Vorstand der stadtischen
Malschule in München, Historienmaler Joseph
Wiedmann, ein solches gefertigt Ferner hat
der Akademie- Pr< .fess. >t U 1 1 < • S e i t z zwei
Blatter geliefert; das Eine für den Historien-
maler und Sammler Fr. K u p p e I m a i c r
genau im Style A. Dürers, »las Andere (in
zwei Grössen) für den Ausstellung*- Verband
München er Künstler. Endlich ist unser
Klein meister , Professor A n t o n Seit/.,
Ehrenmitglied der Akademie der Künste
ilahier, eben beschäftigt, ein sehr zierlich ge-
haltenes Interieur als Bücher/eichen zu ent-
werfen. Maler Otto Grein er hat für Herrn
Willy Weigand dahier ein ziemlich phantastisch
gehaltenes Kx-libris zweiteinig in Klein-Folio
lithographirt uml ist dasselbe zu 10 Mk.
zum Kaufe ausgestellt. Es würde uns zu
lebhafter Freude gereichen, wenn wir bald
weitere Kunstschöpfungcu in dieser Richtung
aufzählen könnten.
• Am Schluss meiner Mittheilung (oben
S. 58) habe ich kurz auf den Artikel des
Herrn Karl Emi« h (trafen zu Leiningen-
Westerburg hingewiesen, welchen er im
Wie sbadener Feuilleton veröffentlicht hat.
Es dürfte unsere Leser interessiren, dass
dieser Artikel inguter franzosischer Ueberset/.ung
erschien«! ist in dem Repertoire des ventes
2 r annee Tome 1 Nu. 26, Samedi, 20 avril
1805. Das Blatt wird redigirt von Pierre
Dauze und erscheint Paris, Boulevard
Poissonniere 24. Bei dieser Gelegenheit sei
auf folgenden Wunsch des geschätzten Schrift-
stellers noch besonders hingewiesen, dem wir
uns durchweg anschlicssen.
„Möchte doch das halbe Dutzend der
bedeutenderen deutsehen Ex-libris-
Sammlungen, die heute noch im Privatbesitz
sind und mit ebenso viel Fleiss und Mühe,
wie (manchmal) mit hohen Kosten angelegt
wurden und heutzutage wie in der Zukunft
in dieser Vollkommenheit überhaupt nicht
mehr zusammenzubringen waren, dereinst,
wenn nach göttlichem Walten das Lcbens-
Ex-libris aus tiein Buchkörper des Besitzers
herausgenommen wird, vor Zersplitterung und
handlerist her Ausbeutung bewahrt und durch
Vererbung an eine Staats- oder städtische
Sammlung vor Allem unserem deutschen
Vaterlande erhalten bleiben ! Ein nach-
ahmenswerthes Beispiel hat hierin der im Vor-
jahre verstorbene Kunstverständige R. Springer
gegeben, der seine Ex-libris-Sammlung nicht
unter den Hammer bringen liess, sondern sie
in hochherziger Weise dem Berliner Kunst-
gewerbe-Museum vermachte. Ehre solcher
Gesinnung! Dieser Herr dürfte wohl unbean-
standet unter die Kategorie der „ernsten
Sammler" zu rechnen sein, der mit seiner
Sammlung nützen wollte!"
K. ItfriiiKuier.
"I Die Pannewit* oder Panwiu sind ein alles Kdel--jre<irhlecht Her Lausiu und Schlesiens, welches
schon 1350 hei Stiftung des l'ran/Ucaner-KUnters in Bautzen urkundlich auftritt
- 9i —
Nachtrag zur Ex-libris-Zeitschrift
Jahrg. V. Heft 2 S. 54, zu l)~4).
!
Redaktionelle Mittheilungen.
pmatnnoiHni
SECONDAS R£^ ORNAT , AD VERS LS
WWUVGtVJt AC SOLATJUM HUUlft
_ ,,
Fflnftes van Hulthem'sches Ex libris
(in 2 Varietäten:
Secotulas und Scrundas;
aus der Sammlung des Herrn
K. E. Grafen zu Leiningen-Westerburg
in München.
• Das April-Heft des
„Journal uf the Ex-libris-
Socicty", herausgegeben von
W. H. K. Wright in Plymouth.
-, F. R. Hist. Soc., hat folgenden
Inhalt (1805 Vol. 5 Part. 4»:
Modern Book-Plate designers No. 7:
Edwin Davis Freut h by the editor. (35 book-
plates. 1 — < )nr annual exhibition (.54 exhibitors
189.V. — Rccent book-plates. — Lambert as
an engraver o| book-plates by John Vinycomb
(concluded . — The Ex-libris-Collection of
the dural lihrarv at Wolfenbüttel. With a
preface by Dr. O. v. Heineinann. — Queries.
— Hamiltons Dated book-plates part II.
the 18''' Century. — Book-plate identification
(No. 79>. — Errata. Letters. - Notes
of the Month. —
• Das Mai- Heft dieser Monatsschrift hat
folgenden Inhalt: On „Stork Patlerns" in
book-plates by F. J. Thairlwall. — To our
meuibers (Zweck der Gesellschaft ist nicht
Austausch moderner Ex-libris, sondern Sammeln
und Studium der alten!): „Primarily its object
was Old Ex-libris. their < ollection, their history
and their art; the study of modern book-
plates only Came secondarily". — Hamiltons
„Dated book-plates, letter to the editor by
Walther Hamilton." -- Book-plate identification
No. 81 — 85. Our Illustrations: „The
ßibliolheca Ambrosiana", property of Mr. James
Blackburne, Bedford <>f Nottingham, by
K. E. Graf zu L.-W. — American notes by
Charles Dextcr Allen. — Haig book-plates
(Haig fainily). Re< ent book-plates (Miss Harne),
Mr. Septimus Castle and Mr. E. G. Lister,
designed by Miss Lister, of Basil Crange.
West-Derbv, Liverpool). — Letters. — Book-
Notices (3 works of M. L. Joly, IQ Quai
St. Michel-Paris). - G. A. Seylers lllustrirtes
Handbuch der Ex-Iihris-Kunde wird S. mm
kurz besprochen,
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— ()2
• Das Juni- Heft enthält: Modern
Book-Plate designers No. 8: W. R. Weyer ;
(by tlie editor). — BiK>k-plate identification ;
No. 80— gi, 92 — Qf). — Recent book-plates.
Fourth annual exhibitiou of tlie Ex-libris- ,
Society. -- American notes by Charles Dexter j
Allen. — Book Notices: A new aniiorial by |
Arthur Charles Fox-Davies. (Edinburgh: |
T. C. \' E. C. Jack 1895). — The catalogue ,
of Incunabula in the public library of Besancon. I
(Auguste Castan. 1893!. — An imaginary
con versation re exlibris being an apocryphal j
chapter of Boswell. — Errata. — Our j
Illustration* (Sr. William Brownlowe of Beiton
in the county of Lincoln Baronet. 1698).
Letters: On „Stock Pattems" in book-plates
to the editor. — Notes of the Moiith.
• „The Studio", vol. IV. No. 24 ent- ,
halt: Puvis de Chavanncs by Gabriel Mourey. '
Sketching Gmunds - Concarneau. The pain-
tings and etchings of Mrs. Stanhope Forbes.
Notes on recent book-plates (by C. H.
Townscnd, W. A. Weyer, Louis Davis, J. R.
SouthaJI. W. R. Keene, J. Walter West.
No. 25: George ('lausen by Dcwcy
Bates. — Soine drawings by Tony Grubhofer. —
The decoration of the suburban House by
M. H. Baillic Scott. — The Kelpic by T.
Millie Dow. — The royal society of painters-
etchers. — The South downs as a sketching
ground. — Snow as a subject for the « amera. —
Ex-libris C. E. Mathews by K. II. New. —
No. 26 : Max Klinger by Hans W. Singer. - •
The garden and its art. — The work of
Miss Mary L. Newill. — I.orenzo Lotto. —
The new „Magpie and Stump", a sun cssful
experiment in domestii archite« Iure. -
Japanese wood-can ing.
No. 27: Dalmatia as a sketching ground
by Joseph Pemicll. — Art at the rhamp de
Marsby Gabriel Mourey. - - Aftcrnoons instudios :
Henry Scott Tuke at Falmouth. - M. Hellen's '
Dry-Points. — The art of tlie paslellist. —
Manchester School of art by A. Lys Baldry —
Japanese wood-carving.
• Der „Anzeiger des germanischen
Nationalmuseums" 1895 No. t Jan. und
Febr. S. 1 — 10) und No. 2 (Marz und April
S. 17— 30) ist unserer Bücherei zugegangen
und bringt einen Lichtdruck Dürer's Aufschrift
auf dem Holzstock mit dem Bchaim'schen
Wappen und einen andern „Langobardische
Elfenbcinpyxis im germanischen Museum"
• Das „Buchgewerbeblatt", heraus-
gegeben von unserem Mitgliedc Konrad
Burg er, (Jahrgang III) ist uns ebenfalls
zugegangen. Es bringt in Heft 18 S. 430
Beitrage zur Ex-libris-Kundc „English Book-
Plates mit 4 Abbildungen (Salisbury, Thomas
Carlyle, Walter D. Marks, F.. J. Wheeler; und
macht auf das Werk von Egerton Castle
aufmerksam: English Book-Plates, an illustraled
handbook for students of Ex-libris, London.
George Bell \- Son, dessen Studium wir
jedem Interessenten angelegentlichst empfehlen.
• Inhalt von No. 4 (April 1895) des
II. Jahrgangs der „Archives de la Socicte
Francaise des Collectionneurs d'Ex-
li bris (Paris, 95 Rue Prony, Monatsschrift, jahr-
lich für Ausländer 1 <; fr. 50 c.' Compte rendu
de la reunion «Iii 24 mars 1895. — La
Bibliotheque de l'ancienne Chartreuse de
Marseille par Emile Perrter. — Supplement
au catalogue du tonseillcr Beaupre sur les
Collin pere el hls 1725—1792 (Dominique
C"ollin pere, ne 1725, graveur du roi de
Pologne Stanislas et de la ville de Nancy,
t 1781, 300 pieces; Yves-Dominique Collin
fils, nc 1753, t 1702, Ex-libris d'Aubert et
celui de Malvoisin par A. Benoit — Ex-
libris Leon Gambeita (0, 1 54X ( M 5-0- C'est
M. A. Bouvenne qui possede la planche ori-
ginale. — Ex-libris de M. Tony Genty, biblio-
phile Caennais, menibre de la socicte, j>ar II.
de Beaulieu. — Questions. — Reponses. - -
Correspondam e. — Varia — Bibliographie (Die
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<>3
beiden Werke aus Stargardt's Verlag von Cl.
Kissel und G. Otto).
• Das J un i- H eft der Pariser Archivcs II.
No.6 hat folgenden Inhalt (p. 81 — 1>6): Cotnpte
rendu de la rcunion du .'<) mai 1805 [par
Ic secretaire Leon Quantin). — Ex-libris de
Boudon de Sl-Amans, par L. lioulatid. Ex*
libris Caroli Albosii (Charles d'Ailleboust,
eveque d'Autun : Ex Bibliotheea Caroli Albosii,
E(piscopi) Eduensis, Ex labore quies. 1 574)-
Ex-libris de Vittor Hugo. — Ex-libris de M.
van Driesten (farbiges Folioblair, par L
Bouland. Un Ex-libris du Bourbonnais iCe
livre est ä mov, coinme Paris au Roy) par
Francis Pcrot. — Qucstions. — Reponses. —
Varia. —
Frl. El. Scharlach, Hamburg-Roihcrhauin.
Heilwigstr. (Nichtmitglicd).
Weitere Anmeldungen für diese Rubrik
werden von der Redaktinn gern entgegengenommen
und gelangen kusten/ns zum Abdruck.
Briefkasten.
Frl. ('. M. («rlander in Stockholm. Die in
mehrfachen Sendungen ütiermilielien ishlreichen
Ex libris hat der Verein mit bestem Dank entgegen-
genommen. Dieselben lagen in der SiUung vor
und sind der Vereinssammlung einverleibt worden.
K. E. «f. zu L.-W. - Prof. Ad. M. H. in
Berlin. - Dr. K. B. In Leipzig. - 0. Se b.w. In II.
— IL E. St. In Frtf. «. M. Das gütigst bereit»
gelieferte Material verbleibt für No. 4 des 5. Jahr-
gangen in der Kedaktionsrnappe.
Tauschverkehr.
/.um Austausch ihrer eigenen Blicherzeichen
gegen diejenigen von anderen Mitgliedern des
E.\ -libris- Vereins sind bereit:
Herr K. E. Graf zu Leitungen-Westerburg.
München. Anialienstr. 50 d.: Neues
Bibliothekzeichen; gez. von IL W.
Schulte vom Brühl; Interieur mit
Blick auf Burg Neuleiningcii.
Monsieur Alexandre (jeoflroy, 180 nie
Saint-Üenis ä Paris idesirc cchanger
soii Ex-libris par Henry-Andre 1.
Herr Friedrich Freiherr v. (laisbeig-
Sch. « kingen, Schöckingen, ( l. A.
Leonberg in Wttrileinberg.
Herr R. Ft>ircr-Strassburg tauscht sein
neues Sattler s« he> Bin her/eichen
nur gegen alte F.\-Iil>ris.
Inhalt.
:JÜ. :;7. u. :*S. Sitxung de* Ex-libri- Verein». -
Dns Bücherzeichen des Bischof* l'rlmnus v. (iurk
in Kiinithen. (Mit Beilage.) — F.x-libri« de*
Nürnberger Dichten? Sigmund von Birken
(Floridmt.i (Mit Beilage.) — Drei Ex-libris Johann
BiipliMa Zeyll. (Mit Abbildung! — Dm Bficher-
zeichen des l'hristnphorus Zobel. (Mit AbbiUlung.i
— Ein Büeberecichen von Raphael Morghen. (Mit
Abbildung.) — Ex-libris „R. Muntxinger", nicht
„Slciger-Berii". (Mit Abbildung.) — R. Münger,
Ex-libris der sitmlthihliothek Anrau. «Mit Beilage,!
— Inwieweit hnlien gedanklich inhaltrciehe Ex-libri*
Berechtigung* I Mit Beilage und drei Abbildungen.)
— Münehetier Ex-libri» - Ausstellung. — Ex-libris
Alfred Hahn. (Mit Abbildung.) - Bibliographie.
Kleinere Mitteilungen. — Nachtrag *ur Ex-
libris-Zeitschrift. V. 1. I Abbildung Ex-librb
Hiilthem.) Rediiktiotielle Mitiheilutigeii. -
Tauseliverkebr. - Briefkasten. —
Mit 4
Verantwortlicher Herausgeber: Dr. Han» Brendicke, Herlin Vi. 35. KurfurMeristra-.se 41.
Selbst-Verlag des „lixlibris-VcreinV /» Herlin.
Druck und auftr;ij;-.wei->er Verlag von C. A. Starke, Königl. Holl.. Cörliu, SalomonMr. AU. a. d. Herlincrstr
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1
Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte
Organ des Exlibris- Vereins zu Berlin
Jahrgang V. Heft 4.
1895.
Auftiagsweifrcr Verlag von C. A Starke, Konigl Hofl., GürliU
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\ I
Zeitschrift
für
Bücherzeichen — Bibliothekenkunde
und Gelehrtengeschichte
Oi-ruii dos von Friodrich Wurneeke bearriuideten Ex-libris-Vereins
au Berlin.
V.
Berlin, im October 1895.
M 4.
Der jährliche Preis der „Ex-libria-Zeitschrift" betriff für Mitglieder 12 Mark Isonst 1~> Mark.) — Anzeigen für
die „Exlibris-Zeilschrift" werden von C A.Starke, KrI. Holl., Görlitz, Salomonsir. 39 entgegengenommen.
39. Sitzungdes Ex-libris-Vereins.
Berlin, den 10. Juni 1895.
Vorsitzender : Herr Professor E. Doeplerd.J.
Herr Karl Einich Graf zu Leiningen-
Westerburg in München macht in einem
an den Herrn Vorsitzenden gerichteten
Schreiben einige Einwendungen gegen die
nunmehrige deutsche Fassung der Anzeige
im englischen Ex-libris-Journal. Da der
Ex-libris-Vcrein ein Berliner Ortsvercin nicht
sei, so müsse man Deutscher (statt Ber-
liner) E. L. V. sagen. Die Anwesenden be-
schliessen, bei der nächsten Gelegenheit der
Anzeige eine dem Antrage möglichst ent-
sprechende Fassung zu geben.
Herr Pfarrer Gerster in KapjKien bei
Aarberg verbreitet sich über das zuerst der
Familie Steiger in Bern zugeschriebene, dann
vom Herrn Grafen zu Leiningen-Westerburg
naher bestimmte Ex-libris, von dem auch er
annahm, dass es wahrscheinlich nicht nach
der Schwell gehöre. Da die Angelegenheit
inzwischen zur Erledigung gelangt ist, wird
auf die freundlichen Mittheilungen des Herrn
Pfarrer Gerster nicht weiter eingegangen.
Die von der nämlichen Seite ausgehende
Warnung, dass wir uns hüten müssten, allzuviel
Modernes in die Ex-Ii!>ris-Zcitschrift zu bringen,
hat der Herr Vorsitzende zum Gegenstande
einer freundschaftlichen Auseinandersetzung
gemacht. Die Anwesenden stimmen bei, dass
gerade die Pflege des Modernen eine der
wichtigsten und dankbarsten Aufgaben des
Ex-libris-Vereins sei.
Herr Stiebel in Frankfurt a. M. hat zwei
Bücherzeichen, ein Seiler'sches und eines der
Naturforschenden Gesellschaft in Berlin zur
Benutzung für die Vereinszeitschrift eingesandt.
Der Herr Vorsitzende möchte, sofern über
- 9 Ö
die Naturforschende Gesellsciiaft bemerkens-
werthc Daten cnnitK.lt werden können, beide
Stücke benutzen.
Endlich zeigte der Herr Vorsitzende ein
Wappciiblatt für den Herrn Frcilicrrn von
Krauskopf, welches dieser als Ex-libris benutzen
möchte.
Nachdem sich Herr Max Abel erneut j
über die bisher übliche büreaukratische Form
der Rechnungsführung beschwert und Herr
Dr. Brendickc eine Reihe von redaktionellen
Mittheilungen gemacht hatte, überreichte Herr
Wolfg. M e c k I e n b u r g mehrere F.x-libris
für die Sammlungen des Vereins.
Der Schriftführer.
Seyler.
Ex-llbrls-Yerelii Ut als Mitglied
ferner beigetreten:
Angemthitt rou Harn 11. Ed. Stifbd:
Herr Edwin D. French. 217 West ij ,h
Street, New- York.
Herr Dr. Paul Kronthal s s. Heft s
S. 68 1 wohnt Berlin, \V Land-
grafenstrassc 19
Frau Pauline von Henzltr, Edle
von Lehnensburg, geb. Freün von
Grossschcdcl. München, Georgcn-
strassc 28. I.
Vom 1. Januar 1896 ab wird der Mit-
gliederbcitrag zugleich mit Ablieferung der
No. 1 der Kx-libiis-Zeilsi hrift erhoben werden
und zwar wird für Berlin die Versendung
und Einziehung durch die Berliner Packct-
fahrt-Aclien-Gescllsc halt, für die der übrigen
Mitglieder und das Ausland durch die Post
erfolgen.
Oer Schat/mciMer:
M. Abel.
L'in genaue Angabe etwaiger Wohnungs-
veranderungen wird dringend gebeten, damit
die Versendung der Zeitschrift keine Ver-
zögerung erleidet. Meldungen sind zu richten
an Herrn Dr. H. Bren dicke, Berlin,
W. ^5. Kurfürstenstrasse 41.
rf ' <■ r
Zwei Ex-libris des Constanzer
Bischofs Hugo von Hohenlanden-
berg- (*1457tl532.)
Es gereicht mir zu besonderer Freude,
unsern Lesern diesmal zwei überaus seltene
F.x-libris des obengenannten Bischofs zu
bringen. Das kleinere habe ich einer Kloster-
bibliothek entnommen und eigenhändig los-
gelöst, so dass betreffs seiner Echtheit kein
Zweifel obwalten kann; das andere findet sich
in Zinkdruck abgebildet in der Zeitschrift für
christliche Kunst, herausgegeben von P.
Alexander Schnütgen, Domcapitular in Köln,
VI. Jahrgang, Heft 10. Wir verdanken an
dieser Stelle dem Verleger der Zeitschrift,
Herrn L. Schwann die gütige Ueberlassung
des Cliches zum Abdruck in unserer
Zeitschrift
Bevor wir auf die Bücherzeichen selbst
eingehen, sei es uns gestattet, etwas über die
Persönlichkeit des Besitzers mitzutheilen.
Das Geschlecht derer von Landenberg
theilte sich frühe schon in die drei Zweige:
Alten-, Hohen- und Breitcnlandcnbcrg. Die
drei gleichgenannten Stammschlösser lagen
nahe bei einander am rechten Ufer der Tüss
im Canum Zürich und spielte das Geschlecht
in der Schweizcrgeschichte keine geringe Rolle.
Die Altenlandetiberg führten ein gold und
schwarz geviertetes Wappen und erloschen
zuerst. Die von Hohenlandenberg nahmen
nun dieses Wappen in das ihrige auf und
ecarteliiten es mit demselben, wahrend die
dritte Linie, die von Breitcnlandcnbcrg. bloss
die silbernen Ringe in Roth führten. Als
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I
- «>7 -
Helmzierde gebrauchten die letzteren über
vierzipfligem Kissen einen mit Lindenblättern
besäten Flug, wahrend die Altenlandenberger
zwei aufwärts gerichtete gebogene convergirende
Arme führten. Beide Helmzicrdcn wurden
von den Hohenlanden bergern mit aufge-
nommen, wie bei einem gevierteten Wappen
selbstverständlich. Hugo von Hohenlanden-
berg, Sohn Jacobs, Herrn von Hohcnlanden-
berg und Gryfensee, und der Barbara von
Hegi, Erbin ihres Stammes, wurde geboren
14 57 im St bloss Hegi bei Oberwinteilhur.
Er ward Domherr in Basel, 1482 Dorn-
dekan in Constanz und am 6. Mai I490
wurde er vom Domkapitel einhellig zum
Bischof gewählt. Im folgenden Jahre erneute
er die Bündnisse mit den Eidgenossen, aus-
genommen mit Bern, dem er offenbar nicht
rech« traute. Trotz des Kaisers Wunsch
trat er 1401 dem schwäbischen Hunde nicht
bei und versprach neutral zu bleiben. Er
kam aber nicht unbehelligt davon. Da er
den Eidgenossen verboten, sein Schloss Gott-
lieben zu besetzen, fiel dasselbe in feindliche
Hantle, und er selbst kam in den Vorwurf
der Parteilichkeit; er hatte au< h nach dem
Kriege den Eidgenossen 1000 Gulden zu
zahlen, weil sie ihm seine übrigen Besitzungen
beschirmt. Das Schloss Castel im Thurgau,
wo er sich früher viel aufgehalten, wurde ihm
dagegen zerstört, und so verlegte er seine
Residenz nach Meersburg, zumal er mit Con-
stanz viel Streitigkeiten gehabt. Kaiser Maxi-
milian I. sandte ihn zu verschiedenen Malen
an die Eidgenossen, um mit ihnen zu unter-
handeln, jedoch vergeblich. So viel er konnte,
suchte er allenthalben im Frieden auszu-
kommen und stellte 1 5 1 5 den Eidgenossen
noch 100 Mann zu ihrem Zuge nach Dijon.
1,519 trat er in der Schweizerdiöcesc dem
Ablasshandel entgegen. 1521 war er wieder
Gesandter, diesmal von Karl V. an die Eid-
genossen, um sie von fremden Praktiken
abzumahnen. Doch der Chronist bemerkt,
er hätte keine vergnügliche Antwort erhalten.
Nun kam die Reformation auch in seine
Lande. In weitläufiger Schrift vom 2. Mai
1522 liess er Priester und Obrigkeiten seiner
Diöccse ermahnen, bei der alten Lehre zu
bleiben. Er sandte 1521 seinen Stellvertreter
Melchior Vatli (vgl. Heft 1 dieses Jahr-
ganges) nach Baden au die Disputation; denn
! selber mochte er nicht gehen.
Er wurde 1528 auch zum Religions-
! gespräch nach Bern eingeladen, ersuchte
aber Bern, dasselbe zu unterlassen und liess
| sein Ausbleiben entschuldigen. Alle Be-
, schwenJeu halfen ihm nichts. Die Reformation
] riss ihm den ihm zugehörigen Theil des
Ct. Bern, die Cantone Schall hausen, Zürich,
Thurgau, Glans und die Stadt St. Gallen,
sowie das Toggenburg und das Rheinthal
, weg. Seines Amtes müde, gab er dasselbe
1529 nach vielen Verdriesslichkeiten auf.
Sein Nachfolger Balthasar Merklin starb
schon 1531, und so musste er im Februar
1 desselben Jahres (.las Bistum nochmals gegen
1 seinen Willen übernehmen, um nach Jahres-
frist den 7. Januur 1532 den Tod als Erlöser
willkommen zu beissen. Auch ihm war die
1 Würde zur grossen Hürde geworden.
Von seinen Ex-libris sind uns bislang
die zwei bekannt geworden, tlie wir heute
zur Abbildung bringen. Das Kleinere ist ein
ganz ausgezeichnetes Faesimile des farbigen
! Originals und macht dessen Reproduktion der
Finna Dr. Wolf und Sohn in München alle
Ehre. Das Blättchen ist mir nicht ganz neu;
ich traf es in Schwarzdruck verkleinert in
den heraldischen Kunstblattern unseres ver-
storbenen Mitgliedes Fr. Warneckc, der aber
nicht angiebt, dass es ein Bücherzeichen sei.
Ueber den Namen des Holzschneiders, der
das Blatt geschaffen, habe ich keine Ver-
; muthungen. Ausser dem Roth des Schildes,
j das mit einer Platte gedruckt wurde, wie ich
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- o8 -
es auch bei Signeten desselben Bischofs ge- I
sehen, sind die übrigen Farben mit der Hand |
aufgetragen; ob schon beim Gebrauche des
Bücherzeichens oder erst spater, l.'lsst sich
nicht leicht feststellen.
Zu dem grossen Schild erscheint Inful
und Pcdum etwas klein. Begleitet ist das
Wappen von der Madonna und den beiden
Patronen des Bisthums Constanz:
1) dem hl. Conrad, Sohn des Weifen
Heinrich, im Anfange des zehnten Jahrhunderts
zu Altorf in Schwaben geboren, auch Graf
von Altorf genannt. Von Bischof Nothing
geweiht, wurde er zuerst Probst von Constanz,
934 Bischof und starb 075, 26. Nov. Er
wurde am 28. Marz 1123 kanonisirt.
2) tiein hl. Pelagius (er ist der allere
Patron), geboren zu Kmona im oberen
Pannonien, vom Priester Uranius erzogen.
Er floh zur Zeit der Christenverfolgungcn
nach Constanz, wie der Ort spater genannt
wurde, und wurde da von dem Praescs Evi- ;
latius gemartert. Weil in Constanz gestorben, ,
wurde er Patron des Bisthums. Kr war nicht Geist- !
lieber. Sein Fest wird am 3 . September begangen.
Die Architektur fehlt; immerhin wird das
Ganze von 2 füllhornartigen Ornamenten über-
dacht, die von 2 Delphinen in den Ecken
gestützt sind.
Das grossere Bücherzeichen stammt von
keinem Geringeren als von Jorg Breu; der
geniale Künstler ist auf den ersten Blick er-
sichtlich. Das Original ist ebenfalls ein be-
malter Holzschnitt, altkolorirtc Exemplare
finden sich nach Robert Stiassny im Stutt-
garter Cabinet. in der Kupferstii hsammlung
Friedrich Augusts II. in Dresden und der
Albertina in Wien, ohne Zweilel auch in .
alten Büchern des Bischofs, von denen uns !
aber noch keins zu Gesicht gekommen.
Das Ganze wird von einer sehr gefälligen j
gothischen Architektur eingerahmt; in den
Zwickeln oben liegen Adam und Eva. Das
Grössenverhaltnis von Schild und Inful ist hier
besser. Die Madonna steht auch hier auf einem
Sockel, der jedoch sichtbar ist. Die zwei sie
begleitenden Heiligen sind sehr charakteristisch
gezeichnet; die weltliche Tracht des Pelagius
ist noch auffälliger als beim ersten Zeichen.
Ucber den Schöpfer dieses zweiten Bücher-
zeichens Riebt uns Robert Stiassny in dem
Eingangs erwähnten Hefte der christlichen
Kunst nähere Auskunft, der wir in Kürze
Folgendes entnehmen: Jörg Breu gehörte
jener grossen Malergcncration an, die im An-
fange des ib. Jahrhunderts in Augsburg der
Renaissance Boden schaffte. 1502 hat er
sich in die Zunft eingekauft. 1522 zeichnet
er im Auftrage der Stadt die Befestigungen
Strassburgs. Ungemein vielseitig begabt, fehlte
ihm zur vollen Ebenbürtigkeit mit den glän-
zendsten Vertretern der Augsburger Schule
vielleicht nur die rechtzeitige Ausbildung im
Süden. Von seinen Werken sind noch mehrere
erhalten und in neuerer Zeit bekannt geworden.
Wer sieh naher für diesen Künstler intcr-
essirt, den verweisen wir auf oben erwähnten
Aufsatz in der christl. Kunst, 1893, Heft 10.
L Gerster. /
_ , ~ V
KlOSter-Ex-llbriS. Nachtrag.
Dem in V. 3. S. 89 ausgesprochenen
Wunsche Folge leistend, gebe ich hier — auf
Grund meiner Sammlung — Nach-
trage zur schätzenswerthen Eiste in IV. 1, 2
und 3, und stelle zunächst unter
1) ein paar Druckfehler und Irrthümer
derselben richtig, unter
2) folgen diejenigen Varietäten, welche von
den in der Eiste angegebenen Klöstern
in dieser fehlen, und unter
3) diejenigen Kloster, welche in genannter
Liste überhaupt noch nicht erwähnt sind.
41 und 5) bilden den Anhang.
1) K.-l.-Z. IV. S. 12, 6: Mein Exemplar hat
nur 3 Wappenschilde (unter Milra
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Sjnctue -pc lagiu*.
Ex-libris von Hugo von Hohenlandenberg,
Bischofs von Constanz, 15..
Ftcsimilirt ton Dr. C Wolf &- Sohn,
*'<l. Hut- u. UDjTtntUubucbdruckmi, MU»ch*B.
Bell«» nir Ex-llbrli-ZtlUrkrirt, Jmhronr IHM. 1t». 4.
uigitized
by GjOgt«
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- 99 -
S. 12,
S. u,
S. 13,
S. 13,
S. 13,
S. 13.
S. 48,
S. 49.
S. 49.
s. 49.
s. 50-
S. SC
S. 51,
s. 52,
S. 5».
S. 52,
S. 5-'.
S. 52,
IV. s.
S. 92,
s. 92.
S- 93.
und Stab in reicher Kartusche);
vielleicht Druckfehler?
8 a, ist nicht VV.400 — welches in dieser j
Liste ganz iehlt, sondern W. 401. I
14 c: Fixlmüllner, statt Fintmiller.
21:3 Grössen statt 2.
23 b: Joscius Abb. LXXII: 2 Varietäten.
28c: Bernardo II, nicht I.
28 e: Januarius I: zweierlei, mit
und ohne Stechername.
35 a, b, c: Zeichner- und Stecher-
namen gehören nur zu a. (zum gröbs-
ten); auf b. und c. stehen sie nicht.
3: ist \V. 1946.
9: ist W. 1 nicht 1585.
12 : Zaar, nicht Zdar; Zeit: „1725";
ist W. 2533.
5: G. A. Z. R., nicht G. A. J. R.
6a: ist \V. 1794
j 1) c: 3 Stichvarietaten, statt 2.
7 m : ist W. 323.
8e: mein Exemplar ist 1804 (nicht
handschriftlich, sondern gestochen).
1 1 a: Dürfte noch 16. Jahrhundert sein?
I 1 d: ist W. 1601 ; das „Jungwierth"
{nicht wirth) steht nicht auf meinem
Exemplar \V. 1601, sondern auf
VV. 1603 t-- 1 1 c.
II e: 3 Varietäten, statt 2.
13 e: W. 1774, nicht 1772 (welches
13 b ist)
92, 14b: ist \V. 540.
17 a: Das ton 1682 ist nicht von
Kilian, sondern: „H. Franck sc"
D. 18 ist W. 2456; ebenda ist
noch i Ex-libris von Abt Augustin II.
— W. 2457. Ii h habe noch:
Dionysius D. G. S. R. I. Piaelatus Ad
B. V. In Wct. iiliausrii, 1658, Malt.
Kusel f. Wappen mit Maria, Jesus
u. den Figuren der Ewigkeit u. Zeit.
F. 2: Bozen, statt Bot/in; 18- Jahr-
hundert; die Inschrift meines Exem-
plars bulet: Ex bibliotheca Fratrum
Ordinis Fraedicatorum Conventus
(nicht Can.) Bulsanensis S. S. No-
minis Jesu. Das andere ebenso.
S. 93. F. 3 : ist von 1742.
S. 93, F. 5 und 7: ist 18. Jahrhundert
S. 94, G7: ist 18. Jahrhundert
S. 94, H 1: ist 19. Jahrhundert.
S. 94, J ic: Charitas, nicht us.
S. 94, K. 1 : Ex C ( = Ex Conventu),
nicht exc; nach der mir einst gewor-
denen Auskunft: 18. Jahrhundert
S. 95. K. 2a: zweierlei Randleisten.
S. 95. L 2: M a und b: sind alle 3: 18.
Jahrnundert.
S. 95, N: ist 17. Jahrhundert
S. 95. O 2 a : ist nach Warnecke 2474a und
nach meiner Ansicht noch 17. Jahrh.
S. 96 O b: ist nicht W. 2474, sondern
gehört stib W 2474 a.
S. 96, Q a und b: sind 18. Jahrhundert,
W. 1456 und 1457.
S. 96, R abc: sind 1 8. Jahrhundert.
S. 96. Rd : nach Warnecke 1408 und
meiner Ansicht noch 17. Jahr-
hundert; Ascetka, statt Asietica.
S. 96, Ra: Von Ra giebt es 2 Varietäten.
S. 96, Ra: ist W. 1410, Rb: W. 1411,
Rc: W 1409. Rd: W. 1408.
S. 97, S 2f: ist ib. Jahrhundert.
S, 97, Aa: ist Ende 17. Jahrhunderts.
2) IV. S. 13. 28: fehlt S. J. A. R. = Sub. J.
Abbate Rhenoviense, Stahlstich,
1 9. Jahrhundert.
S. 14, 30 fehlt das grosse: Bibliothecac
Frinc. Mon S. Blasn. Auf Mantel
Wappen Uber Inschriftband. 17..
S. 48 37: fehlt B (l. A. -— Benedikt
Gani;eitiieder Almas, in reicher Um-
ra'imung mit Lorbeerkranz 2 Schilde
unter Abtsmiitzeu. Stabu.„i 5 —90" .
Holzschnitt; 107X126 mm; äusserst
selten, auf Seite 100 abgebildet.
S. 49, 10 a. Iehlt vi n Abt F. Emanuel II
tioih die Varietät: Leber Band
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— IOO —
mit F. E. A. K. 3 Schilde in einer
Kartusche unter infulirtem Engels-
kopt mit Stab.
S. 49, i 2: Es fehlen :
b. ähnliche Darstellung, doch 2 ge-
rader gestellte Ovale, mit Frucht-
guirlande, twischen den beiden;
J. H. .Storcklin sc. A. V. Wappen
mit Um- und Inschrift in reicher
Rahme; W. 1767.
ä 50. 6: fehlt: C. R. 1672, fc. (irassanter;
Kupferstich, Vorbild dir das von
1 7 1 1 6a\ doch gröbere Zeichnung.
S. 50. 6b: zweierlei: H. A. S. R. und
auch Abt Wenzcslaus.
c. zwischen 2 Lorbcerzw eigen Oval
mit 2 Wappen auf Gestell mit (iuir-
landcn; Inschrift; Abt Otto Stein- |
bach von Krantchstcin.
S. 50, 5: fehlt: Casparus Abbas imperial 1
et exempt Canoniae Roggenb; 1 735; |
H. A. '/.. R. ; ausserdem Storcklin
st ., statt Stoc k. in.
S. 9.*. 17: fehlt: Josephus D. G. Praelatus
Kxemp. Coli. Weng. Ulmae, S. C.
M. Consil.. et Sact-1. Abtswappen
in Rukokmmischdkartuschc; Kupfer-
stich. 18, Jahrhundert
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Name des Klosters und Abtes
Zeit.
Stechername.
Bemerkungen.
3) A) Ri'iK'diktiner-OrdtMi/i
Amorbich, Unterfraiikeii : Wap|>cn in reichet
Kartusche unter ..Ex ßibliothcca Ahbatiae
Aiuorbacensi* Onl St. Bcned."
Seligenstadt, Hummmi : Ucbcr langer Inschrift An-
sicht unter Wappen in von :t Engeln ge-
haltenem Hahuicn
St Paul, Abtei im Lavaiitthal. Karntlien, Abt
Albrecht I Roieliart ; Oval mit 2 Schilden,
Engelskopf, Mitra, Stab, unten Buch. oben
Inschrift : Alltcrturi Or<l. S. P. Ben. Mnry
Ad S. Paul. Ablwis
St. Lambrecht, zu .Ulenburg. Nicderosi erreich :
2 Wappen in Kartuschen unter Mitra und
Stab
Blankstetten, bei Eichstätt: Abi Dominikus ; inOval
Wappen mit 1' Inschrift : Dominieus Abbt
ZU Blaiickstetten 1770
Schweiz:
Viererlei abweichend«' Darstellungen, bei
Dreien Wnpjien mit Unterschriften, beim
vierten Moria mit Einhorn
, Niederbayern: 2 rot he aufzuklebende
Prtiwcl a. mit Wapj)en, b. St. Michael mit
Drache
Fulda, Benediktiner-, später gefürstetc Kcieh.H-
abtei: Unter Krone, Stab und Schwert
Wappen in Kartusche über Inschrift : Aman-
dus 1). (i. Episo.p. et Abbat Fuld S. R. J
Princeps
B) CiHtcrzicnscr-Ordeii.
Erbteil, Hewen, Abt Albcrich : In ovalem Blältcr-
kranz und 2 Zweigen Wapjwn ; F. Albericu*
Abbas Erbocensi»
Lützel, Abtei, Obcrelsass: Viererlei abweichende
Varietäten in Kokokornlnncn, 2 Schilde
unter AbtsmAtzc und 2 Stäben
Säusenstein, Valli* Dei, (Jottcsthal: Nieder-
öeterreich; Inschrift: Pro bibl. Valli* Dei
Andreas Abbas in Rokokokart tische unter
Engelskopf mit Mitra und Stab; reizendes
Blatt
St Urban, Schweiz:
aj Abt Malachias; in Kranz Doppclwap]>eii ;
Krone, Mitra, Stab 171 ti
b] Abt Martin; Doppel wnppcn mit Krone.
Mitra und Stab: 17..; «uiist. anonym")
c ; Abt Martin; Wappen in zierlicher Rokoko-
kartu*che mit Stab und Engelskopf mit
Mitra; filier Inschrift
d| Abt Friedrich. Auf Büchern Wappen
unter Engelskopf, Mitra und Stab
17 .
17
17
17
1770
IS
IS.
handschriftl.
17.W
c. 1«8G
c. 1780
IV..
171U
zwischen
17S| n . 92.
do.
18..
W 2006.
Diirfllinger Beton
deiin. ( lauttier
Sc. in Zug
C. II. Meichelt sc.
') Hier verdanke ich c. 5 Ordensziithcilungcn Herrn P. H Schmid in Kremumüiwter.
**, Die nähere Bestimmung dieses Blatt»- verdanke ich Herrn Pfarrer l. (Jcrster. welcher noch 5
andere von St Urban kennt.
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Name des Klosters und Abtes.
Zeit.
Stechername.
Bemerkungen.
C) l'rneinonstratensor-Orden.
Welssenau.WurttemlHrg: in reicher ovaler Kahme
zwischen Zweigen; Wappen mit Weis». —
eniiw
Sayn bei Kohlen/.: A l>1cibil>li< >t hck. Inschrift:
Biblioth. Abb. Sayn. Ord. l'raemunrtr. in
Kokokokartu.-cho unter Wappen
Geras. Nicderörternich: In Frucht- nn<l Hlumeu-
lUhmnn, Wappen in Oval über Büchern
159 .— 10 . .
17..
ISOü
E O. Fee.
a. Neuwied.
II Stri.1.1.
W. 1853.
D) Augustiner.
Augsburg, St. Georg: In 4 eckiger Rahme, Oval,
darin l>opj>clwap|>en mit Inschrift: I,eopoldu»
l). (t. l>ru<(KMitiiH Saudi (ieorgii Augurtae
ItiSt»; unten Snruch.
Graz : Typographisch ; Ex bihl. 1'. I\ Augusti-
nianoriim Grnccii ad. S. Pnulum
Olmiitz: Zwischen Inschriften Wappen in Kar-
tusche unter Mitra u. 2 Stäben
Wien, St. Sebastian und Hochu» : TyjH»gr.
b'] "hne } J - » S " "•
cl wie a, nur andere Initiale u. Stenie
dl wie b. nur 3 /eilen, statt 4
Ex bihl. August, Conv. (Jener. Viennensis
ad S. S. Schart, et Ifcjch. in via regia.
Wien, Schottenkloster:
a| unter Engelskopf mit Mutze u 2 Stäben
bzw. ('. A S. u. T. (Cotivcntu* Augnsti-
iioiuni Sci.toruni) 2 Schilde
b) gleiche Anordnung, alnr andere Sehild-
damuscirung
cj :t Schilde in Ibikokokartuschc mit 2 Abt«-
mutzen und 2 Stäben über Inschrift
KJ89
17..
17..
17..
IG. .
i<;. .
Ii». .
17..
17..
17 . .
Schindler sc. Ol.
F) Dominikaner.
Wimpfen, bei Hcilhronn ; Typogr. lAU r bihl.
C<mv. Wimpincnsi* Ordiuis l'rnedicatonnn
17..
G» Franziskaner.
Rastatt: Tygogr. Signuni Confcssionis IVchali«
apud p. p. FninciM-niKH in Kustatt
Bozen i Itubanuini : Hihi. Conv. Bilisan, ad. S.
Friin/.iseuiii Onl. Min. lief, l'niv. Tyrol.
In den Ecken geflügelte Engebkopfc : im
Oval in Landschaft der heil. Franziskus
mit den von einem Kruzifix ausgehenden
:') Wundliiulcu
1762
17..
Hi kiipu/liier.
Innsbruck: Typngr. mit Hnhu-e
Rapperswyl, Schwei/: Ty|«>gr. mit Huchem
IS . .
if> . .
Lüh. Henziger.
Ki Karmeliter
Augsburg: Typmjr. ; l'onventu« Aiigustanu« t'ar-
molitoriiin Discalceaionitu
ib..
las —
Name des Klosters und Ahtcs.
Zeit.
Ste» hcrnamc.
Bemerkungen.
S) Jesuiten.
Zu ?: J. H. 8. mit Kreuz, darin INKI, darunter
2 I»rhcerzweiite mit den .'{ Nägeln ; oben :
Kin Nahmen über alle Nahmen. Phil. II.
Uni, Freinberg, Jesuiten kolleg; alle ty|K>gr.
a) Collegium Lineen^e,
b| Bibl. Cmgr. ü. V. M. Imacul. Cniuept.
17..
IK..
Ks picht noch 3 vom eben-
falls dort befind). Knaben-
Kloster-Ex-libris. Anhang.
Hier erwähne ich noch: 4I Eine Reihe solcher Kloster- Rx-Iilins, deren Kloster ich nicht
alsbald unter die bestimmten Orden einzureihen vermochte. Da es mir aber weniger darauf
ankommt, weichein Orden gerade das betretende Kloster eines bestimmten Bibliothekzeichens
angehört, als vielmehr darauf, das«* <las betreffende Klostcr-Ex-librisexistirt
und beschrieben wird, so verwandte ich meine Zeit nicht erst zu längerem Nachsuchen
und Nachschlagen, sondern überlasse das, als hier neben« a c h 1 i c h , demjenigen, der einmal spater
das gesamtnte Material sichten wird:
Aupburg, St. Moritz: In reicher Kartu*cln
Wappen, oben Bibl. S. Mavrilii Ki-_>.' Kl.».»
Baden, Schweiz, Kollegintmifi ; Tyj»ogr. isoi
Beromiinster, Schweiz, Knllegiatstift : Tyjxtpr. 17. .- 18.
Breslau, Matthin-»tift : Typogr. 17..
Freiburj i. Br., l>omu* Sapieniine: Doppel wap|ien
fibor Kart»i!«ehe mit Iu»cluift 1750 W. 5. r i3.
I. Br., Collogiuru Pnci« : Wapp<>ii über
luM-hrihlwiid 175« W 554.
Maria auf Weltkugel in reizender
Rokokorahme und Inschrift 17..
St. F.ter iRene.liktmerk|.«ter?l (Je-
kreuzte Schinkel über Pn|«ttiarn. I'hib« brift l(j.. W, 576.
iaberg (entweder bei Boppard -Hier Benedikt.
Abtei bei Mal« in lyic.li: Typogi. In
Rahmen Iiiwliiift
, TafBd. hei Marbach a. d Donau : Sl. in,wl
druck. l'msHinft um undeutliche Dar-
Mellun?
Kloster Nntre Dame (smrö coeiu * 1 :
Marienfigur «wischen Blumen und BiUhern
Spital am Pyrrba, Kullepiautift, Pas« zwiwhen
Steiermark und ObenVterreieh; W»|>}h>ii
zwi^hen l'eber- und l'uiersehrift; Prop-ü
Joseph Xaver,
Schwabhauaen, Klo*tcr; 7.« i.«ehrn Bund u. Tafel
mit Ad. Bibl. ven. C'apituli Scliwabluinani
in der Mitte in rundem Rahmen Josef und
Maria, Jesu» liegrüWnd
Trlent: Tvpngr. Special ad bibl. S. Bernadini
extra Tridentu
Weatmatla (wahrscheinlich Frauenkongregatiou
t-aer« 1 eouiri : TyjM»gr. ex bibl. Abbatiae S. S.
Cordla Je»u in WcMinallc
Wien. Abtei St. Anton : In Randvcrzierun>f
Wappen über Inschrift
Wien, ex bibliotbeea (.'onventua Vienneruds Ordiniv
Ex<'aleeatorum SSS Trinitaii»R«-deiiiptioiii-
Captivorum. 2 Zeilen, nur tvpngr.
17..
17..
ISO*
17..
17 . .
17 . .
17..
17..
I«. .-17
Seh. v. B.
(• 8fliulti' v..ni BrOlili.
W. 1081.
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— IO-1 —
*,) Ferner nenne ich noch ein l'uar Ex-libris, die nicht streng genommen ..Kloster"-
Ex-libris sind, von mir aber diesen, als geistliche Institute nahe verwandt, angehängt wurden:
Name des Klosters und Ahle
Zeit.
Stechcniame.
Bemerkungen.
gPMiumiicli von C\ Ii. Iteichngraf
Deutsch-Orden, Kommende Wien : Zwischen In-!
aehriflen Wappen in Knrtii»ehe unter Grafen-;
kröne
v. Col
Deutscher
eainm
Dillingen:
Orden, Kommende ljnz: ebenso; ge-
elt von J. J. Ph. Keichrfgraf v. Hamich
Tyoogr. Ex-hbri* Scminarü S. Fran-
ciaci SaWy Clericoiuin Miecularium in
comntune viventium Dilingac
Innsbruck, Krzfur»tlielie* Stift u. Regnlhau» :
Ueber IriKchrifthaiid »wsteireirhiricher Binden-
üeliild unter Krone in Kartusche
Wien, erzbiüchöfl. Seminar : l'eber Iiitfchrifthaml
Wapj>en unter Krone, Kreuz u. Hut mit
Quasten
St. Michael, Lüneburg ikoth. Abtei bis 1532,
luther. Abtei bis P155, Kitter»ehule bi* 1S50;;
Kitterakademie (Bibl. jetzt in Böttingen!;
nicht: „Klonter St. Michael in Württem-
berg", wie W anlecke Nu. I'IUI *agt : Kl
Michael mit Drachen, unten Biblioth
Coenob. St. Michael.
16
September l8QV
— 17..
.-17..
17..
17..
18..
W _>47.{.
W HÖH.
IT.
W. 1 _'!♦?
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
Das Bücherzeichen Heinrich Tulpen's
mit einer Abbildung.
Der hochuiirdig-e Herr Heinrich Tulpen
auf Kupferberg, Dekan zu Forchheim*), führte
ein zierliches Ex-libris, das im letzten Dritt-
theile des 17. Jahrhunderts entstanden sein
mag. — Das Blättchen ist vorwiegend ein
Wappenblatt, doch ist das Wappen kein
sprechendes, denn wahrend der Besitzer „Tulpen"
heisst, finden wir zwischen 2 Säulen in dem
ungeteilten Schilde und als Kleinod auf
*) Förch heim, eine obcrfrankischc Provinzial-
Stadt, am Zusammenflüsse der Wiesent und Kemnitz
und am Eingänge in die sogen, fränkische Schweif
gelegen — war gen Ende des tt. Jahrh. ein Königs-
hof Karl's des Grossen, splicr wohl befestigt, und
zahlt gegenwärtig zwischen 3 und 4000 Einwohner.
einem .Dreiberge einen Kichenzweig mit einer
Eichel und sechs Blättern. Um die Helmzicr
flattert ein langer, schmaler Bandstreifen mit
einem Bibelspruche aus den Psalmen. Ueber
diesem zur Rechten (.herald.) gewahrt man
Tulpen's Heimstätte in Kupferberg, ein behag-
liches, weit umfriedetes Herrenhaus-Kupferberg
selbst ein kleines Städtchen in rauher Gegend des
Fichtelgebirges; gehörte früher zum Stift Bam-
berg; dessen Einwohner leben heute noch
vom Ertrage des benachbarten Bergbaues,
durch welchen Kupfer und Vitriol gewonnen
wird. — Dem Herrenhause gegenüber — auf
der linken Seite des Blattes ist das Bergwerk
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im vollen Betriebe dargestellt. Die einen
Knappen sind damit beschäftigt, das gewonnene
Material neraufzuwinden, andere es mit Hacken
und Spaten zu bearbeiten, wieder andere, es auf
dem Rücken oder mittels Karren abzuführen.
Unter dem Schilde ist die Umgegend von
Kupferberg abgebildet; eine unwirtliche Ge-
birgslandschaft, in der sich Kuppen an Kuppen
und Spitzen an Spitzen reihen zwischen denen
bisweilen ein Thurm des Stadtchens auftaucht
Als Schluss ist eine vierzeilige Inschrift
angebracht, zwei lateinische Disticha. Das
Erste besagt, dass hier die Wappenzeichen
von dem Tulpen'schen Gcschlechte berichten;
das Zweite mahnt den Beschauer, seine Hände
(wörtlich: Daumen) von den Büchern Tulpen's
feine zu halten, wolle er nicht den Namen
eines treulosen Diebes auf sich laden!
Die Lebensverhältnisse des Herrn Dekans
sind uns leider ebenso unbekannt wie der
Stecher des stark beschnittenen Blattchens.
A. v. Eisenhart.
Bücherzeiehen
der Benedictiner-Abtei Oehsen-
hausen.
Warnecke tührt unter No. 1494 und 95
zwei verschiedene Bücherzeichen dieser Biblio-
thek auf, und ich bringe hier ein weiteres
Zeichen derselben Bibliothek. In den ver-
schiedenen Jahrgängen dieser Zeischrift wurde
Ochsenhausen öfter erwähnt und es werden daher
einige Notizen am Platze sein.
Ochsenhausen ist ein Benedictiner Reichs-
stift am Rottum, dessen Gebiet in 4 Aemter:
Ochsenhausen, Tannheim, Ummendorf und
Sulmetingen mit 76 Orten getheilt war. Nach
der Uebcrlieferung haben die Herren von Wol-
fartschwendi 1100 die Probstei gestiftet, welche
Bonifacius IX zu einer Abtei erhob und er-
hielt von Joseph I. den Blutbann.
Auf dem Reichs- wie Kreistage sass der
Prälat auf der schwäbischen Pralaten-Bank.
Der Abt führt die officiellen Titel: „Der Hoch-
würdige, des hl. römischen Reiches deutscher
Nation — Prälat, Herr der freien Reichs-
Herrschaften Tannheim, Ummendorf, Ober-
und Unter-Sulmetingen, auch Horn und Fischach,
Herr des unmittelbar, freien Reichsgottes-
hauses Ochsenhausen regierender Abt "
Das im Anfang dieses Jahrhunderts säcu-
larisirte Stift zählte damals 40 Patres.
Einiges über das Schicksal der Bibliothek
nach deren Auflösung findet sich im Jahr-
gang III No. 2 dieser Zeitschrift
Frankfurt am Main H. K. St.
üigi
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Die von Vater auf Sohn fortgepflanzte,
durch die ältesten Familiennachrichten Le-
Das Bücherzeichen des Hieronymus von Glauburg.
sagt Fichard in seinem Geschlechterbuch
„das Wappen derer von Glauburg scheint
mir ein redendes zu sein. Sollten die drei
Hurgen nicht eine Anspielung auf das Wort
Glaube enthalten und die Zahl drei den
Glauben an die Dreieinigkeit darstellen."
Das hier abgebildete Bücherzeichen ist
statigte UeberlietVrung. leitet den Ursprung
dieses Geschlechts von dem Schlosse Glauburg
in der Wetterau her. Der Name Glauburg
kommt urkundlich zuerst 1.^48 vor. Die
oben erwähnte Ueberlieferung meldet, dass
die Glauburg unter der Regierung Heinrich VI
( 1 190 bis 1 197) nach Frankfurt gekommen sind.
Hieronymus von Glauburg, geb. 1 54 1 ,
studirte 4 Jahre in Strassburg. heirathete
Rosine Burkhard in erster, und Maria Mag-
dalena Widmann in 2. Ehe. Fr ward Senator
1 58 1 , jüngerer Bürgermeister 1 59 1 und 1599.
Er starb 1600. Hinsichtlich des Wappens
von grosser Seltenheit Es ist im Stile der
niederländischen Landkarten-Cartouschen und
ist wohl kurz vor Glauburg's Tode gegen
1600 entstanden. Zu jener Zeit war eine
grosse Anzahl Künstler in Franklurt thätig,
die sich mit Formschneiderarbeiten beschäf-
tigten, und unter welchen die Amman'sche
Schule dominirte. Wem aber das Blatt
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2uzusclireiben, war nicht möglich festzustellen.
Das Geschlecht der Glauburg erlosch in
Frankfurt im 18. Jahrhundert.
Frankfurt am Main.
Heinrich Eduard Stiebel.
Ein typographisches Ex libris.
Marquis de G e r a in b a u 1 1 — ein
Sohn des französischen Marschalls Philip de
G., comte de Palluam — war General-
Lieutenant in der französischen Armee, und
fiel in der Schlacht bei Höchstadt. am
13. August 1704.
Er führte ein sehr schmuckloses, typo-
graphisches Bücherzeichen, «las aus sechs
Versen bestand mit folgendem höchst
charakteristischem Inhalte :
A M c s L i v r e s.
Cheres dllires de mon ante
Garde/ vous biet» He nie quitter,
Quoiqu'on vieiine vous empruntcr,
C'harun de Vous m'est une femme.
Qui peut se faire voir sans blime.
Et ne »e doil jamais preier.
Le General de Gerambault.
Der General scheint ein ausgesprochener
Feind des Vcrleihens von Büchern gewesen
zu sein, indem er seine „Lieblinge" warnt,
ihn zu verlassen, und sie hierbei mit einer
Frau vergleicht, welche sich keinem Anderen
hingeben sollte !
A. v. Eisenhart.
Apian.
Da in deutschen Zeitschriften*) diesesjahres
das Gedächtniss des 400 jahrigen Geburtstages
des berühmtenGeographen, Mathematikers und
•) U. A.: Ueber Land und Meer 1895, No. 33,
llluitrirte Zeitung No. 2705.
Astronomen Peter Apian zu Ingolstadt durch
Bilder und Aufsätze gefeiert wurde, gedachte
ich das Gleiche auch in unserer Zeitschrift
zu thun, weil in den „Ex-libris des XV. und
XVI. Jahrhunderts" von F. Warnecke im
I. Helt. Blatt VIII, ein „Ex-libris" dieses
Gelehrten altgebildet und angeführt ist. Als
ich den Quellen genauer nachging, ergab sich
aber mit Sicherheit, dass das schone Blatt
kein Ex-libris ist. Der Verfasser gen. Hefte
giebt ja auf S. 3 und 4 der Vorrede selbst
die Möglichkeit zu, dass es bei einigen der
abgebildeten Blatter zweifelhaft sein kann,
ob sie Ex-libris waren.
Wenn ich nun diesem Apianischcn Blatte
seine Eigenschaft als Ex-libris raube, so
geschieht dies nur der Ordnung in der
Kegistrirung halber; denn es mehren sich die
Beispiele, dass man beinahe jedes heraldisch
oder sonst dekorativ ausgestattete Blatt für
ein Ex-libris ansieht. Seinen künstlerischen
und zeichnerischen Werth als gute
heraldische Vorlage verliert das
Apiansche Blatt darum nicht im
Mindesten; hat diese Besprechung auch
nur für den Ex-libris-Sammler oder Hcraldikcr
internes Interesse, so glaube ich trotzdem
auch Apian-Forschcrn noch Neues hiemit zu
bringen. Da diese Mittheilung im engen
Zusammenhang mit Bücherkunde steht, so
i>t sie auch in dieser Zeitschrift angebracht
Das in oben gen. Werkchcn wieder-
gegebene Apianblatt ist zum ersten Male
in Warneckes heraldischen Kunstblättern III.
X<> 233, Blatt 02 nebst einem zweiten
Apianwappen abgebildet und dort noch
ganz richtig nur mit „Wappen" des
V. Apian bezeichnet. Bei der prüfenden
Durchsicht der Apianschen Hauptwerke auf
: der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek zu München
fanden sich mit verschiedener Provenienz
6 in der Hauptsache ganz gleiche Exemplare
des berühmtesten Werkes von Apian, des
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„Astronomicon Cacsareum", sämmtlich von i
1540, jedoch verschieden mit der Hand
bemalt; wahrend eines derselben kein spccielles, I
zum Irrthum verleitendes Wappenblatt ent-
hielt, fanden sich bei den 5 anderen am
Ende des Buchs nach dem Texte Apianschc
Wappen vor, und zwar bei 4 miteingebunden
und bei I auf das weisse Schlussblatt auf-
geklebt. Ich zähle dieselben nach der
Bibliothek-Signatur auf:
I. (Astron. un. 2) handbemaltes Wappen,
mit Doppeladler, auf einem Postament in
einer B<jgcnhallc stehend, die vorn von 2
Renaissancesäulen gestützt ist; unten, gerade
noch deutlich lesbar „1567"; Holzschnitt;
126X98 »n»'; n«:»rh unbekanntes Blatt.
II. (Astron. un. 3) I
i\r /«..»,,._ -i 1 enthalten beide den
IV. (Astron. un. 3 ) j
in Wameckes her. Kunstblattern III., No.
233. 62, und danach in den „Ex-libris des
XV. und XVI. Jahrhunderts" I. 8, stark
verkleinert abgebildeten, riesigen Grossfolio-
holzschnitt mit dem Wappen, hier nur mit
einköpfigem Adler, innerhalb Renaissance-
Umrahmung, und der gedruckten Unterschrift
„Insignia Petri Apiani"; 402 X 2 ^ 8 mm I
II: unbemalt, IV: altbemalt.
In II. befindet sich hinter dem ein-
gebundenen gen. Wappenblatt noch ein |
zweites Blatt mit eingeheftet, auf dein I
Folgendes gedruckt ist: Oben: „Insignia
P. Apiani utraque Priora — Posteria", da-
runter 2 unbemalte treffliche Holzschnitte,
Apians Wappen innerhalb Blatter- und
Fruchtkranz.
A. mit einköpfigem Adler,
B. mit Doppeladler;
darunter „Marci Tatii Poetae imperatorii
Carmen, a. in priora, b. in |>o.sieria (sc. insignia
Apiani); danach folgen 2 Gedichte; hierunter:
die Urkunde Kaiser Karls V. d. d. Regens-
burg 24. Juli 1,541, worin er den Peter
Apian alias Benewitz mit ..Cacvtrcis ornaineiitis I
dekorirt" und ihn zu seinem Hofmathcniatikus
und Hofastronomen ernennt. Wahrend das
Buch selbst 1540 fertig gedruckt ist, wurde
es augenscheinlich erst 1 .54 1 ausgegeben,
da diese 2 Wappenblatter im alten, gleich-
zeitigen Einband mit eingebunden sind.
III. (Astron. un. 4) enthalt auf dem
weissen Schlussblatt eingedruckt, bzw. dieses
mit eingebunden, das unser II. A erwähnte
Wappen, cinköpfiger Ad'er in Blatter- und
Fruchtkranz. Holzschnitt, darüber aber die
abgeänderte Inschrift (gedruckt): „Insignia
Petri Apiani Mathemat ^go^dien.'" ; mit
der Hand altbcmalt; Durchmesser 103 mm:
noch unbekanntes Blatt.
Auf der inneren Seile des vorderen
Buchdeckels steht das handschriftliche Ex-libris ;
„1541 Oswald j Ab Egk') sum ex Apianj
compatris sui dono."
V. (Astron. un. d) enthalt das in War-
neckes her. Kunstblättern III. No. 234, Blatt
62 stark verkleinert abgebildete (dort zweite),
altbemalte, auch riesige Grossfolio-Wappen,
mit Doppcladler, mit dem Monogramm MO
(Michael Oslendorfer, in Regensburg 1510. —
t 155Q) und der (bei Warnecke, her. Kunst-
blättern fehlenden, weil abgeschnittenen) ge-
druckten Unterschrift „Ins-ignia Petri Apiani
sacri Palalii Co'". (= comitis); 350X200 mm.
Wir haben somit viererlei verschiedene
Darstellungen des Apiansi hen Wappens vor
uns, von denen die älteste das unter III.
genannte Wappen mit dem einköpngen
Adler zu sein scheint: Zeil: 1540 — 41: denn
das Buch ist 1540 dalirt und von 1 54 1
an führt Apian den zweiköpfigen Adler.
Das nächste, vielleicht mit dem eben-
genannten gleichzeitige, ist das von Il = IV,
*t Er gab ■ s 4 1 Ingolstadt ein Much:
„Cualtcri de Castellintte Alexandteidos libr. X cum
noiis S<rb l.inrkii heraus. Da» Ex-libris dieses
Letzteren (auch in meiner .Sammlung) stehe Ex-
libris-Zeitschrift IV, 4. S. 113.
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109
mit dem einköpfigen Adler, 1540— 41, dem
bei II. A das altere von III., ausser diesem
aber noch das neuere II. B mit zweiköpfigem
Adler beigebunden ist.
Das dann nächste ist V., mit Doppel-
adler; es ist nicht vor 1544 zu datiren, da
Apian auf ihm als Pfalzgraf erscheint, welche
Würde er 1544 erhielt; fehlt die Unter-
schrift auch in den her. Kunstblättern, so
ist doch beim Vergleichen klar ersichtlich,
dass ein und dasselbe Blatt vorliegt und nur
die Unterschrift auf dem aus einem Buche
herausgerissenen Blatte abgeschnitten ist.
Das jüngste ist I., zufolge der auf ihm
angebrachten gemalten Inschrift „1567", was
freilich nicht ausschliesst, dass es einige
wenige Jahre vorher schon entstanden ist.
Da Peter Apian 1552 gestorben ist, so rührt
dieses Wappen von seinem gleichbcrühmlcn
S<>hne Philipp Apian her, welcher bis 1568
in Ingolstadt weilte.
Ich erwähne ferner, dass in allen Exem-
plaren des Astronomicon Caesareum auf dem
letzten Textdruckblatt unmittelbar nach der
Angabe des Druckjahrs 1540 noch 3 Wappen-
gedichte abgedruckt sind, welche doch
eigentlich in einem astronomischen Buche
recht Überflüssig sind, nämlich:
a. „In insignia Petri Apiani Carmen Dia-
logicon Christophori Statmionis, M. D."
b. „De aquila P. Apiani a divo Caesare
Carolo Quinto pro insigni gentilicio eidem
Collata M. Symonis Minervii decastichon."
c. „In insignia P. Apiani Mathematici
Ingolstadiensis Marcus Tatius."
Ausserdem ist auf jedem Titelblatt
des gen. Werkes ein trefflicher Holzschnitt,
eine stets bemalte Kopfbordüre, in der oben
2 Engel den auf einer Krone sitzenden, ein-
köpfligen Adler mit um den Hals gehängtem
blauweissen Wolkenring — die Apian'sche
Helmzier — an den Flügeln fest halten,
wahrend unten 2 andere Engel den Wappen-
Schild mit dem einkopfigen Adler im Wolken-
ring stützen.
Ferner findet sich in Philipp Apians
Buche „De utilitate Trientis", Tübingen 1586,
das Apian'sche Wappen nicht weniger denn
3 mal:
a. gleichmassig auf 3 Trienten {astrono-
misches Instrument), rechts und links je
1 Schild mit dem Doppeladler im Wolkcn-
ring; vom gleichen Holzstock; als Familien-
wappen des Erfinders (quasi als Schutzmarke).
b. ahnlich nur grosser auf dem ebenfalls
abgebildeten „Triens Apiani".
c. als Autoren- oder Verlcgcrzeichen am
Schluss des Buchs ; Vollwappen in Kartusche.
Nach Günther*) findet sich auch das
Wappen in guter, heraldischer Ausführung in
einem Werke Philipp Apians (welchem, ist
nicht gesagt), diesmal vorgedruckt. Auf den
Landtafeln Philipp Apians, 1566—68, ist
ausser dem pfalzbayerischen Wappen auch
das Apian'sche gross in reicher Kartusche
zu sehen.
Aus all' dem Angeführten geht deutlich
hervor, dass Peter und Philipp Apian stolz
auf ihr, kaiserliche Gnade dokumentirendes
Wappen waren und es allenthalben zu
eigenem Ruhm und Glänze als Familienwappen
und zugleich als Autorenzeichen anzubringen
liebten. Findet man das Wort „Insignia"
auch auf manchem Ex-libris, das zweifellos
Bibliothckzcichcn war, so bedeutet doch „In-
signia" in erster Linie „Wappen", „Abzeichen".
Fast jedem seinen Verlag verlassenden
Exemplar des Astronomicon") scheint Pet.
*l Günther, Pet. und Phil. Apian, Prag, bohm
Gesellschaft der Wissenschaften 1883; S. 17, An-
merkung.
*•) Nach Warnecke, her. Kunsibl. III, Nr. »34,
Bl. 62 auch in dem Instrutnentbuch v. 1540; die
verschiedenen Instrumentböcher in der H. und St-
Bibl. MQnchen von 153a, 33, 34 und 40 haben
keine Apian'schen Wappen wohl aber die Wid-
mungswappen Laubenberg und Stadion.
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I IO
Apian eines seiner verschiedenen Wappcn-
blatter beigegeben zu haben; denn man
wird nicht behaupten wollen, dass er selbst
in seiner eigenen „Bibliothek" h ganz gleich-
lautende Exemplare gehabt und diese mit
seinem „Ex-libris" geziert habe. Wenn auch
Apian eine Privatbuchdruckerei hatte, welche
er seinem Bruder Georg Apian zur Leitung
übergeben hatte*), so möchte man bei den
verschiedenen stets am Schlüsse des Werks
eingebundenen Wappen hinsichtlich ihres
Zweckes weit eher an die sog. „Drucker-
oder Verlegerzeichen" denken; doch be-
zeichne ich sie nicht direkt ausschliess-
lich als solche, da che Wappen sich ja
nur in einigen wenigen und nicht in allen
den zahlreichen Werken Apians finden.
Ausserdem ist das eigentliche und wirk-
liche „Drix kersignef der Apian'schen Officin
ein anderes; es findet sich z. B. in Pet.
Apians Werke „Inscriptiones sacros. Vetus-
tatis" Ingolstadt 1 534 am Schlüsse: Ein
Junge mit Winde, diese aufschraubend; In-
schrift in lateinischer, hebräischer und griechi-
scher Sprache und Schrift: Ingolstadt 1534,
industria superat vires.**)
Es ist tnir vollkommen klar, dass Peter
Apian sowohl durch die Wappen als
auch durch die Gedichte nur Jedermann,
der seine bedeutenderen Werke kaufte, in
gewissem, berechtigten Stolze anzeigen wollte,
dass er durch kaiserliche Gnade ein eigenes
Wappen besässe; ein „Eigner"- oder „Be-
sitz-Zeichen" — das Hauptmerkmal eines
Ex-libris oder Bihlir.thekzeichens - war es
aber bestimmt nicht, was u. A. auch daraus
hervorgeht, dass das hier unter III genannte
Wappen in dasjenige Exemplar eingebunden
*) Cümhrr a. a. O. S. 11.
*•( Günther, a. a O. S 11. Günther nennt die
Winde hier „Prevssohraul.e".
ist, welches Apian bei der, wie es scheint,
allgemein erst 1 54 1 erfolgten Herausgabe des
1540 fertig gedruckten Exemplars dem
Oswald von Egk schenkte (vergl. oben unter III.)
Da wir Peter Apian nun doch hier genauer
berücksichtigen mussten, so sei auch noch
zum Schlüsse der Lebenslauf des berühmten
Mannes zu seinem Ged.'lchtniss kurz be-
sprochen.
Peter Apian wurde vor 400 Jahren 1495
zu Leisnig in Sachsen geboren und ent-
stammte dem dortigen rathsftthigen Geschlechte
Bennewitz, das heute noch bloht, Der jetzige
Vertreter dieses altberiihmten Namens ist
Maximus Valerius Apianus von Bennewitz,
in Firma ,,M. Apian-Bennewitz". weicher in
Leipzig eine bedeutende Papierwaarenfabrik
und Papier- und SchrcibwaarcngTc*shandlung
nebst Kunstverlag besitzt.
Nachdem Peter Apian 1516 die Leipziger
Universität besucht hatte, wo er wahrschein-
lich seinen deutschen Namen latinisirt hat,
hielt er sic h in Wien und Landsluit auf und
1 zog endlich, trotzdem sich Leipzig, Tübingen,
Wien, Padua und Ferrara um ihn bewarben,
in Folge eines Rules als Professor der
Mathematik nach Ingolstadt, das ihm eine
I zweite Heimath wurde.
Anfangs unbemittelt, schuf er sich spater
durch seine Werke ein grosses Vermögen, so
dass er bei seinem Tode eine stattliche Druckerei,
ein Haus und mehrere Landgüter hinterliess.
Seine Werke verschallten ihm die Gunst
Kaiser Karls V., den er sogar selbst in der
Astronomie unterwies der Kaiser verlieh ihm
1532 ein Privileg für seine gelehrten Schriften,
deren berühmteste das dem Kaiser gewidmete,
oben genannte Astronomicon caesareum von
1540 war, und für welches der Kaiser 3000
Goldgulden und die Druckkoslen zahlte;
| ferner erhob er den unermüdlic hen Forscher
I am 20. Juli 1541 in den Reichsrittcrstand
und ernannte ihn 4 Tage spater, am 24. Juli
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— III —
1541, zum Hofpfalzgrafen* >; auch der Papst I
ernannte ihn am 29. Juli 1541 zum „Comes I
et miles sacri palaiii et aulae lateranensis."
Was Apians Wappen anbelangt, so führt»
er l) — noch nirgends besprochen — nach
dem Cosmographicus über d. d. Landshut 1524
(Mflnchener Signatur: Matth, appl. it) mit
Bezug auf seine Studien: In einem Schilde
eine Kugel gespalten, vorn Sterne,
hinten eine Landschaft {— Globus.
Himmel und Erde); so ist es auf dem auf
der Rückseite des Titelblattes abgedruckten
Wappendedikationsblatt des Erzbischofs Mat-
thias von Salzburg (schöner Holzschnitt in
Schwarz- und Rothdruck) zu sehen; dein
Schilde Apians steht dessen Monogramm
gegenüber, ein an ein P angelehntes A.
Alsdann ist 2) nach dem oben unter III
und II— IV Gesagten der einköpfige
Adler innerhalb Wolkenring bekannt,
welcher ihm nach der Urkunde vom 20. Juli
'51'**) vom Kaiser verliehen (..damit er
hiebevor von uns begäbet" j wurde; hierauf
bezieht sich auch das unter II erwähnte Ge-
dicht „in priora".
Wann dieses Wappen verliehen wurde,
konnte ich bis jetzt nicht feststellen (vielleicht
■53*"')
3) Bei der Adelsverleihung d. d. Regens- j
bürg 21. Juli 1541 (vcrgl. eben angezogene
Urkunde bei Luenig) „endertc und bes-
serte" der Kaiser das früher verliehene
Wappen '(„damit er hiebevor von uns be-
gabet";, indem er ihm sunt des bisherigen
einköpfigen königlichen Adlers nun den
doppelköpfigen kaiserlichen Adler
verlieh.
Das Wappen war von nun an (und ist
heute noch): In goldenem Felde ein schwarzer
•) Erklärung siehe E.-L. Z. V. 3. S. 73, An-
merkung.
•*) Luenig, Ternsches Reichsarchiv XI Bd., An-
fang Z. II. Cocitunialion S. x$
Doppeladler innerhalb eines blauweissen
Wolkenrings, - — bereits beim einköpfigen
und noch mehr beim dop[>elköpfigen Adler
Anspielung auf Apians Verhältniss zum Kaiser
einerseits (Reichsadler* und zur Himmelskundc
andrerseits (Wolkenring ; auf dem gekrönten
Helme das Schildbild.
Nach damaliger (Un-) Sitte führte Apian
seit der Adelsverteihung statt des (damals
als „bürgerlich"' geltenden geschlossenen
Stechhclms nun den so;>en. ..adelichen")
offenen Spangenhelm.
Peter Apian, der Freund eines Thurmair
Aventin, Peutinger, Pirkhcymcr, Laubenberg
und Raymundus Fuggcr, leistete Gro artiges
in Geographie und Astronomie, und wirkte
geradezu bahnbrechend in der Mathematik;
er erfand viele mathematische, physikalische
und astronomische Instrumente, welche zum
Theil, wenn auch verbessert, heute noch im
Gebrauch sein sollen. Seine Landkarten
zeichneten sich durch grosse Genauigkeit
aus, und berühmt ist seine Weltkarte von
1520, auf welcher die alte und neue Welt,
letztere nahezu zum ersten Male im
Druck mit „Amerika" bezeichnet, auch
zum ersten Male auf einem Kartenbild
vereinigt dargestellt sind. Von ihm rührt
auch die erste deutsche Anleitung zur
Rechenkunst her, und er war es auch, der
zur Beobachtung von Sonnenfinsternissen
farbige und geschwärzte Glaser empfahl.
Dass Apian auch eine eigene Druckerei
besass, ist oben schon näher besprochen.
Der thätige Mann starb, nur 57 Jahre
alt, 1552 und wurde bei den Franziskanern
zu Ingolstadt beigesetzt; trotz Apians augen-
scheinlicher Vorliel»e für Wappen erinnert
aber heute kein Monument oder Wappeiistein
an den grossen Gelehrten. Und doch
hatte gerade Apians Wappen nebst
seinem Bildnis.« einst seine Vaterstadt
Leisnig vor Zerstörung bewahrt; als
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i ; 2
nämlich Kaiser Karl V. im Schmalkaldener ]
Kriege 1,547 nach der Einnahme Leisnigs
dieses wegen eines an 2 kaiserlichen Offi-
1 ieren begangenen Mords einäschern lassen
wollte, erfuhr er durch einen Hauptmann
der kaiserlichen Truppe, dass sich das
Apiansche adelige Wappen auf einer
Glastafel eines Fensters und dessen Rildniss
in der Wohnstube seines Quartiers befindet
Das Haus war das Geburtshaus Peter Apians,
weit hes 1547 im Besitze eines Bruders des-
selben war. Peter Apian stand beim Kaiser
so sehr in Gunst, dass dieser dem fern in
Ingolstadt weilenden Gelehrten zu
Liebe den Befehl zur Zerstörung der Stadt
zurücknahm, diese seiner Gnade versicherte
und ihr sogar eine .Schutztruppe zurückliess.
Der Leisnigcr Geschichts- und Alterthums-
Yerein brachte 1870 Uber der HausthOre
des Apianhauses ein Band mit Inschrift über
einem in Sandstein en relief gearbeiteten
Wappen Apians an, auch heisst eine Quelle
bei Leisnig seit «lein vorigen Jahrhundert
schon Apiansborn und seit der Gedenkfeier
1895 ein Platz der Stadt: Apiansplatz. In
der Ruhmohallc hinter der Bavaria zu Mün-
chen befindet sich seine Büste.
Von seinem nicht mindcrgelehrten Sohne
Philipp Apian - geboren 1 53 1 . von seines
Vaters Tode bis 1552 bis 1569 Professor
in Ingolstadt, dann in Tübingen, t 1581* —
befinden sich zur Zeit in der Ausstellung des
Cimclienschatzes der Müm hener Hof- und
Staatsbibliothek die sog. Bayrischen Land-
tafeln ;Chorographia Bavariae), begonnen 1 566,
vollendet 1568, sowie 2 riesige Globen der
Erde und des Himmels, welche von Philipp
Apian im Auftrage des Herzogs Albrecht V.
von Bayern hergestellt und von einem
Schüler Hans Muelichs, c. 1576 gemalt wurden.
Konnte ich auch die bisher bekannten
Apian'schen W a p p e n trotz deren grossen
Zahl nicht als „Ex-libris" gelten lassen, so
freue ich mich, /.um Schlüsse hier doch noch
wie zum Tröste ein wirkliches Apian'
sehet B i b i o t h e k z e i c h e n in Abbildung
zur Kenntniss bringen zu können.
Es ist das Ex-libris von Karl Apian,
einem Sohne des berühmten Peter Apian
und seiner Ehefrau Katharina geb. Mosner,
und Bruder von I'hilipp Apian.
Dieses Ex-hbris, durch die Worte „Sum
Carolj Apianj" als Bibliothekzeichen des
Betreffenden sicher gekennzei« hnet, ist in
Üriginalgrösse hier wiedergegeben ; mit Papicr-
rand misst es 4KX7.} «im. Es zeigt das
oben erwähnte, zuletzt verliehene Wappen
mit dem Doppeladler und dürfte ungefähr
aus der Zeit von 1570 stammen.
Das einzige (bis jetzt) bekannte Exemplar
befand sich bisher im Besitz des Herrn
E. Krahl in Wien, und sollte in meinen
Besitz übergehen; doch da ich selbst stets
warm dafür eintrete, dass Familienreliquien
möglichst in das Eigcnlhum der zugehörigen
Familie zurückkehren sollen, verzichtete ich
gerne auf das Blatt, und besitzt es nunmehr
der oben genannte Nachkomme Apians, Herr
M. V. Apianus von Bennewitz in Leipzig;
ich liess vor der Uebergabe nebenstehende
Reproduktion anfertigen, deren Cliche —
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— H3 —
durch gewandte Rctouche der Firma Dr.
C. Wolf und Sohn in München viel deutlicher (
als das Original selbst — mein Eigenthum ist. ,
Die Gcburts- und Sterbedaten Karl
Apians konnte ich nirgends ergründen; Karl
erscheint mit seinen Brüdern Theodor und
Claudius als Gutsherr der von Peter Apian
1547 erkauften Hofmark Jilliofen, Landgerichts
BeilngTies'}, welche nach des Vaters Tod
• 55 2 gemeinsam verwaltet und deren |
Erträgnisse getheilt wurden. Nach dem I
Verkauf Jtlhofens 1570 ging Karl Apian
nach Arnberg in kurfürstlich pfälzische [
Dienste. Sonst konnte ich nur noch finden,
dass Karl Apian mit Ursula geb. Kastrier |
vermahlt war, und dass Cellius in seiner Oratio
von 1591 unseren Karl Apian einen „vir I
prüden tissim us" nennt.
Abdrücke dieses Biblinthekzeichens Stelle
kh gerne zur Verfügung.
München, September 1895.
K. K. Graf zu Leiningen-Westerbur^.
Das Bücherzeichen Bibliothecae
Seileri.
Das reizende Blattchen, welches wir hier
bringen, behandelt ein bei der» Büchcrzeichcn
sehr selten benutztes Sujet. Es ist dafür die
Bibelstelle Tob. 3,2 3 in feiner künstlerischer
Auffassung verwendet worden, wie auch die
Devise „Post Nübila PhoebtU" (Nach Wolken
die Sonne) anzeigt, die auch Buchmann auf
die oben citirte Bibelstelle zurückfuhren zu
müssen meint. Die Auslegung des Mono*
grainmes MB f(ecit) kann nur Hypothese
bleiben, da verschiedene Künstler, wie Moritz
Bodenehr, Michael Busjflger und Andere um
*) vgl. hierüber Mois, Gut Jtlhofcn und die
Familie Apian, in den Verhandlungen des hisl.
Ver. f. d. Kegenkrei-, III., Kegcn»l>uri- 1830.
S. 454 ff
die Mitte des 18. Jahrhunderts, in welcher
Zeit dieses Blattchen wohl entstanden ist,
gelebt haben. Jedenfalls war es ein ganz
tüchtiger Zeichner und Radirer; bei Bücher-
zeichen nicht häufig angewendeter Rothdruc k
giebt ihm einen für die Darstellung sehr ge-
eigneten wannen Ton.
Frankfurt am Main.
Heinrich Eduard Stiebel.
Gräflich Nesselrode'sche
Bibliothekzeichen.
Von den Ex-libris des gräflich Nessel-
rode'schen Hauses ist in dieser Zeitschrift noch
nicht die Rede gewesen ; daher ist es mir
eine angenehme Aufgabe, einmal über die
verschiedenen Exemplare zu berichten, welche
die Bücher der Nesselrode- Reichenstein'schen
Bibliothek auf Schloss Herten in Westfalen
schmücken und welche zugleich Zeugmss
davon ablegen, wie gross das Interesse der
verschiedenen Ex-libris-Besitzcr für Familien-
tradition einerseits und ihre Bibliothek anderer-
seits war und heute noch ist.
Dank dem liebenswürdigen Entgegen-
kommen des Herrn Grafen Hermann Droste
zu Vischering von Nesselrode - Reichenstein
ist es mir möglich gewesen, dieser Nummer
Abdrücke des ältesten Nesselrodc'schen
Zeichens von der alten Originalplattc
- 114 -
zu verschaffen, und sei hiermit auch an dieser |
Stelle dem Herrn Besitzer der Letzteren der
verbindlichste Dank des Ex-libris-Vereins
ausgesprochen.
Ehe ich auf die Beschreibung der ein-
zelnen Blatter eingehe, seien einige historische
Daten über das gräfliche Haus, dessen Namen
und Wappen mitgetheilt*)
Die Droste zu Vischering gehören dem
westfälischen Uradel an, die Nesselrodc dem
bergischen. Der Name „Droste" bezeichnet
im Allgemeinen den adeligen Verwalter einer
Vogtei und den Vertreter des Landesherrn; i
bei diesem Hause rührt er vom Erbtruch-
I
sessen oder Drostenamt des Fürstbisthums :
Münster her.
Vom Nesseln »dc'schen Hause waren
Bertram und Matthias, die Stifter der Spccial-
linien Reichenstein und Landskron, 1652 in
den Reichsfreiherrnstand erhoben worden;
Franz Freiherr von Nesselrode zu Stein und
Herten erhielt 1008 die Erlaubnis» zu seiner
nach dein Ankauf Reichensteins erfolgten
Wappenvennehrung mit dem der ausgestor-
benen Herren von Stein und Reichcrtstciu.
Job. Val Wilhelm wurde 1710 Grat mit I
»lern Namen NesM-lrode und Landskron, bezw.
Graf zu L-tnd*krou. 1770 starb die Ältere
Linie Nesselrodr'-Reichenstein mit Graf Franz
Wilhelm aus, und der Besitz fiel an die
Nesselrode-Landskron, die sich nun selbst
Nesselrodc - Reichenstein nennen mussten,
indess das Landskron 'sehe Wappen bei-
behielten.
Die Droste zu Vischering erhielten 1669 |
ein FrciherreiKlij<lom für die ganze Familie. 1
Aus diesem Hause vermählte sich Freiherr ,
Adolf Droste zu Vischering, der in erster Ehe
mit einer Grafiii von Merveldt verheirathet
war, in zweiter Ehe mit Charlotte, Gräfin
zu Nesselrodc- Rcichenstein und hintcrliess:
"•i~V»1. Hefner. Summbocb ; Siebaacher,
Kneschkc.
Aus erster Ehe: Max, den Stifter der heu-
tigen alteren Linie, der „Grafen Droste zu
Vischering" (Westfalen); aus zweiter Ehe:
Felix Heidenreich, welcher 1824 die Nessel-
rode 'sehen Güter seines Grossvaters mütter-
licherseits, Joh. Franz Joseph, letzten Grafen
von Nesselrode - Reichenstein, laut dessen
Testament und nachdem dessen 4 Söhne
kinderlos gestorben waren, erbte und Stifter
der heutigen jüngeren Linie der „Grafen
Droste zu Vischering von Nesselrode-
Rcichenstein" (Westfalen und Rhein preussen)
war, welchen Namen nebst der Gralenwürde
und dem Wappen der ausgestorbenen Grafen
von Nesselrodc- Reichenstein Konig Friedrich
Wilhelm HL 1826 verliehen hatte.
Ausserdem giebt es heute noch Grafen
von Nesselrnde-Ereshofen ; Reichsfreiherren
1655, Grafen 1705; (Rheinpreussen, West-
falen und Russland), und Freiherren von
Nesselrode- HugtnjxX't (Bayern); (bergischer
Uradel).
Die Hauptstammschilde sind:
Droste : silbernes Schildlein in Roth.
Nesselrode: silberner Wcchselzinnen-
balkcn (Sturmleiter) in Roth.
Reichenstein (Erworben): rother Rautcn-
linkshalken in Gold.
Stein [Erbschaft): schwarzer Rauten-
rc< -hlshalken in Silber.
Brembt zu Landskron (Erbschaft):
1 und 4 : goldene Kaiser-Krone in Roth,
2 und 3 gespalten, vorn 4 blaue Balken in
Silber, hinten getheilt von Grün und 3
rothen Pfählen in Gold.
Es giebt nun folgende Ncsselroder Ex-
libris:
I. Von Franz Freiherr, spater Graf
von Nesselrode, Kaiserlicher Kämmerer,
Kurkölner Rath etc., auf Schloss Herten, ge-
boren 1635, gestorben l 707 ; vermählt 1661
mit Anna Maria, Freiin von Wylich.
Der hier zum Neuabdruck von der alten
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ex sjbxjs
1*T*ntuaB«romj ctefJefielt-otU etm Trtcheifr
k-y D!»m Stcjrn,£,hrr*rtcm,Hn>tenärmuniW ]
* v , CxJficulary CersareiFBletl Colon- Conriji}
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s,Uel* £<fuiteA«r*to D~ inSteyn TtZ "
i^JetSeUenuleUJeuJsle^
Triiwt* ObytAnno
M.VX
Bibliothekzeichen von Franz Freiherr von Nesselrode
auf Schloss Herten, von 1695.
Gedruckt von der Original- Kupfer] ilatte.
o Aug. Wetletuth, MOnchrn.
Bfllurp zur F.vli>>ri«-Z<ii vhHn. Juhn.ne isaj, JU. 4.
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Digit
- n 5 -
Originalplatte gelangte Kupferstich von 1695,
von unbekanntem Stecher, war für die grösseren
Folianten bestimmt, 134X180 mm.
Die in Spätrenaissance (Barock) dar-
gestellte, portalähnlichc Nische — in der
Form eines Epitaphs, bei Ex-libris und an-
deren bildlichen Darstellungen damals sehr
beliebt — hat oben das Ehewappen des
Bibliothekbcgründers, des Freiherrn, später
Grafen Franz und seiner Gemahlin Anna
Maria geb. Freiin von Wylich; an den
Säulen befinden sich die Ahnenwappen des
Freiherrn Franz und zwar heraldisch rechts
oben beginnend; das in der Mitte aufgehängte
Tuch bietet die Namen dazu, sodass sich
folgende Ahneiiliste ergiebt:
1634*): Eltern: Bertram Freiherr von
Nesselrode (pater) und Lucia Gräfin von
Hatzfeldt.
1591, 1592: Grosseltern: Wilhelm v. N.
',avus) und Anna Freiin von LoC.
1529: Urgrosseltern : Bertram v. N.
(proavus) und Anna von Steck.
1478: Ururgrosscltern: Wilhelm v. N.
(abavus) und Elisabeth von Birgein.
1442: Urururgrosseltern : Johann v. N.
(atavus) und Katharina von und zu Gemen.
1419: Urjrururgrosseltcni: Wilhelm v. N.
(tritavus) und Schwenulda von Landsberg.
Die Jahreszahl MDC am Schlüsse der
Tuchinschrift sollte nach dem Tode des
Bibliothekbegründers und Ex-libris-Herrn aus-
gefüllt werden und das Todesjahr melden.
Das vorletzte Wort cerno der Inschrift auf
der unteren Kartusche soll wahrscheinlich
„servo" heissen.
Von diesem Ex-libris giebt es folgende
Varietäten :
a. Altes Original von 169.5, noch mit
dem Fehler: Abavo und Abavia in
der sechst- und fünftletzten Zeile der
Tuchinschrift
•) Dalum der Vermahlung.
b. Altes Original von 1695 mit der Ab-
änderung Atavo und Atavia in der
sechst- und fünftletzten Zeile, vgl. a.
c. Neudruck von der alten Platte, von
1892 auf weissem Papier.
d. Derselbe, von 1895, auf gelblichem
Papier; vgl. Beilage.
II. Franz Freiherr, später Graf von
Ncsselrode (derselbe wie bei I.).
Kleines Exemplar mit anderer Zeichnung;
Kupferstich, 62X94 mm.
Zwischen oben Band und unten Kartusche
mit den gleichen Inschriften wie bei I; in der
Mitte oval mit der von I etwas ab-
weichenden Inschrift:
„Ex-libris Francisci S. R. J. Hb. Baronis
de Ncsselrode et silesiae in Trachcnberg
D ni in Stcyn Ehrenstein Herten Prausnitz et
Burgfey Cubiculary Caesarei Ser™ P: Elect
Colon. Consiliary Status et Locum tenentis
vestani Ducatus Montiurn Camerary et
Mareschalli Hacreditary nati XXII. Juny
Anno MDCXXXV, denati MDC."
Da sich Franz Nesselrode hier noch „in
Trachcnberg" nennt und diese schlesische,
ihm von seiner Mutter zur Hälfte zugefallene
Herrschaft 1698 verkauft wurde, so ist dieses
Blatt wegen der gleichen Technik im Stich
entweder auch von 1605, wie I., oder aus
der Zeit zwischen 1695 und 1698.
2 Varietäten:
a. mit „cerno" in der allerletzten Zeile,
alter Abdruck, 1695 — 98.
b. mit „seruo" neuer Abdruck von der
alten Platte, 1892.
III. Job. Wilh. und Job. Franz Grafen
von Nesselrode-Reichenstein, Vater und
Sohn, geb. 1726, t 1800, bzw. geb. 1755,
t 1824; von „nach 1776"; Kupferstich,
87X1. 5 2 nl,n Oben unter Krone auf Wappen-
mantel 2 Schilde, heraldisch rechts Nessel-
rode-Kcichenslein, links Nesselrode-Landskron
(also die Wappen der beiden Linien); darunter
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n6 -
die von einer Lorbeerbordüre und 3 Randlinien
eingefasste Inschrift:
„Aus der Hertcnschcn Bibüothec
Welche
Franz Regierender Graf von Nesselrode-
Reichenstein
gestiftet.
1688 verbrent.
Von ihme und seinem Sohn Bertram Carl
wieder hergestellt.
Von seinen Enckelcn Kranz Bertram und Frau/
Wilhelm aufbewartli. Nach des letzteren
hinscheiden
1770
von seinen Uhrctukelen und Agnaten
aus der Landsernnischen Linie
joliann Wilhelm und
Johann Franz Joseph
Vater und Sohn
zum nutzen Ihres Nachfolgers
Job: Wilhelm Franz und dessen
Enckelcn vermehrt."
Da der Stich gcriiigeien künstlerisch-
zeichnerischen Werth hat, verzichtete ich auf
eine Nachbildung, habe aber den Wortlaut
desshalb ganz genau wiedergegeben, weil da-
durch, dass sich auf diesem Bihliothekzeichen
so eingehende geschichtliche Thalsachen und j
personelle Angaben vorfinden, die Liste der
interessanten und seltenen „historischen
Ex-libris" hiemit wieder um ein werthvolles
Stück vermehrt ist.*).
Solche historische Ex-libris sind:
Ausser diesem von Joh. Wilh. und Joh. Fran*
Grafen von Nesselrodc v. 1776;
Bihlio«he<a I'alatina, tbij; vjjl Exlibris-Zeitschrift
II. 4. S. 12.
Würrburger Jesuiienrolleg, c. 1034; vgl. Ex-libris-
Zeitschrift III. 1. S 4.
J. K. W. Morhsen, 17^7 ; vgl. Kx-librisZeitschrift
V. 2. S. 53.
J. G. H Oelrichs, 175«; Warneckes Ex libris-Werk
S. 19 und 147.
S. Grossheryogin von Sachsen, 1892; vgl. Ex-
libris-Zeitschrift S. u und 43
Joh. Wilhelm ist der Ur-Enkel von
Matthias, dem Stifter der jüngeren Linie
Xessclrodc-Landskron und Bruder von Bertram,
dessen Sohn Freiherr (Graf) Franz {vgl. I.)
der Stifter der Hertener Schlossbibliothek war.
IV. Joh. Hermann Graf Droste zu
Vischering von Nesselrode-Reichenstein,
Preuss. Kamnierherr. Rittmeister a. D. und
Herrenhausmitglied ; geboren 1837.
Zinkatzung. i.}jX»&2 mm, 1894 aus-
geführt von Hans Deiters, Düsseldorf.
Aul einem mit 4 symbolischen, weiblichen
Figuren verzierten Renaissancerahmen oben
das F.hewappen des Bibliothekstifters nebst
Gattin, 1678, Franz Freiherr von Nessclrode
und Anna Maria geb. Freiin von Wylich;
rechts und links die Ahnen- bz*. Ehewappen
der Bibliothekbesitzer und Nachfolger:
1707 Bertr. Carl Kcichsgraf v. Nessel-
rode-Reichenstein und Mar. A. Freiin v.
Wylich.
1761 Franz Wilh. Rgf. v. N. R. u Jos.
F.lis. Marquise v. Hoensbroeck.
1744 Franz Bertr. Rgf. v. N. R. u. Mar.
Anna Gräfin Truchsess- Waldbmg.
1 770 J«>h. Wilh Rgf. v. N.-Lindskrun u
Mar. Ther. Gräfin von Auersperg.
1S01 Franz Jos. Rgf. v. N. R u. Johanna
Gräfin v. Manderscheid
1824 Felix Graf Droste v. N. R. u. Mar.
Ther. Gr.'lfin v. Bocholtz-Asscburg.
Unten, von einem Amor gehalten, das
Ehewappen des jetzigen Bibliothek-Inhabers:
1SO5 Job. Herrn. Graf Droste v. N. R.
und Klis. Freiin v. Vittinghoff gen. S hell.
In der Mitte steht in einer Kartusche in
9 Zeilen: „Aus der Hertencr Bibliothek von
Franz reg. Grafen von Nesselrode-Reichen-
stein gestiftet, von seinen Nachfolgern be-
wahrt und vermehrt."
V. Grfifin Hedwig und deren Schwester
VI. Gräfin Maria Theresia Droste zu
Vischering von Nesselrode-Reichenstein,
uiy
U7 -
unser verehrtes Vereinsmitglied, welcher ich Wappenschild über Rokokokartusche mit In-
frcundlichc historisx he Mithülfe verdanke, be- schrift in 5 Zeilen : ..Bibliothekzeichen von
nützen ein Zeichen gemeinsam, indem der Grillin Droste zu Vischering von
Vorname in dem hiefür ausgesparten Raum Nusselroilc-Rei< henstein"; unten: „W. Behrens,
handschriftlich eingetragen wird. , Cassel 1895.'-
Sieindruck, 84 X« '4 11,1,1 > l8( )5 v <>" 1 Ich gebe hier eine Uebersicht der hier
Maier W. Behrens in Cassel. In Rokoko- j genannten Persönlichkeiten mit besonderem
Umrahmung unter neunpunktiger Krone . Bezug aul die Hertencr Bibliothek:
Wilhelm von Nesselrode
Bertram v. N., tu Stein.
Franz; die Hertener Hibliolhek brannte voll-
ständig aus, 1680; er (gründete eine grössere, welche
1688 theil weise wieder abbrannte. 2 Exlibris (1605).
Bertram Carl; erneuert mit seinem Vater Hie
Bibliothek.
Franz Bertr. Arnold. Franz Wilh. Anton.
Matthias v. N., tu Rhade.
Joh. Valent. Wilhelm, wurde Graf tu Lands-
krön 1710.
Joh. Herrn. Franz.
loh. Wilhelm.
I
Joh. Franz Josef; suet-edirte dem Grafen hrant
Wilh. Anton; vermehrt mit .seinem Vater die Biblio-
thek, t Ex-libris (1776).
Joh. Wilh. Franz, starb tu I.ebreiten seines Vaters.
Felix, Erbe seines Grossvaters mütterlicherseits
Joh. Franz Josef
Joh. Hermann, vermehrt die Bibliothek; 1 Ex-
libris (1804,).
Hedwig und Maria Theresia, je 1 Ex-libris (1895).
Zum Schlüsse erwähne ich noch, dass die
wohl manchem Sammler räthselhaftc ..Biblio-
theca Ambrosiana" mit ihren 2 Ex-libris-
Grössen (1706—22)*) sich ebenfalls in Schloss
Herten befindet. Es ist dies die Bibliothek
des Grafen Ambrosius von Virmont und
Bretzenheim, Freiherrn zu Nersen, Präsidenten
des westfälischen Grafenkollegiums und kaiser-
lichen Gehcimraths etc. (geb. 1084, f 1744).
*) Abgebildet und besprochen nach meinen An
«Jessen zweite Gemahlin Marie Etis. Rcichs-
t;räfin von Nesselrode-Landskron war; Vir-
mont und Nersen liegen bei Krefeld ; die
Grafen von Virmont starben 1722 aus.
Die im Vorstehenden genannten Ex-libris
befinden sich sammtlich in meiner Sammlung.
München, August 1895.
I K. E. Graf zu Leiningen- Westerburg.
gaben : Englisches Ex-libris-Journal V. 5. S. 9a.
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- 1 18 -
Das Bücherzeichen
der Berlinischen Gesellschaft
naturforschender Freunde.
Einer unserer ältesten und bekanntesten Ver-
eine von wissenschaftlicher Bedeutung, der
seit seinem Bestehen bis auf den heutigen
Tag ein Sammelpunkt von Fachgelehrten war
und daher ein weit Über die engen Grenzen
unserer Vaterstadt hinausgehendes Ansehen
genoss und geniesst, ist die „Gesellschaft
naturforschender Freund c". Diese
wissenschaftliche Vereinigung wurde im Jahre
I 773 unter Friedrich dem Grossen gegründet und
hat 1873 ihr 100 jähriges Jubiläum gefeiert.
Sie umschloss von Anfang an die hervor-
ragendsten einheimischen Grössen aller Fächer
der Naturforschung unter ihrem Banner und
übte in jener verhältnismässig frühen Zeil einen
leitenden Einfluss auf den Fortschritt deutscher ,
Wissenschaft aus. Unter den Mannern, die sich
in ihr zusammenfanden, seien hier nur genannt
L. v. Buch, Willdcnow, Pallas, Klapproth, |
Alex. v. Humboldt, Fhrenberg. A. Braun. Fsgab
kaum einen' klangvollen Namen in bezeichneter
Sphäre, der dem Verein nicht angehört hatte.
Langjähriger Präsident der Gesellschaft ist
der berühmte Afrikarcisende und Mikroskopiker
Fhrenberg gewesen.
Ihren Sitz hat die Gesellschaft in dem
Hause Französisc he-Strassc No. 20. welc hes
ihr im Jahre 1 792 von König Friedrich
Wilhelm II. geschenkt wurde. Dort wohnte
bis vor Kurzem, umgeben von Sammlungen und
einer schönen Bibliothek der Vorsitzende, jetzt
Herr Geheimrath Möbius, und es finden daselbst
monatliche Sitzungen statt, in denen Vortrage
gehalten werden, von welchen rühmend ge-
sagt werden darf, dass sie noch zur Stunde auf
voller Höhe wissenschaftlicher Erkenntnis
stehen, wenn auch die einstmals hier wal-
tende und im Namen der Gesellschaft sich
ausdrückende liebenswürdige Sentimentalität
des 18. Jahrhunderts, wo es in allen
Salons von Musen und Grazien wimmelte,
heut in dem Gewirr der Rcichshauptstadt nicht
mehr in dem inzwischen ernster gewordenen
gelehrten Kreise anzutreffen sein dürfte.
Das hier abgebildete Bibliothekzeichen ist
nicht mehr in Verwendung; die Platte wird
im Archiv der Gesellschaft aufbewahrt, wie
uns der Bibliothekar Herr Dr. B. Wandolleck
freundlichst mittheilt.
(Aus der Sammlung des Herrn H. Ed. Stiebel
in Frankfurt a. Main).
Dr. H. Brendicke.
Ex libris der Luther-Bibliothek
der Wartburg in Eisenach.
Das nebenseitig eingefügte Blatt entstand aut
Anregung unseres Mitgliedes, Herrn K. F..
Grafen zu Inningen- Westerburg, des mehr-
jährigen personlichen Adjutanten am Wei-
marer Hole; es ist ein Werk aus der
Hand Ad. M Hildebrandts des vorzüglichen
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— «19 —
Heraldikers und Zeichners in Berlin. Die Dar-
stellung ist auf das Allereinfachste beschränkt,
ein halbrunder Schild, darinnen der Thüringer
Lowe mit dem sächsischen Rautenschild belegt,
überragt von der Grossher^oglithen Krone, füllt
die Mitte, ein ornamentaler Rind aus Rosen-
motiven und die Bezeichnung „Luther-Bibliothek
der Wartburg" schliesst das Itlatt nacl cn ab
Abgesehen von der Anordnung und der
guten Zeichnung hat dieses F.x-Iibhs einen be-
sonderen Wert durch die farbige eigen
sehr hartem Gegensatz, während eine farbige Be-
handlung schon allein durch farbiges Druck-
papier Hintergrund und Auflage in harmo-
nischerer Weise verbindet Auf diesen Gesichts-
punkt hin dürften noch recht viele einfache
Kombinationen von Papierton und Druckfarbe
möglich sein, die jedem Blatt eine geschlossenere
Gcsammtwirkung verleihen, als der schwarze
Druck auf weissem Papier zulässt.
Die Möglichkeit, dieses Blattchen als
Beilage dieser Nummer zu bringen, verdankt
Behandlung erhalten. Die ruhige, in Grau
und Dunkelbraun gehaltene und mit Gold ge-
höhte Tonwirkung wird sich besonders an-
genehm wirkend erweisen, wenn das Blättchen
in Bücher eingeklebt wird, deren Innen-
ausstattung und Vorsatzblatt aus farbigen)
(einfarbigen oder marmorirten) Papier besteht,
wie es bei gut gebundenen Buchern meist der
Fall zu sein pflegt. Gegen einen farbigen
Untergrund stehen weisse Ex-libris häutig in
der Ex-libris-Verein der Munihcenz Sr. Königl.
Hoheit des Grossherzogs Karl Alexander von
Sachsen -Weimar -Eisenach, der durch Ver-
miltelung des Herrn Grafen zu Leiningen-
Westerburg bzw. des Kommandanten der Wart-
burg, Herrn von Kranach, die erforderliche Zahl
von Drucken in der Hofkunstanstalt von
C. A. Starke in Görlitz herstellen liess und
unserer Zeitschrift zur Verfügung stellte.
E. D. d. J.
ry
12»)
Die ßücherzeichen H. Lux und E. Zellner.
i. Lux.
Heinrich Lux ist aus Pless in Oberschlesien
gebürtig und seit 187^ Buchdruckereibesitzer
in Döbeln.
Ein Mann von vielseitiger Bildung, hat er
trotz der schwierigsten Verhältnisse eine Ge-
schichte des Fürstentums und der Stadt Pless
in Verbindung mit der Geschichte seiner Fa-
milie geschrieben.
Das Bücherzeichen , welches durchaus
seiner Familie, wahrend die Wappen in den
4 Zwickeln sich auf die Städte Pless, Köln
Bonn und Berlin beziehen, welche im Leben
des Verfassers eine Rolle spielen.
Emil Zell 11 er, geboren am 27. April 1837
zu Pless in Obe:schlesien, ist Architekt und ein
Schüler Raschdorffs (damals Stadtbaumeister
in Köln, jetzt Erbauer des Berliner Domes.)
Die alten rheinischen Bauwerke wirkten
auf ihn so ein, dass er sich ganz dem Studium
gothisch gehalten sein sollte, zeigt das Luxische
Familienwappen, umgeben von einem fisch-
bauchformig gefalteten Schriftbande, welches
mit den Stadlwappen von Pless und Dobeln
belegt ist
2. Z el 1 n e r.
In dem Zellncr'schen Bücherzeichen zeigt
der Zeichner ein Bild mittelalterlicher Ktinstler-
laune, indem er sein eigenes Konterfei zum
Besten giebt. Das innere Wappen ist das
der mittelalterlichen Kunst hingab. Er war
mehrere Jahre Assistent an der hiesigen tech-
nischen Hochschule bei dem bekannten Go-
thiker Prof. C. Schäfer.
Seit 1877 ist Zellner als technischer Hülfs-
arbeiter im Reichs-Postamt thätig.
Der Zufall, dass sein Vater (Hofapotheker
und Bürgermeister) Oberbibliothekar des Fürsten
von Köthen-Pless war, rief frühzeitig in ihm
das Inteiesse für Heraldik wach, welches durch
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4
121
sein späteres Berufsleben eingeschlummert,
erst durch seinen im Jahre i88z auf Ver-
anlassung seines früheren Chef*, des Geheimen
Ober-Rcgierungsrathesvon I >ehn-Rotfelser, statt-
gehabten Eintritt in den Verein „Herold"
wieder geweckt wurde.
Zum Schlüsse sei noch bemeikt, dass der
Verfasser dieser beiden Bücherzeichen dem
Grundsaue bei allen seinen Arbeiten huldigt,
jede willkürliche und überflüssige Verzierung
zu vermeiden und nur das Nothwendige
künstlerisch zu gestalten.
Ex-libris Schwind razheim.
Das hier abgedruckte Ex-libris des Zeichners
am Strom- und Hafenbau in Hamburg A. F.
Schwindrazheim ist von dem in Hamburg
lebenden Maler Hugo Schwindrazheim ge-
zeichnet. Ein Franke im Charakter des 9. Jahr-
hunderts sitzt auf zinnengekronter Wehr, den
Blick hinaus übers Land gerichtet; im Hinter-
gründe ist das Dorf Schwindrazheim im Elsass,
die Heimath der Familie, sichtbar. I>ie Schrift
sowie ein zwei Seiten abschliessender Blattfries,
vervollständigen den frühen Stylcharakter. Es
ist stets erfreulich, eigenartigen Schöpfungen
zu begegnen; die Auffassung dieses Blauchens
ist ebenso originell wie reizvoll.
E. I). d. J.
Verschiedenes.
I. Emen Beweis, dass man nicht jedes
in einem Buch vorn eingebundene
alte Wappen kurzer Hand für ein Ex-
libris erklaren darf, fand ich jüngst wieder
an einem hiesigen alten Folianten. Derselbe,
nach dem Rücktitel „Michael Beham von
Wcinsbcrg-Sulzbach, (Meister-) Gesangbuch
von 1400—1500" enthaltend, hat auf dem
ersten, sonst leeren Vorsatzblattc einen vor-
züglichen, handbemalten Holzschnitt, den ich
im ersten Augenblick ohne Zaudern für ein
Ex-libris hielt; derselbe zeigt ein sehr gut
gezeichnetes Wappen; Tartsche: weisse Noten
in Form eines Sparrens über 3 gelben Saiten
in Schwarz; Stechhelm; Ziemier: Gekrönte
Melusine mit dem Schildbild, das hier die
Form einer Zither hat, in den Händen;
Decken schwarz-gelb. Rechts und links der
Helrnzicr steht handschriftlich „Michel
peham".
Bei genauerer Prüfung des Buches jedoch
ergab sich aus dem handschriftlichen Text
der mit den Worten: „Ich Michel beham
von Winspcrg Sulzbach genannt" begann,
wohl mit Sicherheit, dass hier kein Bibliothek-
zeichen vorliegt, sondern der Schreiber der
ganzen Handschrift einfach sein Wappen 711
eigenem Ruhme und quasi als Autorenzeichen
beigefügt hat. Es ist sehr wahrscheinlich,
dass manches namenlose einfache Wappen
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122 —
aus dem ib. und I 7. Jahrhundert n i e m a I s
H i Iii i o t h e k z e i c h c n war, sondern, ahnlich
den zahlreichen auch auf den ersten oder
zweiten Seiten der Bücher vor dem Dedi-
kationstext abgebildeten I) e d 1 k a t i o ns -
wappen, oft nichts anders waren, als einfach
die Wappen der betreffenden Verfasser, und
nicht die der Buchbesitzer.
Diese Annahme würde auch erklaren,
warum man so manche trefflich ausgeführte j
Wappen ohne alle Bezeichnung von Name,
Jahr, Zweck und dergl. findet. Dies l>ezichc
ich jedoch nur aufs in. und 1 7. Jahrhundert ;
denn im 18. und 19. wurde es thatsaVhlich
— glücklicherweise nur vorübergehend —
Sitte, richtiger Unsitte, sich ein namen-
loses Wappen-Ex-libris machen zu lassen.
II. Der Nachweis über ein sehr altes
Super-Ex-libris findet sich im Centrali.latt
für Btbhothekwesen, XII., 5 und 6, 1895,
S. 216, woselbst M. I.. Schreiber einen Ein-
band einer Annenbibel erwähnt, welcher „die
«ingepresstc Inschrift tragt: Jste. über, est
fris (= fratris) Vlrici Gyslingcr. lecturis. I
Vlina. minor, illigatus. est Ano. Dni. M.
CCCC. I.XVII. P t = per) mc Juliane»
Gichenbach. <lc Gyllcngen." Zu deutsch:
Dieses Buch gehört dem Frater (hier: geist-
licher Bruder) Ulrich Gysiinger. Lektor im
kleineren Ulm (= dem heutigen Neuulm).
Gebunden wurde es im Jahre des Herren
1467 durch mich Job. Richenbach, von
Gy Mengen.
III. Nach dem „Wegweiser für Sammler"
(VII. Jahrg. No. 15, 25. 8. 05) wurde
jüngst aus der Bibliothek eines Edelmanns
eine Anzahl seltener und werthvoller Bücher
in London versteigert. Es heisst im dies- i
bezüglichen Bericht: „Das beste Stück der
Sammlung war Grolicrs Exemplar des Ovid,
gedruckt 1533 — 34 in aedibus haeredum
Aldi. Es ist ein wegen seiner Vollkommen-
heit und Unversehrtheit sehr geschätztes :
Exemplar, »las das bekannte Motto „Jo.
Grolieri et amicorum" auf dem Umschlag
trflgt, und wurde für 423 Pfd St. vom Lon-
doner Antiquar B. Quaritch erworben."
Wir haben unter dem schönen „Motto"
(zufolge Erkundigung beim Besitzer) das ein-
gepresste Super-Ex-libris Grolier's, des be-
kannten franzosischen Bibliophilen und Freundes
kostbarer reliures, vor uns.
Jean Grolier, Vicomte d'Aiguisy. geboren
14-0 zu Lyon, + 1505 zu Paris, liess als
grosser Kunstliebhaber besonders seine Bücher
in vornehmer Eleganz mit reichen Gold-
pressungen im Renaissancestil: ausstatten;
nach ihm ist der Grolierclub zu New-York,
unser Vercins-Mitglicd, benannt.
Die ältesten derartigen, eine freundliche
Gesinnung verratlicnden Ex-libris- Vermerke
sind :
Wilibald Pirrkheimer, um 1 503 :
„Silii et amicis" ;
Matthias Schurer 15.., Sibi et suis";
Francois Rabelais, c. 1 530,
„Fr. Rabelesi xai Ttuv a.'j~vj
<f iXw y ptartaviiiv* )
Jean Grolier c. 1535:
„Jo, Grolieri et amicorum*'
Diese liebenswürdige Art der Ex-libris-
Inschriften ist dann später oft angewandt
worden***); sie wurde aber auch einmal in's
Gegcntheil verwandelt, indem Paul Amaudet
auf sein Ex-libris „Nunquam amicorum" setzte.
Wie hoch übrigens Gröbers Bücher im
Preise stehen, ersieht man daraus, dass ein
„wohlfeiler" (cheapi Grolier zu 21
Pfd. St. = 420 Mark angeboten wurde,
was allerdings noch geringfügig ist, im Ver-
gleiche zu einem jüngst in England für 27
Pfd. St. {540 Mark) verkauften zweiten Igler-
*) Kx-l.hris Ana S. 8 und franz. Ex-libris-
Zeitschrift Archive», 1805, No. 8, S. 1«.
••I Ex-libris Ana. S 8.
"•) Ex libris-Zeitschrift II. j. S. 4 I.
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123 -
Knabensberg-Ex-libris; für das in Deutschland
befindliche Exemplar, das von seiner Höhe
als „Unikum" dcgradirt ist, sollen zuerst 1000,
dann 600 Mark verlangt worden sein! Es
sind das Preise, die der Einzelne, wenn er
— mag, ja bezahlen kann ; im Verhältnis*
zum wirklichen Kunstwerthc stellen sie
aber nicht, und kann man höchstens von '
einem „Seltenheitswerth" reden.
IV. In der französischen Ex-libris-Zeil-
schrift ist jüngst ein hübsches deutsches
Ex-libris zur Nachbildung gelangt, welches
auch deutschen Sammlern nicht unbekannt
ist. Es ist eines der 3 Bibliothek/eichen des
kaiserlichen Sekretairs, Raths und Hofpfalz-
grafeu Jacob Spiegel .geb. 1482*:, t c 15.50)
von Schlettstadt, von c. 1538; wahrend es in
Warneckes Ex-libris des 15. und 10. Jahr-
hunderts, V. No. 82 und danach in Seyler»
Ex-libris-Handbuch S. 69 in Schwarzdruck
abgebildet ist, finden wir es in den Archives
1895, Nr. 7 als Beilage zu S. 103 ff in
Farben getreu dem Original (handbemalter
Holzschnitt) reproducirt.
Ich möchte hiezu auf die bisher nicht
bemerkte Thatsathc hinweisen, dass wir hier
ein theilweise „redendes" Wappen vor uns
haben; die dem Linksbalken aufgelegten Pfau-
federn nennt man in Süddeutschland und in
der heraldischen Sprache auch „Spiegel", sc.
Pfauspicgel.
V. Zum Bibliothekzeichen des Bischofs
Urban von Gurk, V. 3, S. 68, ist Folgendes
mitzutheilcn:
Sein Name war nicht „Urban von Oester-
reich", wie es auch im Garns, ser. episc .
heisst, er war auch aus keinem Edelgeschlechte,
sondern er Iiicss: „Urban Sagstetter, genannt
der Oesterreicher"; Urban hatte im Türken-
kriege 1532 seine Eltern verloren, er wurde
nach Abzug der Türken unter erschlagenen
*) Zufolge Spiegels Angabe unler dem tum
Ex-libris gehörigen Gedicht.
Christen als kleiner Knabe unverletzt auf-
gefunden, vom Pfleger des Schlosses Guten-
stein in Oesterreich, Johann Sagstetler, von
dem er spater den Namen führte, auf-
genommen und in Wien erzogen. 154" wurde
er vom Bischof Nausea in Wien zum Diakon
oidinirt, 1550 erhielt er das Presbiteriat und
kam 1551 als Prediger an den Hof des
Bischofs von Passau, Graf Wolfgangs von
Salm. 1553 wurde Urban durch Papst
Julius III. episcopus Simbalicensis (jedenfalls
i. p. U und Weihbischof von Passau, worauf
ihn Bischof Wolfgang 1.553 zum Bischof
konsekrirte.
Nach dem Tode des Bischofs Johann VI.
von Gurk, konlirmirte der F.rzbischof Michael
v<m Salzburg 3. Juli 155Ö den vom röm.
König Ferdinand ernannten „Urbanum olim
epist-opum Simbalicensem" zum Bischof von
Gurk, worauf er am 22. Juli 1556 zu Gurk
inthronisirt wurde. Im gleichen Jahre kam
Urban als Hofrath und Hofprediger zu König
Ferdinand, den er bis 1562 auf alle Reichs-
und Landtage begleitete; 1562 kam er auf
Anordnung Kaiser Ferdinands I. und auf
Wunsch des Königs Maximilian IL, damals
Königs von Böhmen, als Hofprediger an
dessen königlichen Hof; 1563 — 68 war er
Administrator des Bisthums Wien, während
im September 1573, also kurz vor seinem
Tode, abermals Unterhandlungen wegen der
Uebernahme der Atiministration des ßisthums
Wien statthatten. 1564 wurde er Rath
Kaiser Maximilians II. und 1567 Pfalzgraf*).
1 568 wurde er auch Administrator des
Gcorgiritterordens zu Milstat, 1569 Erzherzog
Karls Geheimer Rath und Statthalter der
Niedcrösterrcichischcn Fürstenthümer. Urban
starb zu Strassburg am 13. October 1573,
inicht 1572) woselbst er auch im Chor der
Kollegiatkirche begraben ist.
•l Erklärung siehe E. L. Z. V. 3. S. 73 An-
merkung.
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r
- 124 -
Vorstehende Angaben finden sich im
„Archiv für vaterländ. Geschichte und Topo-
graphie", Klagenfurt, 1885, XV. Jahrgang,
Seite 31, No. 40. (P. B. Schroll's scries
episcoporum et S. R. J. prineipum Gurccnsium).
Der gevierte Schild zeigt in 1 und 4:
das Wappen des Bisthums Gurk, gespalten,
vorn gelber Löwe in Schwarz, hinten getheilt
von Roth und Weiss; in 2 und 3 sehen
wir das Personalwappen des Bischofs, das er
mit Bezug auf seinen Beinamen „genannt |
der Oesterreicher" gewühlt halte: Es ist I
1 gelber Adler in Blau, und zwar entnommen
aus dem a 1 1 österreichischen Stammschilde,
welcher 5 gelbe Adler (2, 2, 1) in Blau hat.
Die Buchstaben, welche hinter „Bisch",
weil ausradirt, fehlen, sind nach einem anderen
Exemplare; (Bisch) „oue zu Gurgkh 2C"
{= et cetera).
VI. Bezüglich des kleinsten „Ex-libris"
muss ich dein Herrn Einsender ... von V. 3.
S. 89 erwidern, dass nicht das auch in meiner
Sammlung befindliche Ex-libris der Universität
Gent das „kleinste" Ex-libris ist, sondern — wie :
es schon in V. 2. S. 38, I J deutlichst ,
heisst: Jacob Manzoni! Es giebt eben
2 Grössen dieses Ex-libris: Ein Grösseres,
auf blauem Papier, das des Herrn Ein-
senders 45X^4 mm und das kleinere, i
schon von mir genannte, auf gelblichem
Papier 17 mm (genauste wiederholte Messung!) j
breit und nur 0 mm hoch! Da das Ex-libris ]
der Universität Gent im Durchmesser 17 mm j
hat. so dürfte doch die Palme das winzige \
IJX9 mm - Blatt Manzonis verdienen. Ich '
besitze beide Grössen und kann vom kleineren,
selteneren sogar eine Dublette zur Verfügung
stellen.
VII. Zur Angabe V. 3 S. qo. I. Ko-
lumne gebe ich folgende Berichtigung.
Die 2 Blatter für „Fr. Kuppelmaier" und
den „Ausstellungsverband Münchener Künstler"
sind keine Ex-libris und auch nicht
als solche bestellt oder ausgeführt worden.
Das Kuppelmayr 'sehe Wappen-
b 1 a 1 1 ist als Einbandverzierung, als aussen
auf dem Umschlag aufgeklebtes Blatt von
0. Seitz für den Katalog der (inzwischen in
Köln verkauften) Waffensammlung des 1888
verstorbenen Max Kuppelmayr, Vaters vom
Historienmaler Fr. Kuppelmayr, gezeichnet
worden. Es ist auch nicht etwa ein Super-
Ex-libris, sondern Herr Fr. Kuppelmayr
nennt es selbst nur eine „Deckelzierde"; wir
haben auch kein personelles oder Familien-
wappen vor uns, sondern das einer Ge-
sammtheit: Es zeigt Hammer, Winkclmaass
und Zirkel und ist somit das Architekten-
wappen, das Meister O. Seitz in piain memo-
riam an den ehemaligen Besitzer der Waffen-
sammlung, den Baumeister Max K., an-
brachte, quasi als zusammengehörig mit der
im Innern des Buches beschriebenen Samm-
lung. Also kein Ex-libris von Fr. Kuppel-
mayr. auch nicht das vom t M. Kuppel-
mayr, sondern eine einfache Einband-
verzierung, ein einfaches Wappenblatt. Fehlt
doch auch jeglicher N a m e oder sonstiger
Hinweis, z. B. ein personelles oder Familien-
wappen ! Das Wappen ist auch nur sehr
im allgemeinen Sinne „genau im Style
A. Dürers" gehalten; denn es ist, ausschliess-
lich Schildbild und Zimier, die für diesen
Fall abgeändert wurden, fast die genaue
Kopie des „Hahnen"- W appens zu einem
Siegel von Hans Sebald Bthara von
•543! man vergleiche die Reproduktion in
Warneckes „Herald. Kunstblättern" II. Aufl.,
Lief. I. Blatt 17, No. 63, bzw. S. 7,
No. 63*). Das Schriftband auf dem Seitz-
Kuppelmayr'schen Wappenblatt mit dem
*) Dieses Wappen i*t schon »wcimal, diesmal
aber wirklich als Kx-Iihris, genau benfiitt worden:
Beim Ex-I.hris des Frh. Mor. v. Helhmann. 1880,
gezeichnet von H. Goeu, KeMO>hen von C. L. Becker,
und beim Ex libris Friedrich Goldschmidt, Wien 18 .
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- 125 -
Spruch „Lass nit vorübergahn die Zeit, Vor-
wärts geh und bleib nit stahn" weist die
gleiche Anordnung wie das H. S. Beham-
blatt auf; auch die Heirodecken sind sich
fast gleich, die Schildform dagegen ist etwas
verändert.
Das zweite genannte Blatt, das des ,
„Ausstellungs Verbands Münchener
Künstler" ist ebenfalls keinEx-libris;
denn in erster Linie hat der Verband als
solcher gar keine Bibliothek, kann also auch
kein Bibliothekzeichen haben. Es ist auch j
hier nur ein einfaches „Wappen", welches I
klein auf dem Umschlag und etwas grosser .
als Titelblatt des reizenden Bildcrhcftchcns |
(Katalog) zu sehen ist, welches „Der Ausstcller-
verband Münchener Künstler" in diesem
Jahre herausgab. Es zeigt im Schilde das
Münchener Kindl und auf dem Helm den
bayrischen Löwen, wachsend und den Künstler-
schild haltend, oben ein Band mit dem Vers:
„Münchener Kunst und bayrisch Land
Allzeit wird's zusamm' genannt".
Der Komponist dieses Wappens, auch
Meister O. Seitz, hat hier gewandt Virgil
Solis'sche Motive benützt; man vergleiche
z. B. das Gundlach'sche Ex-libris von 1555*)
Es ist erfreulich, das* sich unsere Künstler
bei ihren Neuschöplungen unsere alten und
besten Klcinmcistcr zum Muster nehmen.
Das gen. Wappen des Ausstellerverbands
ist, „speciell für den betreffenden Katalog
gezeichnet worden und hat eine andere Ver-
wendung bis jetzt nicht gefunden", wie die
Verlagsfirma mir schon im Juli schrieb, nach-
dem ich auf diesen Katalog durch eben
sein hübsches Wappen aufmerksam ge-
worden war.
Uebrigens sind in letzter Zeit zahlreiche
Ex-libris — über 25! — von Münchenem
*) Abgebildet in v. Heinemann. Wolfenbültler
Ex-libris, Blau 23.
gezeichnet worden, die aber in meiner nun
8900 Stück zahlenden Sammlung (die deutsche
Abtheilung 1871 — 1895 umfasst allein über
1200 Stück) zusammen zu suchen mir jetzt
die Zeit fehlt.
VIII. Mit Bezug auf die Mittheitung in
V. 2. S. 60. 1) „P. Steinhörner aus West-
falen" bemerke ich, dass wir für das be-
kannte „P. S."-Blatt, Hirsch in Rokoko-
urarahmung, IV. Nr. 1824, 25, und von
mir schon in IV. (1894) 1. S. 18 unten
und 19 oben besprochen, nun d r e ierlei
Namen haben. Mir wurde es vor c. 3 Jahren
t) als „P. Steinhorst aus Westfalen" bezeichnet
< vgl. a. a. O.); fleissig angestellte Nach-
forschungen in Westfalen ergaben jedoch
nichts; Herr v. Eisenhart meldet in IV. 2.
S 60. 1) nun: 2) „P. Steinhörner aus West-
falen", und vor Kurzem wurde mir das P. S.-
Blatt von Paris aus 3) als „P. Steinbock"
bezeichnet Die Namen l) und 2) scheinen
aus einer Quelle zu stammen; das gleich-
massig beigefügte „aus Westfalen" scheint
wenigsten dafür zu sprechen! Könnte Nie-
mand in Westfalen einen definitiven Beweis
„für" oder „gegen" liefern?
IX. In der Schlussnummer dieses Jahr-
ganges dürfte es am Platze sein, einen Rück-
blick auf die Ex-libris-Litteratur des letzten
Jahres zu werfen.
Ausser dem bereits in unserer Zeitschrift*)
genannten :
1 ) Dr. O. v. Heinemann, Wolfen-
büttler Ex-libris-Sammlung (vgl.
Ex-libris-Zeitschrift V. 2. S. 46, S. 56 und
V. 3. S. 88.)
2) J. Jolv, Album d'Ex-libris rares et
curieux du !/. au 18. siede — ist ein
Theil der Joly'schen „Ex-libris Ana"! (vgl.
V. 2. S. 56).
•j englische und framÖ»iiche Zeitschrift und
„The Studio" bleiben als schon in den „Kedakt.
Mittheilungen" erwähnt, ausser Betracht.
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- 126 —
3} Buchgewcrbeblatt 1895, £. S.
163 und 8. S. 183 ,.Ex-libris", vom Referenten.
(Vgl. V. 2. S. i2i
4J Wiesbadener, littcrarisch.es'
Feuilleton, L iL „Ex-libris (Bibliothek-
zeichen)", vom Relerenten (vgl. V. 2_ S. 58
und V. 3 S. r»6;.
5] Gustav A. S e y I e r , 1 1 1 u s t r i r t c s
Handbuch der E x - I i b r i s - K u n d e
(vgl. V. 2. 6ü
6} Buchgewerbeblatt 1895. [S^ English
Rookplates (vgl. V. 3. S. 92), —
bringe ich noch nachstehende F.x-libris-
Littcratur zur Kenntnis*; es ist jedoch leicht
möglich, dass ich ein oder die andere Quelle
noch übersehen habe:
7J Gesellschaft Hamburgischer Kunst-
freunde, Jahrbuch 1805; enthalt 2 Ex-libris-
Abbildungcn R. Ferbcr und Johanneum,
sowie Hinweis auf 3 Ex-libris-Zeichnungen
von Frl. IL Körting.
8J L ie h ha berk (Inste 1895, R. Frh.
v. Scydlitz, Verlag v. R. Oldetibourg, München,
eine Künstlern und Dilettanten nicht ge-
nug zu empfehlen d e Kunstzeitschrift :
;i. Heft io, No. 201, F.. L. Agathe Greins-
dorf,
b. Heft i^j, No. 264, E. L- Heinrich
Lindner,
c. Heft No. 306, E. L. Hans Kühen,
d. Heft 1^, No. 327, E. L. Max G. von |
Boden.
Diese ± an englische Vorbilder, speziell
\\. A. Reil erinnernden originellen Blatter
sollen nur als Vorbilder und Anregung dienen;
hier sind die Namen willkürlich angenommen.
Der Künstler derselben ist Herr M. Gradl
in München.
Die l.icbhaberkünste sagten in ihrem
Heft LL2 (siehe a) „da die Anfertigung von
Ex-libris unter unseren Gönnerinnen und
Gönnern schnelle Verbreitung findet, so
zögern wir nicht, weitere Vorlagen zu dieser |
reizenden und dankbaren Arbeit zu bringen. 1 '
0} Freie Künste, Verlag von J. Heini,
Wien 1895.
a) No. Marz; E. L. Smidt von
iL Schmidt,
b. No. 2. L April; E. L. Geras und
„Freie Künste", von tL Ströhl.
10) E. A. Secmann's deutsche Kunst -
gewerbezeichner, III. Heft, hat auf S. 240
ein neues Sack'sches Ex-libris.
1 1 ) Die „Amtlichen Berichte aus den
Kgl. Kunstsammlungen" 1895. No. 2. bringen
einen kurzen Bericht über die dem Kunst-
gewerbemuseum vermachte Springer'sche Ex-
libris-Sammlung.
1 2) „Vom Fels zum Meer" 1805, 1 7.
Helt hat einen im Allgemeinen über Ex-
libris, im Besonderen Uber Sattler 'sehe Blätter
handelnden Artikel aus der Feder von iL
P. Dobert ; £ Bilder sind hier wieder [zum
Thcil massig; zum Abdruck gebracht.
1 %\ Die „Antiquitäten-Zeitung", Stuttgart,
1895, 2-2 enthalt S. 173 einen kurzen
Auszug aus dem Seyler'schen Handbuch und
bringt |_2 Abbildungen aus diesem bezw. der
Ex-libris-Zeiischrift, Warnecke, v. Heinemann etc.
14) Das „Centralblatt für Bibliothekwesen"
XII. 5 6, S. 285 bespricht S. »75 das oben
unter ij angegebene W'eik von Heinemann und
S. 285 den unter 3J angeführten Ex-libris-
Artikel des Referenten, beide in günstigem Sinne.
Eine hier vom Rezensenten gezogene Perspektive
einer möglichen, späteren „Verschmelzung von
Ex-libris-Zcitschrilt und Hut hgewerbebl.itl" findet
hoffentlich noch recht lange nicht statt, da
Ex-libris- Verein und Ex-libris-Zeitschrift vor
der Hand so glücklich sind, auf noch
recht kräftigen eigenen Beinen zu stehen und
zu gehen.
r Vi Die „Nachrichten aus dem Buch-
handel", Leipzig, 1895, Nr. 181, 183, 185
bringen aus der Feder de? Herrn Otto Schlotke
eine Abhandlung über „Hücherzeichen und
-
MELCHIOR EPISCOPVS A<
S CALOMES. SVFFKAä AC
ECAN VS CONSTANTIEN.
ATR.ONVS LIBRI,
3
Drittes Ex-libris des Weihbischofs Melchior Vatli von Constanz, c. 1529.
(Vgl. Ex-libris-Zcitschrift V. i. S. 4 und Beilage, II. Abbildung — diese: W. No. — , und Lempertz,
Bilderhefte 1860, Tafel IV.)
Aus der Sammlung von Graf K. E. zu Lelnlngen-Westerburg;,
Fmtmilirt tob Dr. C. Wolf & Sohn,
Kfl. Hof- u. L'oivcrtlUubachdruckrral, MOschcn.
BfiUcr tu Ej -Ilhrlv-Zcltürhrirt, Jihnru( Ho. 4.
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- 127
die Ex-libris-Zeitschrift", welche unser Organ
rühmend bespricht und manchen Passus aus
diesem wörtlich wiedcrgiebt; die 6 bei-
gegebenen Ex-übris • Abbildungen sind von
Cliches unserer Ex-libris-Zeitschrift genommen.
t6) >r Archives heraldiques Suis-
ses", Jean Grellet, Neuenburg, 1895, 3, ent-
halten S. 2 1 die eingehende Richtigstellung aus
der Feder des Herrn Grafen Max v. Diesbach
über das Ex-libris Philipp von Steffis (d'Esta-
vayer) bezüglich des Artikels der Ex-Iibris-
Zeitschrift, 1894, IV. S. 1 1 1, ferner gelegent-
lich eines Artikels „Les hachures heraldiques"
die Kx-libris : Ritter Nie. v. Praroman, 1606,
und Ritter Lorenz v. Arreger 1607.
17) Im „Pfalzischen Museum" XII. 1. Aug.
1895 No. 4 steht ein Artikel des Referenten
Uber das „Ex-libris der Bibliothcca Palatina"
(der Text abweichend von dem in der Ex-
libris-Zeitschrift 1892, II, 4. S. u), am An-
fange eine allgemeine Orienlirting über Biblio-
theVzeichen enthaltend.
1 8) Diese letztere wurde abgedruckt in
den Herald. Mittheilungen des Vereins „Zum
Kleeblatt", Hanno%er VI. 10., 1. Oct. 1895,
S. 80.
19) Die Redaktion des ..Wegweisers für
Sammler" erwarb vom Buchgewerbeblatt den
Ex-librh-Artikel des Referenten (vgl. oben 3)
und druckte ihn im „Wegweiser" 1895,
No. 5 — 15 ab.
20) Die „Nachrichten aus dem Buch-
handel", Leipzig, 1895, Nr. 74 druckten den
Ex-libris -Artikel des Referenten aus dem
„Litterarischen Feuilleton" (vgl. oben 4) ab.
21) Ebenso u A. das „Wiesbadener Tage-
blatt", v. 18. 3. 1895, Nr. 130.
22 Dieser gleiche Artikel (vgl. oben 4,
19 und 20) erschien, ins Französische Über-
setzt, im „Repertoire des Vcntes", Paris, 1895,
20. Avril, 1. Anne>, tome I, Nr. 26, S. 404.
23I Soeben versendet die I- Schellen-
bergsctic Hotbuchdruckerci zu Wiesbaden eine
Subskriptionsliste aber „20 Ex-libris, entworfen
von Walther Schulte vom Brühl." Das reizende
Heft kann ob seines mannigfaltigen Inhalts
und seines billigen Subskriptionspreises (3 Mk.,
spaterer Ladenpreis 6 Mk.) zur Anschaffung
empfohlen werden.
14) Beilage No. 24 1 zur Allgem. Zeitung
vom 18. üctober 1895, No. 289; Münchener
Ex-libris-Ausstellung v. E. P. (Dr. E. Petzet).
München, Üctober 1895.
K. E. Graf zu Leiningen -Westerburg.
Kleinere Mittheilungen.
I) Gelegentlich der Ende Juni und Anfangs
Juli zu Wien abgehaltenen Versteigerung der
Bücher- und graphischen Kunstsammlung des
verstorbenen Dr. J. Danko, Dompropsts und
Bischofs zu St. Martin in IVessburg, kam auch
dessen Sammlung von Bücherzeichen zum
Aufwurf, wofür nachstehende Preise erzielt
wurden :
I. Abtheilung
337°- 16. Jahrb., 12 meist
seltene Ex-libris*) 11. 50 kr. —
337' *7- Jahrb., deutsche,
franz., italienische u.
ungar. Ex-1. 100 St. ,. 85 „ —
., 33 7 2. 18. Jahrh, ebenso
415 Stück . ... 86 „ 50
- 337V 19- J.dirh., ebenso
344 Stück „ 48 ., -
II. Abtheilung: Dürer- Ex-libris.
Nr. »93. Das Wappen der
Kressv. Kressenstein ;
— spaterer, aber sehr
guter Abdruck . . fl. 5 kr. 50
195 Das Wappen des
Hector Pömer, sehr
schöner, früher Ab-
druck „ 10 .. —
*) Hirrxu kommen noch 5 0 , 0 Zuschlag- und io', 1 ,
Provision.
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— 128
Nr. 106. Das Wappen der
Scheuerl- und
(ieuder, vorzüglicher
früher Abdruck . tl. 14 kr -
„ 107 Das Wappen des Bau-
tneistersJoh.Tsc herle
in Wien . . . „ it> „ -
„ .'io. Das Pirkhcimer-
Ricter's< :he Wappen**)., 5 .. —
„ 217. Das Pümcr'acheWapp... 4 „10
„ 220. Das Seheuerl-
Tiu her 'sehe Wappen
zweiter Abdruck . . ., 6 ., —
„ 244 Das Wappen der Fa-
ruilieB e h a i in , neuerer
Alidruck aus der
Sarnmiung Kelberg ... 1 ,. —
,. 246 u. 47. Wappen des Johann Stabius,
zwei Holzhauseirsche Abzüge von
der Wiener Originalplatte, gingen
zurück.
II) Nach einer Notiz, im Junihefte (NVi. 61
der „Archives de la Sodete Franeaisc des
collectionneurs d'F.xlibris" wurden in Paris
52 deutsche Ex-libris — meist aus dem
16. Jahrhundert von Dürer, Math. Zündt,
Jost Aman, Virgil Solis, Hans Trc.schcl, Hans
Sibniac her, H. W'm hier und anderen Stechern
dieser Periode, dann 27 französische und
7 englische book-plates v,>n A. Saffroy um den
Gesamnitprcis von 530 Fr. erworben. —
III) Sollte der mir unbekannte Sieigerer
der Danko'schen Ex-libris-Snninilung (N. 3370
mit 73 des Auktionskataloges) Doubletten |
alterer Blatter besitzen, wäre ich zum Tausch I
mit äquivalenten Bücherzeichen bereit.
München.
A. v. Eisenhart.
**) Dieses Blatt ist im Katalog von L. Kosenthal
Nr. XLVII unter Nr. 886 S. 53 mit 80 M. — in der
Retberg'achen Reproduktion mit 6 M. notirt!
Anfrage:
Wer kann folgende anonyme Kloster-
Ex-libris mit Namen bezeichnen:
I. Unter Engelskopf mit Mitra, Stab und
Schwert und den 4 Buchstaben P. A. Z. S.
(P. Abt zu S. . . .) 2 Schilde:
1) Figur überreicht knieend der Madonna
mit Jesus ein Thurmmodcll,
2) Gebäude mit Zinnenthurm über
einem Schwein in Wasser (dem
Wappen nach dachte ich an Schwein-
furt, doch soll dies nicht zutreffen).
Kupferstich, 17..; 78 mm br. X
82 mm h.
II. Vor Vorhang unter Engelskopf mit
Mitra und 2 Stäben üppiger Rcnaissanccschild
mit Schwan als Schildbild über einer, von
2 Rosen - haltenden Löwen beseiteten Rc-
naissancekartiiHche mit Inschrift:
„Candor inest C'ygno, Dulcedo, Volate in Altü";
Cygnus in K I. J A est, dignus in Astra rapi "
Prachtiger Kupferstich. It>y . ; 132 mm
br. X '9° ninl b.
III. In ovaler Rahme mit Schleife unter
Mitra mit Stab: Ovaler Schild, gespalten:
vorn Lorbeerzweig, hinten: halbe Waage.
Oben: B. A. J. W. (Ii. abbas in W. . . .).
unten: 17S0.
Kupferstich, 1 78c» ; 49 mm br. X °o mm h.
IV. Iii Lorbeerkranz unter Krone 2 Schilde,
vorn DopjM ladler , hinten Kirche, Kupfer-
stich 17 . . ; 40 mm br. X 5 2 mm
V. Geflügelter Benediktiner mit Buch
in der Re< bleu (darauf: Venta.s) auf ge-
krönter Weltkugel, unten hinten Sonne mit
Strahlen. Unten: S. P. A R. N. P. A. (viel-
leicht kein Kloster, sondern S. P. A. R„
Notarius Publicus Augustaims?); Kupfer-
stich 17..; 34 mm br. X 59 nini h.
Um freundliche Auskunft bittet
K. E. Graf zu Leiningen-Westerburg.
München, Amalienstr. sod.
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- 120 —
Redaktionelle Mittheilungen.
• Das Juli- Heft des
..Journal of thc Ex-libris So-
ciety, herausgegeben von W.
H. K. Wright in Plymouth,
F. R. Hist. Soc. hat folgenden
Inhalt (1895 Vol. 5. Part 7}:
Horace Walpole and Iiis book-plates by
H. B. Wheatley. Book-plate for identification
No. 97 — 102 (All the anonymous plates
published in the last ninnber have been
idcntified No. 92 — 96 . Recent book-plates.
Exchanges of Mr. I'. N. Ratajczak. Our
illustrations. ^Dr. E. Symes Thompson, William
Strode 1730.) Letters. Fourth annual ex-
hibition of the Ex-libris Society < ontinuatioiil.
Book notires (armorial families). Notes of
the month.
• Das A ugust- H eft dieser Monatsschrift
hat folgenden Inhalt: Modem book-plate
designers No. 9 R. Anning Bell by Glecson
White. Book-plate of Charles Hoare. Book-
plates for identification No, 104—109. Fourth
annual exhibition of the Ex-libris Society.
Letters. The priee of book-plates. Book-
notices: ( The Wardour Pros Serics of Ar-
morial book-plates-Baronets, From the collec-
tions of Joseph Jackson Howard. London
1895, 100 plates}. Notes of the month.
• Das September-Heft enthalt:
American notes by Charles Dexter Allen.
The art of the book-plate by Henri Pene
du Bois. Ex-Libris der Bibliotheca Palatina.
Book-plates for identification No. 110— 1 16.
Letters. Book-plate of Peter Osborne. Recent
book-plates. Notes of the month. Book-
plate of Mr. Henry Blackwell of New-York.
engraved by Mr. Edwin D. Frcnch.
• The Studio vol. IV. No. 28 enthält:
Some Portraits seen this season by Frederick
Wedniore. On some sketches by Briton
Riviere. The Manchester arts and crafts.
Sccond exhibition. Ringwood as a sketching
ground. A new book illustrator: Charles
Robinson. The salon of the champs elysees
by Gabriel Mourey. Japanese wood-carving.
No. 2i>. The art of Boutet de Mouvel
by Charles Hiatt. The Home arts and
industries association at the Albert Hall. Newlvn
as a sketching ground by Frank Richards.
Stencflled fabrics for de» orative wall hangings.
The making of monograms by Gleeson
White. Japanese wood-carving.
No. 30. The etchings of Mr. D. Y. Ca-
meron. Quebec as a sketching ground by
Bertram Grosvenor Gooilhue. A painter in
the aretie regions. (An interview with Mr.
Frank Wilbert Stokes.) Another Word on
thc Poster by Arthur Fish. Japanese wood-
carving.
• Inhalt von No. 7 (Juli 1 895) des II. Jahr-
ganges der „Archives de la Soeielc Fran-
Vaise des Collectionncurs d'Exlibris" (Paris,
95 Rue Prony. Monatsschrift, jahrlich für
Ausländer 10 fr. 50 c).
Compte rendu de la reunion du 30. juin
1895 — Le bibliophile Proust de Cham-
I wurg — Les Exlibris de Jacques Spiegel. —
Les Exlibris Liinousins par Leon Quantin.
— Exlibris de Nicolas de Petiot — Exlibris
de Joseph Frömern par A. Fray-Fournicr. —
Exlibris du Chanoine Jeanjean — Qucstions.
Reponscs (I farbige und 1 Schwarzdruck-
Beilage'.
No. H iA ugust 1 895^ enthält: Les
Ex Libris des Palisot. von V. Adviclle, mit
4 Abbildungen ( 1 als Beilage.. Ex Libris
M. F. Bargallo (mit Beilage' und Ex Libris
Rabelais von L. ßouland. Qucstions. Re-
ponscs. Varia.
Das September- Heft der Pariser Ar-
chive II No. 9 hat folgenden Inhalt (p.
120 — 144): Les Ex-libris d' Adolphe Varin
par Leopold Mar. — Observations sur les
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- i3o —
ex-libris franeais du XVIII ± siede par
M. Walter Hamilton (traduetion de M. Leon
Quantin). — Livre de la bibliotheque publique
fondee par le roy de Pologne, duc de
Lorraine, en MDCCL. — Post -scriptum sur
les Palisot. — Un cx-libris hutnoristique
(Halt! mein Buch! = Arretc, voleur, cc
livre est ä moi !) Rud. Benkard. — Questions.
— Reponscs. — Varia. — Bibliographie. —
Tauscliverkehr.
Zum Auslausch ihrer eigenen Bücherzeichen
gegen diejenigen Ton anderen Mitgliedern des
Ex-libris- Vereins sind bereit:
Herr Pierre Dor, 3 rue d'Arcole, Marseille-
Herr P. Hugo Schmid, Bibliothekar des
Stiftes Krcmsrnflnster (Obcrösterrcich)
tauscht das Ex-libris des Klosters
(Bibliothek-Interieur, gezeichnet von
G. Otto, Berlin, 1803, in 2 Grössen).
Herr stud. arch. Hans Teichen, Chariotten-
burg. Knesebeckstr. II < Ni< htmitglied).
Weitere Anmeldungen für diese Rubnk
werden von der Redaktion gern entgegengenommen
und gelangen kostenlos zum Abdruck.
Briefkasten.
P. X. rUUJe/Jik, Berlin. Die beiden for
die Sammlungen des Ex-libris-Verein* freundlichst
gestifteten K ä s t e 11 haben wir dankend erhalten
und sie sofort in Gebrauch gestellt. Damit ist ein
geeigneter Raum für Vergrößerung der Vereins-
sammtung geschaffen und wir sehen nun weiteren
rr gern entgegen.
Einsendungen unserer Mitg
K. K. Gf. in L.-W. in M. Ihrem Wunsche,
eine sachgemisse Anzeige unseres Vercinsorgan.
in den englischen und franx. Fachzeitschriften zu
veranlassen, ist Rechnung getragen worden. Für
die unausgesetzte Aufmerksamkeit nehmen Sie
unsern Dank rnlgegen.
II. E. 8t. In Frkf. a. M. Für die erneute
BethStigung des Interesses bei der Ausstattung des
Vereinsorgans mit guten Abbildungen ist Ihnen die
Redaktion zu grossem Dank verpflichtet.
Inhalt
3!*. Sitzung den Ex-libris- Verein«. — Zwei
F.x-lihrit* »les tAmstanzer Bischof« Hugo von Hohrn-
lnndenberg. iMit - Beilagen. 1 — KloMer-Kxlibrin,
Nachtrag 1 Mit Abbildung.) — KIwter-Kx-libric,
Anhang. — Du* Bücherzcichen Heinrich Tuhien'«.
(Mit Abbildung.) — Büebcrzeichen der Beue-
dietiner-Abtei Ochsenhauxen. (Mit Abbildung ) —
Das nüchcrzcielipn des Hieiotiyniu» von Glauburg.
(Mit Abbildung.) — Kin typographiwlieis Kx-libris.
— Apinn. (Mit Abbildung) - Das Bücher/eichen
Bibliothecae Seileri. . Mit Abbildung.) - (iriiflicli
NewelrodeVhe Bibtioihekzeiehen. 1 Mit Beilage.)
— Da» Biieherzcichen der Berlinischen flesell-
Mehnft naturforwhondcr Freunde. i.Mit Abbildung.)
- Kx-librw der Luther-Bibliothek der Wartburg
in Kisenmh (Mit Abbildnn K .) - Die Bücher-
zeichen 11. Lux und F.. Zellner. (Mit Abbildungen.)
— Exlibris Schwitidrazheini. (Mit Abbildung-) --
Vereebicdene». - Kleinere Mittucilungcn. —
Anfrage. Redaktionelle Mittbeilungen. —
Briefkasten. —
Mit •* Ilvllnurn.
Im Anschluss an den Artikel über das reue Ex-libris der Stadtbibtiothek Aarau von l< Münger
in Bern (siehe Ex-libris-Zettschrift V, Heft 3. S. 84) sei bemerkt, dass wir durch gütige Vermilllung der
Mittelschwcizerischcn Geographischen Kommerziellen-Gcsellschaft in Aarau in den Siand gesetzt sind, den
Mitgliedern je einen vollständigen „Schweizer Wappen • K alend er", den Münger 1 Sk>2 ur.d 1S93
herausgab, al* Beilage z.u unserer Zeitsrhrift zu bieten.
Der Kalender enthalt auf einem Blatt das Wappen „Helvctia" und auf 13 Blättern d>e 22 Kantons-
wappen; die Kantone sind mit dem Datum ihres Eintritts in den Schweizerbund versehen. lEs sind l'ri, Schwyr,
l'nterwalden 1201, Luzern 1332, Zürich 1.15t, Glarus, Zug 1352, Hern 1353, Freiburg. Solothurn 1481,
Basel, Schaffhausen 1501. Appenzell 1513, St. Galten, Graubünden, Aargau 1803, Thurgau, Tcssin,
Waadt 1803, Wallis, Neuenburg, Genf 1R15.)
Ohsehon der Künstler ran dem Farbendruck der Blauer nicht völlig zufrieden war, der ja in
mancher Beziehung zu wünschen übrig lässt, wird sich gewiss jedermann der originellen, Ilott entworfenen
Komposition erfreuen, die vielfache Anregung zur Herstellung von neuen Ex libris bieten dürfte.
Verantwortlicher Herausgeber: I)r, Han» Brendicke, Berlin W. 35. Kurfürstenstrasse 41.
Selb-t-Verlag des „Ex libris-Vereins" zu Berlin.
Druck und auftrag»weiser Verlag von C. A. Starke, Königl. Holl., Görlitz, Salomonstr. 311, a. d. Berlinerstr.
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Anzeigen-Beilage
zur Zeitschrift für
Bücherzeichen - Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte.
Aniteigengebühr: Die einmal gespaltene Petitzeile 40 l'l'., ' , Seite 10 Mk., 1 , Seite !•> Mk., ' , Seite
•_'."> Mk. Kcilagcn nach l'ebereinkunft.
Anzeigen-Annahme durch die Kxpedition dieses Blattes: C A. Starke. Kgl. Hofl., Görlitz, Salomnnstr. 3'J.
V. Berlin, im Oktober 1895. No. 4.
Empfehlenswerte buchgewerbliche Firmen,
welche auch bei der technischen Herstellung der Kx-Hbrls-Zcltschrlft beschäftigt wurden.
Albert Frisch
in Berlin W., Lützowwtrasse tili.
Lichtdruck. Zinkätzung.
C. A. Starke, Köni>«l. Hofl.
Görlitz, 39 SalomonstraHse.
Photograph ische Druckerei, Lilhogr. Anstalt,
Stein- und Buchdruckerei.
Kunst-Anstalt für Kacsiniilcdruck.
Wilhelm Greve
in Berlin H.-W., Ritterstras*«- 5<l.
Lichtdrucke.
A. Wetteroth,
München.
K u |i f e r d r u c k e r e i.
Clemens Kissel
in Mainz, Zanggns.-e 13.
Zinkätzung (Cliches.)
Dr. C Wolf & Sohn
Kgl. Hof- und l^iiversitätshiiehdruekerei
und lithographische Kunstanstalt
in München, Jungfcrnthumislrnsse 2.
Licht-, Stein- und Buchdruck.
Meisenbach Riffarth & Co.
Schöneberg-Berlin. Hauptstraße 7a
und München, l>e«<aucrstrassc 15
Zinkatzung (('licht'»*) — Heliogravüre.
Im Verl« gi> der Königl. Hoflmchlmndhing B. S. Mittler A: Sohn in Herl in S.W. erschien
i ine von dem Itedaktenr der Kx-)ihri-Zeit*elirift. Heim I>r. II. Bretidickc (ehem. Kuij -Kreiw. im
Inf.-Kgt. von Alvenslel»cn, ü. Hrandeiib. Xo. verfasste Broschfirc:
Aus meinem Tagebuche.
Erlebnis?.«'* und Schilderungen aus dem Kriege gegen Frankreich 1^7071.
Angesicht« (>r '.'.j jährigen Wiederkehr der Gedenktage des »iclMiimonal liehen Kriege« darf
«I*. Nachklang der Begeisterung und nationalen Erhebung des deutschen Volke» . in Intens- für die
damalige weltg<^ehichi liehe Bewegung und wohl auch für |H-r>oidiche Krinnenuigen, die einer solchen
Bewegung entstammen, U i jedem Vatcrlaiid»frcundc erwartet werden.
Das zierlich aii-gestaiicie Werk i«t «owohl von der genannten Buchhandlung, alr. auch vom
Verfasser für 1 Mk., gebunden 1,5*» Mk. zu Wichen.
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MAY 2 9 1930